Dienstag, 31. März 2015

Shout-out 3/15

Shout-out für Blogger
Platz für Lob: Besondere Posts
Meine monatliche Linksammlung ist diesmal doch relativ kurz geworden. Es geht unter anderem um Medien, die Vernetzung von Blogs, ausgefallene Bücher und, in diesem Monat unvermeidlich, Patrick Rothfuss.

Dieser Shout-out ist mein persönliches Notabene, das weder repräsentativ noch objektiv sein soll. Es kann sich gerne jeder anschließen, der auch Danke sagen will (Logo kann verwendet werden).



Sonntag, 29. März 2015

Wählt die Büchertreff Leserlieblinge 2014!


Es ist wieder einmal so weit: Der Büchertreff ruft zu den alljährlichen Bookie Awards auf. Moment mal, Bookie Awards? Ja, die heißen zwar jetzt Leserlieblinge, aber sonst blieb alles beim Alten.

Bis zum 5. April könnt ihr bei Büchertreff noch eure Lieblingsbücher des letzten Jahres nominieren. Danach geht es in die Abstimmungsphase, die bis zum 19. April läuft.


Die Awards werden in acht Kategorien vergeben und man darf pro Kategorie ein Buch nominieren und später für eins abstimmen:
  1. Erzählungen (inkl. Kriegs-/Politromanen)
  2. Fantasy
  3. Historische Romane
  4. Jugendbücher
  5. Krimis/Thriller (inkl. Horror)
  6. Liebesromane
  7. Sachbücher (inkl. Biographien)
  8. Science Fiction

Ein Buch darf dann nominiert werden, wenn es 2014 auf Deutsch erschienen ist und im Büchertreff rezensiert wurde. Die Einladung zur Wahl, eine vollständige Anleitung und alle Daten findet ihr im Treff selbst.

Wenn ihr die Wahl mitverfolgen wollt, könnt ihr das hier tun. Da sieht man, welche Titel bereits nominiert wurden. Und ab dem 6. habt ihr dann die Qual der Wahl, wenn ihr auf der Seite eure Stimme abgeben könnt.

Sonntag, 22. März 2015

SuB Love. Die Spur der Katzen

Vivien stellt auf ihrem Blog l0ve life jede Woche ein Buch von ihrem SuB vor. Die Idee, vergessene und vielleicht eher unbekannte Titel aus dem SuB vorzustellen, finde ich ganz gut – gerade, weil mein SuB wirklich schon etwas unüberschaubar ist. Noch, natürlich ;)

Als drittes Buch habe ich Die Spur der Katzen von Peter R. Wieninger gewählt.
Die Spur der Katzen, das ist die Geschichte des "Book of Kells", eines berühmten, heute im Trinity College Dublin aufbewahrten Evangeliars. Der Roman setzt im 9. Jahrhundert n. Chr. ein, als das Buch, bedroht durch äxteschwingende Wikinger, von der schottischen Insel lona ins irische Kloster Kells gebracht wird. In Bildern voll praller historischer Farbigkeit zeichnet Peter R. Wieninger den verschlungenen Weg des Manuskriptes nach – und das Geheimnis, das in ihm ruht. Parallel zu diesem Erzählstrang gerät der Leser ins Wien der Gegenwart: Emil Steinwändtner, einem unbescholtenen Beamten, fällt bei einem Autounfall ein Schließfachschlüssel in die Hände...
Wieso liegt dieses Buch auf deinem SuB? 
Noch so eins vom Nachbarn. Es kam zufällig kurz nachdem ich The Secret of Kells gesehen hatte, der direkt zu meinem liebsten Trickfilm wurde


Endlich auch mit deutscher Tonspur. Yay! Ich kannte bisher nur das Original.

Weil es in dem Buch auch um das Book of Kells geht und auch noch um Katzen (was für ein Zufall), habe ich es mal behalten.

Wie lange liegt dieses Buch auf deinem SuB?
Eeewig. Seit ich das erste Mal The Secret of Kells gesehen habe. Ich schätze mal auf Anfang 2010.
Das Buch ist meine Glücksfee im April für Anti-Age dem SuB (also mein zufällig ausgewähltes SuB-Buch), also werde ich es sehr bald lesen!

Liest du alle "Reihen" in der richtigen Reihenfolge, auch, wenn das gar nicht unbedingt wichtig ist?
Ich lese keine langen Reihen. Daher ist die Frage an mich ziemlich verschwendet :) Die Terry Pratchett Bücher habe ich allerdings wild durcheinander gelesen. Aber da gehen in Bezug auf die beste Reihenfolge auch die Meinungen auseinander.

Freitag, 20. März 2015

Malala Yousafzai mit Christina Lamb: Ich bin Malala

Ich bin MalalaAm 9. Oktober 2012 wird die junge Pakistanerin Malala Yousafzai auf ihrem Schulweg überfallen und niedergeschossen. Die Fünfzehnjährige hatte sich den Taliban widersetzt, die Mädchen verbieten, zur Schule zu gehen. Wie durch ein Wunder kommt Malala mit dem Leben davon. Als im Herbst 2013 ihr Buch "Ich bin Malala" erscheint, ist die Resonanz enorm: Weltweit wird über ihr Schicksal berichtet. Im Juli 2013 hält sie eine beeindruckende Rede vor den Vereinten Nationen. Barack Obama empfängt sie im Weißen Haus, und im Dezember erhält sie den Sacharow-Preis für geistige Freiheit, verliehen vom Europäischen Parlament. Malala Yousafzai lebt heute mit ihrer Familie in England, wo sie wieder zur Schule geht. (Verlag)
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Obwohl ich fasziniert und interessiert Malalas Lebensgeschichte gelesen habe, wurde mir schon sehr bald klar, dass ich viel lieber ein Buch gelesen hätte, dass von Malala allein geschrieben ist. Manchmal war der Ton einfach seltsam, schwankte zwischen mädchenhaft und besserwisserisch – ich hätte einfach gerne Malala selbst gehört anstatt mich immer zu fragen, wie viel von Christina Lamb darin steckt.

Ansonsten fand ich diese Biographie spannend, informativ und mir wurde nie langweilig. Es gibt viel zur pakistanischen oder besonders der paschtunischen Kultur zu lesen.

Einige Leser könnten vielleicht mehr von diesem Text erwarten als hier zu bekommen war: Mehr Bewertung, mehr Hintergrundinformationen zu dem, was in Pakistan vorfiel und wie das alles international im Zusammenhang steht, aber wahrscheinlich ist das nicht die vorrangige Aufgabe einer Biographie, vor allem einer Autobiographie.

Es wird sicher mal gute Sachbücher geben, die die Verwicklung der Yousafzais mit Fokus auf Pakistan und internationale Politik untersucht, aber hier liegt das Augenmerk natürlich auf der Familie und die Ereignisse in der Politik kommen erst danach.

Das heißt nicht, dass man als Ottonormalzeitungsleser nicht hinterherkommt. Es ist eben nur nicht das Buch, das ich für einen Rundumschlag an Informationen empfehlen würde.

Jetzt hoffe ich, einmal einen Band von Malala allein in Händen halten zu können.

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Malala Yousafzai, Christina Lamb: Ich bin Malala. Knaur, 2014.
Buch auf Leseliste setzenISBN 9783426786895

Mittwoch, 18. März 2015

Was vom Tage übrig blieb (Film)

{zur Buchbesprechung}

Vor dieser Filmvorstellung habe ich mich ein wenig gedrückt. Schon vor drei Wochen habe ich mir Was vom Tage übrig blieb mit meinem wenig begeisterten Bär angesehen.
Der Film ist, wie man vom Roman her vermuten kann, von der stillen, langsamen Sorte.

Einige Dinge werden im Film mehr herausgekehrt als im Roman. Zum Beispiel ist im Film ganz klar, dass Stevens ehemalige Kollegin Miss Kenton (Emma Thompson) in ihre Anstellung in Darlington Hall zurück will. Denn sie und ihr Mann haben sich getrennt. Das war in der Vorlage nicht so. Vielmehr war es Stevens, der anhand einiger Formulierungen in Miss Kenton Brief annahm, es könne sein, dass sie ihren Job wieder haben wollte. Und Probleme mit ihrer Ehe gibt es auch keine, jedenfalls nicht so gravierende.

Aber die meisten dieser Veränderungen kann ich nachvollziehen: Die Geschichte lebt im Buch von Stevens Erzählerposition, seinem einseitigen Blick auf alles. Was Ishiguro auch meisterhaft kann ist, mit kleinen Wörtern und Bewegungen der Figuren Gefühle und sich anbahnende Entwicklungen nur anzudeuten. Das war mein Grund, diesen Roman irgendwie zu lieben.

Der Film wird dadurch wie gesagt langsam, obwohl man Stevens so viel mit seinem Master reden lässt, das es dem echten Stevens die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte.

Schade fand ich, wie die Vater-Sohn-Beziehung der beiden Stevens' verändert wurde. Da hatte ich den Eindruck, man muss schon sehr raten, um die beiden so zu verstehen, wie sie im Buch gezeichnet werden.

Aber weiter zu den sehenswerten Dingen: Einen Film, der auf einem britischen Adelssitz spielt und aus Perspektive der Bediensteten erzählt wird, finde ich immer sehenswert, weil alles so genial organisiert ist und der Pomp und Kitsch so schön mit den Hausangestellten kontrastiert. Daneben sind Emma Thompson und Anthony Hopkins auch immer ein Pluspunkt. Wer den Film wegen Hugh Grant sehen will, wird enttäuscht, da der eine recht kleine Rolle besetzt (und nicht halb so viel betreten und überrumpelt blinzelt, wie er in der Rolle gekonnt hätte).

Insgesamt fand ich den Film inzwischen doch etwas gealtert und bieder. In dieser Runde siegt Ishiguros Vorlage um Längen.

*     *     *     *     *

Was vom Tage übrig blieb (OT: The Remains of the Day)
UK, USA 1993
Regie: James Ivory
Musik: Richard Robbins
{IMDb}{Moviepilot}

Sonntag, 15. März 2015

SuB Love. Glue

Vivien stellt auf ihrem Blog l0ve life jede Woche ein Buch von ihrem SuB vor:
Hier ist es egal, ob das Buch schon 6 Monate oder nur 6 Tage auf dem SuB liegt, wichtig ist, dass man sich überlegt, ob man das Buch überhaupt noch lesen möchte, und wie es sein kann, dass es nach dem Kauf nicht direkt gelesen wurde.
Die Idee, vergessene und vielleicht eher unbekannte Titel aus dem SuB vorzustellen, finde ich ganz gut – gerade, weil mein SuB wirklich schon etwas unüberschaubar ist. Noch, natürlich ;)

Als zweites Buch habe ich Glue von Irvine Welsh gewählt.

Irvine Welsh: Glue

Klappentext
Glue is the story of four boys growing up in the Edinburgh schemes, and about the loyalties, the experiences and secrets that hold them together into their thirties.
As we follow their lives from the ’70s into the new century—from punk to techno, from speed to Es—we can see each of them trying to struggle out from under the weight of the conditioning of class and culture, peer pressure and their parents’ hopes that maybe their sons will do better than they did. What binds the four of them is the friendship formed by the scheme, their school, and their ambition to escape from both; their loyalty fused in street morality: back up your mates, don’t hit women and, most importantly, never grass—on anyone. 
Wieso liegt dieses Buch auf deinem SuB? 
Es ist eines der zig Bücher, die mir mein spendier- und sammelfreudiger Nachbar geschenkt hat.

Wie lange liegt dieses Buch auf deinem SuB?

Keine Ahnung, wie lange ich dieses Buch schon habe, aber als ich mir 2011 Trainspotting kaufte, war es bereits da. Trainspotting habe ich bereits gelesen und fand es wirklich gut. Soweit ich weiß sind die Hauptfiguren in Glue auch in Trainspotting vertreten, aber eher als Nebenfiguren; oder ich verwechsle das und Glue ist so eine Art Prequel. Wäre jedenfalls klüger gewesen, beides nacheinander zu lesen.

Ich weiß nicht genau warum, aber ich liebe dieses Buch. Es ist gebraucht und ich weiß nicht, woher es kommt; ich halte es gerne in der Hand, es hat genau die richtige Größe, der kaputte Buchrücken ist ... ich weiß nicht, das Buch fühlt sich so an, als wolle es gelesen werden. {Hier spricht die verrückte Bibliophile.}

Die Innenseiten des Covers sind knallepink und jemand hat hereingeschrieben, wann und wo das Buch gekauft wurde, und auf der letzten Seite stehen einige Vokabelübersetzungen ins Italienische.
Keine Ahnung, wann ich das lesen werde, aber das Buch gebe ich garantiert nicht her.

Hörst du Musik, während du liest?

Eher nicht. Im Bus schon, wenn es zu laut ist, oder wenn sonst die Alltagsgeräusche zu laut werden. Ich kann zwar mit Musik im Hintergrund lesen, aber das beeinflusst meinen Eindruck vom Buch zu sehr. Manchmal verbinde ich noch Jahre später ein bestimmtes Lied mit einer bestimmten Szene aus einem Buch, obwohl die beiden nicht unbedingt füreinander geschaffen sind.

Freitag, 13. März 2015

Leseabend in gemütlicher Runde

So, der Tag ist vorbei und der Leseabend kann starten. Da ich letzte Nacht ultra Bauchschmerzen hatte, habe ich nur wenig geschlafen, dafür aber bereits einiges von dem gelesen, was ich heute vorhatte. Naja, mal sehen, wie lange ich heute durchhalte.

Heute Abend will ich mal wieder richtig in meinen Büchern versinken, so richtig gemütlich ohne einen Gedanken an Arbeit, die Buchmesse, auf die ich nicht komme und sonstige Ärgernisse. Es wird Tee geben, Kerzen und eine Kuscheldecke. Wer sich angesprochen fühlt, darf auch gerne jetzt noch mitmachen!

Ich lese

Die letzten Seiten von Too Far sind noch zu lesen (auch davon habe ich letzte Nacht einiges verschlungen): Das Buch habe ich 2011 in Edinburgh in die Hand gedrückt bekommen und es klang sehr gut. Es geht um zwei Kinder, die immer mehr in einer Phantasiewelt in den Wäldern Alaskas versinken, um ihren häuslichen Problemen zu entgehen. Leider ist die Story doch sehr strange geworden und ging in eine etwas andere Richtung, als ich es gerne gehabt hätte. Falls einer noch einen Roman mit der Prämisse kennt, ich bin offen für Vorschläge.

Außerdem habe ich noch immer meine wundervolle Ausgabe von Der Sternwanderer vor mir. Am Anfang wollte ich langsam lesen, um die Bilder in Ruhe zu genießen und nicht durch die Geschichte zu hetzen, wie ich es manchmal tue. Aber jetzt habe ich Lust, einen großen Teil am Stück zu lesen. Die Illustrationen sollen natürlich trotzdem nicht zu kurz kommen.

Als dritte Option bleibt mir noch Mary Poppins, she wrote, die Biographie P. L. Travers'. Die liest man auch am besten in verdaulichen Happen, aber ich will es auch nicht zu weit strecken, sonst vergesse ich noch die Hälfte, bevor ich am Ende anlange.

So, jetzt bleibt mir nur noch, den Tee zu machen.Was werdet ihr so lesen? Gibt es Snacks oder ähnliches? Was macht einen gemütlichen Leseabend für euch perfekt? (Für mich wäre das was Süßes, aber ich faste ja...)

21 Uhr
Too Far liegt inzwischen weit hinter mir (es waren nur noch 30 Seiten oder so), denn ich bin in Der Sternwanderer versunken. Den Tee habe ich bereits weggesaugt (oder ist der verdunstet? das ging so schnell). Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie toll dieses Buch ist – die Illustrationen sind einfach wundervoll. Wenn nur die Schrift nicht so winzig wäre. Ich bin nun im neunten Kapitel, in dem Tristran und der Stern bei den Luftpiraten anheuern.

23.50 Uhr 
Und Der Sternwanderer ist durch! Hach, ich finde es ganz wunderbar, wie alle Details der Geschichte hier miteinander verwoben sind. Das Buch wurde Brian Froud, seiner Frau Wendy und Alan Lee gewidmet. Brian Froud und Alan Lee haben in den Siebzigern ein Compendium über Feen und Sagengestalten herausgebracht, das ich mit Fünfzehn geschenkt bekam und auch so liebe! Die beiden werden jetzt nebeneinander im Regal stehen. Vess' Illustrationen sind auch deutlich von beiden beeinflusst.
Was nun? Ich bin schon körperlich müde, bin aber ganz quirlig und bereit für mehr Lesen. Für Mary Poppins, she wrote reicht es allerdings nicht mehr. Ich werde wohl zu A Bride's Story, einem Manga von Mori Kaoru greifen.

00.45 Uhr
Okay, ein Kapitel später fallen mir doch die Augen zu... Ich hau mich hin. Hoffentlich habt ihr noch was Schönes gelesen. Ich bin mit meinem Ergebnis jedenfalls sehr zufrieden: Zwei beendete Bücher (ein drittes habe ich bereits heute Mittag ausgelesen) und ein bisschen Manga!

Donnerstag, 12. März 2015

Einladung zu einem spontanen Leseabend

Leseabend für Daheimgebliebene
Der Messeblues hat mich jetzt doch erwischt. Ich wäre sooo gerne nach Leipzig gefahren, vor allem, weil Patrick Rothfuss da sein wird, aber die Arbeit...

Momentan gibt es ja auch den Lesemarathon von Henrik und Fraencis und die Leseparty bei Die Liebe zu den Büchern und primeballerina für alle, die es nicht zur Leipziger Buchmesse schaffen. Ich habe allerdings leider keine Zeit für so viel lesen und bloggen und regen Austausch, möchte aber trotzdem ein bisschen was in der Richtung machen. Nicht zuletzt, weil ich gerade wieder zu viele Bücher gleichzeitig lese (wie passiert das nur immer?).

Darum habe ich mich spontan zu einem kleinen Leseabend morgen Abend entschlossen und lade alle Daheimgebliebenen dazu ein.
Es soll einfach ein gemütlicher Abend werden, an dem ich richtig ausspannen möchte. Vielleicht hat ja jemand Lust mitzumachen, ich würde mich jedenfalls freuen. Der Leseabend beginnt für mich um frühestens 18 Uhr, wer früher anfangen möchte, kann das natürlich gerne tun. Das Ende ist auch ganz offen, ich lese, bis ich erschöpft in mein Bett sinke, aber auch das steht jedem offen.

Meldet euch einfach in den Kommentaren und dann sehen wir, was sich ergibt! Lasst euch vom Messeblues nicht unterkriegen ;)

Konsumfasten 2015. Halbzeit ohne Verluste

Konsumfasten 2015 Halbzeit
Ich hätte nie gedacht, dass das mit  Fasten so fix geht. Ich hatte quälenden Heißhunger auf Süßes erwartet, Müdigkeit am Morgen und ein ständiges, pochendes Verlangen nach Berieselung.
Stattdessen habe ich wieder angefangen, Sport zu machen. Oh ja. Meine Yogamatte hat mich sehr vermisst – und ich sie auch. Im Moment bin ich durch das ganze Sitzen am Schreibtisch zwar noch recht steif, aber gerade deshalb war es höchste Zeit für mehr Bewegung.

Mit dem Essen habe ich auch weiterhin gut durchgehalten, aber eine ungesunde Abhängigkeit von Kaugummi entwickelt. Nachdem die letzte Packung leer war, habe ich mir darum einen Kaugummikaufbann  auferlegt.

Der grüne Tee ist mir inzwischen lieb und teuer geworden. Es ist seltsam: Früher war ich eher so der "nur im Notfall grüner Tee"-Typ und stand auf Darjeeling. Den mag ich zwar immer noch, aber wenn ich zum Frühstück keinen grünen Tee bekomme, fehlt mir was. Es stimmt also doch (wenigstens für einfache Dinge): Neue Angewohnheiten kann man sich in drei Wochen aneignen.

In der vorletzten Woche bin ich aber leider auch total im Netz versumpft, und das hatte zwei Gründe:

Mein Bär war die ganze Woche krank zu Hause. So gerne ich auch für ihn da bin und koche und alles alleine mache, solange es ihm dreckig geht, ist das doch eine ganz schöne Belastung. Und Berieselung ist da meine Zuflucht gewesen, denke ich. Jedenfalls war es damit wieder vorbei, als es ihm besser ging.

Der zweite Grund: Unser brandneuer Netflix-Account.
Ich war's nicht. Ich hatte nur geringfügig rein gar nichts damit zu tun.
Aber wer kann mir schon verübeln, dass ich unbedingt einen Blick auf den neuen Doctor Who werfen musste, als ich endlich (!) die Gelegenheit hatte? Ich sag euch, das ist eine vernetflixte Angelegenheit ;) (Ja, ich steh halt auf schlechte Wortspiele)

Insofern habe ich mir mein Grab gewissermaßen selbst geschaufelt, denn als ich erst mal angefangen hatte... Aber ihr kennt das sicher. Das Ende der Staffel hat mich gerettet und jetzt habe ich alles gerade so unter Kontrolle und habe einen neuen Schreibrekord aufgestellt (4 Seiten am Tag, yay!).

Zum großen Ausmisten ist es immer noch nicht gekommen und ich verliere langsam den Glauben daran. Aber ich habe immer mal wieder ein, zwei Sachen aussortiert: Ein altes T-Shirt hier, ein Dekoartikel da, einige Bücher stehen schon wieder auf der Abschussrampe... Manchmal fällt mein Blick auf etwas und ich weiß plötzlich: Das will ich nicht mehr haben. Einen Riesenstapel CDs habe ich zum Abtransport zu meiner Oma (wo mein geheimes Schund- und Souvenirlager ist) bestimmt. Auch hier also Zufriedenheit.

Bei Büchern habe ich mir einen Schnitzer erlaubt (allerdings habe ich in dem Moment gar nicht bedacht, dass ich ja eigentlich faste, der Fehltritt ist mir erst viel später bewusst geworden): Ich habe Der Drachenbeinthron ausgeliehen. Geschieht mir recht, dass ich statt zu arbeiten in Osten Ard versunken bin.

Allerdings bin ich so super stolz auf mich, dass ich seit über drei Wochen nichts Süßes mehr gegessen habe, dass mich das alles vollkommen kalt lässt. Dadurch habe ich mir bewiesen, dass ich doch das Durchhaltevermögen habe, Nein zu sagen. Es ist nämlich nicht schön, sich ständig daran scheitern zu sehen. Nicht gut fürs Ego, ne ne.

Ich futter jetzt zum Abschluss des Tages bei einer moderaten Menge an TV immer eine Schüssel Jogurt mit Beeren.

Sonst keine besonderen Vorkommnisse :D

Für die zweite Hälfte der Fastenzeit wünsche ich mir noch mal eine Portion Durchhaltevermögen sowohl für das Fasten selbst als auch für meine Magisterarbeit. Als zusätzliches Ziel will ich auch versuchen, mehr an die frische Luft zu kommen. Wenigstens an Sonnentagen mal eine kleine Runde drehen. Ich wünsche auch allen anderen Teilnehmern weiterhin viel Erfolg!

So, ihr Lieben, ich mache mich jetzt, wo meine Finger warm getippt sind, wieder an die Arbeit. Heute noch zwei Seiten *Daumen drück*

Sonntag, 8. März 2015

SuB Love. Schachnovelle

Vor kurzem habe ich Viviens Blog l0ve life gefunden und ihre Aktion SuB Love hat mir direkt gefallen: Jede Woche stellt sie ein Buch von ihrem SuB vor:
Hier ist es egal, ob das Buch schon 6 Monate oder nur 6 Tage auf dem SuB liegt, wichtig ist, dass man sich überlegt, ob man das Buch überhaupt noch lesen möchte, und wie es sein kann, dass es nach dem Kauf nicht direkt gelesen wurde.
Die Idee, ältere und vielleicht eher unbekannte Titel aus dem SuB vorzustellen, finde ich ganz gut – gerade, weil mein SuB wirklich schon etwas unüberschaubar ist. Noch, natürlich ;)

Als erstes Buch habe ich die Schachnovelle von Stefan Zweig gewählt.

SchachnovelleKlappentext
Für den kultivierten Großmeister Dr. B. ist das Schachspiel mehr als eine geistige Beschäftigung: Es wurde ihm einst zum Überlebensmittel, denn in der zermürbenden Einsamkeit seiner Gestapohaft hatte er aus dem strengen Regelwerk des Schachs seine Widerstandskraft gezogen. Nun trifft er auf den Weltmeister Czentovic, einen stumpfen Charakter, der mit mechanischer Präzision vorgeht. Zwei Spielhaltungen prallen aufeinander und mit ihnen zwei Lebenswelten. Die 'Schachnovelle' ist das eindrucksvolle Vermächtnis des schließlich selbst am Leben verzweifelten Stefan Zweig. {Klappentext der Anaconda-Ausgabe, bei meiner gibt es nichts Verwertbares}

Wieso liegt dieses Buch auf deinem SuB?
Zweig fasziniert mich einfach als Mensch. Nicht, dass ich viel von ihm gelesen hätte, nur die erste Ausgabe der Sternstunden der Menschheit. Aber Schachnovelle klingt nach einem Text, der mir, obwohl ich Schach nicht spiele, gefallen würde: Hohes Interpretationspotenzial und Metaphorik und eine komplexe Hauptfigur. Tatsächlich erinnert mich das gerade an Die Vermessung der Welt, was ja bekanntlich eines meiner Lieblingsbücher ist.

Wie lange liegt dieses Buch auf deinem SuB?
Dieses tatsächlich noch nicht so lange; es ist das neueste in meiner Zweig-Sammlung. Am 8. Oktober 2014 habe ich das Buch aus einem Tauschregal mitgenommen.

Fazit: Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass ich dieses Buch sehr bald lesen sollte. Es darf bleiben ;)

Freitag, 6. März 2015

Buchperle. ABC der Mode

Mein Nachbar hat wieder einen Stoß Bücher bei uns abgegeben und es war ein echtes Schätzchen dabei: Das "ABC der Mode" von 1956.
Aus dem Begleitwort:
Bei dem großen Einfallsreichtum der gnädigen Frau Mode ist es kaum möglich, ihre vielen hundert alten und neuen Bezeichnungen im Kopf zu haben.
Für den Modeschaffenden dürfte daher dieses kleine ABC der Mode zu einem wichtigen Nachschlagewerk werden, das über die Kleiderformen einzelner Stilperioden, die Herkunft moderner Kleidungsstücke genau so gut Auskunft gibt, wie über eine Schneiderzutat, eine Schnittart und vieles andeere mehr.
Darüber hinaus ist alles – angefangen von den klassischen Zeitepochen über die jüngere Vergangenheit bis zur Gegenwart – in so charmanter Weise präsentiert, daß das Büchlein gleichzeitig zu einer interessanten Lektüre wird.
Und es ist wirklich ein liebevoll illustriertes, wenn auch nicht hochwertig hergestelltes Nachschlagewerk (Kladde).


Einige Einträge befassen sich mit Kleidungsdetails wie dem Jabot oder der Paspel, andere beschreiben ganze Kleidungsstücke. Und das in diesem flotten und doch etwas biederen Ton der Fünfziger, den ich persönlich ganz wunderbar finde.


Am Ende des Heftes finden sich passende Werbeanzeigen (im selben Zeichenstil wie die Illustrationen!), die ich auch herzallerliebst finde. Alle Bilder könnt ihr durch Anklicken in voller Pracht ansehen. Ich finde das kleine Buch (ungefähr A6) unwiderstehlich und habe es sofort in meine Kuriositätensammlung aufgenommen!

Mittwoch, 4. März 2015

Leonard Mlodinow: Euclid's Window

Untertitel: The Story of Geometry from Parallel Lines to Hyperspace
Und genau das ist es: Von den Anfängen – Pythagoras und die ägyptischen Pyramiden – bis zu den letzten Stringtheorien und der großen Ungewissheit, wie viele Dimensionen es denn eigentlich gibt.

Leonard Mlodinow: Euclid's Window. The Story of Geometry from Parallel Lines to Hyperspace
Kleine Spielerei mit unserem Pink Floyd Poster
Dieses Buch habe ich auf einen Hinweis von Daniel Kehlmann hin für meine Abschlussarbeit gekauft. Kehlmann sagte, das Buch sei nie übersetzt worden, darum habe ich es auf Englisch gekauft. Später stellte ich fest, dass sich auch Starautoren irren können (ergo, dass sie doch Menschen sind): Es gibt eine deutsche Übersetzung unter dem Titel Das Fenster zum Universum. Aber mehr dazu später. Noch eine kleine Info über mich: Ich hasse Mathe. Oder wenigstens war ich nie besonders gut darin, mit Zahlen gespielt und geometrische Figuren gezeichnet habe ich aber zugegeben immer ganz gerne.
Ich kann nicht behaupten, alles in diesem Buch verstanden zu haben. Gerade die letzten 100 Seiten über Relativitäts- und Stringtheorie wurden zusehends unverständlich, teils auch, weil die Forschung auf letzterem Gebiet in vollem Gang ist und die Experten selbst noch nicht wissen, was Sache ist.

Aber allein die ersten 150 Seiten waren für mich ein ganz neuer Blick auf ein Feld, das mich nie interessiert hat. Mlodinow schreibt äußerst unterhaltsam mit vielen verständlichen Vergleichen und liefert Einblicke in kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen und wie sie mitverantwortlich für mathematische Entdeckungen oder einen Stillstand in der Forschung sind. So hatte ich zum ersten Mal das Gefühl zu verstehen, welchen Eindruck die jeweiligen Revolutionen, wie Mlodinow es ausdrückt, zu ihrer Zeit hinterlassen haben müssen beziehungsweise was sie bedeuteten.

Warum erzählt einem so was niemand in der Schule? Ich hatte keine Ahnung von den Parallel zwischen den Geschichten über Pythagoras und denen über Jesus Christus, war mir nur vage bewusst, dass Zeit in der frühen Neuzeit durchaus variabel war. Die Stärke von Euclid's Window liegt auch in den kleinen Details, die deutlich machen, wie die Menschen jeweils über die Welt nachgedacht haben. Die Ägypter hatten zum Beispiel schon viele Kenntnisse über Mathematik (wie sollten sie auch sonst diese Pyramiden bauen), aber keine mathematische Sprache, keine Formeln, um dieses Wissen einfach und vor allem abstrakt abzubilden. Die haben alles in Fließtext festgehalten – nicht sehr praktisch.

Das Buch ist aufgeteilt in Kapitel über Euklid, Descartes, Gauß, Einstein und Witten und erzählt so von den zunehmend komplexen Theorien über Raum und Zeit.

Euklid hat als Erster definiert, was eine Linie, ein Kreis, ein Rechteck ist und festgelegt, dass  Parallelen sich niemals berühren. Descartes hat das Kartesische Koordinatensystem erdacht. Gauß entdeckte, dass Euklid nicht ganz die Realität beschrieb, da der Raum, in dem wir leben, gekrümmt ist, und sich Parallelen darum doch irgendwann schneiden – übrigens nachzulesen in Die Vermessung der Welt ;) Einstein konnte Raum und Zeit in Relation setzen und dann kamen die Stringtheorien, die alle Kräfte unter einen Hut zu bringen versuchen (was auch schon Einsteins Wunsch war und das letzte, an dem er vor seinem Tod arbeitete).
Wenigstens bis Gauß ist uns das alles halbwegs vertraut und wir nehmen es als selbstverständlich, aber welchen Rieseneindruck diese Entdeckungen zu ihrer Zeit bedeutet haben, wurde mir erst durch Euclid's Window klar.

Leonard Mlodinow: Das Fenster zum Universum. Eine kleine Geschichte der GeometrieIch war trotz der kleinen Mängel im letzten Teil begeistert und werde das Buch bestimmt noch mal lesen. Vielleicht gibt es ja irgendwann ein überarbeitete Ausgabe, in der eine endgültige Stringtheorie zu finden ist?

Jetzt noch mal zur deutschen Übersetzung Das Fenster zum Universum, die ich dann auch noch angeschafft habe. Tja. Da wurde sehr frei übersetzt. Es wurde umgestellt, gestrichen und hinzu erfunden. Und weniger pointiert ist es auch noch. Ich würde euch wirklich gerne dieses Buch ans Herz legen, aber bei der Übersetzung geht der Esprit Mlodinows leider total unter. Also empfehle ich jedem, der flüssig Englisch versteht, das Original.

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Buch auf Leseliste setzenMlodinow, Leonard (2002): Euclid's Window. The Story of Geometry from Parallel Lines to Hyperspace. London: Allen Lane.
ISBN 9780713996340