Donnerstag, 31. Juli 2014

Shout-out 07/2014

Shout-out für Blogger
Platz für Lob: Besondere Posts
Auch diesen Monat habe ich einige Links gesammelt, um ein bisschen Lob loszuwerden:
Blogger stecken viel Zeit und Arbeit in die Texte, die sie schreiben. Durch Rezensionen anderer wachsen unsere Wunschlisten, durch HowTo-Posts wird uns Hilfe geboten, und der ein oder andere Beitrag ist einfach nur gut geschrieben und nennt die Dinge beim Namen. Beiträge, die mir positiv aufgefallen sind, möchte ich einfach weitergeben und so Danke sagen.

Natürlich habe ich weder die Zeit, alle Blogs zu verfolgen, die es so gibt, noch schaffe ich es, jeden Post der Blogs zu lesen, denen ich folge. Dieser Shout-out ist mein persönliches Notabene, das weder repräsentativ noch objektiv sein soll. Gerade jetzt habe ich besonders wenig Zeit für alles, was mit dem Bloggen zu tun hat, aber trotzdem will ich nicht darauf verzichten, ein paar meiner Highlights weiter zu geben.
Es kann sich gerne jeder anschließen, der auch anderen Bloggern Danke sagen will (Logo kann verwendet werden).


Dienstag, 29. Juli 2014

Boxen in Zeiten der Liebe: Cashel Byrons Beruf

George Bernard Shaw ist vielen als der Autor von Pygmalion alias My fair lady bekannt oder als Verfasser theoretischer Schriften. Aber bevor er seinen Hang zu Bühnenstücken entdeckte, schrieb er auch Romane. Cashel Byrons Beruf erschien zuerst 1885 in einer Zeitschrift.

Challenge Banner Ein Jahr mit Nobelpreisträgern
Mein 6. Nobelpreisträger, yay :)

Inhalt

Cashel Byron flieht als Schuljunge aus der Enge des Internats und vor der übergroßen Fürsorge seiner Mutter und wird schließlich Preisboxer, ein im 19. Jahrhundert noch illegaler Beruf. Das Boxen ist seine Berufung, in der er sich auch durch seine untrübbare Moral hervortut und zum Champion avanciert.
Lydia, die Millionenerbin, bekommt von ihrem verstorbenen Vater einen brieflichen Rat: Sie solle sich einen Ehemann suchen, der zwar ihrer Stellung entspricht, aber auch einem Beruf nachgeht. Mit kühler Analytik macht sich Lydia an das Leben als junge Reiche, bis sie auf Cashel trifft...

Cashel Byrons Beruf von George B. ShawEigentlich ist klar, wohin dieses Treffen führt, und auch meine Goldmann-Ausgabe von 1960 macht kein Geheimnis aus der letzlichen Eheschließung zwischen dem uptown girl Lydia und dem Prügelknaben Cashel. Aber darum geht es auch gar nicht so sehr, sondern mehr um die Vorurteile, die sich berechtigt und unberechtigt in unserer Gesellschaft breit machen, um Scheinmoral und Handeln um des schönen Scheins willen.
"Früher einmal habe ich ihn [Cashel] einen Raufbold genannt – ich ziehe den Ausdruck jetzt nicht zurück. Ich hoffe aber‚ daß Sie ihm seine Raufboldigkeit vergeben werden, wie Sie einem Soldaten seine Morde verzeihen und einem Rechtsanwalt seine Lügen."
Von vorneherein ist klar, dass die beiden füreinander bestimmt sind, nur ihre scheinbar ungleiche Stellung steht ihnen im Wege. Wie dieser Stolperstein aus dem Weg geschafft wird, das verrate ich nicht, damit es noch etwas zu rätseln gibt ;)

Shaws erster gedruckter Roman (in Schreibreihenfolge war es der vierte!) hat schon seine lustigen und schönen Momente, war an anderer Stelle aber arg zäh. Muss Cashel wirklich über 8 Seiten und mehr seine Weltsicht vor der gesamten Londoner high society vortragen?

Dennoch sind mir die Protagonisten direkt sympathisch gewesen: Der ewige Schuljunge Cashel, dessen impulsive Unbeholfenheit ihm immer im Wege ist, und die allzu rational denkende Lydia, die aber stets die Wahrheit sagt, auch wenn sie unangenehm ist. Das sind wunderbare, weil unvollkommenen Charaktere, in denen ich gerne ein wenig Entwicklung gesehen hätte. Aber hier ändern sich nur äußere Umstände, ihrer beider Wesen bleibt konstant.
"Kümmern Sie sich nicht um mich. Sie tun, was Ihnen beliebt; und ich tue, was Ihnen beliebt. Sie sind eine gewissenhafte Person. Ich weiß daher, daß alles, was Sie wollen, immer das Beste ist. Ich bin der Geschicktere von uns beiden, Sie die Klügere. Na, wollen Sie?"
— Ja, das ist ein Heiratsantrag :D
Die Nebenfiguren sind oft eher Karikatur und also vor allem unterhaltend (die hysterische Mutter, die schnell eingeschnappte Gesellschafterin, der beleidigte Nebenbuhler).

Die Geschichte lebt von der Prämisse, dass Boxen im 19. Jahrhundert illegal war. Dadurch war der Beruf vor allem Damen eher unbekannt, so auch Lydia, die sich niemals in Cashel verguckt hätte, wenn sie von Beginn an von seinem Beruf gewusst hätte. Und da hakt es, denn der auf der Stelle entzückte Cashel will mit aller Macht seine Profession vor der Angebeteten geheim halten, macht dabei aber Andeutungen und gebärdet sich dermaßen, dass es mir seltsam vorkam, dass Lydia ihm nicht auf die Schliche kam, sondern von Dritten die Wahrheit erfahren muss.

Man könnte sagen, die Story ist schlecht gealtert. Shaw hat den Roman 1882 geschrieben, damals war er also durchaus aktuell zu nennen. Heute wirkt dieses Versteckspiel eher an den Haaren herbeigezogen. Vom Verstand her ist klar: Genau so hätte es damalas laufen können. Aber weil die Geschichte nicht analytisch geschildert wird, sondern man in sie hineingesogen wird, muss man sie auch nachempfinden können. Und da fühlte ich mich als moderne Leserin wie ein Anachronismus, weil ich das Handeln und Denken der Figuren nicht immer nachvollziehen konnte.

Für wen ist das Buch?

Ich kann diesen Roman leider nicht weiter empfehlen. Der leichtfüßige Grundton und die profunde Gesellschaftskritik werden von einer Handlung überwogen, die für heutige Leser nicht mehr gut nachzuvollziehen ist. Auch die alte Übersetzung macht das Buch streckenweise langatmig. Zu seiner Zeit war der Roman ein Bestseller, doch gibt es Gründe, warum ihn heute keiner mehr kennt.
Vielleicht lieber was anderes von G.B. Shaw.

Buch auf Leseliste setzen

Mittwoch, 23. Juli 2014

Das buchigste Buch: Von Autoren, Büchern & Piraten

Detlef Bluhm: Von Autoren, Büchern & Piraten

Inhalt

Eine Geschichte des Mediums Buch und der damit verbundenen Fragen nach den Urhebern und ihren Rechten liefert Detlef Bluhm mit diesem spannenden Büchlein. Von den antiken Anfängen arbeitet er sich vor über Mittelalter und Renaissance und betrachtet die Reformation unter dem Stichwort Medienereignis. Ein wenig Plagiatgeschichte und Druckpiraterie dürfen auch nicht fehlen.
Das Buchenthält auch 32 Abbildungen und 8 Farbtafeln.

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe gibt es hier.

Ich habe durch dieses Buch sehr viel Neues erfahren können und einiges an Schul- und vor allem Studiumswissen besser einordnen und vernetzen können. Das Buch strotzt vor lustigen und denkwürdigen Ereignissen und Denkweisen und liefert trotzdem jede Menge Fakten, sodass eine schöne Mischung aus Information und Unterhaltung entsteht.

Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass bereits in der römischen Antike neue Formate mit Unbehagen der Käufer beäugt wurden und darum Autoren Werbung dafür machten – Bluhm versucht sich hier an einer Parallele zur derzeitigen Ebook-Diskussion, ohne zu polemisieren. Da schreibt Martial:
Wenn du meine Bücher überall bei dir haben willst
und sie dir als Begleiter für eine lange Reise wünschst,
dann kaufe diese hier: Das Pergamentformat reduziert sie auf eine knappe Zahl von Blättern.
Buchrollenbehälter verwende für die großen Werke, mich kann man in einer Hand halten.
Also das Pergamentformat als eine Art Taschenbuch, die Buchrolle für 'stationäres' Lesen und Arbeiten.

Aber Von Autoren, Büchern & Piraten besteht nicht nur aus Anekdoten, sondern bietet auch vielfältige Einblicke in die Entwicklung des Drucks und den Buchhandel.
Warum die Frankfurter Buchmesse heute größer ist als die in Leipzig, wie Goethe besondere Druckprivilegien erhielt und wie sich die Verlage und die Buchhandlungen voneinander abspalteten sind nur einige der hier beantworteten Fragen.
Bluhm zeigt die Wechselwirkungen zwischen der (vor allem deutsche) Geschichte der Buchkultur und geistesgeschichtlichen und politischen Entwicklungen, ohne dass sie forciert wirken. Wenn über ein Thema Unklarheiten in der Forschung bestehen, dann kehrt er auch das nicht unter den Teppich.

Einen besonderen Fokus bilden die immer wiederkehrenden Einwürfe und Rückbezüge zum Thema Plagiate und damit verbunden die Entwicklung eines Bewusstseins für das geistige Eigentum des Schriftstellers. Während ich auch diesen 'Erzählstrang' interessant fand, hatte ich doch ein wenig den Eindruck, dass er nachträglich hinzugefügt wurde, vielleicht als Publikumslocker in Zeiten von Guttenberg und Co. Jedenfalls passt sich die Copyrightentwicklung nicht so schön in das ansonsten superb erzählte Werk ein. Aber das ist wirklich Haarspalterei.

Ein kleiner Wermutstropfen für mich war, dass die letzten 50 Seiten des Buches mit Hypothesen zur nahen Zukunft des Buchhandels und der Buchkultur gefüllt sind. Das hat mich nun gar nicht interessiert, vor allem weil der Schreibstil hier etwas zäher, weil faktengespickter, wird. Um hier nicht zu subjektiv zu werden, sollte ich noch erwähnen, dass sich Bluhm hier, wie ich finde ganz richtig, viel an amerikanischen und britischen Verhältnissen orientiert. So kann man auch ganz leicht der Argumentation pro Buchpreisbindung folgen. In die Diskussion, ob das an dieser Stelle nun Propaganda der Verlagslobby ist, möchte ich erst gar nicht einsteigen.
In jedem Fall kommen auch aktuelle Problematiken und Themen der Buchkultur nicht zu kurz.

Für wen ist das Buch?

Wer Bücher auch ihrer Haptik wegen liebt, dem empfehle ich dieses Buch unbedingt (Ironie: Es ist auch als Ebook erhältlich)!
Ich hatte es zuerst nur aus der Unibib ausgeliehen, aber das reichte mir nicht und ich musste es kaufen ;) Jetzt kann ich darin wild markieren und annotieren, was mir ausnahmsweise mal ein richtiges Bedürfnis ist.

Wer beim dem Wort Raubdruck einen nebligen Blick bekommt oder sich gut vorstellen kann, mal eine Druckerpresse zu besitzen, der sollte es einmal versuchen mit Von Autoren, Büchern & Piraten.

Buch auf Leseliste setzen

Mittwoch, 16. Juli 2014

2001: Odyssee im Weltraum (Film und Buch)

2001 Odyssee im Weltraum
Ungewöhnlich: Erst Film, dann Buch
Obwohl man Arthur C. Clarkes 2001 auf praktisch jeder Leseliste der Science Fiction findet, entstand dieser Klassiker erst nach dem Film. Dennoch eignet sich das Paar für die Buchverfilmungschallenge: Clarke hat mit Regisseur und Produzent Kubrick das Skript für den Film geschrieben und es darauf für den Roman ausgewertet.

Außerdem treffen hier Clarke, der sich auf Worte allein verlassen musste, auf die Bilder Kubricks, dessen Film in 95 von 143 Minuten stumm ist (laut Spiegel).

Die Geschichte dieser Odyssee, die eine Odyssee der ganzen Menschheit ist, beginnt mit der Geburtsstunde des Menschen. Eine Horde Affenmenschen findet eines Tages in der Nähe ihrer Höhle einen mysteriösen Monolithen vor, der ihnen für die weitere Entwicklung lebenswichtige Fähigkeiten beibringt. So erlernen sie den Gebrauch von Werkzeugen, mit deren Hilfe sie Fleisch verarbeiten und Feinde vertreiben können.

Zeitsprung um Pi mal Daumen 3 Millionen Jahre
Im Jahr 1999 (der Film kam 1968 raus, das war also die ferne Zukunft) haben die Menschen den Schritt ins All geschafft. Noch vor der tatsächlichen Mondlandung finden hier Menschen den – offenbar absichtlich vergrabenen – Monolithen, der nun ans Tageslicht gebracht, einen Strahlungsimpuls Richtung Jupiter(Film)/Saturn (Buch) sendet. Also sendet man eine Expedition zur Erforschung des fernen Planeten, um möglicherweise Kontakt zu denen aufzunehmen, die den Monolithen vergruben.

Ein ganz kleiner Zeitsprung: Es ist 2001
An Bord der Discovery sind 6 Passagiere: 5 Menschen, von denen sich 3 in einer Art künstlichem Winterschlaf befinden, und ein HAL-9000 Supercomputer, der wie ein Mensch redet, sich Meinungen bildet und schlussfolgert und der das gesamte Raumschiff unter seiner technischen Kontrolle hat...

*       *       *

Film

3. Buchverfilmungschallenge
Was man auch zum Inhalt sagen mag, dieser Film ist ein Meilenstein und wunderschön anzusehen. Man erkennt kaum fast gar nicht, wie alt 2001 ist. Kubrick, der die NASA für die Gestaltung der Innenaufnahmen der Discovery zur Rate gezogen hat, hat hier einmal mehr sein Auge für's Detail gezeigt. Man muss dabei bedenken, dass der Weltraum 1968 immer noch Neuland war.
Und doch hat Kubrick die Stille und Weite des Raums so eingefangen, dass ich konstant eine Gänsehaut hatte (der Gedanke, die Erde zu verlassen, verursacht mir Angst). Er hat so die Grundlagen des modernen Science Fiction Films gelegt.
Viele Kameraeinstellungen gehören heute zu einem Weltraumspektakel dazu.

Wie schon bei Eyes Wide Shut könnte ich ewig über die Finessen dieses Films schreiben. Aber um euch vor zu viel Lobhudelei zu bewahren, gehe ich lieber zu den Warnungen über. Ja, die sind nötig :)
Dieser Film ist langsam. Ich habe mich weniger amüsiert, als ich fasziniert war. Die Stille, die langen Einstellungen und Szenen machen es schwer, konzentriert zu bleiben, da können sie die Schwerelosigkeit noch so gut rüberbringen (und ich habe schon viel lahmere Filme gesehen).

Und was die Story angeht: Hätte ich nicht zuerst aus Gewohnheit das Buch gelesen, hätte ich einiges nicht verstanden. Ich weiß ja nicht, wie es dem damaligen Kinopublikum ging, aber ohne Buch wäre ich im Affenpart und am Ende verloren gewesen. Zu Beginn der Dreharbeiten sollte es eine Erzählstimme geben, die Kubrick dann aber weggelassen hat, vielleicht liegt es daran.

Buch

Ganz anders der aufwändige Auftakt im Buch: Sogar einen Protagonisten – namens "Mondschauer" – gibt es. Als Vorstufe des Menschen hat Mondschauer kein richtiges Gedächtnis, kein Familiengefühl, kein Empathievermögen, keine Sprache. Clarke versucht, diesem Wesen Emotionen und Gedanken zu entlocken und schafft das auch leidlich.
Auch am Ende gibt es wesentlich mehr Details, wodurch es etwas deutlicher wird, was da passiert. Rätselhaft bleibt es aber.

Eine der Fragen des Films war, ob der intelligente Computer an Bord der Discovery Gefühle hat; ein HAL9000 ist unfehlbar und darum seinem menschlichen Erschaffer in vielem überlegen. Im Buch wird HAL zwar psychologisch analysiert, aber er ist mehr Maschine. Die KI-begeisterten 1960er waren ja noch von riesigen, langsamen Computern geplagt ;) Dieser Blick in die Zukunft der künstlichen Intelligenz ist doch eine Zukunft von gestern. An anderen Stellen finden sich aber erstaunliche Voraussagen über Bevölkerungsexplosion, Lebensmittelknappheit und Veggie Days (die dort natürlich nicht so heißen).

Ansonsten kann der Roman einige technische Spielereien des Films genauer beschreiben (im Film wird gar nichts erklärt) und auch solche aus geschnittenen Szenen vorführen. Und das nutzt Clarke auch: Er schwelgt in den technischen Abläufen, ohne langweilig zu werden. Für uns heute ist das natürlich doppelt interessant, weil wir ja die Zukunft kennen. Natürlich gibt es auch ein paar Details, über die man ein bisschen schmunzeln muss.

An der Handlung wird im Großen und Ganzen nicht viel geändert, ein paar Details hier und da vor allem. Doch eine Schlüsselszene ist anders, anscheinend zur Spannungssteigerung, worunter die Realitätsnähe etwas leidet.

Der Gewinn beim Buch ist wirklich, dass die philosophischen Fragen der Geschichte mehr Raum bekommen.


Tauchte am 1.1.2001 in Seattle auf - und verschwand bald wieder.

Lesen? Anschauen?

Wer an Elysium nichts zu meckern hatte, ist vielleicht nicht der richtige Kandidat für den Film; wer ein eindeutiges Ende mag, an dem es nichts zu interpretieren gibt, sollte die Finger ganz davon lassen. Mir haben Buch und Film durch ihre besondere Art gefallen.

Ich kann nur jedem, der die Reise wagt, raten, zuerst zum Buch zu greifen. Und was den Film betrifft: Erwartet keine Action. Erfreut euch an den wunderschönen Bildern, der cleveren Technik, rätselt, wie dieser oder jener Shot wohl realisiert wurde, beschäftigt euch mit philosophischen Fragen. Und haltet bis zum Ende durch. Es ist eine fantastische Odyssee, auch für den Zuschauer ;)

NamensnennungKeine kommerzielle NutzungKeine Bearbeitung Einige Rechte vorbehalten

Freitag, 11. Juli 2014

Heinrich Wilhelm von Gerstenberg: Ugolino

Ugolino (Gerstenberg) alte Reclamausgabe
Der Auftakt zur großen Magisterlernsause: Eines meiner Prüfungsthemen ist Dramen des Sturm und Drang und dafür habe ich den Prototypen dieser Gattung, den Ugolino, gelesen. 

Inhalt

Ugolino ist mit seinen drei Söhnen in einem Turm eingesperrt. Er hat nach der Macht über Pisa gegriffen und wurde von seinem Feind, mit dem er sich zum Zweck des Machtgewinns verbündet hatte, verraten. Nun hat man ihn und seine Nachkommen dem Hungertod überlassen.
Während die Söhne sich um eine Flucht bemühen, ist der Vater von Schuldgefühlen zerfressen, da seine Söhne durch seine Fehler leiden müssen. Während der Hunger immer schlimmer wird, droht der moralische und geistige Zerfall.
Gerstenberg hat hier etwas ganz Neues gewagt: Dieses Drama will nur von inneren Vorgängen erzählen und verzichtet auf die klassischen, sich anbietenden Themen und Motive: Ugolinos Schuldfrage bleibt so völlig außen vor. Stattdessen soll der Zuschauer Mitleid für ihn in seiner jetzigen Situation empfinden. Auch die politischen Gefechte im Hintergrund werden nicht erörtert (und damit der Kampf Recht gegen Macht). Das liegt mitunter daran, dass diese historische Episode bereits in Dantes Göttlicher Komödie verarbeitet wurde; Gerstenberg setzt die Kenntnis von Ugolinos Biographie also voraus.

Der optimale Hintergrund für das neue Drama ist geschaffen: Dadurch, dass der Konflikt bekannt ist und kaum Informationen nötig sind, kann sich Gerstenberg noch mehr auf das reine Empfinden seiner Figuren (4 an der Zahl) konzentrieren. Und das klingt dann so:
ANSELMO. Hilf dem armen Gaddo, mein Vater! Sein Anblick dringt mir ans Herz.
UGOLINO. Guten Mut, mein wackrer Anselmo. – Armer Gaddo!
GADDO. Ach, mein Vater!
ANSELMO. Ich dachte nicht, daß es so böse Menschen auf der Welt geben könnte. Warum hat der Turmwärter dem armen Gaddo nichts zu essen gebracht? Ein tückischer Mann, der Turmwärter!
UGOLINO. Er kann krank sein; es kann ihn ein Unglück betroffen haben. Er ist unschuldig an unserm Hunger.
ANSELMO. Hungert dich denn auch, mein Vater?
UGOLINO. Dich nicht, mein Lieber?
ANSELMO. Mich dünkt, daß mich weniger hungern würde, wenn der arme Gaddo zu essen hätte. Ich kann sein eingefallnes bleiches Gesicht nicht ohne Schmerz ansehen. Umarmt Gaddo.
UGOLINO. Armer Gaddo!
GADDO. Sei nicht traurig, mein Vater.
ANSELMO. Sieh, mein Vater, ich bin nicht traurig. Trocknet sich die Augen ab. Ich bin nur müde.
UGOLINO. Und müßt ihr meine Tröster sein? Ha! es ist bitter.
(S.1f.)

Inf. 33 Joseph Anton Kock, Ugolino con i figli nella torre della fame,
Ugolino im Hungerturm (Göttliche Komödie)
Es wird also tüchtig geweint und sich umarmt, sodass einem nichts anderes übrig bleibt, als mit zu leiden (insofern also schon Vorbote des Sturm und Drang). Auf einer modernen Bühne kann ich mir dieses Gesülze nicht vorstellen. Auch unter Zeitgenossen fand es zwar großen Anklang und die erste Inszenierung muss gut gelaufen sein, aber seitdem wurde es selten gegeben und gilt als nicht aufführbar.

Das witzige an dem Aufbau dieses revolutionären Stücks ist seine klassische Struktur: Die aristotelischen Einheiten (des Ortes, der Zeit und des Personals) werden besser erfüllt, als es die meisten klassischen Dramen von sich behaupten können. Da wird der Theoretiker Gerstenberg, der viele theoretische Schriften zur Dramentheorie verfasst hat, von dem Dramatiker Gerstenberg überholt. Eigentlich fußt diese Theorie auf den Werken Shakespeares, die in keine Schublade passen und den späteren Stürmern und Drängern ebenfalls zum Ideal wurden.

Also: Faszinierende Theorie, faszinierende Geschichte (die ich blöderweise erst recherchieren musste), viel Geheule. Das Ende ist wirklich krass und die extremste Steigerung der Leiden Ugolinos, die während des Schauspiels immer schrecklicher wurden. Die Reaktionen bei einem 1770er-Publikum müssen heftig gewesen sein. Ohnmächte, Heulkrämpfe, was damals halt so angesagt war (es gibt ja Berichte davon).

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Dienstag, 8. Juli 2014

Der scharlachrote Buchstabe (Nathaniel Hawthorne)

Der scharlachrote Buchstabe - Nathaniel Hawthorne

Inhalt

Im Amerika des 17. Jahrhunderts wird die Ehebrecherin Hester Prynne an den Pranger gestellt. Sie will nicht verraten, wer der Vater ihres Kindes ist, das sie in der Haft zur Welt gebracht hat. In der puritanischen Siedlung verurteilt man Hester dazu, den Rest ihres Lebens als Zeichen ihrer Schande ein scharlachrotes A auf der Brust zu tragen. Als fortan Ausgestoßene sühnt Hester ihre Sünde, indem sie Mitbürgern Kleidung näht und sie pflegt, wenn es sonst niemand mehr tut.
Währenddessen ist ihr Ehemann, der jahrelang verschollen war, wieder aufgetaucht. Er hat Hester zum Stillschweigen über seine Identität verpflichtet und gibt sich mehr und mehr seinen Rachegelüsten hin.

Der scharlachrote Buchstabe zählt zu den wichtigsten Romanen der US-amerikanischen Literatur; es war das erste Buch, das unser kleiner Buchclub gelesen und besprochen hat.

Ich bin hin und hergerissen bei diesem Roman. Einerseits finden sich immer wieder brilliante Sätze, in denen Humor und auch Ironie hervorblitzen. Andererseits ist einfach alles metaphorisch und biblisch auslegbar, was die Geschichte an einigen Stellen etwas unrealistisch erscheinen lässt – zumindest aus heutiger Sicht. Die Puritaner, die Hester Prynne am liebsten gevierteilt hätten, sind auch sonst keine Sonnenscheine. Hawthorne äußert hier ziemlich eindeutig Kritik gegen diese religiöse Ausrichtung. Sie erlauben sich weder anständige Feste noch schmückende Kleidung. Wahrscheinlich hat keiner von den Kolonisten in Der scharlachrote Buchstabe jemals gelächelt. Am Anfang stehen die Puritaner zusammen, als Hester zum Schandpfahl geführt wird, und hoffen, dass ein Quäker aus der Stadt gepeitscht wird. Und im Vorwort spricht Hawthorne nicht sehr hochachtungsvoll von seinen eigenen puritanischen Vorfahren:
Allerdings hätte es jeder dieser ernsthaften und finsterblickenden Puritaner als hinreichende Strafe für seine Sünden angesehen, daß der altehrwürdige, bemooste Familienstamm nach so vielen Jahren als obersten Zweig einen Müßiggänger wie mich hervorgebracht hat. Kein Ziel, das ich je anstrebte, fände ihre Billigung; jeder Erfolg - wäre mein Leben außerhalb des engen häuslichen Bereiches nur erfolgreich gewesen - es erschiene wertlos, wenn nicht schimpflich in ihren Augen. "Was treibt er?" flüstert ein schattenhafter Vorfahr dem anderen zu. "Er schreibt Geschichten in Bücher! Was für eine Beschäftigung mag das sein - welche Art, Gott zu dienen und den Mitlebenden nützlich zu sein? Da kann er auch siedeln gehen, der entartete Bursche!" So tauschten meine Urgroßväter und ich über den Abgrund der Zeit hinweg Komplimente aus. (S.16)
Doch die Protagonisten sind ebenfalls Puritaner, wenn auch sündige. Ich komme immer schwer damit klar, wenn Charaktere meinen, wegen eines Fehltritts nun auf ewig verdammt zu sein, sich keine Freude mehr erlauben zu dürfen und am besten zu sterben. Genauso ist es hier.

Dann wieder haben mir die zahlreichen Anspielungen an teuflische und göttliche Mächte gefallen. Es gibt eine berüchtigte Hexe im Dorf, der schwarze Mann geht um, und wenn jemand krank wird, dann hat er sicher bösen Gedanken nachgehangen.
Die Frage, wer der Vater des Kindes, der kleinen Pearl, ist, wird geklärt und sorgt für noch mehr Tumult, bis es zu einem großen Showdown kommt.

Vor Beginn der eigentlichen Geschichte steht das schon erwähnte, umfangreiche Vorwort, in dem Hawthorne seine Arbeit im Zollhaus zu Salem schildert und wie er dort den roten Stofffetzen, den Hester auf der Brust getragen hatte, unter alten Unterlagen fand. Während hier die lustigsten Bemerkungen anzutreffen sind (im Hauptteil geht es durchweg ernst und eher sinister zu) ist der Text doch ungemein zäh zu lesen. Ich glaube nicht, dass er nötig ist, um den Roman zu verstehen und habe keine Ahnung, zu welchem anderen Zweck als zur Historisierung des Stoffs er überhaupt da ist. Ein kurzes "Nach einer wahren Begebenheit" hätte es doch auch getan.

Insgesamt bin ich, abgesehen vom Vorwort, froh, dieses Stück amerikanische Literatur endlich kennen gelernt zu haben. Da mein Interesse eher nicht auf amerikanischen Boden zu finden ist, konnte ich noch etwas über Kolonisierung und Religionsgemeinschaften lernen. Froh bin ich allerdings auch, zur Übersetzung gegriffen zu haben, denn im Original wimmelt es nur so von archaischen Ausdrucksformen, die an die King James Bibel erinnern (sollen?).

Für wen ist das Buch?

Für den Lesekreis war das Buch durch die vielen Motive natürlich super geeignet. Durch die Diskussion bin ich sogar letztendlich zu einem positiveren Ergebnis gekommen. Ansonsten bietet das Buch viel zum Thema Schuld und Sühne; auch als Einblick in die Zeit der Kolonisierung Amerikas ist der Roman geeignet. There be biblische Motive ;)

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Freitag, 4. Juli 2014

StadtLesen in Trier und eine Lesung unter freiem Himmel

Das Wetter war uns gestern wohl gesonnen: Bei strahlendem Sonnenschein begann das StadtLesen in Trier.
Die Lesung von Wladimir Kaminer war spitze. Der Mann hat wirklich Freude am Erzählen. Mit viel Witz erzählte und las er von pubertierenden Töchtern und Söhnen (Teile aus seinem neuen Buch, das im August erscheint), von russischen Wintern und natürlich vom Glücklitzer Schrebergarten, von dem das Buch handelt, das ich mir auch später zwecks Autogramm gekauft habe. Bei dieser einmaligen Gelegenheit habe ich mein Buchkaufverbot mal außer Acht gelassen ;)


StadtLesen Trier
StadtLesen Trier Publikum Lesung
StadtLesen Trier Lesung Wladimir KaminerWladimir Kaminer: Neues aus dem Garten Buchbeute

Donnerstag, 3. Juli 2014

Walter Moers: Wilde Reise durch die Nacht

Walter Moers "Wilde Reise durch die Nacht"

Inhalt

Zwischen Tag und Traum, zwischen Kindheit und Erwachsenwerden spielt Walter Moers’ rasantes und komisches Abenteuer des zwölfjährigen Gustave, der einmal ein großer Zeichner werden will. Vorher aber muss Gustave gegen Rätselhafte Riesen, Siamesische Zwillingstornados und das Schrecklichste Aller Ungeheuer antreten. Er muss eine Jungfrau aus den Klauen eines Drachen befreien, durch einen Wald voller Gespenster und einen Galaktischen Gully reiten. Und er begegnet einer Traumprinzessin, einem sprechenden Pferd, leichtbekleideten Amazonen und schließlich sogar sich selbst.    (Quelle) Auf der Seite gibt es auch eine Leseprobe! Allerdings werden die Illustrationen nicht so dolle wieder gegeben.
Mit Moers hatte ich ja immer so meine Probleme: Zwar habe ich fast alle Zamonienromane durch (und werde sie auch weiterhin lesen), aber an's Herz gewachsen sind sie mir nicht. Der typische Moerston, ist mir jetzt klar geworden, ist schuld daran.

Auch in Wilde Reise durch die Nacht ist der Ton heiter bis schnodderig, mit viel Ironie und Neckereien der Charaktere untereinander, vielleicht sogar eher mehr als sonst. Nur hat der Ton dieses Mal einen runden Eindruck gemacht. Es passt zu der sowieso schon absurden Story, wenn sich Ross und Reiter (letzterer ist der Held der Geschichte) hier kleine Wortgefechte liefern, während ringsumher Schrecken in den Schatten lauern.

Paul Gustave Dore by Felix Nadar 1855-1859.jpg Public Domain@Wikimedia Commons
Paul Gustave Doré (1855-1859)
Die Geschichte basiert auf 21 Illustrationen von Gustave Doré, der im 19. Jahrhundert die Werke der ganz Großen bebildert hat: Rabelais, Poe, Cervantes, Milton, ... Dabei wurden seine Bild gewordenen Fantasien immer bizarrer, sodass, wie in der kurzen Einleitung Meyers Konversationslexikon von 1897 zitiert wird, "zuletzt die Maßlosigkeiten und Bizarrerien, welche namentlich seine letzte größere Arbeit, die Zeichnungen zu Ariosts 'Rasendem Roland', entstellen." Natürlich sind gerade aus diesem Werk die meisten Illustrationen Grundlage der Geschichte.
Und die beginnt mitten in einem Siamesischen Zwillingstornado, in dem der junge Gustave (es handelt sich um den 12-jährigen Doré höchstpersönlich) dem Tode begegnet. Er muss, um dem Tod zu entgehen, einige herkulisch anmutende Aufgaben erfüllen. Und schon stürzt man in's nächste Abenteuer. Bald fragt man nicht mehr, wie man eigentlich darin gelandet ist, und genießt nur noch den Flug. Ich jedenfalls konnte nicht genug davon bekommen. Sogar ein typisch Moers'sches Anagrammrätsel war enthalten. Und am Ende wurde er noch richtig tiefgründig-metaphorisch :)

Eine wahrhaft wilde Reise voller Witz und Einfallsreichtum, in dem sowohl Doré als auch Moers deutlich zu erkennen sind. Eine Hommage an Gustave Doré und die Kunst überhaupt!

Für wen ist das Buch?

Definitiv nicht nur was für Moers-Fans!

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Dienstag, 1. Juli 2014

Begleittext Juli. Dem Studium zum Trotz

Banner Begleittext
Ich kann anhand meines Leseverhaltens deutlich den Stress ablesen, der hier momentan herrscht. Einige geplante Bücher sind liegen geblieben, außerdem ist mein Hörbuchkonsum drastisch gestiegen (im Juni doppelt so viele Hörbücher wie Bücher).

Kommende Ereignisse

StadtLesen kommt nach Trier! Vom 3.-6. kann man in unserer Stadt lesen, was das Zeug hält. Es wird eine Lesung mit Vladimir Kaminer geben. Ich hoffe, möglichst oft und viel selbst live mit dabei zu sein.
Aber das echte Leben ruft. Ja, das da draußen, das man ohne Tastatur und Bildschirm führt. Denn ist nun offiziell (oder sobald das Dekanat meine Anmeldung für gültig befunden hat): Ich schließe mein Studium ab! Endlich. Und doch leider.

Das bedeutet natürlich, dass hier weniger los sein wird. Da ich nicht ausgerechnet die Rezensionen auf Eis legen will, müssen die kleinen Posts dran glauben. Ob ich noch regelmäßig zur Naturkunde komme, weiß ich nicht. Vielleicht führe ich sie aber auch vorübergehend als Kurzform weiter und versorge euch mit mehr Videos von sprechenden Vögeln und ähnlichem ;)

Begonnene Bücher

Noch immer lese ich den Quijote, bin aber ungefähr halb durch und es geht auch stetig voran. Und ein weiteres Großprojekt hat begonnen: Ich höre die Highland-Saga von Diana Gabaldon an. Die ist mir von verschiedenen Leuten empfohlenen worden, weshalb ich die Einordnung als Romanze mal außen vor und mich auf die Reihe eingelassen habe. Bisher finde ich es eher gut als schlecht, auch wenn an einigen Stellen die erzählerischen Nähte etwas hervorscheinen, aber bei einem historischen Roman bin ich automatisch recht schnell zufrieden :) Da es sich um eine Leserunde handelt, geht es in mäßigem Tempo voran und ich werde mit Band 1 noch länger beschäftigt sein. Wenn's gefällt, folgen die anderen Bände.

Leseliste im Juli
Viel zu tun im Juli (jippie)

Geplante Rezensionen

Arthur C. Clarke: 2001. Odyssee im Weltraum + Film
Nathaniel Hawthorne: Der scharlachrote Buchstabe
Detlef Bluhm: Von Autoren, Büchern & Piraten
George Bernard Shaw: Cashel Byrons Beruf

2001 und Cashel Byrons Beruf müsste ich natürlich erst mal lesen. Ansonsten muss ich jede Menge für die Prüfungen vorbereiten. Mal sehen, ob ich mit einem weiteren Nobelpreisträger wenigstens anfange. Geplant ist Elfriede Jelineks Die Klavierspielerin *schluck*.

Beiträge im Juni

Immer logger bleiben
Begleittext Juni. Neues und Altes
TAG. Wie viel liest du?
Ankündigung. Ein weiteres Jahr Buchverfilmungschallenge
Fünf am Freitag.
Rezension. Alwin Frank Fill: Linguistische Promenade
Arthur Schnitzler: Traumnovelle
Naturkunde (12). Raupenalarm!
Buchverfilmungschallenge. Eyes Wide Shut
Katherine Mansfield: Ich will die Dinge auf die Spitze treiben!
Fünf am Freitag. Leseorte
Es ist wieder Lesemarathonzeit!
Geschafft. Buchverfilmungschallenge
Lesemarathon #wklm2014. Tag 1
Lesemarathon #wklm2014. Tag 2
Ein Jahr mit Nobelpreisträgern. Buddenbrooks von Thomas Mann
Lesemarathon #wklm2014. Tage 3-5
Lesemarathon #wklm2014. Tag 6
Challenge. Anti-Age dem SuB ab August
Naturkunde (13). Amsel - Blackbird, fly...
SuBKultur. Curiosity killed the cat
Shout-out 6/2014
Lama-Gif von Jakuto