Dienstag, 5. Mai 2015

Umzug voraus! Der Salon schließt seine Türen

Das kommt vielleicht unvermutet, da ich mich nie öffentlich über Blogger oder Wordpress geäußert habe, aber ich plane bereits seit langer Zeit, "mal" "irgendwann" eine eigene Domain zu besorgen und auf Wordpress umzusteigen. Ich bin eigentlich immer ein WP-Mädel gewesen. Blogger war, als ich hier anfing, die einfache schnelle Lösung.

Ich denke, die Unterschiede der beiden Plattformen sind schon oft genug gegeneinander aufgewogen worden, darum nur so viel: Jetzt benutze ich Wordpress und ich hoffe, auch weiterhin eure Gastgeberin sein zu dürfen.

Ihr erreicht mich ab sofort unter

Und hier ist der dazugehörige RSS-Feed, falls Bedarf besteht.

Im Wesentlichen sieht nur alles anders aus, ich will immer noch über Bücher bloggen. Und vielleicht dann doch mal mehr Film. Aber vor allem kehrt die Naturkunde zurück, die mir sehr fehlt. Und wer weiß, was dann noch so passiert.

Als ich den Salon begann, habe ich mich außerdem noch für den Nickname Cat entschieden. Es war ein passender Name, der mir Projektionsfläche und Schutzmauer zugleich war.
Inzwischen sehe ich mich aber lieber als mich selbst, auch online. Darum wundert euch nicht, wenn euch "drüben" jemand namens Sam begrüßt. Das bin dann bloß wieder ich ;)

Ich hoffe sehr, dass ihr mir in mein neues Zuhause folgt. Eure Rückmeldungen sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich will euch nicht mehr missen!

Was sich hier an Content gesammelt hat, lasse ich auch hier. Diese Site bleibt bestehen, als Archiv. Zumindest für's Erste.

Wenn sich für jemanden Probleme irgendwelcher Art ergeben sollten, hinterlasst mir einfach einen Kommentar hier (oder 'drüben').

Samstag, 2. Mai 2015

Anti-Age dem SuB 3. Ein Dreiviertelhurra!

Hallo, ihr Lieben!

9 Monate Anti-Age dem SuB liegen hinter mir und ich muss ganz ehrlich sagen, so langsam freue ich mich auch auf das Ende.
Ich habe einige sehr tolle Bücher gekauft, die ich wegen dieser Challenge immer noch nicht gelesen habe... *Grmpf* Ich bin einfach zu brav :)

In neun Monaten habe ich 69 Bücher vom SuB abgebaut: 33 habe ich gelesen, die restlichen 40 aussortiert.
Trotz Schreibtischarbeit und Konsumfasten haben in den letzten drei Monaten 12 neue Bücher ihren Weg in mein Regal gefunden (na gut, ich hatte ja auch Geburtstag), womit seit Beginn der Challenge 49 neue Bücher hinzugekommen sind.
Durch die Magisterarbeit habe ich im April zum ersten Mal eine Nullrunde einstecken müssen, aber auch, weil sowohl der Uropa als auch die Glücksfee mich einfach nicht mehr interessiert haben.  Durch meine Selbstbelohnung Ende des Monats habe ich nun sogar mehr Bücher auf dem SuB als Anfang des letzten Quartals. Uuuups.

Der aktuelle Stand

142 Bücher auf dem SuB, davon 71 Uropas (waren zu Beginn: 168 bzw. 132 Bücher). In den letzten drei Monaten konnte ich wirklich nicht viel reißen und hoffe, dass mit einem buchigen Monat Mai wieder gut zu machen! Ansonsten sehe ich natürlich mit Freude, das inzwischen nur noch die Hälfte meiner Bücher richtig lange auf dem SuB liegt. Das ist schön und macht mein Regal viel interessanter.

Auch weiterhin habe ich viel ausgemistet, aber auch einiges gelesen. Ich nähere mich der magischen Grenze, ab der ich mehr lese als aussortiere ;)
Insgesamt bin ich wählerischer mit Büchern geworden, weshalb es öfters vorkam, dass ich ein bereits begonnenes Buch abgebrochen und weggegeben habe. Ich will mich auf keinen Fall durch ein mittelmäßiges, olles Buch quälen.

Ich muss seit Beginn der Challenge auch ungewöhnlich viele Bücher gekauft haben, anders kann ich mir nicht erklären, dass mein SuB ingesamt nur so wenig kleiner geworden ist. Aber darüber habe ich nie Buch geführt, ist also eine bloße Vermutung...

Fürs Archiv: Die letzten drei Monate (den Zwischenstand von Januar findet ihr hier)
Februar '15
Glücksfee: Daphne du Maurier Rebecca
Plus Minus: +6–8
Uropa adé: A Tale of Two Cities
Bonus (5 Farben "sammeln"): Twelve Short Masterpieces (braun, türkis, gelb, rot, schwarz) ✔
Lose: 3+1+1+1=6
SuB-Stand: 141 (Alt-SuB: 78)

März '15
Glücksfee: Herman Melville Vortoppmann Billy Budd
Plus Minus: +3–4✔
Uropa adé: Too Far
Bonus (Blume(nteil) – Titel/Autor/Cover/Wort im Text): Too Far ✔ spielt im Wald, einige Blumen werden erwähnt
Lose: 3+1+1+1=6
SuB-Stand: 139 (Alt-SuB: 74)

April '15
Glücksfee: Peter Wieninger Die Spur der Katzen ✖ (aussortiert)
Plus Minus: +6–3 ✖
Uropa adé: Das Auge in der Pyramide ✖ (aussortiert)
Bonus (Geschenk): – {Glücksfee nicht geschafft}
Lose: 1+1+0+0
SuB-Stand: 142 (Alt-SuB: 71)

Donnerstag, 30. April 2015

Shout-out 4/15

Shout-out für Blogger
Platz für Lob: Besondere Posts
Meine monatliche Linksammlung ist im April nicht nur sehr kurz, auch mein kleines Gadget konnte ich nicht einsetzen. Nächstes Mal wieder mit, oder ist das so besser? Für mich ist readlist natürlich bequemer, aber wie das für Leser ist, weiß ich nicht.

Dieses Mal gibt es Rezensionen, Kolumnen, ein Hörspiel und gute Nachrichten für LGBTQAs, die in den USA leben.

Dieser Shout-out ist mein persönliches Notabene, das weder repräsentativ noch objektiv sein soll. Es kann sich gerne jeder anschließen, der auch Danke sagen will (Logo kann verwendet werden).


[Phelmas] Matthew Goodman : In 72 Tagen um die Welt. Wie sich zwei rasende Reporterinnen im 19. Jahrhundert ein einmaliges Wettrennen lieferten.
Phelmas stellt ein Sachbuch vor, das ich schon lange im Auge hatte.

[Who is Kafka?] Von der Liebe zum Lesen: Wie das Lesen uns zu besseren Menschen macht
Saskia hat eine neue Beitragsreihe begonnen.

[via GLAAD] White House Endorses Bans On Anti-LGBT Conversion Therapy
Der Selbstmord eines Transgender-Teenagers hat zu einer großen Debatte über sogenannte "Conversion Therapies" geführt, die jetzt endlich verboten werden sollen. (via)

[BBC] Good Omens Hörspiel
Noch bis zum 6. Mai kann man die sechsteilige Hörspielfassung von Ein gutes Omen (Neil Gaiman & Terry Pratchett) nachhören. Darin haben auch die Autoren selbst kleine Cameoauftritte.

[Huffington Post] Untranslatable Words
Eine wirklich tolle Sammlung einzigartiger Wörter aus den verschiedensten Sprachen.

Dienstag, 28. April 2015

Daniel Pennac: Wie ein Roman


Voller Witz, Charme und Intelligenz schreibt Daniel Pennac gegen Leseverdrossenheit und Bildungsdruck. Er plädiert für einen entspannten Umgang mit Büchern und die unantastbaren Rechte des Lesers. (Klappentext)
*     *     *     *     *

Dieses kleine Büchlein ist schwer in eine Kategorie zu packen: Irgendwo zwischen Essay und Memoiren; bei Goodreads war die Rede von einem  pädagogischen Essay. Wobei das sehr lahm klingt, was nicht zutrifft.

Pennac schreibt in luftiger Sprache über die Freuden des Lesens.
Das Buch besteht aus mehreren Teilen. Zuerst beschreibt Pennac die Entwicklungen seines Sohnes, der wie jeder erst mal Geschichten liebt, dann in der Schule zum Lesen verdammt wird und zwangläufig Lesen so als lästige Pflicht empfindet. Wie die Eltern des sich sträubenden Jungen wieder zu den Büchern gebracht haben, kann man hier nachlesen, aber auch, wie ein besonderer Lehrer eine Hauptschulklasse in begeisterte Bücherwürmer verwandelte.
Ohne es zu wissen, entdeckten wir eine der wesentlichen Funktionen des Erzählens [...], nämlich dem Kampf der Menschen Einhalt zu gebieten. Der Liebe wuchs dabei eine neue Haut. Es war gratis.
In beiden Fällen ist die Grundlage denkbar einfach: Lasst sie lesen, was ihnen gefällt, bietet ihnen Geschichten an, ohne sie zu den guten zwingen zu wollen und vor allem, ohne zur Analyse zu zwingen. Wer so frei Literatur entdeckt, kommt von alleine irgendwann dazu, das Gelesene zu überdenken, zu vernetzen und das Gute vom Schlechten zu trennen.

Alles natürlich ein bisschen sehr idealistisch, aber gleichzeitig auch viel Wahres. Und vor allem ist es eine Ode an das Lesen selbst. Das Büchlein endet mit den zehn Rechten des Lesern (zehn, laut Autor, da es so verlockend war, die Analogie zu den restriktiven zehn Geboten zu haben).

Bei all dem bleibt der Zeigefinger immer unten; Pennac schreibt humorvoll und als hätte er das alles gerade erst erlebt. Ob es sich wirklich um Erlebtes handelt, weiß ich nicht.
Sobald sich die Frage nach der Zeit zum Lesen stellt, heißt das, daß die Lust fehlt. Denn genau besehen hat nie jemand Zeit zu lesen.
Ich habe mit diesem Buch etwas getan, das ich sonst nie tue: Ich nahm einen Kuli und schrieb meinen Namen hinein, ich nahm einen gelben Marker und verewigte meine Lieblingssätze. Ich habe mir dieses Buch zu eigen gemacht und werde sicher noch oft hindurchblättern.

Montag, 27. April 2015

Das Leben hat mich wieder – und die Bücher auch

Hallo, ihr Lieben!
Ich habe heute meine Magisterarbeit eingereicht (jihaa!) und beginne ganz langsam wieder, das Leben zu genießen. Am Ende war es dann doch noch sehr stressig, ich hatte nicht mal mehr genug innere Ruhe für Bücher und ich bin froh, mal wieder an was anderes denken zu können.

Die wiedergewonnene Freiheit habe ich mit einem ausgiebigen Besuch in der Stadtbibliothek gefeiert. Und das ein oder andere Extra ist auch noch dazu gekommen...


Sorry für die Bilder in letzter Zeit; mein PC ist kaputt und ich kann nichts mehr bearbeiten oder auch nur beschneiden...

Die Beute

Heinrich Mann: Der Untertan (Hörbuch)
Habe ich auch als Buch, aber ich weiß, dass ich es womöglich nie über mich bringe, den Wälzer zu lesen. Den Film habe ich nur zur Hälfte gesehen, aber in guter Erinnerung.
Tad Williams: Die Nornenkönigin (Hörbuch)
Mit Teil zwei bin ich zwar noch nicht weit gekommen, das wird sich aber sicher bald ändern.
Alan Bradley: The Sweetness at the Bottom of the Pie (Flavia de Luce #1)
Da schleiche ich schon seit Jahren drumrum. Hab's jetzt einfach mal mitgenommen, man hört ja nur Gutes über die Reihe.
J. K. Rowling: Harry Potter à l'école des sorciers
Jawoll, en français. Ich fände es schade, dass all die Jahre harter Arbeit im Französischunterricht umsonst gewesen wären, daher will ich mein Wissen mit einem Buch, das ich praktisch auswendig kenne, auffrischen. Demnächst.
Wolf Haas: Auferstehung der Toten (Brenner #1)
Leihgabe von meinem Schwager in spé, lustigerweise zwei Tage, nachdem ich beschlossen hatte, die Brenner-Reihe mal anzulesen.
Haruki Murakami: Mister Aufziehvogel
Dieser Murakami fehlt mir noch und gilt bei vielen als sein bestes Werk.
Reiseführer Bodensee
Ein einwöchiger Radurlaub mit Freunden steht kurz bevor!
Lucy Maud Montgomery: Das Schloss in den Wolken
Ich hatte ja bereits erwähnt, dass ich mich auf dieses Buch mega gefreut habe. Heute im Buchladen stand es plötzlich vor mir im Regal.
Gavin Extence: Das unerhörte Leben des Alex Woods
Auch den hier habe ich spontan gekauft. Eigentlich wollte ich die Büchergilde-Ausgabe von Americanah, aber dann hat mich der Klappentext überzeugt. Der Einband der Büchergilde ist übrigens wunderschön!
Helene Wecker: Golem und Dschinn
Um dieses Buch schleiche ich in der Bibliothek seit Ewigkeiten mit schmachtendem Blick. Nie hatte ich Zeit oder dachte es wenigstens. Jetzt aber bestimmt!

Ich sag mal, Langeweile kommt auch in den nächsten Wochen nicht auf :D

Montag, 20. April 2015

Barry Jonsberg: Das Blubbern von Glück (Hörbuch)

Candice Phee lebt in Albright in Australien. Ihre Familie ist ein Trümmerhaufen: Der Vater ist in seinem Beruf unglücklich und mit dem eigenen Bruder auf Kriegsfuß, die Mutter leidet unter einer Depression und dann ist da auch noch Sky, Candice' tote kleine Schwester. Da das Leben weiter gehen muss, beschließt Candice, ihre Familie wieder glücklich zu machen, und lässt sich die aberwitzigsten Mittel dazu einfallen. Auf ihrem Weg begleiten die ihr reicher Onkel Brian, ein gottesfürchtiger Goldfisch und ihr neuer Klassenkamerad Douglas aus einer anderen Dimension.

*   *   *   *   *

Candice hat seit dem Tod ihrer Schwester die Lust am Reden verloren und ein einige Zwangsstörungen entwickelt. Trotzdem sieht sie die Welt irgendwie bunter als alle anderen. Als sie die Hausaufgabe bekommt, zu jedem Buchstaben des Alphabets einen Absatz über sich zu schreiben, will sie ausführlich über sich und ihre Mitmenschen berichten. Das Ergebnis ist Das Blubbern von Glück.

Candice ist vielleicht nur die Sonnenscheinversion einer echten Autistin, aber nichtsdestotrotz konnte ich nicht anders, als sie ins Herz zu schließen. Wo andere Fehler sehen, sieht sie Stärken, und sie ist allen Menschen freundlich gesinnt, wenn ihr auch längere Gespräche Probleme bereiten. Das war einfach nur sympathisch, und die kleinen Macken wie festgelegte Wortwahl (Brian ist nie nur Brian, sondern stets reicher Onkel Brian) haben mich bei dem Hörbuch nicht gestört.

Die schwierige Familiensituation der Phees wurde in vielen, teils aggressiven, teils traurigen Dialogen eingefangen, die ich sehr überzeugend fand. Da rastet auch mal ein Elternteil aus. Die meisten Autoren scheinen solchen Dialogen aus dem Weg zu gehen. Laura Maire bringt so viele Zwischentöne unter, dass man jede Figur deutlich vor sich sieht. Kein Wunder, dass die junge Sprecherin bereits zweimal den Deutschen Hörbuchpreis gewonnen hat (für Schattengrund und Nichts. Was im Leben wichtig ist).

Was mir öfters negativ aufgefallen ist, sind die deutlichen Kürzungen der Geschichte. Bei dem Vergleich mit dem Buch anhand der Leseprobe hatte ich den Eindruck, im Buch deutlich mehr von Candice' Charakter zu sehen zu bekommen. Sätze wurden zusammengestrichen, die mehr von Candice' Weltsicht zeigen, der ja immerhin die Geschichte trägt und auch so liebenswert macht. Wirklich schade, denn wie gesagt ist die Lesung ganz toll.

Der zweite Minuspunkt geht an das unbefriedigende Ende, und ich beschwere mich nicht leichtsinnig über ein Buchende. Auch nach zweimaligem Anhören habe ich immer noch den Eindruck, dass die Geschichte zu offen endet. Ich liebe offene Enden, aber hier werden die Dinge nicht richtig zu Ende geführt, über die ich nichts sagen kann, ohne zu spoilern. Darum habe ich sie versteckt, wer das Buch schon gelesen und keine Ahnung hat, was ich meine, der klicke hier:



Dass Douglas immer noch glaubt, aus einer anderen Dimension zu kommen, und seine Eltern den Ernst der Lage immer noch nicht begriffen haben, hat mich gestört. Auch, dass am Ende des Buches noch keine Besserung für Candice' Mum in Sicht ist, wogegen ihr Dad glücklich ist. Ja, klar, es besteht die Möglichkeit, dass die Reise in die USA stattfindet, aber es ist keine feste Sache. Ist vielleicht Haarspalterei, aber ich finde, gerade Mum Phee hätte mal ne Pause gebrauchen können. Und über Sky's Tod wurde auch nicht wirklich gesprochen, was doch soo wichtig gewesen wäre.

Insgesamt hat mir das Hörbuch Spaß gemacht, aber eine vollständige Lesung wäre bei Weitem besser gewesen. Leider kann ich auch nicht mit Sicherheit sagen, ob meine restlichen Eindrücke auch mit den Kürzungen erklärbar sind.

Dieses Hörbuch wurde mir von Random House zur Verfügung gestellt.
*   *   *   *   *
Buch auf Leseliste setzenBarry Jonsberg: Das Blubbern von Glück. Gelesen von Laura Maire
Gekürzte Lesung, Der Hörverlag, 2014.
ISBN 978–3–8445–1577–0

Samstag, 18. April 2015

Leseabend bei reading tidbits

Leseabend
Host: Tina@reading tidbits

Wie in der Sidebar angekündigt findet seit 19 Uhr Tinas Leseabend statt.
Ohne langes Geplänkel: Das habe ich vor –



Ludwig Bechsteins Märchen waren bei ihrem Erscheinen beliebter als die der Grimms; ich frage mich, warum sich das geändert hat. Ich weiß, dass ich als Kind ein ähnliches Märchenbuch hatte und hoffe, ein paar der Geschichten wiederzuerkennen. Viele der Titel klingen vertraut.

Und mal wieder ein Dolly-Band. Die machen einfach immer noch Spaß. Diesen hier habe ich in einem Tauschregal entdeckt. Es ist ein absolutes Unikat da die Vorbesitzerinnen das Buch auch als Notiz- und Tagebuch benutzt haben! Es dann auch noch in ein Tauschregal zu stellen, finde ich sehr gewagt, aber als Kuriositätenbegeisterte habe ich das Schätzchen gerne in meine Obhut genommen.

Update 21:45

Ich habe jetzt so ziemlich alles gemacht außer Lesen. Nur 40 Seiten Märchen habe ich geschafft, dafür aber ein Reziexemplar angefordert, zwei Rezis geschrieben und ein Buch aus meinem SuB verbannt (das zweite diesen Monat, das ich schon fast angefangen hatte, um dann zu merken, dass ich absolut kein Interesse mehr daran habe).

Die Märchen sind mir in Versatzstücken aus anderen Geschichten und Kulturen bekannt, aber Bechstein fügt immer wieder überraschend lustige Kommentare ein. Ziemlich gut.
Jetzt fange ich aber mal mit dem Dolly-Buch an.

Update 00:30

Huch, schon so spät! Wie die Zeit mit Dolly verfliegt...
Aber ich muss sagen, einige Zeit habe ich auch mit den Tagebucheinträgen der ersten Besitzerin verbracht. Es ist doch nur eine, die aber über viele Jahre in das Buch geschrieben hat und manchmal auch eine Freundin. Und fast alles verschlüsselt! Da konnte ich nicht widerstehen und habe alles zu entschlüsseln versucht (der Schlüssel war auf die letzte Seite geschrieben, also hatte ich es nicht so schwer, nur die Handschrift...).

Ich habe jetzt noch 40 Seiten vor mir, die ich vielleicht noch schaffe. Wäre ja toll, dann hätte ich ein komplettes Buch geschafft heute! Ich haue mich aber jetzt noch mit dem Buch in die Koje.

Sonntag, 12. April 2015

SuB Love. Jane Austens Romane

Vivien stellt auf ihrem Blog l0ve life jede Woche ein Buch von ihrem SuB vor. Die Idee, vergessene und vielleicht eher unbekannte Titel aus dem SuB vorzustellen, finde ich ganz gut – gerade, weil mein SuB wirklich schon etwas unüberschaubar ist. Noch, natürlich ;)

Für diesen vierten Beitrag wähle ich kurzerhand meine neueste Errungenschaft: Alle sechs Romane von Jane Austen in der Hardcoveredition von Reclam.
Ich glaube, dazu muss ich nichts weiter sagen, jeder Roman ist ein Klassiker.
Wieso liegt dieses Buch diese Box auf deinem SuB? 
Ich fand Stolz und Vorurteil einfach herrlich, obwohl ich bereits mehrere Verfilmungen gesehen hatte. Auch alle anderen Geschichten kenne bereits aus unterschiedlichen Quellen, bin mir aber sicher, dass Jane mich nicht enttäuschen kann. Und die Box hat nur 15€ gekostet, wie soll ich da nein sagen?

Wie lange liegt dieses Buch diese Box auf deinem SuB?
Seit gestern :)

Welches Buch steht ganz oben auf deiner Wunschliste, wenn du dir jetzt eines kaufen könntest?
Schwierig. Ich schwanke zwischen Little Women in der wunderschönen Penguin-Ausgabe und Die drei Musketiere von Alexandre Dumas. Auch Daniel Kehlmanns Kommt, Geister reizt mich.

Diesen Monat kommen auch noch zwei neue Bücher heraus, auf die ich gespannt warte: Das Schloss in den Wolken von Lucy Maud Montgomery und Der Bang-Bang Club.
Little Women Die drei Musketiere Kommt, Geister Das Schloss in den Wolken Der Bang-Bang Club: Schnappschüsse von einem versteckten Krieg

Sonntag, 5. April 2015

Konsumfasten 2015. Das Fazit

Konsumfasten 2015
Hallo meine Lieben und frohe Ostern allerseits!

Ich schreibe heute, weil das dritte Konsumfasten von BuchSaiten und Pimis Bücher zu Ende ist. Nach fast sieben Wochen darf ich wieder Süßes essen, Bücher kaufen und wie blöde im Internet surfen. Falls ich das möchte.

Nicht alle meine Vorgaben für die Fastenzeit habe ich gleichermaßen gut einhalten können. Zwei Geburtstage sind in die Fastenzeit gefallen, und da auf Kuchen zu verzichten wäre einfach unhöflich gewesen (und, ja, auch unmöglich). Trotzdem erachte ich meinen fast durchgängigen Verzicht auf Süßes als größte Errungenschaft dieser Fastenzeit:
  • Auf Süßes verzichten: Die Fastenzeit war in Sachen Süßigkeiten ein echter Egopusher für mich, habe ich doch zum ersten Mal in meinem Leben bewusst auf Süßes verzichtet und bin auch in schwierigen Situationen standhaft geblieben. Ich weiß jetzt, dass ich das kann und dass es genauso befriedigend sein kann, nein zu sagen, wie in einen Riegel Schokolade zu beißen. Wirklich! Da werde ich wohl in Zukunft auch so besser verzichten können.
  • Internetzeit begrenzen: Fail. Kurz gesagt. Nur in den letzten Tagen hatte ich weniger Netzzeit, weil mein PC passenderweise den Geist aufgegeben hat. Ich habe an drei Abenden bewusst Lesezeit eingebaut, aber durch die Magisterarbeit komme ich vom Computer kaum weg und wenn ich da eine Pause brauche, lande ich meist im Web. Aber: Ich habe mir auch angewöhnt, bei schönem Wetter wenigstens eine kleine Runde spazieren zu gehen. Das verbuche ich mal als Erfolg.
  • Medienkonsum: Ich bin doch ab und zu schwach geworden und hatte dieses Ziel gar nicht so präsent, weshalb ich manchmal erst im Nachhinein gemerkt habe, dass eine Vormerkung bei der Onleihe eigentlich gegen meine Regeln ist. Aber alles in allem bin ich auch nicht exzessiv Shoppen gegangen oder so und habe auch Bücher aussortiert.
  • Ausmisten: Joa. Wie befürchtet hat mir hierfür einfach die Zeit gefehlt. Über ein paar Bücher, T-Shirts und CDs hinaus bin ich mit dem Ausmisten nicht gekommen. Aber immerhin ein Anfang.
Wie ich schon im Ankündigungspost sagte: "Ich weiß, dass es riskant ist, sich während einer stressigen Lebensphase auch noch zusätzliche Disziplin abzuverlangen und ich erwarte auch nicht, das Konsumfasten vorbildlich zu überstehen." 
Genauso ist es gekommen. Aber das macht nichts. Ich bin froh, dabei gewesen zu sein und wieder mehr auf meinen Körper zu hören, der mir sagt, dass er die Sonne spüren will, nicht mehr am Schreibtisch sitzen will oder keinen Kaffee mehr sehen kann. Ganz nebenbei habe ich auch ein kleines Tagebuch begonnen, wo ich reinschreibe, wenn ich mich mies fühle, und wo ich mir überlege, wie ich mein Leben besser hinkriege. Das habe ich auch noch nie gemacht, habe aber das Gefühl, dass ich dadurch schon ein bisschen aufmerksamer auf mein Verhalten geworden bin.

Man kann also sagen, meine Ziele für die Fastenzeit sind am Ende vom Konsumfasten ein wenig abgewandert in ganz andere Gefilde, die ja auch irgendwie wieder nah am ursprünglichen Sinn der Fastenzeit liegen: Mit sich selbst ins Reine kommen, inneres Gleichgewicht finden. Neben dem bewussten Verzicht.

Danke an Katrin und Pimi für die Organisation. Jederzeit wieder!

Alle Posts zum Konsumfasten 2015: Ankündigung, nach einer Woche und Halbzeit.

Samstag, 4. April 2015

Rebecca. Buch und Film

RebeccaDie namenlose Protagonistin in Rebecca heiratet den wohlhabenden Witwer Maxim de Winter, nachdem sich die beiden in Monte Carlo im Urlaub kennen gelernt haben. Als sie auf sein Anwesen Manderley heimkehren, wird schnell klar, dass einiges von der noch sehr jungen und unselbständigen Frau erwartet wird: Überall vergleicht man sie mit der ersten Mrs. de Winter, Rebecca. Ihre Spuren finden sich noch überall in Manderley; sie scheint unerreichbar an Schönheit, Witz und Glamour.

Das war mein Wissensstand, als ich den Roman begann, und mehr sollte man auch gar nicht wissen. Und ich kannte natürlich den berühmten ersten Satz: "Last night I dreamt I went to Manderley again." Die Geschichte wird aus der Rückschau erzählt und ich hatte zugegeben etwas Schwierigkeiten, in diesen ersten Seiten, in denen Manderley wie ein düsteres Traumgebilde beschrieben wird, in die Geschichte zu kommen.

Aber nach vier oder fünf Seiten beginnt die Geschichte von vorne, in Monte Carlo, und ich war sofort hin und weg von den Charakteren. Ein unglaublich cleverer und psychologisch tiefgehender Roman entfaltet sich. Lange hatte ich keine Ahnung, in welche Richtung sich die Geschichte überhaupt entwickeln würde. Denn eines ist klar: Manderley ist ein geheimnisumwobener Ort.

Ich sehe, dass einige das Buch als Romanze anpreisen. Dem stimme ich nicht zu. Das ist nicht der Fokus der Geschichte. Der liegt bei dem jungen Mädchen, das plötzlich in ein anderes Leben geworfen wird und eigentlich nur versucht, eine gute Ehefrau zu sein, aber nicht so recht weiß, wo anfangen. Durch die Retrospektive der Erzählung entsteht eine düstere Atmosphäre, man weiß, etwas wird passieren, hat aber nicht den leisesten Schimmer, was.

Vom Buch war ich ganz begeistert und bin froh, es während eines Lesemarathons gelesen zu haben. Weggesaugt hätte ich es auch so. Ich weiß jetzt schon, dass ich Rebecca irgendwann noch mal lesen werde. Und definitiv auch mehr von Daphne du Mauriers Werk lesen will!


Rebecca 1940 film poster.jpg
Rebecca Filmplakat *
Der Film: Rebecca (1940)
Wenn bei der Regie Alfred Hitchcock zu lesen ist, erwartet man einen Film voller düsterer Spannung, Verdächtiger, falscher Fährten und einem kurzen Auftritt des Meisters selbst.

Rebecca ist die erste Hollywood-Produktion Hitchcocks, aber absichtlich in Schwarz-weiß gedreht, der finsteren Atmosphäre halber.

Bei allen Tonfilmen Hitchcocks, die ich bis jetzt gesehen habe (ca. 16), stelle ich immer wieder erstaunt fest, wie modern sie aussehen. Langeweile kommt da eigentlich nie auf, Hitchcock hat aus der Technik rausgeholt, was möglich war.

Der Story bleibt der Film größtenteils treu, doch die wenigen geänderten Details (die teils eindeutig Selbstzensur darstellen, gemäß der Überlegung, was auf einer Filmleinwand unschicklich ist) haben mir ein wenig den Spaß am Film verdorben. Auch, dass Laurence Olivier als Starbesetzung deutlich mehr Auftritte bekommt als im Buch und dagegen die eigentliche Figur manhmal ein wenig in den Hintergrund gedrängt wird, hat mich gestört.

Insgesamt hatte ich deutlich den Eindruck, dass Hitchcock mit dem größten Teil der Geschichte nicht ganz wusste, was er damit anfangen soll; erst gegen Ende ist er wieder in seinem Milieu und dann kommt auch der ganze Film deutlich in Schwung. Vorher wurden noch zwischen den Szenenwechseln unbeholfen kurze Aufnahmen von Meereswellen eingeblendet (Manderley liegt am Meer), die ich eher seltsam fand, wenn ich sie auch, da ich die Geschichte kannte, verstand.

Fazit: Das Buch gewinnt haushoch! Ich sehe, was Hitchcock daran fasziniert hat und man kann nicht sagen, er hätte sich keine Mühe gegeben, aber eine so dichte Atmosphäre zu transportieren ist bei der Steilvorlage einfach zu viel gewesen. Dass der Film nichts taugt, wie Ariana mich zu warnen versuchte (ihre Rezension findet ihr hier), finde ich allerdings nicht. Gegen das Buch hat er aber eindeutig keine Chance.

(Den Cameoauftritt von Hitchcock habe ich übrigens verpasst, aber es gibt wohl einen sehr kurzen. Ich verrate ihn nicht; ist doch immer am lustigsten, wenn man das alleine herausfindet.)

*Licensed under Fair use via Wikipedia.

Dienstag, 31. März 2015

Shout-out 3/15

Shout-out für Blogger
Platz für Lob: Besondere Posts
Meine monatliche Linksammlung ist diesmal doch relativ kurz geworden. Es geht unter anderem um Medien, die Vernetzung von Blogs, ausgefallene Bücher und, in diesem Monat unvermeidlich, Patrick Rothfuss.

Dieser Shout-out ist mein persönliches Notabene, das weder repräsentativ noch objektiv sein soll. Es kann sich gerne jeder anschließen, der auch Danke sagen will (Logo kann verwendet werden).



Sonntag, 29. März 2015

Wählt die Büchertreff Leserlieblinge 2014!


Es ist wieder einmal so weit: Der Büchertreff ruft zu den alljährlichen Bookie Awards auf. Moment mal, Bookie Awards? Ja, die heißen zwar jetzt Leserlieblinge, aber sonst blieb alles beim Alten.

Bis zum 5. April könnt ihr bei Büchertreff noch eure Lieblingsbücher des letzten Jahres nominieren. Danach geht es in die Abstimmungsphase, die bis zum 19. April läuft.


Die Awards werden in acht Kategorien vergeben und man darf pro Kategorie ein Buch nominieren und später für eins abstimmen:
  1. Erzählungen (inkl. Kriegs-/Politromanen)
  2. Fantasy
  3. Historische Romane
  4. Jugendbücher
  5. Krimis/Thriller (inkl. Horror)
  6. Liebesromane
  7. Sachbücher (inkl. Biographien)
  8. Science Fiction

Ein Buch darf dann nominiert werden, wenn es 2014 auf Deutsch erschienen ist und im Büchertreff rezensiert wurde. Die Einladung zur Wahl, eine vollständige Anleitung und alle Daten findet ihr im Treff selbst.

Wenn ihr die Wahl mitverfolgen wollt, könnt ihr das hier tun. Da sieht man, welche Titel bereits nominiert wurden. Und ab dem 6. habt ihr dann die Qual der Wahl, wenn ihr auf der Seite eure Stimme abgeben könnt.

Sonntag, 22. März 2015

SuB Love. Die Spur der Katzen

Vivien stellt auf ihrem Blog l0ve life jede Woche ein Buch von ihrem SuB vor. Die Idee, vergessene und vielleicht eher unbekannte Titel aus dem SuB vorzustellen, finde ich ganz gut – gerade, weil mein SuB wirklich schon etwas unüberschaubar ist. Noch, natürlich ;)

Als drittes Buch habe ich Die Spur der Katzen von Peter R. Wieninger gewählt.
Die Spur der Katzen, das ist die Geschichte des "Book of Kells", eines berühmten, heute im Trinity College Dublin aufbewahrten Evangeliars. Der Roman setzt im 9. Jahrhundert n. Chr. ein, als das Buch, bedroht durch äxteschwingende Wikinger, von der schottischen Insel lona ins irische Kloster Kells gebracht wird. In Bildern voll praller historischer Farbigkeit zeichnet Peter R. Wieninger den verschlungenen Weg des Manuskriptes nach – und das Geheimnis, das in ihm ruht. Parallel zu diesem Erzählstrang gerät der Leser ins Wien der Gegenwart: Emil Steinwändtner, einem unbescholtenen Beamten, fällt bei einem Autounfall ein Schließfachschlüssel in die Hände...
Wieso liegt dieses Buch auf deinem SuB? 
Noch so eins vom Nachbarn. Es kam zufällig kurz nachdem ich The Secret of Kells gesehen hatte, der direkt zu meinem liebsten Trickfilm wurde


Endlich auch mit deutscher Tonspur. Yay! Ich kannte bisher nur das Original.

Weil es in dem Buch auch um das Book of Kells geht und auch noch um Katzen (was für ein Zufall), habe ich es mal behalten.

Wie lange liegt dieses Buch auf deinem SuB?
Eeewig. Seit ich das erste Mal The Secret of Kells gesehen habe. Ich schätze mal auf Anfang 2010.
Das Buch ist meine Glücksfee im April für Anti-Age dem SuB (also mein zufällig ausgewähltes SuB-Buch), also werde ich es sehr bald lesen!

Liest du alle "Reihen" in der richtigen Reihenfolge, auch, wenn das gar nicht unbedingt wichtig ist?
Ich lese keine langen Reihen. Daher ist die Frage an mich ziemlich verschwendet :) Die Terry Pratchett Bücher habe ich allerdings wild durcheinander gelesen. Aber da gehen in Bezug auf die beste Reihenfolge auch die Meinungen auseinander.

Freitag, 20. März 2015

Malala Yousafzai mit Christina Lamb: Ich bin Malala

Ich bin MalalaAm 9. Oktober 2012 wird die junge Pakistanerin Malala Yousafzai auf ihrem Schulweg überfallen und niedergeschossen. Die Fünfzehnjährige hatte sich den Taliban widersetzt, die Mädchen verbieten, zur Schule zu gehen. Wie durch ein Wunder kommt Malala mit dem Leben davon. Als im Herbst 2013 ihr Buch "Ich bin Malala" erscheint, ist die Resonanz enorm: Weltweit wird über ihr Schicksal berichtet. Im Juli 2013 hält sie eine beeindruckende Rede vor den Vereinten Nationen. Barack Obama empfängt sie im Weißen Haus, und im Dezember erhält sie den Sacharow-Preis für geistige Freiheit, verliehen vom Europäischen Parlament. Malala Yousafzai lebt heute mit ihrer Familie in England, wo sie wieder zur Schule geht. (Verlag)
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Obwohl ich fasziniert und interessiert Malalas Lebensgeschichte gelesen habe, wurde mir schon sehr bald klar, dass ich viel lieber ein Buch gelesen hätte, dass von Malala allein geschrieben ist. Manchmal war der Ton einfach seltsam, schwankte zwischen mädchenhaft und besserwisserisch – ich hätte einfach gerne Malala selbst gehört anstatt mich immer zu fragen, wie viel von Christina Lamb darin steckt.

Ansonsten fand ich diese Biographie spannend, informativ und mir wurde nie langweilig. Es gibt viel zur pakistanischen oder besonders der paschtunischen Kultur zu lesen.

Einige Leser könnten vielleicht mehr von diesem Text erwarten als hier zu bekommen war: Mehr Bewertung, mehr Hintergrundinformationen zu dem, was in Pakistan vorfiel und wie das alles international im Zusammenhang steht, aber wahrscheinlich ist das nicht die vorrangige Aufgabe einer Biographie, vor allem einer Autobiographie.

Es wird sicher mal gute Sachbücher geben, die die Verwicklung der Yousafzais mit Fokus auf Pakistan und internationale Politik untersucht, aber hier liegt das Augenmerk natürlich auf der Familie und die Ereignisse in der Politik kommen erst danach.

Das heißt nicht, dass man als Ottonormalzeitungsleser nicht hinterherkommt. Es ist eben nur nicht das Buch, das ich für einen Rundumschlag an Informationen empfehlen würde.

Jetzt hoffe ich, einmal einen Band von Malala allein in Händen halten zu können.

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Malala Yousafzai, Christina Lamb: Ich bin Malala. Knaur, 2014.
Buch auf Leseliste setzenISBN 9783426786895

Mittwoch, 18. März 2015

Was vom Tage übrig blieb (Film)

{zur Buchbesprechung}

Vor dieser Filmvorstellung habe ich mich ein wenig gedrückt. Schon vor drei Wochen habe ich mir Was vom Tage übrig blieb mit meinem wenig begeisterten Bär angesehen.
Der Film ist, wie man vom Roman her vermuten kann, von der stillen, langsamen Sorte.

Einige Dinge werden im Film mehr herausgekehrt als im Roman. Zum Beispiel ist im Film ganz klar, dass Stevens ehemalige Kollegin Miss Kenton (Emma Thompson) in ihre Anstellung in Darlington Hall zurück will. Denn sie und ihr Mann haben sich getrennt. Das war in der Vorlage nicht so. Vielmehr war es Stevens, der anhand einiger Formulierungen in Miss Kenton Brief annahm, es könne sein, dass sie ihren Job wieder haben wollte. Und Probleme mit ihrer Ehe gibt es auch keine, jedenfalls nicht so gravierende.

Aber die meisten dieser Veränderungen kann ich nachvollziehen: Die Geschichte lebt im Buch von Stevens Erzählerposition, seinem einseitigen Blick auf alles. Was Ishiguro auch meisterhaft kann ist, mit kleinen Wörtern und Bewegungen der Figuren Gefühle und sich anbahnende Entwicklungen nur anzudeuten. Das war mein Grund, diesen Roman irgendwie zu lieben.

Der Film wird dadurch wie gesagt langsam, obwohl man Stevens so viel mit seinem Master reden lässt, das es dem echten Stevens die Schamesröte ins Gesicht getrieben hätte.

Schade fand ich, wie die Vater-Sohn-Beziehung der beiden Stevens' verändert wurde. Da hatte ich den Eindruck, man muss schon sehr raten, um die beiden so zu verstehen, wie sie im Buch gezeichnet werden.

Aber weiter zu den sehenswerten Dingen: Einen Film, der auf einem britischen Adelssitz spielt und aus Perspektive der Bediensteten erzählt wird, finde ich immer sehenswert, weil alles so genial organisiert ist und der Pomp und Kitsch so schön mit den Hausangestellten kontrastiert. Daneben sind Emma Thompson und Anthony Hopkins auch immer ein Pluspunkt. Wer den Film wegen Hugh Grant sehen will, wird enttäuscht, da der eine recht kleine Rolle besetzt (und nicht halb so viel betreten und überrumpelt blinzelt, wie er in der Rolle gekonnt hätte).

Insgesamt fand ich den Film inzwischen doch etwas gealtert und bieder. In dieser Runde siegt Ishiguros Vorlage um Längen.

*     *     *     *     *

Was vom Tage übrig blieb (OT: The Remains of the Day)
UK, USA 1993
Regie: James Ivory
Musik: Richard Robbins
{IMDb}{Moviepilot}

Sonntag, 15. März 2015

SuB Love. Glue

Vivien stellt auf ihrem Blog l0ve life jede Woche ein Buch von ihrem SuB vor:
Hier ist es egal, ob das Buch schon 6 Monate oder nur 6 Tage auf dem SuB liegt, wichtig ist, dass man sich überlegt, ob man das Buch überhaupt noch lesen möchte, und wie es sein kann, dass es nach dem Kauf nicht direkt gelesen wurde.
Die Idee, vergessene und vielleicht eher unbekannte Titel aus dem SuB vorzustellen, finde ich ganz gut – gerade, weil mein SuB wirklich schon etwas unüberschaubar ist. Noch, natürlich ;)

Als zweites Buch habe ich Glue von Irvine Welsh gewählt.

Irvine Welsh: Glue

Klappentext
Glue is the story of four boys growing up in the Edinburgh schemes, and about the loyalties, the experiences and secrets that hold them together into their thirties.
As we follow their lives from the ’70s into the new century—from punk to techno, from speed to Es—we can see each of them trying to struggle out from under the weight of the conditioning of class and culture, peer pressure and their parents’ hopes that maybe their sons will do better than they did. What binds the four of them is the friendship formed by the scheme, their school, and their ambition to escape from both; their loyalty fused in street morality: back up your mates, don’t hit women and, most importantly, never grass—on anyone. 
Wieso liegt dieses Buch auf deinem SuB? 
Es ist eines der zig Bücher, die mir mein spendier- und sammelfreudiger Nachbar geschenkt hat.

Wie lange liegt dieses Buch auf deinem SuB?

Keine Ahnung, wie lange ich dieses Buch schon habe, aber als ich mir 2011 Trainspotting kaufte, war es bereits da. Trainspotting habe ich bereits gelesen und fand es wirklich gut. Soweit ich weiß sind die Hauptfiguren in Glue auch in Trainspotting vertreten, aber eher als Nebenfiguren; oder ich verwechsle das und Glue ist so eine Art Prequel. Wäre jedenfalls klüger gewesen, beides nacheinander zu lesen.

Ich weiß nicht genau warum, aber ich liebe dieses Buch. Es ist gebraucht und ich weiß nicht, woher es kommt; ich halte es gerne in der Hand, es hat genau die richtige Größe, der kaputte Buchrücken ist ... ich weiß nicht, das Buch fühlt sich so an, als wolle es gelesen werden. {Hier spricht die verrückte Bibliophile.}

Die Innenseiten des Covers sind knallepink und jemand hat hereingeschrieben, wann und wo das Buch gekauft wurde, und auf der letzten Seite stehen einige Vokabelübersetzungen ins Italienische.
Keine Ahnung, wann ich das lesen werde, aber das Buch gebe ich garantiert nicht her.

Hörst du Musik, während du liest?

Eher nicht. Im Bus schon, wenn es zu laut ist, oder wenn sonst die Alltagsgeräusche zu laut werden. Ich kann zwar mit Musik im Hintergrund lesen, aber das beeinflusst meinen Eindruck vom Buch zu sehr. Manchmal verbinde ich noch Jahre später ein bestimmtes Lied mit einer bestimmten Szene aus einem Buch, obwohl die beiden nicht unbedingt füreinander geschaffen sind.

Freitag, 13. März 2015

Leseabend in gemütlicher Runde

So, der Tag ist vorbei und der Leseabend kann starten. Da ich letzte Nacht ultra Bauchschmerzen hatte, habe ich nur wenig geschlafen, dafür aber bereits einiges von dem gelesen, was ich heute vorhatte. Naja, mal sehen, wie lange ich heute durchhalte.

Heute Abend will ich mal wieder richtig in meinen Büchern versinken, so richtig gemütlich ohne einen Gedanken an Arbeit, die Buchmesse, auf die ich nicht komme und sonstige Ärgernisse. Es wird Tee geben, Kerzen und eine Kuscheldecke. Wer sich angesprochen fühlt, darf auch gerne jetzt noch mitmachen!

Ich lese

Die letzten Seiten von Too Far sind noch zu lesen (auch davon habe ich letzte Nacht einiges verschlungen): Das Buch habe ich 2011 in Edinburgh in die Hand gedrückt bekommen und es klang sehr gut. Es geht um zwei Kinder, die immer mehr in einer Phantasiewelt in den Wäldern Alaskas versinken, um ihren häuslichen Problemen zu entgehen. Leider ist die Story doch sehr strange geworden und ging in eine etwas andere Richtung, als ich es gerne gehabt hätte. Falls einer noch einen Roman mit der Prämisse kennt, ich bin offen für Vorschläge.

Außerdem habe ich noch immer meine wundervolle Ausgabe von Der Sternwanderer vor mir. Am Anfang wollte ich langsam lesen, um die Bilder in Ruhe zu genießen und nicht durch die Geschichte zu hetzen, wie ich es manchmal tue. Aber jetzt habe ich Lust, einen großen Teil am Stück zu lesen. Die Illustrationen sollen natürlich trotzdem nicht zu kurz kommen.

Als dritte Option bleibt mir noch Mary Poppins, she wrote, die Biographie P. L. Travers'. Die liest man auch am besten in verdaulichen Happen, aber ich will es auch nicht zu weit strecken, sonst vergesse ich noch die Hälfte, bevor ich am Ende anlange.

So, jetzt bleibt mir nur noch, den Tee zu machen.Was werdet ihr so lesen? Gibt es Snacks oder ähnliches? Was macht einen gemütlichen Leseabend für euch perfekt? (Für mich wäre das was Süßes, aber ich faste ja...)

21 Uhr
Too Far liegt inzwischen weit hinter mir (es waren nur noch 30 Seiten oder so), denn ich bin in Der Sternwanderer versunken. Den Tee habe ich bereits weggesaugt (oder ist der verdunstet? das ging so schnell). Ich kann gar nicht oft genug sagen, wie toll dieses Buch ist – die Illustrationen sind einfach wundervoll. Wenn nur die Schrift nicht so winzig wäre. Ich bin nun im neunten Kapitel, in dem Tristran und der Stern bei den Luftpiraten anheuern.

23.50 Uhr 
Und Der Sternwanderer ist durch! Hach, ich finde es ganz wunderbar, wie alle Details der Geschichte hier miteinander verwoben sind. Das Buch wurde Brian Froud, seiner Frau Wendy und Alan Lee gewidmet. Brian Froud und Alan Lee haben in den Siebzigern ein Compendium über Feen und Sagengestalten herausgebracht, das ich mit Fünfzehn geschenkt bekam und auch so liebe! Die beiden werden jetzt nebeneinander im Regal stehen. Vess' Illustrationen sind auch deutlich von beiden beeinflusst.
Was nun? Ich bin schon körperlich müde, bin aber ganz quirlig und bereit für mehr Lesen. Für Mary Poppins, she wrote reicht es allerdings nicht mehr. Ich werde wohl zu A Bride's Story, einem Manga von Mori Kaoru greifen.

00.45 Uhr
Okay, ein Kapitel später fallen mir doch die Augen zu... Ich hau mich hin. Hoffentlich habt ihr noch was Schönes gelesen. Ich bin mit meinem Ergebnis jedenfalls sehr zufrieden: Zwei beendete Bücher (ein drittes habe ich bereits heute Mittag ausgelesen) und ein bisschen Manga!

Donnerstag, 12. März 2015

Einladung zu einem spontanen Leseabend

Leseabend für Daheimgebliebene
Der Messeblues hat mich jetzt doch erwischt. Ich wäre sooo gerne nach Leipzig gefahren, vor allem, weil Patrick Rothfuss da sein wird, aber die Arbeit...

Momentan gibt es ja auch den Lesemarathon von Henrik und Fraencis und die Leseparty bei Die Liebe zu den Büchern und primeballerina für alle, die es nicht zur Leipziger Buchmesse schaffen. Ich habe allerdings leider keine Zeit für so viel lesen und bloggen und regen Austausch, möchte aber trotzdem ein bisschen was in der Richtung machen. Nicht zuletzt, weil ich gerade wieder zu viele Bücher gleichzeitig lese (wie passiert das nur immer?).

Darum habe ich mich spontan zu einem kleinen Leseabend morgen Abend entschlossen und lade alle Daheimgebliebenen dazu ein.
Es soll einfach ein gemütlicher Abend werden, an dem ich richtig ausspannen möchte. Vielleicht hat ja jemand Lust mitzumachen, ich würde mich jedenfalls freuen. Der Leseabend beginnt für mich um frühestens 18 Uhr, wer früher anfangen möchte, kann das natürlich gerne tun. Das Ende ist auch ganz offen, ich lese, bis ich erschöpft in mein Bett sinke, aber auch das steht jedem offen.

Meldet euch einfach in den Kommentaren und dann sehen wir, was sich ergibt! Lasst euch vom Messeblues nicht unterkriegen ;)

Konsumfasten 2015. Halbzeit ohne Verluste

Konsumfasten 2015 Halbzeit
Ich hätte nie gedacht, dass das mit  Fasten so fix geht. Ich hatte quälenden Heißhunger auf Süßes erwartet, Müdigkeit am Morgen und ein ständiges, pochendes Verlangen nach Berieselung.
Stattdessen habe ich wieder angefangen, Sport zu machen. Oh ja. Meine Yogamatte hat mich sehr vermisst – und ich sie auch. Im Moment bin ich durch das ganze Sitzen am Schreibtisch zwar noch recht steif, aber gerade deshalb war es höchste Zeit für mehr Bewegung.

Mit dem Essen habe ich auch weiterhin gut durchgehalten, aber eine ungesunde Abhängigkeit von Kaugummi entwickelt. Nachdem die letzte Packung leer war, habe ich mir darum einen Kaugummikaufbann  auferlegt.

Der grüne Tee ist mir inzwischen lieb und teuer geworden. Es ist seltsam: Früher war ich eher so der "nur im Notfall grüner Tee"-Typ und stand auf Darjeeling. Den mag ich zwar immer noch, aber wenn ich zum Frühstück keinen grünen Tee bekomme, fehlt mir was. Es stimmt also doch (wenigstens für einfache Dinge): Neue Angewohnheiten kann man sich in drei Wochen aneignen.

In der vorletzten Woche bin ich aber leider auch total im Netz versumpft, und das hatte zwei Gründe:

Mein Bär war die ganze Woche krank zu Hause. So gerne ich auch für ihn da bin und koche und alles alleine mache, solange es ihm dreckig geht, ist das doch eine ganz schöne Belastung. Und Berieselung ist da meine Zuflucht gewesen, denke ich. Jedenfalls war es damit wieder vorbei, als es ihm besser ging.

Der zweite Grund: Unser brandneuer Netflix-Account.
Ich war's nicht. Ich hatte nur geringfügig rein gar nichts damit zu tun.
Aber wer kann mir schon verübeln, dass ich unbedingt einen Blick auf den neuen Doctor Who werfen musste, als ich endlich (!) die Gelegenheit hatte? Ich sag euch, das ist eine vernetflixte Angelegenheit ;) (Ja, ich steh halt auf schlechte Wortspiele)

Insofern habe ich mir mein Grab gewissermaßen selbst geschaufelt, denn als ich erst mal angefangen hatte... Aber ihr kennt das sicher. Das Ende der Staffel hat mich gerettet und jetzt habe ich alles gerade so unter Kontrolle und habe einen neuen Schreibrekord aufgestellt (4 Seiten am Tag, yay!).

Zum großen Ausmisten ist es immer noch nicht gekommen und ich verliere langsam den Glauben daran. Aber ich habe immer mal wieder ein, zwei Sachen aussortiert: Ein altes T-Shirt hier, ein Dekoartikel da, einige Bücher stehen schon wieder auf der Abschussrampe... Manchmal fällt mein Blick auf etwas und ich weiß plötzlich: Das will ich nicht mehr haben. Einen Riesenstapel CDs habe ich zum Abtransport zu meiner Oma (wo mein geheimes Schund- und Souvenirlager ist) bestimmt. Auch hier also Zufriedenheit.

Bei Büchern habe ich mir einen Schnitzer erlaubt (allerdings habe ich in dem Moment gar nicht bedacht, dass ich ja eigentlich faste, der Fehltritt ist mir erst viel später bewusst geworden): Ich habe Der Drachenbeinthron ausgeliehen. Geschieht mir recht, dass ich statt zu arbeiten in Osten Ard versunken bin.

Allerdings bin ich so super stolz auf mich, dass ich seit über drei Wochen nichts Süßes mehr gegessen habe, dass mich das alles vollkommen kalt lässt. Dadurch habe ich mir bewiesen, dass ich doch das Durchhaltevermögen habe, Nein zu sagen. Es ist nämlich nicht schön, sich ständig daran scheitern zu sehen. Nicht gut fürs Ego, ne ne.

Ich futter jetzt zum Abschluss des Tages bei einer moderaten Menge an TV immer eine Schüssel Jogurt mit Beeren.

Sonst keine besonderen Vorkommnisse :D

Für die zweite Hälfte der Fastenzeit wünsche ich mir noch mal eine Portion Durchhaltevermögen sowohl für das Fasten selbst als auch für meine Magisterarbeit. Als zusätzliches Ziel will ich auch versuchen, mehr an die frische Luft zu kommen. Wenigstens an Sonnentagen mal eine kleine Runde drehen. Ich wünsche auch allen anderen Teilnehmern weiterhin viel Erfolg!

So, ihr Lieben, ich mache mich jetzt, wo meine Finger warm getippt sind, wieder an die Arbeit. Heute noch zwei Seiten *Daumen drück*

Sonntag, 8. März 2015

SuB Love. Schachnovelle

Vor kurzem habe ich Viviens Blog l0ve life gefunden und ihre Aktion SuB Love hat mir direkt gefallen: Jede Woche stellt sie ein Buch von ihrem SuB vor:
Hier ist es egal, ob das Buch schon 6 Monate oder nur 6 Tage auf dem SuB liegt, wichtig ist, dass man sich überlegt, ob man das Buch überhaupt noch lesen möchte, und wie es sein kann, dass es nach dem Kauf nicht direkt gelesen wurde.
Die Idee, ältere und vielleicht eher unbekannte Titel aus dem SuB vorzustellen, finde ich ganz gut – gerade, weil mein SuB wirklich schon etwas unüberschaubar ist. Noch, natürlich ;)

Als erstes Buch habe ich die Schachnovelle von Stefan Zweig gewählt.

SchachnovelleKlappentext
Für den kultivierten Großmeister Dr. B. ist das Schachspiel mehr als eine geistige Beschäftigung: Es wurde ihm einst zum Überlebensmittel, denn in der zermürbenden Einsamkeit seiner Gestapohaft hatte er aus dem strengen Regelwerk des Schachs seine Widerstandskraft gezogen. Nun trifft er auf den Weltmeister Czentovic, einen stumpfen Charakter, der mit mechanischer Präzision vorgeht. Zwei Spielhaltungen prallen aufeinander und mit ihnen zwei Lebenswelten. Die 'Schachnovelle' ist das eindrucksvolle Vermächtnis des schließlich selbst am Leben verzweifelten Stefan Zweig. {Klappentext der Anaconda-Ausgabe, bei meiner gibt es nichts Verwertbares}

Wieso liegt dieses Buch auf deinem SuB?
Zweig fasziniert mich einfach als Mensch. Nicht, dass ich viel von ihm gelesen hätte, nur die erste Ausgabe der Sternstunden der Menschheit. Aber Schachnovelle klingt nach einem Text, der mir, obwohl ich Schach nicht spiele, gefallen würde: Hohes Interpretationspotenzial und Metaphorik und eine komplexe Hauptfigur. Tatsächlich erinnert mich das gerade an Die Vermessung der Welt, was ja bekanntlich eines meiner Lieblingsbücher ist.

Wie lange liegt dieses Buch auf deinem SuB?
Dieses tatsächlich noch nicht so lange; es ist das neueste in meiner Zweig-Sammlung. Am 8. Oktober 2014 habe ich das Buch aus einem Tauschregal mitgenommen.

Fazit: Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, dass ich dieses Buch sehr bald lesen sollte. Es darf bleiben ;)

Freitag, 6. März 2015

Buchperle. ABC der Mode

Mein Nachbar hat wieder einen Stoß Bücher bei uns abgegeben und es war ein echtes Schätzchen dabei: Das "ABC der Mode" von 1956.
Aus dem Begleitwort:
Bei dem großen Einfallsreichtum der gnädigen Frau Mode ist es kaum möglich, ihre vielen hundert alten und neuen Bezeichnungen im Kopf zu haben.
Für den Modeschaffenden dürfte daher dieses kleine ABC der Mode zu einem wichtigen Nachschlagewerk werden, das über die Kleiderformen einzelner Stilperioden, die Herkunft moderner Kleidungsstücke genau so gut Auskunft gibt, wie über eine Schneiderzutat, eine Schnittart und vieles andeere mehr.
Darüber hinaus ist alles – angefangen von den klassischen Zeitepochen über die jüngere Vergangenheit bis zur Gegenwart – in so charmanter Weise präsentiert, daß das Büchlein gleichzeitig zu einer interessanten Lektüre wird.
Und es ist wirklich ein liebevoll illustriertes, wenn auch nicht hochwertig hergestelltes Nachschlagewerk (Kladde).


Einige Einträge befassen sich mit Kleidungsdetails wie dem Jabot oder der Paspel, andere beschreiben ganze Kleidungsstücke. Und das in diesem flotten und doch etwas biederen Ton der Fünfziger, den ich persönlich ganz wunderbar finde.


Am Ende des Heftes finden sich passende Werbeanzeigen (im selben Zeichenstil wie die Illustrationen!), die ich auch herzallerliebst finde. Alle Bilder könnt ihr durch Anklicken in voller Pracht ansehen. Ich finde das kleine Buch (ungefähr A6) unwiderstehlich und habe es sofort in meine Kuriositätensammlung aufgenommen!

Mittwoch, 4. März 2015

Leonard Mlodinow: Euclid's Window

Untertitel: The Story of Geometry from Parallel Lines to Hyperspace
Und genau das ist es: Von den Anfängen – Pythagoras und die ägyptischen Pyramiden – bis zu den letzten Stringtheorien und der großen Ungewissheit, wie viele Dimensionen es denn eigentlich gibt.

Leonard Mlodinow: Euclid's Window. The Story of Geometry from Parallel Lines to Hyperspace
Kleine Spielerei mit unserem Pink Floyd Poster
Dieses Buch habe ich auf einen Hinweis von Daniel Kehlmann hin für meine Abschlussarbeit gekauft. Kehlmann sagte, das Buch sei nie übersetzt worden, darum habe ich es auf Englisch gekauft. Später stellte ich fest, dass sich auch Starautoren irren können (ergo, dass sie doch Menschen sind): Es gibt eine deutsche Übersetzung unter dem Titel Das Fenster zum Universum. Aber mehr dazu später. Noch eine kleine Info über mich: Ich hasse Mathe. Oder wenigstens war ich nie besonders gut darin, mit Zahlen gespielt und geometrische Figuren gezeichnet habe ich aber zugegeben immer ganz gerne.
Ich kann nicht behaupten, alles in diesem Buch verstanden zu haben. Gerade die letzten 100 Seiten über Relativitäts- und Stringtheorie wurden zusehends unverständlich, teils auch, weil die Forschung auf letzterem Gebiet in vollem Gang ist und die Experten selbst noch nicht wissen, was Sache ist.

Aber allein die ersten 150 Seiten waren für mich ein ganz neuer Blick auf ein Feld, das mich nie interessiert hat. Mlodinow schreibt äußerst unterhaltsam mit vielen verständlichen Vergleichen und liefert Einblicke in kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen und wie sie mitverantwortlich für mathematische Entdeckungen oder einen Stillstand in der Forschung sind. So hatte ich zum ersten Mal das Gefühl zu verstehen, welchen Eindruck die jeweiligen Revolutionen, wie Mlodinow es ausdrückt, zu ihrer Zeit hinterlassen haben müssen beziehungsweise was sie bedeuteten.

Warum erzählt einem so was niemand in der Schule? Ich hatte keine Ahnung von den Parallel zwischen den Geschichten über Pythagoras und denen über Jesus Christus, war mir nur vage bewusst, dass Zeit in der frühen Neuzeit durchaus variabel war. Die Stärke von Euclid's Window liegt auch in den kleinen Details, die deutlich machen, wie die Menschen jeweils über die Welt nachgedacht haben. Die Ägypter hatten zum Beispiel schon viele Kenntnisse über Mathematik (wie sollten sie auch sonst diese Pyramiden bauen), aber keine mathematische Sprache, keine Formeln, um dieses Wissen einfach und vor allem abstrakt abzubilden. Die haben alles in Fließtext festgehalten – nicht sehr praktisch.

Das Buch ist aufgeteilt in Kapitel über Euklid, Descartes, Gauß, Einstein und Witten und erzählt so von den zunehmend komplexen Theorien über Raum und Zeit.

Euklid hat als Erster definiert, was eine Linie, ein Kreis, ein Rechteck ist und festgelegt, dass  Parallelen sich niemals berühren. Descartes hat das Kartesische Koordinatensystem erdacht. Gauß entdeckte, dass Euklid nicht ganz die Realität beschrieb, da der Raum, in dem wir leben, gekrümmt ist, und sich Parallelen darum doch irgendwann schneiden – übrigens nachzulesen in Die Vermessung der Welt ;) Einstein konnte Raum und Zeit in Relation setzen und dann kamen die Stringtheorien, die alle Kräfte unter einen Hut zu bringen versuchen (was auch schon Einsteins Wunsch war und das letzte, an dem er vor seinem Tod arbeitete).
Wenigstens bis Gauß ist uns das alles halbwegs vertraut und wir nehmen es als selbstverständlich, aber welchen Rieseneindruck diese Entdeckungen zu ihrer Zeit bedeutet haben, wurde mir erst durch Euclid's Window klar.

Leonard Mlodinow: Das Fenster zum Universum. Eine kleine Geschichte der GeometrieIch war trotz der kleinen Mängel im letzten Teil begeistert und werde das Buch bestimmt noch mal lesen. Vielleicht gibt es ja irgendwann ein überarbeitete Ausgabe, in der eine endgültige Stringtheorie zu finden ist?

Jetzt noch mal zur deutschen Übersetzung Das Fenster zum Universum, die ich dann auch noch angeschafft habe. Tja. Da wurde sehr frei übersetzt. Es wurde umgestellt, gestrichen und hinzu erfunden. Und weniger pointiert ist es auch noch. Ich würde euch wirklich gerne dieses Buch ans Herz legen, aber bei der Übersetzung geht der Esprit Mlodinows leider total unter. Also empfehle ich jedem, der flüssig Englisch versteht, das Original.

*   *   *   *   *

Buch auf Leseliste setzenMlodinow, Leonard (2002): Euclid's Window. The Story of Geometry from Parallel Lines to Hyperspace. London: Allen Lane.
ISBN 9780713996340

Samstag, 28. Februar 2015

Shout-out 2/15

Shout-out für Blogger
Platz für Lob: Besondere Posts
Diesmal habe ich erstaunlich viele Links zusammengetragen, obwohl ich eigentlich immer noch nicht viel Zeit habe. Mmh... 

Dieser Shout-out ist mein persönliches Notabene, das weder repräsentativ noch objektiv sein soll. Es kann sich gerne jeder anschließen, der auch Danke sagen will (Logo kann verwendet werden).



Lesen gegen das Wintertief: Ein Lesemarathon

Lesemarathon

Heute ist es mal wieder soweit! Ein Lesemarathon steht an. Veranstaltet wird der Lesetag von Neyasha und Lyne. Das Wintertief, das hier bekämpft werden soll, habe ich zwar wie durch ein Wunder in diesem Jahr bereits überwunden, aber das hält ja keinen ernsthaft vom Lesen ab ;-)
Da ich dieses Wochenende allein zuhause bin, kann ich heute nach Lust und Laune schmökern ohne große Ablenkung. Ich bin eben aus dem Bett gefallen und mache mich gleich ans Frühstück, wollte aber schon mal meine Bücher vorstellen und ein Lebenszeichen von mir geben!

A Princess of Mars (Barsoom, #1)RebeccaMary Poppins, She Wrote: The Life of P. L. Travers
Meine Lektüre

Für meine 101 Fantasy-Challenge habe ich eine wirklich gute LibriVox-Aufnahme von A Princess of Mars von Edgar Rice Burroughs gefunden, die ich beim längst überfälligen Bügeln anhören werde: Der Kriegsveteran John Carter, der gerade noch gegen Indianer gekämpft hat, findet sich plötzlich auf dem Mars wieder, wo er dank geringer Schwerkraft Hulk-artige Kraft hat. Er wird von den grünen Tharks aufgenommen, die dann besagte Prinzessin entführen, die natürlich humanoid ist – ich erwarte eine Lovestory. Die Geschichte klingt super-trashig und voller Klischées, aber ich hoffe, gerade dadurch das Bügeln mit etwas mehr Humor nehmen zu können :)
Dann habe ich Rebecca von Daphne du Maurier auf meinem Stapel für heute. Meine Ausgabe sieht übrigens anders aus, ohne richtiges Bild, darum habe ich ein anderes verwendet. Die Geschichte um eine namenlose, frisch Verheiratete, die stets im Schatten ihrer verstorbenen Vorgängerin zu stehen scheint, deren Spuren sich überall finden, ist schon seit Jahren auf meinem SuB, obwohl es nach einem sehr guten Buch klingt, das mir auch schon oft empfohlen wurde. Ich habe das Buch Anfang der Woche begonnen und es gefällt mir sehr gut. Hoffentlich kann ich es heute beenden, damit wäre meine Glücksfee für Anti-Age dem SuB geschafft!
Zuguterletzt habe ich noch ein weiteres Leihbuch hier. Mary Poppins, she wrote: The Life of P. L. Travers von Valerie Lawson wollte ich lesen, seit ich Saving Mr. Banks gesehen habe. Zum Glück gab es das Buch in der Unibibliothek.

Nach alter Gewohnheit poste ich meine Updates in diesem Beitrag; zwischendurch verschwinde ich wohl auch mal, um ein, zwei Seiten zu schreiben.

11:40
So, jetzt bin ich richtig wach und habe schon eine erste Blogrunde hinter mir. Und ein paar Dutzend Seiten Rebecca. Diese Mrs. Danvers... der traue ich so langsam alles zu. Die erste Frage des Tages kann ich jetzt, mit etwas grünem Tee intus, auch beantworten:
1. Wurde dir als Kind vorgelesen? Kannst du dich noch an eine der Geschichten erinnern
Ja, zum Glück wurde mir manchmal vorgelesen, allerdings nur, bis ich sechs oder sieben war. Meine Großeltern haben mir Mächen vorgelesen oder aus meiner Kinderbibel. Meine Ma hatte es da schwerer. Ich kann mich erinnern, dass ich eine sehr anspruchsvolle Phase hatte und verlangte, dass sie mir selbst ausgedachte Geschichten erzählt ^^
 Ich hatte da so eine Videokassette über einen Marienkäfer eine Ameise namens Ferdy. Über die wollte ich einfach mehr wissen. Daran kann ich mich am besten erinnern. Später war ich es dann selbst, die meinem kleinen Bruder vorgelesen hat.

14:05
Wow. Rebecca hat gerade eine neue, spannende Wendung genommen (Neyasha weiß bestimmt, wovon ich spreche). Und zwar genau auf der Seite, wo ich Pause machen wollte, um zu kochen. Was tun? Ich bin gerade ziemlich geflasht.
2. Hast du schon mal ein Buch nur wegen des Covers gekauft?
Nein, ein schönes Cover zieht mich zwar an, aber Klappentext und der Seite-7-Test muss immer sein. Der spontanste Einkauf, an den ich mich erinnern kann, war wohl The Selected Works of T. S. Spivet, als es ganz frisch rausgekommen war. Aber auch nur, weil meine Begleitung mich dazu ermuntert hat, das wunderschöne Buch einfach mitzunehmen.

16:30
Nach dem Essen habe ich ein wenig Zeit verplempert und bin noch nicht wesentlich weiter gekommen. Ich fürchte, dank der späten Wendung muss ich 2/3 des Romans noch mal lesen, um einige der Figuren richtig beurteilen zu können. Einerseits genial, andererseits...
3. Gibt es einen unbekannten Autor/eine unbekannte Autorin, den/die du anderen gerne ans Herz legen würdest?
Was für eine tolle Frage, das wird meine Wunschliste bestimmt verlängern!
Ja, habe ich, und zwar gleich zwei. Sylvie Germain, die eine wunderbar poetisch-märchenartige Familiensaga geschrieben hat (Das Buch der Nächte und die Fortsetzung Bernsteinnacht). Die Hauptfigur heißt Nuit d'Or, hat einen blonden Schatten und trägt die Tränen seines Vaters als Halskette. Das ganze Buch steckt voll dieser Dinge und steht auf meiner Nochmal-lesen-Liste ganz oben.
Und noch mal den Jugendroman Wie ein Wolf von Torill Thorstad Hauger, das ich schon mal erwähnt hatte. Robin, der Außenseiter, glaubt, ein Werwolf zu sein. Eine ältere Frau, die ihren Mann früh an die See verloren hat, freundet sich mit dem Nachbarsmädchen Iselin an, in die wiederum Robin verliebt ist, sich aber nicht traut, sie anzusprechen.

18:10
Noch 30 Seiten... Spannend. Aber wirklich was zum Inhalt sagen kann man nicht, ohne schon zu viel zu verraten. Ich wette, das Buch war eine Sensation, als es 1938 herauskam und noch niemand wusste oder gerade mal googeln konnte, worum es geht. Allein der Titel ist ein Geniestreich.
4. Welches Genre magst du überhaupt nicht?
 Ich versuche immer, möglichst offenherzig an jedes Buch heranzugehen. Auch wenn Verlage Genres als Verkaufsargument für bestimmte Zielgruppen einsetzen, hat es doch jeder Autor und jedes Werk verdient, für sich beurteilt zu werden. Trotzdem gibt es ein Genre, das mich noch  mit keinem Buch erreichen konnte: Chick Lit.
5. In welchem Buch würdest du gern leben wollen?
Puuh. Schwer. Sehr schwer. Ich nehme Anne of Green Gables. Nicht nur ist PE Island wunderschön und ich mag das dort beschriebene ländliche Leben ohne Telefon und alles, sondern die Leute sind nett und es wird ja soo gut gekocht in diesem Buch! Und die Kleider! Ja, doch, gute Wahl, ich bleibe dabei :D

20:15
Mein Hauptziel habe ich erreicht: Rebecca ist ausgelesen. Toll. Toll, toll, toll. Ich glaube, dieses Buch wird in der Erinnerung noch besser werden. Manche Bücher können das. So was cleveres und psychologisch tiefgehendes Buch liest man leider selten. Daphne du Maurier ist definitiv auf meiner Mehr-davon-Liste gelandet.
Jetzt werde ich zu Abend essen und dann bügeln. A Princess of Mars wird sicher ein ziemliches Kontrastprogramm... In die Travers-Biographie lese ich auch noch auf jeden Fall rein.
6. Hardcover, Taschenbuch oder eBook - was ist dir am liebsten und warum?
Momentan habe ich eine deftige Hardcover-Phase. Bisher war mir das meistens egal, aber ich besitze einfach zu viele hässliche und zerfranste Bücher, darum will ich nur noch schöne Ausgaben, und Hardcover ist da gerade meine Präferenz, weil haltbarer. Ebooks lese ich kaum, eigentlich nur, wenn ich sonst an keine Ausgabe komme. Also leihe ich auch nur und kaufe keine Ebooks. Im Urlaub habe ich mein Tablet dabei und dafür finde ich das Format praktisch, weil das Tablet sowieso mitkommt. Aber Papier wird bei mir immer den Vorzug haben. Ich bin da nostalgisch: Ein Buch muss riechen und Gewicht haben. Es muss rascheln. Ich muss Notizen machen können, und zwar mit der Hand. Und dann schaue ich Jahre später wieder rein und lese meine Notizen in meiner alten Handschrift. Oder ich finde Notizen anderer. Ein Buch aus Papier ist persönlicher. Ebooks sind so... steril.
Übrigens finde ich die Fragen echt spannend und meine Wunschliste wird sicher wachsen. Ich habe mir alle in Frage 3 genannten Autoren aufgeschrieben und werde sie mir demnächst mal genauer besehen. Es ist so spannend, eure Antworten zu lesen!

23:15
My goodness, ist das trashig. Bei A Princess of Mars darf man wirklich nicht zu viel nachdenken. Dann gehts :)
7. Welches ist das langweiligste Buch, durch das du dich - aus welchen Gründen auch immer - erfolgreich durchgekämpft hast?
Mh... Madame Bovary? Wobei das eher nervig war als nur langweilig. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit habe ich zum Glück als Hörbuch gehabt, das fällt also auch raus (und es hatte durchaus viele gute Momente!). Schullektüre eignet sich da sicher ganz gut, aber was mir nicht passte, habe ich einfach nicht gelesen. Das gilt auch sonst.
8. Hast du dich schon einmal in eine Romanfigur "verliebt"?
Als ich 10 oder 11 war, war ich ziemlich begeistert von Tiuri aus Der Brief für den König, so eine Art Robin Hood, nur ohne die Merry Men :) Sonst... Ich bin allgemein stark empathisch und Bücher geben einem da viel Zündstoff, also habe ich meistens recht starke Gefühle für Figuren. Aber verliebt war ich schon seit langem nicht mehr.


Ich habe keine Ahnung, was ich aus den Buchstaben machen soll... Vielleicht habe ich das bestimmte Buch ja gar nicht gelesen? Und hört der Lesetag um Mitternacht automatisch auf?
Zu Mary Poppins, she wrote bin ich leider gar nicht gekommen... Das würde ich gerne noch. Der Tag ging aber auch so fix vorbei... Ich kann mich noch an meinen ersten Lesemarathon erinnern; der schien viel länger zu dauern. Vielleicht gerade, weil es der erste war? Jedenfalls lese ich jetzt noch bestimmt bis 1 Uhr weiter. Wenn ich allein bin, schlafe ich immer so schlecht ein, da warte ich lieber, bis mir sowieso die Augen zufallen.

Sonntag – Nachtrag
Moin, Moin! Ich habe gestern noch sage und schreibe 1 Seite der P. L.Travers-Biographie geschafft ;)
Mit A Princess of Mars bin ich besser vorangekommen und hatte gestern schon 1/3 des Hörbuchs durch. Sagen wir mal, es ist weniger lustig, als ich hoffte. Aber vielleicht schreibe ich dann demnächst eine Rezension dazu.
Es hat mir riesigen Spaß gemacht, auch wenn der Lesetag mich mehr von meinen Aufgaben abgehalten hat, als ich geplant hatte. Vielen Dank an Lyne und Neyasha! Dank euch habe ich meine Glücksfee geschafft :D

Mittwoch, 25. Februar 2015

Eine Woche Konsumfasten: Eine Chance, sich neu zu entdecken

Konsumfasten 2015
Gerade mal eine von sieben Wochen Fastenzeit sind um, aber bei mir hat sich doch einiges bewegt!

Wie es bisher lief

Meine Ziele: Nichts Süßes, nichts unnötig kaufen, Internetzeit beschränken und ausmisten. Nichts Ausgefallenes also. Neyasha hat mich mit einem Kommentar noch daran erinnert, beim Frühstück den Kaffee sein zu lassen. Stattdessen trinke ich nun grünen Tee, denn Kaffee fährt meinen Kreislauf viel zu ruckartig rauf.

Tatsächlich habe ich bisher ohne Probleme auf Süßes verzichten können – wenn nichts da ist, kann mich auch nichts in Versuchung bringen. Wenn mein Freund trotzdem was Süßes mitgebracht hat, musste er allein damit klarkommen (darauf bin ich am meisten stolz!). Stattdessen habe ich viel mehr Obst und rohes Gemüse gegessen und lecker gekocht. Richtig lecker.

In der Stadtbibliothek habe ich es geschafft, nur meine alten Ausleihen abzugeben und nur ein für meine Magisterarbeit nötiges Buch mitzunehmen. Sonst kam ich nicht zu sehr in "brenzlige" Situationen, weil ich die meiste Zeit arbeitend vor meinem Laptop verbringe. Allerdings war ich in der Zeit unnötig oft auf der Website von Tauschticket, nur so zum Gucken... Ansonsten habe ich meinen eigenen Büchern wieder mehr Aufmerksamkeit gewidmet und wurde mit einem schrumpfenden SuB belohnt!

Der Ausstieg aus dem Netz ist natürlich am schwierigsten, weil es überall zugänglich ist. Da war ich nicht hundertprozentig erfolgreich, aber es wird. Es wird!

Ich fühle mich im Moment super, fast euphorisch, auch weil ich endlich mal wieder ordentlich zum Arbeiten gekommen bin und mich mit mir selbst befasst habe. Zum Beispiel habe ich entdeckt, dass meine beste Schreibphase erst am Nachmittag beginnt. Und noch viele andere, kleine Dinge.

Dadurch, dass ich konzentrierter arbeite, kann ich auch beruhigt in den Feierabend gehen und dann ein bisschen Freizeit genießen. Vor allem lese ich natürlich, aber ich habe auch ein wenig gebastelt, mehr sauber gemacht als sonst und einfach nur auf der Couch gehangen (unser Wetter ist momentan einfach nur inakzeptabel, darum war ich nicht draußen, schon aus Prinzip nicht).

Ausgemistet habe ich bisher bloß eine Hand voll Bücher und das war auch eher meiner regelmäßigen Verzweiflung vorm Bücherregal geschuldet als der Fastenzeit, aber immerhin :) Das "Besitztümer-Entschlacken" stand auf meiner Liste ganz unten, wegen der Abschlussarbeit habe ich nicht Zeit, mal eben ein Zimmer zu entrümpeln. Aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist.

Die Motivation ist hoch

Das Konsumfasten ist für mich bis jetzt überhaupt nicht einengend, sondern im Gegenteil befreiend gewesen. Ich glaube nicht, dass sich das auf jeden genauso übertragen lässt, sondern dass ich einfach momentan in der richtigen Verfassung für solche Umstellungen bin. Mein Leben ist gerade im Umbruch, da tut so eine Rückbesinnung einfach gut und Umstellungen fallen nicht so sehr ins Gewicht. Ich kann gut verstehen, wenn jemand das Fasten sein lässt oder damit Probleme hat, denn ich bin selbst schon zu anderen Zeiten mit ähnlichen Dingen gescheitert.
Für mich ist es aber jetzt so, dass ich das Fasten nicht als Verbot von irgendwas empfinde, sondern als Möglichkeit, Alternativen zu finden. Und das ist echt gut.

Alles Liebe,
Cat

Montag, 23. Februar 2015

Margaret Atwood: Das Jahr der Flut

Margaret Atwood: Das Jahr der Flut (MaddAddam #2)
Der zweite Band der MaddAddam-Trilogie erzählt das Ende der Zivilisation, von der bereits der erste Teil handelte, aus einer anderen Perspektive: Aus der von Frauen. Nach und nach begegnet man dabei auch bekannten Gesichtern und die Erzählstränge fügen sich zu einem komplexeren Bild zusammen. Außerdem bekommen wir diesmal den Blickwinkel der Gottesgärtner, die Öko-Rebellen in Atwoods Zukunft, die das Ende prophezeien. Nach der "wasserlosen Flut" gibt es einige Überlebende, die, weit verstreut, die Katastrophe verarbeiten und mit dem Willen weiterzumachen und ihrem Platz in der neuen Welt ringen.

*   *   *   *   *

Ich glaube, ich habe mich endgültig in Margaret Atwood verliebt. So unterhaltsam und schlau hat mir noch niemand vom Ende der Welt erzählt!
Im Gegensatz zu Oryx und Crake geht es in diesem Band viel mehr um Gemeinschaft. Während man erst mal neue Figuren kennen lernt und einordnet, wann und wo man sich befindet, beginnen sich im Hintergrund die Puzzleteile zusammen zu fügen, sodass einige Rätsel aus dem ersten Buch gelöst sind. Und ich hatte so viel Spaß daran, über neue Hinweise zu stolpern und diese dem großen Ganzen hinzuzufügen.

Das Buch beginnt mit Toby, die als Betreuerin in einem Wellness Resort die Epidemie überstanden hat. Sie ist allein, genau wie Ren, die in einem Nachtclub gearbeitet hat und kurz vor Ausbruch der Epidemie unter Quarantäne gestellt wurde, nachdem ihr Schutzanzug gerissen war. Der Umgang mit Kunden ist nur in dieser Art zweiter Haut sicher – die Ansteckungsgefahr in Atwoods Welt ist hoch, Wunden immer ein potenzielles Todesurteil.
Das sind die Charaktere, mit denen es beginnt. Später kommen noch einige wenige dazu, aber ich will nicht zu viel verraten. Aber alle gehören der Sekte der Gärtner an, die eigenes Obst und Gemüse anbauen und sich vom Leben in den Metropolen größtenteils abgekoppelt haben, obwohl ihre Kommunen in verlassenen Gebäuden mitten in den Städten liegen. Wie die Figuren von ihrer Gärtnergruppe getrennt wurden, wird erst allmählich preisgegeben.

Der Roman springt zeitlich zwischen der Zeit vor der Flut, also der Epidemie, und danach. Dabei wird für die Zeit danach immer als Jahr die 25 genannt und ich brauchte etwas, um zu begreifen, dass das nicht, wie einige Rezensionen behaupten, die Anzahl der Jahre seit der Epidemie sind, sondern die Jahre seit Gründung der Gärtner.
Jedes der Kapitel trägt den Namen eines Heiligen der Gärtner. Das können Geistliche sein, aber meistens sind es Naturschützer oder Forscher wie Dian Fossey (vielleicht erinnert sich einer an den Film Gorillas im Nebel?). Die Adams und Evas sind sozusagen die Anführer einer Kommune.

Das Ganze klingt abgefahren, aber das soll es glaube ich auch. Bei den Predigten und dem Aufbau der Gärtnergesellschaft, von der man im Laufe des Buchs immer mehr erfährt, wird klar, dass diese wie jede andere religiöse Gemeinde ihre Dogmen und nicht immer astreinen Vorgehensweisen hat. Dass es manchmal an Gehirnwäsche grenzt, dass aber trotzdem eine Wahrheit hinter dem Gesagten stehen kann, und dass diese Gemeinschaft in vielerlei Hinsicht dem Leben 'draußen' vorzuziehen ist. Aber einen erhobenen Zeigefinger gab es in keiner Weise, da die Interpretation dem Leser überlassen wird. Ich weiß allerdings auch, dass andere Leser das nicht so gesehen haben.

Am Ende der Predigten wird immer ein Lied gesungen; das habe ich zugegeben immer übersprungen. Ich denke, die Nachricht war auch so schon klar. Und dann beginnt das Kapitel erst richtig.

Wie beim ersten Band bin ich vollständig in der Geschichte versunken und habe sie in großen Batzen gelesen. Jimmy, den Erzähler aus Oryx und Crake, habe ich eher bemitleidet, die Protagonistinnen in Das Jahr der Flut kann man bewundern, man will ihnen hin und wieder eine Backpfeife geben, man will sie in den Arm nehmen. Vielleicht ist das ein "Von Frau zu Frau"-Effekt, aber ich war deutlich näher dran an den Figuren und es werden auch mehr Emotionen vermittelt.

Mit der weiblichen Perspektive kommt auch mehr Gewalt ins Spiel. Die Frauen müssen sich mehr in Acht nehmen, werden auf alle erdenklichen Weisen missbraucht. Die Gärtner sind da eine Oase des Friedens, ein Ort der Zuflucht.

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Tja, was soll ich noch sagen: Lest es! Aber fangt nicht mit dem zweiten Buch an. Ich habe gesehen, dass das immer mal wieder passiert. Keine Ahnung, ob man die Geschichte dann überhaupt versteht (scheinbar schon?), aber man verpasst doch so viel, vor allem den "Den kenn ich doch!"-Effekt – auch bekannt als der "So wird ein Schuh draus"-Trick. Darum sollte man die Fortsetzung auch nicht so lange warten lassen, damit die Erinnerung an Buch eins noch frisch ist.

Für mich heißt es trotz meiner Euphorie erst mal abwarten. Ich wollte mir den dritten Band direkt ausleihen, aber dann kam die Arbeit dazwischen und jetzt ist erst mal Konsumfasten angesagt. Am Ende habe ich dann so viel Wartezeit zwischen dem zweiten und dritten Band wie zwischen den ersten beiden, also alles im grünen Bereich ;)

Frohes Lesen!

Buch auf Leseliste setzenMargaret Atwood: Das Jahr der Flut. Berlin-Verlag, 2009.
ISBN 9783827008848