Donnerstag, 23. Oktober 2014

Tough Traveling 3. Elves

tough traveling mem

Jeden Donnerstag wirft Nathan einen Blick in seine Ausgabe von The Tough Guide to Fantasyland (eine Art humorvolles Lexikon mit gesammelten Tropen des Genres, leider nicht übersetzt), wählt ein Lemma, und jeder kann dazu Listen mit Beispielen anlegen. Egal, wie lang oder kurz. So ein Mem ist anfällig für Spoiler. Ich versuche aber, es ohne zu schaffen.
Elfen/Elben/Alben
erheben den Anspruch, das erste Volk in Fantasyland gewesen zu sein. Man nennt sie auch die Ältesten. Sie entwickelten sich nicht wie Menschen, sondern waren plötzlich da und genau so, wie sie jetzt sind.
Achtung, Capt'n Obvious ist mit an Bord:

Das Silmarillion von J.R.R. Tolkien

Die Genesis von Mittelerde und natürlich die lange, traurige Geschichte der Elben hat verdammt viele Autoren inspiriert oder zu plumpem Plagiat verleitet. Die nicht gerade schmökerige Basislektüre für jeden ernsthaften Tolkienisten ist ein absoluter Klassiker und muss genannt werden, egal wie offensichtlich das Beispiel ist. Denn das hier ist der Prototyp. Abgesehen von nordischer Mythologie natürlich.

Jonathan Strange und Mister Norrell von Susanna Clarke

Die Elfen in diesem Buch erheben sozusagen Anspruch auf England. Aber nicht in einem epischen und ewigen Kampf, sondern so, wie wir es aus keltischen Sagen gewöhnt sind: Im Einzelkampf mit menschlichen Individuen. Wer sie als Wunscherfüller zu missbrauchen und zu versklaven versucht, der fällt der Grausamkeit und dem morbiden Humor dieser Wesen zum Opfer.

Lords und Ladies von Terry Pratchett

Ein Sommernachtstraum, wie ihn nur Terry Pratchett aus dem Ärmel schütteln kann. Die Elfen hier sind allerdings weit entfernt von ätherischen Wesen, sondern fiese Halunken ohne einen Funken Grazie.

Und noch ein paar Beispiele von meinem SuB:
Die Tochter der Wälder von Juliet Marillier: Das keltische Märchen, dessen bekannteste Version Die wilden Schwäne von Hans Christian Andersen sein dürfte, wird hier nacherzählt. Es soll Elfenvolk auftauchen und auch zum Alltag der keltischen Protagonistin gehören.
Die Chronik der Drachenlanze von Margaret Weis und Tracy Hickman: Eine der Hauptfiguren ist ein Halb-Elf. Da die Reihe auf Dungeons & Dragons basiert, gibt es hier keine großen Überraschungen.
Der Drachenbeinthron von Tad Williams: Die Nornen und die Sithi, denen Osten Ard einst gehörte, erscheinen hier als sagenumwobene Geschöpfe genauso wie als undurchsichtige Strategen.

Kommentare:

  1. Oh, der Drachenbeinthron ist ein tolles Buch. Lords und Ladies hört sich interessant an, da werde ich auch mal vorbeigucken ;-)

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    1. Tad Williams steht bei mir auch weit oben auf der Leseliste. Lords und Ladies fand ich nicht soo doll, hab es aber auch nur einmal gelesen, da kann so was ja gerne mal situationsbedingt durchfallen. Ich weiß auch gar nicht mehr, woran es gelegen hat, kann mich kaum an das Buch erinnern...

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