Freitag, 19. September 2014

Filmmarathon. Der fetzige Freitag

Heute also Filme. Warum bin ich als Buchbloggerin dabei? Ganz einfach: Ich bin ein Filmgeek – so, jetzt ist es raus ;) Mit einigen Kommilitonen betreibe ich sogar an unserer Uni ein Kino, so sehr mag ich Filme. Aber es gibt noch einen anderen Grund.

Als ich dieses Blog gestartet habe, wollte ich neben Büchern auch Filme vorstellen. Darum auch die Filmliste in der Headerleiste. Ich bin nur immer schon mit den Büchern komplett ausgelastet. Auch ist die "Gattung" Buch-und-Film-Blog echt selten, wenn ich das richtig sehe, und ich frage mich, ob das am Aufwand liegt oder an fehlendem Interesse der Leser.

Aber ich fasele. Vielleicht fällt mir ja noch eine Lösung ein; den Filmmarathon mache ich jedenfalls aus diesen Gründen mit.

So, jetzt aber in's Vergnügen. Noch mal die Fakten zum Aufwärmen:
Start: Heute 12 Uhr
Ende: Sonntag Schlag Mitternacht
Idee: Katie (Cuchilla Pitimini)

60 Stunden kann ich nicht investieren, da ich bald meine letzte mündliche Prüfung habe und noch viel zu lernen habe :( Aber einen Film pro Tag will ich auf jeden Fall schauen, vielleicht auch mal zwei.

Zur Filmauswahl

Noch mehr als alte Bücher mag ich alte Filme. Die Ausstattung, die Musik und die Sprache finde ich, nimmt man eine Prise Humor dazu, einfach herrlich, und wenn der Ton krischelt und Fehler im Bild sind, geht mir das Herz auf. So viel zu meinen Vorlieben. Ihr seid also gewarnt: Here be classics.

Seit kurzem bin ich bei einem Streamingdienst angemeldet, deshalb habe ich mir erst mal keine Gedanken um die Filmwahl gemacht. Ist ja alles da.

Heute fange ich klassikerfrei an mit Tideland, einem Film von Terry Gilliam (Brazil, Das Kabinett des Doktor Parnassus). Brazil ist einer meiner Lieblingsfilme, zwischen Dystopie, Trash und Romanze in einer Mischung, die Gilliam so nicht mehr geschafft hat (außer vielleicht in Twelve Monkeys).

Es geht um ein Mädchen, dessen Eltern drogenabhängig sind und das sich darum in eine Fantasiewelt flüchtet. Allerdings ist das eine ziemlich schräge, düstere Traumwelt (abgetrennte Barbiepuppenköpfe?). Nach dem Tod der Mutter zieht sie mit ihrem Vater in ein abgeschiedenes Farmhaus, wo sie Freunde findet – auch die sind natürlich eher Freaks. Das Ganze geht scheinbar schon Richtung Horror, ist aber ab 16. Immerhin, Horror ist meistens nichts für mich.

Der Film hat sehr mäßige Kritiken bekommen, aber ein schlechter Gilliam ist immer noch besser als ein durchschnittlicher sonstiger Film, also werde ich es ausprobieren. Außerdem: Jeff Bridges.

Updates: Um nicht mit ständigen Posts zu nerven, schreibe ich meine Updates innerhalb dieses Posts. Morgen mache ich dann einen neuen auf.

In der Zwischenzeit greife ich vielleicht auch mal auf das Hashtag #moviewe2014 zurück. Für Twitter.

Update 23:00
So. Also, Horror war es dann glücklicherweise doch nicht (diese abgetrennten Barbieköpfe haben meine Fantasie im Vorfeld zu sehr beheizt). Allerdings echt schräg. Ich hätte mir wenigstens einen normalen Charakter im Film gewünscht, da waren nur kaputte, kranke Leute. Und tote. Uä :)
Sonst eindringliche Kameraführung und wie immer suggestives Lichtspiel.
Abgefahren war das "Prélude", eine 'Vorwarnung', in der Gilliam betont, dass der Film aus dem Blickwinkel eines kleinen Mädchens erzählt wird und nur deshalb manchmal so krass ist.
Trotzdem hat mir der Film insgesamt gefallen. Ich hatte wegen der mäßigen Urteile etwas Chaotischeres erwartet. Aber das war einfach mal ein recht ruhiger Gilliam-Film.

Ich bin seit 7 Uhr wach und darum leider schon platt. Den Hartgesottenen wünsche ich noch viel Spaß, allen anderen aber eine gute Nacht!

Kommentare:

  1. Der Film sagt mir gar nichts, aber er klingt - auf eine schräge Weise - interessant. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es mir nicht zu viel Horror wäre, ich bin in der Hinsicht wirklich sehr zart besaitet. ;-) Mal sehen, wie dein Urteil ausfällt.

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    1. Ein paar kleine Minigruselszenen, das ist alles. Der FSK 16 ist ganz eindeutig aus anderen Gründen gewählt.

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  2. Servus, Cat.
    Sieh mich beeindruckt - Gilliams 'Tideland' ist eine gute Wahl! Und Jodelle Ferlands Ausdrucksstärke eine Entdeckung wert.

    bonté

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    1. Da kann ich nur zustimmen. Ist ja praktisch ein Kammerspiel - die Kleine ist die ganze Zeit vor der Kamera und dermaßen präsent.

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    2. ...bei Jodele trefen wohl Talent & zwischenzeitliche Routine aufeinander. Freut mich, daß 'Tideland' Dir gefallen konnte. :-)

      Viele von Gilliams Werken liegen auf meiner Wellenlänge; zudem imponiert er mir als Regisseur, weil er lieber ein Projekt sausen läßt als faule Kompromisse einzugehen. 'Brazil' ist top (das kitschige Happy End der Kinoversion kam über seinem Kopf hinweg zustande). '12 Monkeys'! Ich denke 'König Der Fischer' wie 'Brothers Grimm' steuern in ähnlichem Fahrwasser.

      bonté

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  3. Von Tideland habe ich noch nie gehört, aber der Film scheint was für mein Geschmack zu sein. Erinnert auch ein bisschen an "Pans Labyrinth". :)

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    1. An ein, zwei Stellen wurde ich auch entfernt daran erinnert. Pans Labyrinth ist echt klasse, aber definitiv viiiel gruseliger.

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  4. Ich kannte den Film auch nicht, musste bei der Beschreibung auch als erstes an Pans Labyrinth denken - den hab ich mich allerdings bisher auch noch nie getraut zu gucken haha. Deswegen bin ich so Filmen gegenüber immer etwas "ängstlich"

    Dir schonmal eine gute Nacht und morgen viel Spaß beim Weitergucken!

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  5. Ich hatte heute auch einen Film mit lauter kaputten Leuten - morgen brauch ich definitiv was aufheiterndes.

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