Mittwoch, 20. August 2014

Die Karte meiner Träume von Reif Larsen


The selected works of T. S. Spivet
Dieses Buch gammelt seit Jahren auf meinem SuB. Dank Zufallsgenerator habe ich es jetzt für Anti-Age dem SuB gelesen, nachdem ein erster Anlauf vor Jahren gescheitert war.

Inhalt

Tekumseh Sparrow Spivet lebt mit seinem wortkargen Vater, der Käfer erforschenden Mutter und der pubertierenden Schwester auf einer Farm in Montana. Den größten Teil seiner Zeit verbringt T. S. damit, die Welt in Karten und Diagrammen festzuhalten und so sich und seine Umwelt besser zu verstehen. Als das Smithsonian ihm den Baird-Preis für seine außergewöhnlichen Zeichnungen verleiht (eingereicht von seinem Mentor Dr. Yorn), macht sich T. S. heimlich auf den Weg nach Washington, D. C., um den Preis entgegen zu nehmen. Blöd nur, dass er erst 12 Jahre alt ist.
     *     *     *     

Ich wollte dieses Buch lieben. Es sah toll aus und klang nach der Art Odyssee, die ich mag. Es ist voller wunderbarer Illustrationen. Trotzdem wollte es nicht so recht funken zwischen mir und The selected works of T. S. Spivet (in der deutschen Übersetzung aus unerfindlichen Gründen Die Karte meiner Träume).

T. S. Spivet DetailT. S. ist ein einzelgängerischer Wissenschaftler mit einem ganzen Haufen von Spleens. Zu spleenig um wahr zu sein, wenigstens für einen 12-Jährigen. Zu dem Kartenzeichnen kommen einige Phobien und eine krankhafte Ordnungsliebe, die sich nur auf bestimmte Gegenstände zu beziehen scheint. Außerdem lastet auf der Familie der Tod von T.S.' Bruder Layton. Immer mehr wird klar, dass T.S. sich irgendwie schuldig fühlt, warum wird lange geheim gehalten.

Hier wird also eigentlich ein hochintelligenter Junge gezeichnet, der Hilfe braucht. Eine Reise auf sich selbst gestellt zu unternehmen und Fremden zu begegnen hätte eine wunderbar-süße Geschichte einer Heilung sein können, doch die Teile passen hier nicht zusammen. Da werden keine neuen Erkenntnisse gewonnen, weder über die Welt noch über sich selbst. Man hat trotz all seiner Erlebnisse nicht das Gefühl, dass T. S. irgendetwas dazu gelernt hat oder seine Schwächen überwindet; während der Geschichte tauchen diese auf und verschwinden wieder, sodass außerdem ihr Vorhandensein unglaubwürdig wird.

Deshalb und wegen einiger kruder Begebenheiten konnte das Buch nicht einhalten, was ich mir davon versprochen hatte und mich auch nicht mit Unerwartetem positiv überraschen.

Da wir in unserem Unikino die noch frische Verfilmung zeigen wollen, werde ich den Vergleich nicht scheuen, sofern wir den Film tatsächlich auch bekommen. Am Trailer konnte ich schon einige Veränderungen bemerken – vielleicht machen sie die Story besser. Mich würde es freuen: In dem Grundgedanken des Buchs steckt so viel mehr, als ich aus Reif Larsens Version mitnehmen konnte.

Buch auf Leseliste setzen

1 Kommentar:

  1. Interessant - ich hatte das Buch eine Weile auf meiner Wunschliste, aber als ich dann in der Bücherei hineingelesen habe, hatte ich auf einmal das Gefühl, dass das doch nicht mein Fall ist. Als ich dann vor kurzem den Trailer gesehen habe, hat mich der auch überhaupt nicht gereizt.
    Deine Rezension bestärkt mich jetzt darin, dass das Buch wohl kein must-read ist. Schade, dass es dir weniger gefallen hat als erhofft.

    AntwortenLöschen