Donnerstag, 30. April 2015

Shout-out 4/15

Shout-out für Blogger
Platz für Lob: Besondere Posts
Meine monatliche Linksammlung ist im April nicht nur sehr kurz, auch mein kleines Gadget konnte ich nicht einsetzen. Nächstes Mal wieder mit, oder ist das so besser? Für mich ist readlist natürlich bequemer, aber wie das für Leser ist, weiß ich nicht.

Dieses Mal gibt es Rezensionen, Kolumnen, ein Hörspiel und gute Nachrichten für LGBTQAs, die in den USA leben.

Dieser Shout-out ist mein persönliches Notabene, das weder repräsentativ noch objektiv sein soll. Es kann sich gerne jeder anschließen, der auch Danke sagen will (Logo kann verwendet werden).


[Phelmas] Matthew Goodman : In 72 Tagen um die Welt. Wie sich zwei rasende Reporterinnen im 19. Jahrhundert ein einmaliges Wettrennen lieferten.
Phelmas stellt ein Sachbuch vor, das ich schon lange im Auge hatte.

[Who is Kafka?] Von der Liebe zum Lesen: Wie das Lesen uns zu besseren Menschen macht
Saskia hat eine neue Beitragsreihe begonnen.

[via GLAAD] White House Endorses Bans On Anti-LGBT Conversion Therapy
Der Selbstmord eines Transgender-Teenagers hat zu einer großen Debatte über sogenannte "Conversion Therapies" geführt, die jetzt endlich verboten werden sollen. (via)

[BBC] Good Omens Hörspiel
Noch bis zum 6. Mai kann man die sechsteilige Hörspielfassung von Ein gutes Omen (Neil Gaiman & Terry Pratchett) nachhören. Darin haben auch die Autoren selbst kleine Cameoauftritte.

[Huffington Post] Untranslatable Words
Eine wirklich tolle Sammlung einzigartiger Wörter aus den verschiedensten Sprachen.

Dienstag, 28. April 2015

Daniel Pennac: Wie ein Roman


Voller Witz, Charme und Intelligenz schreibt Daniel Pennac gegen Leseverdrossenheit und Bildungsdruck. Er plädiert für einen entspannten Umgang mit Büchern und die unantastbaren Rechte des Lesers. (Klappentext)
*     *     *     *     *

Dieses kleine Büchlein ist schwer in eine Kategorie zu packen: Irgendwo zwischen Essay und Memoiren; bei Goodreads war die Rede von einem  pädagogischen Essay. Wobei das sehr lahm klingt, was nicht zutrifft.

Pennac schreibt in luftiger Sprache über die Freuden des Lesens.
Das Buch besteht aus mehreren Teilen. Zuerst beschreibt Pennac die Entwicklungen seines Sohnes, der wie jeder erst mal Geschichten liebt, dann in der Schule zum Lesen verdammt wird und zwangläufig Lesen so als lästige Pflicht empfindet. Wie die Eltern des sich sträubenden Jungen wieder zu den Büchern gebracht haben, kann man hier nachlesen, aber auch, wie ein besonderer Lehrer eine Hauptschulklasse in begeisterte Bücherwürmer verwandelte.
Ohne es zu wissen, entdeckten wir eine der wesentlichen Funktionen des Erzählens [...], nämlich dem Kampf der Menschen Einhalt zu gebieten. Der Liebe wuchs dabei eine neue Haut. Es war gratis.
In beiden Fällen ist die Grundlage denkbar einfach: Lasst sie lesen, was ihnen gefällt, bietet ihnen Geschichten an, ohne sie zu den guten zwingen zu wollen und vor allem, ohne zur Analyse zu zwingen. Wer so frei Literatur entdeckt, kommt von alleine irgendwann dazu, das Gelesene zu überdenken, zu vernetzen und das Gute vom Schlechten zu trennen.

Alles natürlich ein bisschen sehr idealistisch, aber gleichzeitig auch viel Wahres. Und vor allem ist es eine Ode an das Lesen selbst. Das Büchlein endet mit den zehn Rechten des Lesern (zehn, laut Autor, da es so verlockend war, die Analogie zu den restriktiven zehn Geboten zu haben).

Bei all dem bleibt der Zeigefinger immer unten; Pennac schreibt humorvoll und als hätte er das alles gerade erst erlebt. Ob es sich wirklich um Erlebtes handelt, weiß ich nicht.
Sobald sich die Frage nach der Zeit zum Lesen stellt, heißt das, daß die Lust fehlt. Denn genau besehen hat nie jemand Zeit zu lesen.
Ich habe mit diesem Buch etwas getan, das ich sonst nie tue: Ich nahm einen Kuli und schrieb meinen Namen hinein, ich nahm einen gelben Marker und verewigte meine Lieblingssätze. Ich habe mir dieses Buch zu eigen gemacht und werde sicher noch oft hindurchblättern.

Montag, 27. April 2015

Das Leben hat mich wieder – und die Bücher auch

Hallo, ihr Lieben!
Ich habe heute meine Magisterarbeit eingereicht (jihaa!) und beginne ganz langsam wieder, das Leben zu genießen. Am Ende war es dann doch noch sehr stressig, ich hatte nicht mal mehr genug innere Ruhe für Bücher und ich bin froh, mal wieder an was anderes denken zu können.

Die wiedergewonnene Freiheit habe ich mit einem ausgiebigen Besuch in der Stadtbibliothek gefeiert. Und das ein oder andere Extra ist auch noch dazu gekommen...


Sorry für die Bilder in letzter Zeit; mein PC ist kaputt und ich kann nichts mehr bearbeiten oder auch nur beschneiden...

Die Beute

Heinrich Mann: Der Untertan (Hörbuch)
Habe ich auch als Buch, aber ich weiß, dass ich es womöglich nie über mich bringe, den Wälzer zu lesen. Den Film habe ich nur zur Hälfte gesehen, aber in guter Erinnerung.
Tad Williams: Die Nornenkönigin (Hörbuch)
Mit Teil zwei bin ich zwar noch nicht weit gekommen, das wird sich aber sicher bald ändern.
Alan Bradley: The Sweetness at the Bottom of the Pie (Flavia de Luce #1)
Da schleiche ich schon seit Jahren drumrum. Hab's jetzt einfach mal mitgenommen, man hört ja nur Gutes über die Reihe.
J. K. Rowling: Harry Potter à l'école des sorciers
Jawoll, en français. Ich fände es schade, dass all die Jahre harter Arbeit im Französischunterricht umsonst gewesen wären, daher will ich mein Wissen mit einem Buch, das ich praktisch auswendig kenne, auffrischen. Demnächst.
Wolf Haas: Auferstehung der Toten (Brenner #1)
Leihgabe von meinem Schwager in spé, lustigerweise zwei Tage, nachdem ich beschlossen hatte, die Brenner-Reihe mal anzulesen.
Haruki Murakami: Mister Aufziehvogel
Dieser Murakami fehlt mir noch und gilt bei vielen als sein bestes Werk.
Reiseführer Bodensee
Ein einwöchiger Radurlaub mit Freunden steht kurz bevor!
Lucy Maud Montgomery: Das Schloss in den Wolken
Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich mich auf dieses Buch mega gefreut habe. Heute im Buchladen stand es plötzlich vor mir im Regal.
Gavin Extence: Das unerhörte Leben des Alex Woods
Auch den hier habe ich spontan gekauft. Eigentlich wollte ich die Büchergilde-Ausgabe von Americanah, aber dann hat mich der Klappentext überzeugt. Der Einband der Büchergilde ist übrigens wunderschön!
Helene Wecker: Golem und Dschinn
Um dieses Buch schleiche ich in der Bibliothek seit Ewigkeiten mit schmachtendem Blick. Nie hatte ich Zeit oder dachte es wenigstens. Jetzt aber bestimmt!

Ich sag mal, Langeweile kommt auch in den nächsten Wochen nicht auf :D

Montag, 20. April 2015

Barry Jonsberg: Das Blubbern von Glück (Hörbuch)

Candice Phee lebt in Albright in Australien. Ihre Familie ist ein Trümmerhaufen: Der Vater ist in seinem Beruf unglücklich und mit dem eigenen Bruder auf Kriegsfuß, die Mutter leidet unter einer Depression und dann ist da auch noch Sky, Candice' tote kleine Schwester. Da das Leben weiter gehen muss, beschließt Candice, ihre Familie wieder glücklich zu machen, und lässt sich die aberwitzigsten Mittel dazu einfallen. Auf ihrem Weg begleiten die ihr reicher Onkel Brian, ein gottesfürchtiger Goldfisch und ihr neuer Klassenkamerad Douglas aus einer anderen Dimension.

*   *   *   *   *

Candice hat seit dem Tod ihrer Schwester die Lust am Reden verloren und ein einige Zwangsstörungen entwickelt. Trotzdem sieht sie die Welt irgendwie bunter als alle anderen. Als sie die Hausaufgabe bekommt, zu jedem Buchstaben des Alphabets einen Absatz über sich zu schreiben, will sie ausführlich über sich und ihre Mitmenschen berichten. Das Ergebnis ist Das Blubbern von Glück.

Candice ist vielleicht nur die Sonnenscheinversion einer echten Autistin, aber nichtsdestotrotz konnte ich nicht anders, als sie ins Herz zu schließen. Wo andere Fehler sehen, sieht sie Stärken, und sie ist allen Menschen freundlich gesinnt, wenn ihr auch längere Gespräche Probleme bereiten. Das war einfach nur sympathisch, und die kleinen Macken wie festgelegte Wortwahl (Brian ist nie nur Brian, sondern stets reicher Onkel Brian) haben mich bei dem Hörbuch nicht gestört.

Die schwierige Familiensituation der Phees wurde in vielen, teils aggressiven, teils traurigen Dialogen eingefangen, die ich sehr überzeugend fand. Da rastet auch mal ein Elternteil aus. Die meisten Autoren scheinen solchen Dialogen aus dem Weg zu gehen. Laura Maire bringt so viele Zwischentöne unter, dass man jede Figur deutlich vor sich sieht. Kein Wunder, dass die junge Sprecherin bereits zweimal den Deutschen Hörbuchpreis gewonnen hat (für Schattengrund und Nichts. Was im Leben wichtig ist).

Was mir öfters negativ aufgefallen ist, sind die deutlichen Kürzungen der Geschichte. Bei dem Vergleich mit dem Buch anhand der Leseprobe hatte ich den Eindruck, im Buch deutlich mehr von Candice' Charakter zu sehen zu bekommen. Sätze wurden zusammengestrichen, die mehr von Candice' Weltsicht zeigen, der ja immerhin die Geschichte trägt und auch so liebenswert macht. Wirklich schade, denn wie gesagt ist die Lesung ganz toll.

Der zweite Minuspunkt geht an das unbefriedigende Ende, und ich beschwere mich nicht leichtsinnig über ein Buchende. Auch nach zweimaligem Anhören habe ich immer noch den Eindruck, dass die Geschichte zu offen endet. Ich liebe offene Enden, aber hier werden die Dinge nicht richtig zu Ende geführt, über die ich nichts sagen kann, ohne zu spoilern. Darum habe ich sie versteckt, wer das Buch schon gelesen und keine Ahnung hat, was ich meine, der klicke hier:



Dass Douglas immer noch glaubt, aus einer anderen Dimension zu kommen, und seine Eltern den Ernst der Lage immer noch nicht begriffen haben, hat mich gestört. Auch, dass am Ende des Buches noch keine Besserung für Candice' Mum in Sicht ist, wogegen ihr Dad glücklich ist. Ja, klar, es besteht die Möglichkeit, dass die Reise in die USA stattfindet, aber es ist keine feste Sache. Ist vielleicht Haarspalterei, aber ich finde, gerade Mum Phee hätte mal ne Pause gebrauchen können. Und über Sky's Tod wurde auch nicht wirklich gesprochen, was doch soo wichtig gewesen wäre.

Insgesamt hat mir das Hörbuch Spaß gemacht, aber eine vollständige Lesung wäre bei Weitem besser gewesen. Leider kann ich auch nicht mit Sicherheit sagen, ob meine restlichen Eindrücke auch mit den Kürzungen erklärbar sind.

Dieses Hörbuch wurde mir von Random House zur Verfügung gestellt.
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Buch auf Leseliste setzenBarry Jonsberg: Das Blubbern von Glück. Gelesen von Laura Maire
Gekürzte Lesung, Der Hörverlag, 2014.
ISBN 978–3–8445–1577–0

Samstag, 18. April 2015

Leseabend bei reading tidbits

Leseabend
Host: Tina@reading tidbits

Wie in der Sidebar angekündigt findet seit 19 Uhr Tinas Leseabend statt.
Ohne langes Geplänkel: Das habe ich vor –



Ludwig Bechsteins Märchen waren bei ihrem Erscheinen beliebter als die der Grimms; ich frage mich, warum sich das geändert hat. Ich weiß, dass ich als Kind ein ähnliches Märchenbuch hatte und hoffe, ein paar der Geschichten wiederzuerkennen. Viele der Titel klingen vertraut.

Und mal wieder ein Dolly-Band. Die machen einfach immer noch Spaß. Diesen hier habe ich in einem Tauschregal entdeckt. Es ist ein absolutes Unikat da die Vorbesitzerinnen das Buch auch als Notiz- und Tagebuch benutzt haben! Es dann auch noch in ein Tauschregal zu stellen, finde ich sehr gewagt, aber als Kuriositätenbegeisterte habe ich das Schätzchen gerne in meine Obhut genommen.

Update 21:45

Ich habe jetzt so ziemlich alles gemacht außer Lesen. Nur 40 Seiten Märchen habe ich geschafft, dafür aber ein Reziexemplar angefordert, zwei Rezis geschrieben und ein Buch aus meinem SuB verbannt (das zweite diesen Monat, das ich schon fast angefangen hatte, um dann zu merken, dass ich absolut kein Interesse mehr daran habe).

Die Märchen sind mir in Versatzstücken aus anderen Geschichten und Kulturen bekannt, aber Bechstein fügt immer wieder überraschend lustige Kommentare ein. Ziemlich gut.
Jetzt fange ich aber mal mit dem Dolly-Buch an.

Update 00:30

Huch, schon so spät! Wie die Zeit mit Dolly verfliegt...
Aber ich muss sagen, einige Zeit habe ich auch mit den Tagebucheinträgen der ersten Besitzerin verbracht. Es ist doch nur eine, die aber über viele Jahre in das Buch geschrieben hat und manchmal auch eine Freundin. Und fast alles verschlüsselt! Da konnte ich nicht widerstehen und habe alles zu entschlüsseln versucht (der Schlüssel war auf die letzte Seite geschrieben, also hatte ich es nicht so schwer, nur die Handschrift...).

Ich habe jetzt noch 40 Seiten vor mir, die ich vielleicht noch schaffe. Wäre ja toll, dann hätte ich ein komplettes Buch geschafft heute! Ich haue mich aber jetzt noch mit dem Buch in die Koje.

Sonntag, 12. April 2015

SuB Love. Jane Austens Romane

Vivien stellt auf ihrem Blog l0ve life jede Woche ein Buch von ihrem SuB vor. Die Idee, vergessene und vielleicht eher unbekannte Titel aus dem SuB vorzustellen, finde ich ganz gut – gerade, weil mein SuB wirklich schon etwas unüberschaubar ist. Noch, natürlich ;)

Für diesen vierten Beitrag wähle ich kurzerhand meine neueste Errungenschaft: Alle sechs Romane von Jane Austen in der Hardcoveredition von Reclam.
Ich glaube, dazu muss ich nichts weiter sagen, jeder Roman ist ein Klassiker.
Wieso liegt dieses Buch diese Box auf deinem SuB? 
Ich fand Stolz und Vorurteil einfach herrlich, obwohl ich bereits mehrere Verfilmungen gesehen hatte. Auch alle anderen Geschichten kenne bereits aus unterschiedlichen Quellen, bin mir aber sicher, dass Jane mich nicht enttäuschen kann. Und die Box hat nur 15€ gekostet, wie soll ich da nein sagen?

Wie lange liegt dieses Buch diese Box auf deinem SuB?
Seit gestern :)

Welches Buch steht ganz oben auf deiner Wunschliste, wenn du dir jetzt eines kaufen könntest?
Schwierig. Ich schwanke zwischen Little Women in der wunderschönen Penguin-Ausgabe und Die drei Musketiere von Alexandre Dumas. Auch Daniel Kehlmanns Kommt, Geister reizt mich.

Diesen Monat kommen auch noch zwei neue Bücher heraus, auf die ich gespannt warte: Das Schloss in den Wolken von Lucy Maud Montgomery und Der Bang-Bang Club.
Little Women Die drei Musketiere Kommt, Geister Das Schloss in den Wolken Der Bang-Bang Club: Schnappschüsse von einem versteckten Krieg

Sonntag, 5. April 2015

Konsumfasten 2015. Das Fazit

Konsumfasten 2015
Hallo meine Lieben und frohe Ostern allerseits!

Ich schreibe heute, weil das dritte Konsumfasten von BuchSaiten und Pimis Bücher zu Ende ist. Nach fast sieben Wochen darf ich wieder Süßes essen, Bücher kaufen und wie blöde im Internet surfen. Falls ich das möchte.

Nicht alle meine Vorgaben für die Fastenzeit habe ich gleichermaßen gut einhalten können. Zwei Geburtstage sind in die Fastenzeit gefallen, und da auf Kuchen zu verzichten wäre einfach unhöflich gewesen (und, ja, auch unmöglich). Trotzdem erachte ich meinen fast durchgängigen Verzicht auf Süßes als größte Errungenschaft dieser Fastenzeit:
  • Auf Süßes verzichten: Die Fastenzeit war in Sachen Süßigkeiten ein echter Egopusher für mich, habe ich doch zum ersten Mal in meinem Leben bewusst auf Süßes verzichtet und bin auch in schwierigen Situationen standhaft geblieben. Ich weiß jetzt, dass ich das kann und dass es genauso befriedigend sein kann, nein zu sagen, wie in einen Riegel Schokolade zu beißen. Wirklich! Da werde ich wohl in Zukunft auch so besser verzichten können.
  • Internetzeit begrenzen: Fail. Kurz gesagt. Nur in den letzten Tagen hatte ich weniger Netzzeit, weil mein PC passenderweise den Geist aufgegeben hat. Ich habe an drei Abenden bewusst Lesezeit eingebaut, aber durch die Magisterarbeit komme ich vom Computer kaum weg und wenn ich da eine Pause brauche, lande ich meist im Web. Aber: Ich habe mir auch angewöhnt, bei schönem Wetter wenigstens eine kleine Runde spazieren zu gehen. Das verbuche ich mal als Erfolg.
  • Medienkonsum: Ich bin doch ab und zu schwach geworden und hatte dieses Ziel gar nicht so präsent, weshalb ich manchmal erst im Nachhinein gemerkt habe, dass eine Vormerkung bei der Onleihe eigentlich gegen meine Regeln ist. Aber alles in allem bin ich auch nicht exzessiv Shoppen gegangen oder so und habe auch Bücher aussortiert.
  • Ausmisten: Joa. Wie befürchtet hat mir hierfür einfach die Zeit gefehlt. Über ein paar Bücher, T-Shirts und CDs hinaus bin ich mit dem Ausmisten nicht gekommen. Aber immerhin ein Anfang.
Wie ich schon im Ankündigungspost sagte: "Ich weiß, dass es riskant ist, sich während einer stressigen Lebensphase auch noch zusätzliche Disziplin abzuverlangen und ich erwarte auch nicht, das Konsumfasten vorbildlich zu überstehen." 
Genauso ist es gekommen. Aber das macht nichts. Ich bin froh, dabei gewesen zu sein und wieder mehr auf meinen Körper zu hören, der mir sagt, dass er die Sonne spüren will, nicht mehr am Schreibtisch sitzen will oder keinen Kaffee mehr sehen kann. Ganz nebenbei habe ich auch ein kleines Tagebuch begonnen, wo ich reinschreibe, wenn ich mich mies fühle, und wo ich mir überlege, wie ich mein Leben besser hinkriege. Das habe ich auch noch nie gemacht, habe aber das Gefühl, dass ich dadurch schon ein bisschen aufmerksamer auf mein Verhalten geworden bin.

Man kann also sagen, meine Ziele für die Fastenzeit sind am Ende vom Konsumfasten ein wenig abgewandert in ganz andere Gefilde, die ja auch irgendwie wieder nah am ursprünglichen Sinn der Fastenzeit liegen: Mit sich selbst ins Reine kommen, inneres Gleichgewicht finden. Neben dem bewussten Verzicht.

Danke an Katrin und Pimi für die Organisation. Jederzeit wieder!

Alle Posts zum Konsumfasten 2015: Ankündigung, nach einer Woche und Halbzeit.

Samstag, 4. April 2015

Rebecca. Buch und Film

RebeccaDie namenlose Protagonistin in Rebecca heiratet den wohlhabenden Witwer Maxim de Winter, nachdem sich die beiden in Monte Carlo im Urlaub kennen gelernt haben. Als sie auf sein Anwesen Manderley heimkehren, wird schnell klar, dass einiges von der noch sehr jungen und unselbständigen Frau erwartet wird: Überall vergleicht man sie mit der ersten Mrs. de Winter, Rebecca. Ihre Spuren finden sich noch überall in Manderley; sie scheint unerreichbar an Schönheit, Witz und Glamour.

Das war mein Wissensstand, als ich den Roman begann, und mehr sollte man auch gar nicht wissen. Und ich kannte natürlich den berühmten ersten Satz: "Last night I dreamt I went to Manderley again." Die Geschichte wird aus der Rückschau erzählt und ich hatte zugegeben etwas Schwierigkeiten, in diesen ersten Seiten, in denen Manderley wie ein düsteres Traumgebilde beschrieben wird, in die Geschichte zu kommen.

Aber nach vier oder fünf Seiten beginnt die Geschichte von vorne, in Monte Carlo, und ich war sofort hin und weg von den Charakteren. Ein unglaublich cleverer und psychologisch tiefgehender Roman entfaltet sich. Lange hatte ich keine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte überhaupt entwickeln würde. Denn eines ist klar: Manderley ist ein geheimnisumwobener Ort.

Ich sehe, dass einige das Buch als Romanze anpreisen. Dem stimme ich nicht zu. Das ist nicht der Fokus der Geschichte. Der liegt bei dem jungen Mädchen, das plötzlich in ein anderes Leben geworfen wird und eigentlich nur versucht, eine gute Ehefrau zu sein, aber nicht so recht weiß, wo anfangen. Durch die Retrospektive der Erzählung entsteht eine düstere Atmosphäre, man weiß, etwas wird passieren, hat aber nicht den leisesten Schimmer, was.

Vom Buch war ich ganz begeistert und bin froh, es während eines Lesemarathons gelesen zu haben. Weggesaugt hätte ich es auch so. Ich weiß jetzt schon, dass ich Rebecca irgendwann noch mal lesen werde. Und definitiv auch mehr von Daphne du Mauriers Werk lesen will!


Rebecca 1940 film poster.jpg
Rebecca Filmplakat *
Der Film: Rebecca (1940)
Wenn bei der Regie Alfred Hitchcock zu lesen ist, erwartet man einen Film voller düsterer Spannung, Verdächtiger, falscher Fährten und einem kurzen Auftritt des Meisters selbst.

Rebecca ist die erste Hollywood-Produktion Hitchcocks, aber absichtlich in Schwarz-weiß gedreht, der finsteren Atmosphäre halber.

Bei allen Tonfilmen Hitchcocks, die ich bis jetzt gesehen habe (ca. 16), stelle ich immer wieder erstaunt fest, wie modern sie aussehen. Langeweile kommt da eigentlich nie auf, Hitchcock hat aus der Technik rausgeholt, was möglich war.

Der Story bleibt der Film größtenteils treu, doch die wenigen geänderten Details (die teils eindeutig Selbstzensur darstellen, gemäß der Überlegung, was auf einer Filmleinwand unschicklich ist) haben mir ein wenig den Spaß am Film verdorben. Auch, dass Laurence Olivier als Starbesetzung deutlich mehr Auftritte bekommt als im Buch und dagegen die eigentliche Figur manhmal ein wenig in den Hintergrund gedrängt wird, hat mich gestört.

Insgesamt hatte ich deutlich den Eindruck, dass Hitchcock mit dem größten Teil der Geschichte nicht ganz wusste, was er damit anfangen soll; erst gegen Ende ist er wieder in seinem Milieu und dann kommt auch der ganze Film deutlich in Schwung. Vorher wurden noch zwischen den Szenenwechseln unbeholfen kurze Aufnahmen von Meereswellen eingeblendet (Manderley liegt am Meer), die ich eher seltsam fand, wenn ich sie auch, da ich die Geschichte kannte, verstand.

Fazit: Das Buch gewinnt haushoch! Ich sehe, was Hitchcock daran fasziniert hat und man kann nicht sagen, er hätte sich keine Mühe gegeben, aber eine so dichte Atmosphäre zu transportieren ist bei der Steilvorlage einfach zu viel gewesen. Dass der Film nichts taugt, wie Ariana mich zu warnen versuchte (ihre Rezension findet ihr hier), finde ich allerdings nicht. Gegen das Buch hat er aber eindeutig keine Chance.

(Den Cameoauftritt von Hitchcock habe ich übrigens verpasst, aber es gibt wohl einen sehr kurzen. Ich verrate ihn nicht; ist doch immer am lustigsten, wenn man das alleine herausfindet.)

*Licensed under Fair use via Wikipedia.