Sonntag, 31. August 2014

Shout-out 08/14

Shout-out für Blogger
Platz für Lob: Besondere Posts
Und wieder meine gesammelten Links des Monats.

Blogger stecken viel Zeit und Arbeit in die Texte, die sie schreiben. Durch Rezensionen anderer wachsen unsere Wunschlisten, durch HowTo-Posts wird uns Hilfe geboten, und der ein oder andere Beitrag ist einfach nur gut geschrieben und nennt die Dinge beim Namen. Solche Beiträge möchte ich hier einfach weitergeben und so Danke sagen.

Natürlich habe ich weder die Zeit, alle Blogs zu verfolgen, die es so gibt, noch schaffe ich es, jeden Post der Blogs zu lesen, denen ich folge; gerade jetzt habe ich besonders wenig Zeit für alles, was mit dem Bloggen zu tun hat. Dieser Shout-out ist mein persönliches Notabene, das weder repräsentativ noch objektiv sein soll.Es kann sich gerne jeder anschließen, der auch anderen Bloggern Danke sagen will (Logo kann verwendet werden).



Mittwoch, 27. August 2014

Hermann Hesse: Narziß und Goldmund

Ein Jahr mit Nobelpreisträgern Banner

Inhalt

Goldmund kommt als Junge ins Kloster und trifft auf Narziß, den er sehr bewundert und ihm in seiner Gelehrsamkeit bald nacheifert. Doch Narziß lässt Goldmund erkennen, dass er nicht zur Wissenschaft, sondern zur Kunst bestimmt ist. Also macht sich Goldmund auf in die Welt und erfährt sie mit allen Sinnen.

Narziß und Goldmund von Hermann Hesse
Schlimmstes Cover ever!
Mein erster Hesse. Das Buch war mir vollkommen unbekannt, was ich seltsam finde; es wäre prima als Schullektüre. Ich denke, das Buch würde nicht jedem gefallen, aber ich mochte es auf seine leise, zurückhaltende Art. Ich mag ja Grübeleien über Gott und die Welt :)

Goldmund zieht aus, um ganz banal gesagt jede Menge Frauen flachzulegen (was aber so philosophisch- transzendental geschildert wird wie ein göttlicher Akt des Austauschs). Später lernt er, die durch das Herumziehen gewonnene Menschenkenntnis in Schnitzereien festzuhalten. Narziß, der sein Leben im Kloster verbringt und sich der Logik verschrieben hat, zweifelt durch Goldmund immer mehr daran, dass der Mensch für ein derart geordnetes Leben geschaffen ist und erkennt in der Kunst ein der Wissenschaft ebenbürtiges Mittel, Gott zu dienen.

Es stehen sich also zwei Prinzipien gegenüber: Das des Geistes und das der Sinne. Hesse zeigt durch die Reise Goldmunds, dass gute Kunst Weltoffenheit und Menschenkenntnis verlangt. In Goldmund erkennt man unschwer Hesses Alter Ego. Man könnte sagen, in diesem Roman bringt er die Erkenntnis zum Ausdruck, dass sein unstetes Leben der Ortswechsel, Ausschweifungen und der Kunst auch ein zulässiger Lebensweg sind, dass das auch seine Daseinsberechtigung hat.

Obwohl hier ein Ereignis auf das nächste folgt, ist der Roman nicht hastig: Goldmunds Wanderungen und Erlebnisse, seine Zeit in den Wäldern wie in der Stadt zur Zeit der Pest treten immer zurück, seine Reflexionen sind Fokus der Geschichte. Dabei führt Goldmunds Weg zwar ab und zu an einen bereits bekannten Ort, er bietet aber keine großartigen Verstrickungen.

Der Erzählton ist philosophisch, es gibt wenig Dialoge und Beschreibungen, sondern eher Betrachtungen und Goldmunds langsame Erkenntnis über sich selbst. Dadurch wirkten alle Menschen, denen Goldmund begegnet, eher flach, die vielen Sinnenfreuden verblassen, aber Goldmund selbst wirkt so real wie selten eine Romanfigur.

Dabei fand ich Goldmund oft oberflächlich: Bis zuletzt ist er sich zu schade, Fehler einzugestehen und sich vor anderen lächerlich zu machen. Seine Gedanken klangen manchmal narzisstisch in meinen Ohren. Vielleicht liegt es aber auch einfach an der unbedingten Ehrlichkeit des Textes, der Goldmunds Gedanken ungefiltert weitergibt. So war er mir nicht immer sympathisch, wirkte aber fast wie ein realer Mensch mit Macken genauso wie liebenswürdigen Eigenschaften.
Und vor ihm lag Feld und Heide, lag vertrocknetes Brachfeld und dunkler Wald, dahinter mochten Höfe liegen und Mühlen, ein Dorf, eine Stadt. Zum erstenmal lag die Welt offen vor ihm, offen und wartend, bereit, ihn aufzunehmen, ihm wohlzutun und weh zu tun. Er war kein Schüler mehr, der die Welt durchs Fenster sieht, seine Wanderung war kein Spaziergang mehr, dessen Ende unweigerlich die Rückkehr war. Diese große Welt war jetzt wirklich geworden, er war ein Teil von ihr, in ihr ruhte sein Schicksal, ihr Himmel war der seine, ihr Wetter das seine.
Narziß spielt keine so große Rolle in dem Buch, er ist vor allem eine Art Mentor für Goldmund. Er wiederum war mir mehr wie ein Goldmund, da er immer Wahres aussprach und Zusammenhänge erkannte, die den anderen im Kloster verborgen blieben.
Vielleicht wollte Hesse durch dieses gegenseitige Ergänzen von Namen und Eigenschaften der Hauptfiguren andeuten, dass die durch sie vertretenen Lebenswege sich ebenfalls gegenseitig ergänzen. So eine Art Yin-Yang-Prinzip, in dem Narziß und Goldmund zwei Extreme von Isolation und Weltbummelei darstellen.

Obwohl das Buch religiös ausgelegt ist, lässt es sich auch locker allgemeiner lesen: Das, was hier als Lobpreis an die Schöpfung betitelt wird, nämlich der Dienst in der Wissenschaft und in der Kunst (und der ihr vorangehende Erkundungsgang durch alle Sinne und fernab jeder Kirche), ist ja genauso gültig, wenn man Gott davon subtrahiert.

Für wen ist das Buch?

Wen eine gedankenreiche Reise durch das mittelalterliche Deutschland reizt, wer gerne über das Wesen der Menschen grübelt, dem könnte Narziß und Goldmund gefallen. Es ist ein nachdenkliches Buch, das mehr auf der Reflexionsebene als auf der Handlungsebene zu bieten hat.

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Sonntag, 24. August 2014

Naturkunde (15). Kleine grüne Männchen - Teil 2


Noch ein grüner Fund von unserer Wiese. Leider nur mit Handy fotografiert, aber immerhin hat auch dieser Wicht so lange still gehalten, bis er im Kasten war.

Trotz ewiger Suche konnte ich nicht herausfinden, was das genau ist. Aus dem Aussehen schließe ich mal auf eine Art Wanze – und das tue ich nur mit meinen durch einstündiges Käfer- und Wanzenfotos Schauen erworbenen Kenntnissen auf diesem Gebiet :)

Anscheinend gibt es immer mal wieder Funde bisher unbekannter Insektenarten, deren Vielfalt ja bekanntlich alles, was auf diesem Planeten sonst noch so unterwegs ist, übertrifft. Also, wenn irgendwer einen Experten kennt...

Mittwoch, 20. August 2014

Die Karte meiner Träume von Reif Larsen


The selected works of T. S. Spivet
Dieses Buch gammelt seit Jahren auf meinem SuB. Dank Zufallsgenerator habe ich es jetzt für Anti-Age dem SuB gelesen, nachdem ein erster Anlauf vor Jahren gescheitert war.

Inhalt

Tekumseh Sparrow Spivet lebt mit seinem wortkargen Vater, der Käfer erforschenden Mutter und der pubertierenden Schwester auf einer Farm in Montana. Den größten Teil seiner Zeit verbringt T. S. damit, die Welt in Karten und Diagrammen festzuhalten und so sich und seine Umwelt besser zu verstehen. Als das Smithsonian ihm den Baird-Preis für seine außergewöhnlichen Zeichnungen verleiht (eingereicht von seinem Mentor Dr. Yorn), macht sich T. S. heimlich auf den Weg nach Washington, D. C., um den Preis entgegen zu nehmen. Blöd nur, dass er erst 12 Jahre alt ist.
     *     *     *     

Ich wollte dieses Buch lieben. Es sah toll aus und klang nach der Art Odyssee, die ich mag. Es ist voller wunderbarer Illustrationen. Trotzdem wollte es nicht so recht funken zwischen mir und The selected works of T. S. Spivet (in der deutschen Übersetzung aus unerfindlichen Gründen Die Karte meiner Träume).

T. S. Spivet DetailT. S. ist ein einzelgängerischer Wissenschaftler mit einem ganzen Haufen von Spleens. Zu spleenig um wahr zu sein, wenigstens für einen 12-Jährigen. Zu dem Kartenzeichnen kommen einige Phobien und eine krankhafte Ordnungsliebe, die sich nur auf bestimmte Gegenstände zu beziehen scheint. Außerdem lastet auf der Familie der Tod von T.S.' Bruder Layton. Immer mehr wird klar, dass T.S. sich irgendwie schuldig fühlt, warum wird lange geheim gehalten.

Hier wird also eigentlich ein hochintelligenter Junge gezeichnet, der Hilfe braucht. Eine Reise auf sich selbst gestellt zu unternehmen und Fremden zu begegnen hätte eine wunderbar-süße Geschichte einer Heilung sein können, doch die Teile passen hier nicht zusammen. Da werden keine neuen Erkenntnisse gewonnen, weder über die Welt noch über sich selbst. Man hat trotz all seiner Erlebnisse nicht das Gefühl, dass T. S. irgendetwas dazu gelernt hat oder seine Schwächen überwindet; während der Geschichte tauchen diese auf und verschwinden wieder, sodass außerdem ihr Vorhandensein unglaubwürdig wird.

Deshalb und wegen einiger kruder Begebenheiten konnte das Buch nicht einhalten, was ich mir davon versprochen hatte und mich auch nicht mit Unerwartetem positiv überraschen.

Da wir in unserem Unikino die noch frische Verfilmung zeigen wollen, werde ich den Vergleich nicht scheuen, sofern wir den Film tatsächlich auch bekommen. Am Trailer konnte ich schon einige Veränderungen bemerken – vielleicht machen sie die Story besser. Mich würde es freuen: In dem Grundgedanken des Buchs steckt so viel mehr, als ich aus Reif Larsens Version mitnehmen konnte.

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Donnerstag, 14. August 2014

E.T.A. Hoffmann: Das Majorat. Gelesen von Hans Paetsch

E.T.A. Hoffmann SelbstportraitWie schon berichtet bessere ich für meine Prüfungen ein wenig meine Kenntnis von E. T. A. Hoffmanns Geschichten auf – es gibt Schlimmeres, zumal, wenn sie einem der Märchenonkel der Nation vorliest ;)

Falls beim Namen Hans Paetsch nichts klingelt: Erzählerstimme von Hui Buh, Die Hexe Schrumpeldei, Tom Sawyer und Huckleberry Finn und und und (ich zitiere auch gerne einen alten Ärzte-Song: "Sie ahnten ja nicht, was ihnen bevorstand"). Wunderbar knarzig und gemütlich. Wem das immer noch nichts sagt (oder wer jetzt in Nostalgie versinkt): Hörproben!

Inhalt

In Teil eins reist der junge Theodor als Sekretär mit seinem Großonkel V. auf eine abgelegene Burgruine, die als Majorat vererbt wird, also immer dem Erstgeborenen. V. besucht den dort ansässigen Baron regelmäßig in seiner Rolle als Justiziar.
Die Zeichen des Verfalls sind überall und in der ersten Nacht geht sogar ein Gespenst um. Ein altes Übel scheint über dem Anwesen zu liegen. Bald darauf gibt der Burgherr seine alljährliche Jagd und Theodor verliebt sich Hals über Kopf in die Frau des Barons...
Im zweiten Teil, einige Jahre später, berichtet der nun alte V. Theodor von der Geschichte des Majorats, die von gegenseitigem Neid und Hass gezeichnet ist.
*       *       *
Bei der Struktur ist es schwer, den Inhalt spoilerfrei zusammenzufassen...

Keine Gruselgeschichte
Der Aufhänger der Geschichte, das Majorat, wirkte auf mich etwas seltsam. Nicht gerade ein typisch literarisches Thema.
Die Erzählung kritisiert vor allem die rechtliche Form des Majorats, da sie Zwist und Hass unter Geschwistern sät. Ein ganz praktischer Schreibgrund also. Der Erzählton ist keinesfalls der einer Gruselgeschichte, auch wenn Das Majorat gerne als solche verkauft wird. Obwohl einiges Schaurige erzählt wird, liegt der Fokus eher auf der Studie der Charaktere, vor allem ihrer dunklen Seite.

So ist der junge Theodor ein wahrer romantischer Geist, der sich von dem spukigen Schloss (gepaart mit der Lektüre des Geistersehers, eine immer wiederkehrende Referenz) ganz in seinen Bann ziehen lässt. Noch viel stärker Seraphine, die Baronin. Die Kunstbegeisterten der Erzählung sind gleichzeitig die für Übernatürliches Empfänglichen.
V. dagegen liebt es, den Jüngeren wie den Rest der Welt zu verspotten und hält nicht viel von Übernatürlichem. Er bewahrt stets einen kühlen Kopf und ist rational organisiert, aber sympathisch.

Hoffmann'scher Humor
Das MajoratHätte ich das selbst lesen müssen, wäre ich sicher eher gelangweilt gewesen, obwohl E.T.A. seine Geschichte immer mit einer guten Prise Humor würzt. Ein paar Mal musste ich laut lachen.
Aber was die Erzählung hörenswert macht, ist vor allem  der unübertroffene Hans Paetsch. Viermal habe ich das Hörbuch durchgehört, und nicht nur wegen der verschlungenen Familiengeschichte im zweiten Teil. Der Mann konnte einfach lesen, dass es eine wahre Freude ist!

Aber neben Humor und Erzähler gibt es auch kleinere Sympathieverstärker. Zum Beispiel die Landschaften und Umgebungen, die gut in die Schwarze Romantik passen. Oder der unterschwellige Zwist des Baronenpaars, da sie gerne am Piano musiziert, er das aber für ein vollkommen ungeeignetes Instrument für eine Jagdgesellschaft hält. Der Hausdiener, der nichts einfach erklären kann, sondern immer um zehn Ecken erzählt, was echt komisch ist. Das Erwachsenwerden des Erzählers.

Roderich > Wolfgang > Hubert > Hubert > Roderich
Andererseits konnte ich wie schon angedeutet der Erbfolge im zweiten Teil nicht gleich folgen, weil manche Erben auch den Namen eines Vorfahren übernehmen, da kam ich dann etwas durcheinander. In Buchform wäre das nicht passiert. Und so topaktuell finde ich das Thema auch nicht... Obwohl die Rechtsform des Majorats wohl noch möglich ist, um sein Erbe zu regeln.

Für wen ist das Buch?

Im Wesentlichen für alle, die von Hans Paetsch mal was anderes hören wollen als Kindergeschichten. Wenn's in der Bibliothek vor Ort vorhanden ist, würde ich es einfach mal ausprobieren, ansonsten ist es wirklich nicht die spannendste Erzählung vom guten E. T. A.

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Montag, 11. August 2014

Naturkunde (14). Kleine grüne Männchen?


Dieser Dame bin ich letztens auf der Wiese begegnet. Das unförmige Etwas hatte sofort meine ganze Aufmerksamkeit und schaute mich mit seinen kleinen schwarzen Augen an. Zum Glück hat es sich gar nicht geziert und ließ sich in aller Ruhe mehrfach ablichten. Was auch nötig war: Leider hatte meine Kamera Probleme mit dem von mir heiß geliebten Makromodus. Darum ist das Foto auch leider nicht ganz so scharf geworden. Irgendwie ist es ganz süß, oder? War nicht größer als mein Daumennagel.

Nach einigem Forschen fand ich dann heraus, dass es sich nicht um einen winzigen Außerirdischen handelt, sondern um eine Büffelzikade. Die wurden vor ungefähr 100 Jahren aus den USA eingeschleppt. Howdy!

Und nein: Das ist kein Baby, die sind so itsy bitsy ;) Awwww.

Mittwoch, 6. August 2014

Heinrich Böll: Im Tal der donnernden Hufe

Insel Taschenbuch Böll Im Tal der donnernden Hufe

Inhalt

Ein Dorf im Nirgendwo, in dem die Erwachsenen ihre Zeit mit beten und Regatten verbringen. Die drei Teenager dieser Geschichte haben keinen Platz in dieser Gesellschaft, die ihnen die Entfaltung ihrer Sexualität verbietet, sie nur als potenzielle Sünder betrachtet, deren Macken es auszutreiben gilt.

Banner Ein Jahr mit NobelpreisträgernDie Erzählung setzt ein, als Hauptfigur Paul zur Beichte geht. Die Athmosphäre ist von Anfang an trüb und bedrückend, man spürt die Isolation des 14-jährigen deutlich. Nach einer Weile wird klar: Auch den anderen Kindern in seinem Alter geht es so.
In dem streng katholischen Zischbrunn kann schon der kleinste 'Fehltritt' einen Skandal auslösen. Die Mirzowa ist das Mädchen, das wegen eines solchen Fehltritts – muss ich noch erwähnen, dass es sich dabei um etwas handelt, dass eigentlich keinen jucken müsste? – letzendlich vor dem Gerede der Leute fliehen muss und zu ihrem Vater zieht.

Da relativ wenig in dieser Erzählung passiert, kann ich nicht besonders viel zum Geschehen sagen. Vieles verbirgt sich hier aber auch hinter und zwischen den Worten. So scheint die Scheinmoral der Erwachsenen an der einen oder anderen Stelle durch, ihre Unfähigkeit, ihre Gefühle zu zeigen (ein Phänomen, dass mir öfters unter den Kindern der Nachkriegszeit auffällt).

Und die Jugendlichen wissen kaum, wohin mit ihrer Energie, sowohl der sexuellen als auch der aufwieglerischen gegen die ältere Generation. Die Angst vor dem Zorn Gottes und der Zweifel, ob es überhaupt diese Übermacht gibt, liegen im Zwiestreit.
"Schade", sagte sie, "dass du so katholisch bist."(S. 41)
Mit all seinen Metaphern und interpretationsanfälligen Ausdrucksweisen ist Im Tal der donnernden Hufe sicher eine super Schullektüre, nicht zuletzt durch das Alter der Hauptfiguren. Während ich selbst die Geschichte athmosphärisch dicht und klug fand, habe ich immer noch das Gefühl, dass da mehr ist, als ich erfasst habe. Was eigentlich literarisch gesehen eine große Auszeichnung ist – ich könnte das Buch gleich noch mal lesen. Die ganzen Andeutungen geben locker noch genug Denkstoff für eine zweite Leserunde.
Dennoch ist die drückende Stimmung natürlich eher ein Dämpfer.

Ein seltenes Stück Literatur, wenn auch sehr speziell.


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Samstag, 2. August 2014

Kleiner Lesetag

Guten Morgen, ihr Leseratten!

Die liebe Neyasha veranstaltet heute einen lockeren Lesetag. Es soll nicht in einen Marathon ausarten, sondern vor allem entspannt zugehen.

Wenn jemand sich noch anschließen möchte, kann er das hier tun. Ich bin heute Nachmittag noch auf einem Fest eingeladen und verdrücke mich dann gegen 16 Uhr. Vorher bin ich aber mit vollem Einsatz dabei ;)

Heute möchte ich mich meinem siebten Nobelpreisträger widmen: Heinrich Böll aka das Gewissen der Republik. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie etwas vom ihm gelesen habe. Von meinem spendablen Nachbarn habe ich irgendwann mal eins von diesen schönen Insel Büchern bekommen mit einer Erzählung von Böll: Im Tal der donnernden Hufe.
Der Titel klingt ziemlich pathetisch, ich habe keine Ahnung, was da auf mich zukommt.

Ansonsten pausiere ich schon viel zu lange mitten in The collected works of A. J. Fikry. Bisher finde ich es echt schnuckelig und entspannend. Buchig, außerdem:
A. J. Fikry owns a failing bookshop. His wife has just died, in tragic circumstances. His rare and valuable first edition has been stolen. His life is a wreck.

Amelia is a book rep, with a big heart, and a lonely life.

Maya is the baby left on A.J.'s bookshop floor with a note.

What happens in the bookshop that changes the lives of these seemingly normal but extraordinary characters? This is the story of how unexpected love can rescue you and bring you back to real life, in a world that you won't want to leave, with characters that you will come to love.
 Ich wünsche den Teilnehmern viel Spaß und allen anderen schon mal ein schönes Wochenende!

Update ~12:30
Bin schon fertig mit dem Böll, das las sich so fix weg. Aber drüber nachdenken muss ich doch noch. Auf jeden Fall ganz schön bedrückende Athmosphäre: Die Hauptfiguren sind 14-jährige, die in dem strengen katholischen Umfeld ihres Dorfes gar nicht richtig atmen können. Die Rezi schreibe ich dann, wenn ich mit dem Denken fertig bin :)
Ich bin froh, jetzt noch was Fröhliches aus dem Nachttisch liegen zu haben. Rein ins Vergnügen!

P.S.: Ich habe gerade gesehen, dass dies mein 200. Post ist ;)

Update ~15:15
Kennt ihr das, wenn in einem Buch, das man eigentlich mag, plötzlich was echt Blödes passiert? Und ich habe es sogar noch kommen sehen... Davon muss ich mich jetzt erst mal erholen.

Update ~16:00
Okay, ich habe es verwunden :)
Jetzt muss ich mich aber bald fertig machen, weil ich wie gesagt später noch auf ein Picknick eingeladen bin. Drückt die Daumen, dass es trocken bleibt! Es ist eine Abschiedsfeier, da wäre es besonders doof, wenn es anfängt zu regnen.

Ich bin jetzt richtig erholt und schaffe es dann morgen hoffentlich, mich wieder mit mehr Elan in die Lernarbeit zu stürzen ;) Euch noch einen angenehmen Lesenachmittag und -abend!

Freitag, 1. August 2014

Begleittext August. Märchenhafter Reichtum

Banner Begleittext
Seit Anfang Juli lerne ich für meine Abschlussprüfungen. Darum gibt meine momentane Lektüre nicht so tolle Rezensionen her: Nachdem ich mich durch den Sturm und Drang erfolgreich gearbeitet habe, stehe ich nun knietief in der Romantik E. T. A. Hoffmanns mit seinen 'modernen Märchen' und Erzählungen.
Meine ursprünglichen Lesepläne sind vollkommen über den Haufen geworfen. Hätte ich mir denken können, dass so eine Prüfungsphase ganz schön Zeit frisst, ich weiß. Aber nicht mal Zeit für ein paar kleine, unschuldige Romane zu haben? Menno!

Begonnene Bücher

Ich stecke mitten im Don Quijote kurz vor Ende des ersten Teils unbeweglich fest, für den habe ich nämlich weder Zeit noch Nerven übrig. Dafür konnte ich Cashel Byrons Beruf mit einiger Anstrengung gerade so fertig lesen und rezensieren, sodass 6 von 10 Nobelpreisträgern erledigt sind. Die Jelinek wollte ich eigentlich auch wenigstens anfangen, aber ich bin so geplättet, dass ich um sie erst mal einen Bogen mache. Womit meine geplante Nobel-Frauenquote im Eimer wäre. Tja.
Uni: Meine buchige Realität
Mein Uni-Lesestoff

Sonst habe ich zumeist nur Unikram gelesen. Wenn sich jemand für mittelhochdeutsche Trojaromane begeistert, für Prototypensemantik oder abgefahrene Sprachgesetze, darüber könnte ich nun einiges vom Stapel lassen :)

Zur Auswahl stehende Rezensionen

Wie gesagt, ein Überfluss an Hoffmanns Märchen. Und sonst nicht viel Verwertbares. Haltet aus, Ende September wird es hier wieder etwas ausgewogener zugehen. Dann schreibe ich 'nur' meine Abschlussarbeit :)

E. T. A. Hoffmann: Das Majorat (in einer Hörbuchfassung gelesen von Hans Paetsch)
E. T. A. Hoffmann: Das Fräulein von Scuderi
E. T. A. Hoffmann: Der goldne Topf
E. T. A. Hoffmann: Die Königsbraut
John le Carré: Marionetten
Gabrielle Zevin: The selected works of A. J. Fikry (aka The storied life of A. J. Fikry)

Lesepläne August

Screenshot random.org
Glücksfee für August
Darauf habe ich mich schon lange gefreut: Anti-Age dem SuB startet!
Beim Losen des zufälligen SuB-Buchs für August hatte ich schon mal echt Dusel: Die #11 auf meinem SuB ist ein Uropa und auch noch gerade im Kino und ist damit nicht nur 4 Punkte wert, sondern auch für die Verfilmungschallenge zu gebrauchen.

Es handelt sich um The selected works of T. S. Spivet von Reif Larsen. An dem Buch bin ich allerdings schon mal gescheitert, also ist meine Freude etwas getrübt. Das Buch ist durchgängig mit Marginalien bestückt (echte, nicht im Sinn von "leere Worte"), was ich, besonders im Englischen, ermüdend fand.

Darum nehme ich mir mal sonst nur einen ganz schmalen Nobelpreisträger vor (vielleicht was von Böll oder Hesse), damit ich wenigstens eine Chance habe, die Mindestanforderung zu erfüllen und T. S. Spivet endlich von meinem SuB zu erlösen.

Ich wünsche allen einen wundervollen Sommermonat und den Teilnehmern von Anti-Age dem SuB viel Erfolg!

Beiträge im Juli

Immer logger bleiben
Begleittext Juli. Dem Studium zum Trotz
Walter Moers: Wilde Reise durch die Nacht
StadtLesen in Trier und eine Lesung unter freiem Himmel

Der scharlachrote Buchstabe (Nathaniel Hawthorne)
Heinrich Wilhelm von Gerstenberg: Ugolino
2001: Odyssee im Weltraum (Film und Buch)
Das buchigste Buch: Von Autoren, Büchern & Piraten

Boxen in Zeiten der Liebe: Cashel Byrons Beruf
Shout-out 07/2014

Lama-Gif von Jakuto