Montag, 30. Juni 2014

Shout-out 06/2014

Shout-out für Blogger
Platz für Lob: Besondere Posts
Wie angekündigt habe ich fleißig Links gesammelt, um ein bisschen Lob loszuwerden:
Blogger stecken viel Zeit und Arbeit in die Texte, die sie schreiben. Durch Rezensionen anderer wachsen unsere Wunschlisten, durch HowTo-Posts wird uns Hilfe geboten, und der ein oder andere Beitrag ist einfach nur gut geschrieben und nennt die Dinge beim Namen. Beiträge, die mir positiv aufgefallen sind, möchte ich einfach weitergeben und so Danke sagen.

Natürlich habe ich weder die Zeit, alle Blogs zu verfolgen, die es so gibt, noch schaffe ich es, jeden Post der Blogs zu lesen, denen ich folge. Dieser Shout-out ist mein persönliches Notabene, das weder repräsentativ noch objektiv sein soll.
Es kann sich gerne jeder anschließen, der auch anderen Bloggern Danke sagen will (Logo kann bei Bedarf verwendet werden).


SuBKultur. Curiosity killed the cat

SuBKultur Logo
Wieder ist ein Viertel des Jahres vorbei und wie viele andere bloggende Leseratten will auch ich Rückschau halten: Was war in April, Mai, Juni 2014 los im Bücherregal?

Ich habe vor allem ordentlich neue Bücher gekauft und geschenkt bekommen: 13 neue Bücher haben ihren Weg zu mir gefunden, die meisten habe ich gekauft, weshalb ich mich mit einem (ganz und gar nicht magischen) Buchkaufbann belegt habe, bis mein SuB um 10 ausgesuchte Bücher geschrumpft ist (Project 10 Books). Aber ich habe auch 23 Bücher abgegeben, vor allem an Tauschregale und über tauschticket.

Mein Regal ungelesener Bücher
Mein "RuB" (Regal ungelesener Bücher)
Mit dem Näherrücken des Studienendes fange ich auch an, mir Gedanken über die Bücher zu machen, die ich eigentlich nur wegen Germanistik besitze... Da werden sich die Regalböden auch noch mal lichten, wenn ich ausmiste. Unter dem Strich ist mein SuB geschrumpft und das ist mir die Hauptsache.

Der Stand zu Jahresanfang war: 189 ungelesene Bücher
Neuzugänge: 24
gelesen: 15
Aktueller SuB (minus abgegebene Bücher): 175

Neuentdeckungen: Nach nur 7 neuen Autoren in den ersten drei Monaten des Jahres konnte ich nun weitere 17 Neuentdeckungen machen! Es gab einige Reinfälle und Enttäuschungen, aber auch viele gute erste Eindrücke, wie mit Justin Cronin, Toni Morrison, Irvine Welsh oder Katherine Mansfield. Auch zwei Sachbücher konnte ich lesen und unter "positive Leseerlebnisse" verbuchen.

Aktionen/Ereignisse

Ich habe mit Freude am Lesemarathon 7 Days 7 Books (7D7B+) teilgenommen und in der darauf folgenden Woche zum Internationalen Tag des Buches eine kleine Rezensionsaktion veranstaltet. Anfang Juni hat sich mein Buchclub zum ersten Mal getroffen und wir haben fleißig über die erste Hälfte von Der scharlachrote Buchstabe diskutiert, bevor wir etwas abschweiften... Am 4.7. treffen wir uns zu Ehren des Autors erneut (der wäre dann nämlich 210 Jahre alt geworden). In der letzten Woche war dann wieder Lesemarathon angesagt, gehostet von der Wörterkatze.

 Stand der Challenges

Literary Exploration Challenge
22/24 Bücher
Nobelpreisträger Challenge
5/10 Bücher
Buchverfilmungschallenge
12/12 Bücher


Literary Exploration Hard: Konnte die Easy-Stufe abschließen (12 Genres) und warte noch geduldig auf Zeit, um die letzten beiden Genres, Philosophical und Pulp, abzudecken. Für letzteres Genre werde ich The talented Mr. Ripley lesen, bei Philosophical bin ich mir noch nicht sicher, ob Narziß und Goldmund sich eignen würde. Ich muss es wohl lesen, um das herauszufinden.
Ein Jahr mit Nobelpreisträgern: Halbzeit, zumindest was die Rezensionen angeht. Trotz Verlängerung träume ich immer noch davon, bis Oktober fertig zu werden und danach vielleicht als Bonus den neuen Preisträger lesen (ich weiß, meine positive Einstellung ist wahrscheinlich etwas blauäugig).
Buchverfilmungschallenge: beendet, hat Spaß gemacht, ich werde es wieder tun ;) s.u.

Neue Challenges

Project 10 Books: Erst 2 Bücher gelesen... Aber auch noch kein Buch gekauft, also alles im grünen Bereich!
ABC-Challenge: B wie Buddenbrooks! Ich wollte keins der Hörbücher hierfür nehmen, das wäre ja viel zu einfach. Sonst habe ich noch keine Rezension geschafft, also steht es noch bei 1 von 26 Büchern.
Buchverfilmungschallenge: Beginnt im Juli. Mein erster Anläufer wird, in Anlehnung an meinen letzten Film Eyes Wide Shutder Science Fiction-Film überhaupt sein, 2001: Odyssee im Weltraum. Ich bin super gespannt.Anti-Age dem SuB #3: Diese Challenge ist ein SuB-Killer mit Fun-Faktor und darum musste ich mitmachen. Beginnt im August.

Wunschchallenge - sparen pro BuchAußer den ganzen Challenges habe ich auch pro gelesenem Buch Geld gespart, ganze 4€, um genau zu sein, weil ich ja dachte, ich lese eh nur 52 Bücher. Jetzt wird es eben mehr, inzwischen sind 100€ im Topf! Meine Schätzung, am Ende 200€ zu haben, ist also äußerst gut gewesen.

Der Plan

Mein Plan, bis zum nächsten Vierteljahresrückblick mit allen Challenges bis auf die Nobelrunde fertig zu werden, ist also knapp gescheitert, da mir 2 Bücher fehlen.
Die neue Prognose wird weitaus schwieriger, da ich von Juli bis September für meine mündlichen Prüfungen lernen und auch lesen muss. Eigentlich wollte ich bis dahin 8-9 Nobelpreisträger fertig haben, Literary Exploration Challenge abhaken und, da ich nicht bis in alle Ewigkeit Buchkaufverbot haben will, auch Project 10 Books zu Ende bringen. Daneben laufen die Buchverfilmungschallenge, die ABC-Challenge und Anti-Age dem SuB. Habe ich mich etwa wieder übernommen? Mal sehen, was in den nächsten Monaten passiert. In so einer Situation ist es wohl am besten, die Dinge auf sich zukommen zu lassen :)

Sonntag, 29. Juni 2014

Lesemarathon #wklm2014. Tag 7

Schon wieder bin ich seit halb neun wach. Seltsam das.

Gestern habe ich doch nicht mehr mit Ugolino angefangen, sondern erst mal einen Lernplan für die nächsten Wochen aufgestellt und meinen Kalender auf die herannahenden Lernwochen umgestellt; es ist ein Blanko-Notizbuch, in das ich mir alles reinschreibe, deshalb konnte ich selbst einige Änderungen am Layout vornehmen :)

Heute also ein bisschen Drama, Baby: Ugolino. Zwei von fünf Aufzügen habe ich schon geschafft. Bei den Sturm und Drang Dramen muss man das ganze Rumgeheule der Helden schon mit Humor nehmen. Und hier wird gleich auf den ersten zwei Seiten wie wild geweint und sich umarmt.
Ugolino ist mit seinen drei Söhnen in einem Turm eingesperrt. Während die Söhne sich um eine Flucht bemühen, ist der Vater von Schuldgefühlen zerfressen, denn durch seine Fehler müssen seine Söhne leiden.
Die Geschichte stammt wohl aus Dantes Inferno, aber das habe ich nicht gelesen, also bleibt mir wenigstens ein bisschen Spannung erhalten. Auch wenn naturgemäß sowieso alle sterben müssen. Tragödie halt.

Um schon mal einen Rückblick auf die Woche zu wagen: Ich bin zwar zufrieden, trotz Masterarbeit und Radtour Der scharlachrote Buchstabe beendet und Wilde Reise durch die Nacht komplett gelesen zu haben (und heute noch den schmalen Ugolino), aber ich bin weder ordentlich zum Posten gekommen noch dazu, die Posts der anderen richtig zu lesen (und vor allem zu kommentieren). Das finde ich schade, denn der Austausch gehört ja zu einem Lesemarathon dazu. Die Woche war einfach chaotisch und das konnte ich besonders gut an meinem Blog-Verhalten festmachen :(

Update ~17:45
Ugolino ist tot, es lebe... aber nein. Ich sollte vielleicht demnächst erst die Forschungsliteratur lesen und dann den Originaltext, damit ich nicht die Hälfte verpasse. Obwohl das diesmal doch gut geklappt hat. Aber auf einer modernen Bühne kann ich mir dieses Gesülze nicht vorstellen.

Naturkunde (13). Amsel - Blackbird, fly...

Wann immer die Sonne rauskommt, nehmen mein Schatz und ich uns eine kleine Auszeit und gehen 'ne Runde spazieren. Wir wohnen nahe an der Mosel und gehen also immer ein wenig am Ufer entlang, meist am fürhen Abend.
Seitdem habe ich auf die Vogelarten am Wegesrand geachtet, vor allem die Songvögel, denn ich wartete auf meinen Liebling: Die Amsel.
Amseln singen sehr schön und können ihre Stimmen ganz außergewöhnlich modulieren. Die Männchen grenzen mit einem Reviergesang zwischen März und Juli so ihr Gebiet ab. Durch das blöde Wetter habe ich erst jetzt öfters Gelegenheit, ihnen zu lauschen.

Besonders toll ist es, wenn andere Amseln den Gesang mit eigenen Tönen beantworten. Oder wenn eine Amsel irgendwo eine Katze oder eine Sirene gehört hat und versucht, das zu imitieren!

Einige Tonfolgen werden über das Erbgut weitergegeben. Das fand man heraus, indem man einige Amselmännchen isoliert aufzog. Sie beherrschten trotzdem die Motive ihrer Vorfahren.


Und nur so zum Spaß: Leierschwänze (heimisch in Südostaustralien) können täuschend echt nicht nur andere Vogelarten, sondern auch Kameras, Sirenen und Kettensägen (!) imitieren.

Samstag, 28. Juni 2014

Challenge. Anti-Age dem SuB ab August


Wenn das mal nicht die Challenge für mich ist! Seit Monaten freue ich mich auf die dritte Runde von Anti-Age dem SuB, weil das bedeutet, dass ich dabei sein kann! Den letzten Start habe ich nämlich relativ knapp verpasst.


So läuft die Challenge ab:

Setzt die Lesesegel und gönnt eurem SuB eine Faltenkur! Wie das?
Ganz einfach: (Haupt-)ziel der Challenge ist es, jeden Monat nach dem Zufallsprinzip einem der Bücher eine Chance zu geben, die euch schon mit am längsten ein verzweifeltes "Lies mich doch endlich!" zurufen. Für diese Bücher gibt es Lose, Ehre und Rum und über monatliche Bonusaufgaben könnt ihr Extrapunkte sammeln. Wie das? 

Der Kurs: jeden Monat Lose sammeln! 

♠ Glücksfee: zufälliges Alt-SuB-Buch lesen (3 Lose)
Am Monatsanfang ein Buch vom Alt-SuB LOSEN und innerhalb des Monats lesen. Neu gelost werden darf NUR, falls ein Reihenbuch gezogen wurde, zu dem noch Vorgänger fehlen.
♠ Plus-Minus (Bonus): Anzahl Neuzugänge minus Anzahl Alt-SuB Abgänge < 0  (1 Los) 
♠ Uropa adé (Bonus): ein Buch vom Ur-Alt-SuB gelesen (1 Los)
♠ Bonus: monatliche Extra-Aufgaben, haltet Ausschau! (1 Los FALLS Glücksfee geschafft)

Und ja, damit habt ihr dann natürlich auch die Chance auf eine kleine Tiefseeperle, wenn wir den Challengehafen erreicht haben. Neugierig? Es wird klein, es wird buchig und es wird  kein Gutschein sein. Aber mehr verrate ich nicht, ätsch! Eine Schnitzel-Geld-Buchjagd soll das hier nicht sein.

Die Formalitäten: 

♠ Dauer: 01.08.2014 - 31.07.2015
♠ Wer?: jeder mit Alt-SuB>12 und einer Möglichkeit den Challenge-Verlauf im WWW zu listen
♠ Alt-SuB?!: beinhaltet alle Bücher, die ihr vor dem 01.08.2013 geangelt habt
♠ Ur-Alt-SuB?!: beinhaltet die 12 (gefühlt, so genau nehme ich das nicht) ältesten Alt-SuB-Bücher
♠ Anheuern: bis 31.07.2014 mit Namen und Link zum Challengeverlauf (Ur-Alt-SuB, monatliche Lose) 
♠ Und dann?:
Haltet Ausschau nach monatlichen Extraaufgaben! Schickt mir bitte außerdem jeden Monat eine Flaschenpost (Kommentar, Mail, Brieftaube...) und sagt mir Bescheid, welche Lose ihr gesammelt habt.
Meine Fortschritte halte ich wie immer auf der Challenge-Seite fest.
Auch Lust bekommen? Schnell anmelden beim Seitenteich

Lesemarathon #wklm2014. Tag 6

Guten Morgen!
Unglaublich, dass ich schon gefrühstückt, bereits in meinem Buch gelesen habe und mich dabei auch noch wach fühle! Sonst schlafe ich eher lange und bin ein Zombie, wenn ich mal früher raus muss.

Wilde Reise durch die Nacht ist einfach spitze. Die Geschichte hat Walter Moers von Illustrationen Gustave Dorés abgeleitet, der im 19. Jahrhundert gelebt und Werke wie den Quijote, The Raven oder Gargantua und Pantagruel illustriert hat. Die Bilder sind wunderbar skurril und ich überlege schon, mir einige auszudrucken und zu rahmen.

Ich habe bis auf den neuesten alle Zamonienromane gelesen, aber das hier gefällt mir besser. Der Moers'sche Erzählton passt einfach. Bei den anderen Büchern hat mich dieses schnodderige immer etwas gestört.

Es sollte kein Problem sein, das Buch heute noch zu beenden.

Gleich unternehme ich mal eine ausgedehnte Blogrunde, dazu bin ich diese Woche noch gar nicht so richtig gekommen. Und dann will ich wissen, wie Gustave das Schrecklichste aller Ungeheuer besiegt.

Update ~11:45
So, Wilde Reise durch die Nacht habe ich gerade beendet. Toll! Als Kind habe ich immer aus verschiedenen Stickern in den Alben meiner Freunde Geschichten gebastelt, vielleicht kommt daher ein Teil der Begeisterung.
Ein kurzes Buch, das man auch an einem Tag lesen könnte. Und ich bin so froh, eine Hardcoverausgabe zu besitzen. Es ist recht groß, hat eine Leselitze und die Schrift ist auch groß. Das hat dem ganzen etwas mehr von einem Bildband gegeben, was irgendwie passte.
Übrigens: Dieses Bild von Doré aus Don Quijote kennen bestimmt einige aus Schulbüchern oder dem eigentlichen Buch.
Gustave Doré - Miguel de Cervantes - Don Quixote - Part 1 - Chapter 1 - Plate 1 "A world of disorderly notions, picked out of his books, crowded into his imagination"
Update ~21:45
Ich habe mich jetzt den Tag über doch auf Unikram konzentriert, aber immerhin beinhaltete das, Literatur für meine Prüfungen zusammen zu suchen.
Vielleicht fange ich auch heute noch mit Ugolino an, mal sehen. Je früher ich das angehe, desto besser.

Mittwoch, 25. Juni 2014

Lesemarathon #wklm2014. Tage 3-5

Heute hat mein Freund seine Masterarbeit abgegeben, deshalb bin ich zu nichts gekommen. Morgen und übermorgen machen wir unsere Radtour.

Ich melde mich wohl erst Samstag wieder zurück.

Viel Spaß und eine schöne Woche!

*        *        *

UPDATE Freitag ~18:00
Wir sind gerade von unserer Tour wieder gekommen. Danke für die lieben Kommentare! Das Wetter war sehr schön, nur am Ende mussten wir die abbrechen wegen Regen. Der hat aber netterweise erst eingesetzt, als wir gerade das Wartehäuschen der Bahn erreicht hatten :)

Die Strecke war wirklich fantastisch. Besonders heute. Zwar hügelig, aber die Landschaft... Und wir haben ein Reh und eine Natter gesehen, die sich auf einem Stein gesonnt hat.

Und jetzt, nach einer Dusche, fühle ich mich vollkommen entspannt und befreit vom Stress der letzten Wochen. Hach!

Jetzt lese ich weiter in Wilde Reise durch die Nacht, das ich gestern Morgen schon begonnen habe. Bis jetzt echt super!


Ein Jahr mit Nobelpreisträgern. Buddenbrooks von Thomas Mann

Buddenbrooks, der schröckliche Wälzer
Lag mir lange quer im SuB – Buddenbrooks
Auf der ganzen Welt liest man Mann. Wer kann ahnen, wie viele Schüler und Studenten auf diesem Planeten zu der Lektüre des Wälzers genötigt wurden? Kann man sich vorstellen, dass Island die Buddenbrooks, das Werk Thomas Manns schlechthin, erst seit kurzen 14 Jahren kennt? Es wurde erst 2000 ins Isländische übertragen.
Nach Jahren des Zögerns und "Nur mal kurz"-Reinlesens habe ich die 759 Seiten, die meine Ausgabe hat, endlich gelesen – und bin nicht nur lebendig aus der Lektüre hervorgegangen, sondern hatte durchaus meinen Spaß.

Inhalt

[...] Thomas Mann erzählt nur wenig verschlüsselt die Geschichte seiner Familie und ihrer Stellung in der Vaterstadt Lübeck, soweit er sie nachvollziehen, in Einzelheiten überblicken konnte, ja sogar noch miterlebt hat. Verwandte, Honoratioren und markante Persönlichkeiten seiner Jugend werden integriert. Den meisten Raum nimmt das Leben Thomas Buddenbrooks ein – »ein modernes Heldenleben«; sein Sohn Hanno wird einen langen Strich unter die Genealogie der Familie setzen und sich rechtfertigen mit den Worten: »Ich glaubte ... ich glaubte ... es käme nichts mehr ...« [...] (Quelle: S. Fischer)
Mit Thomas Mann hatte ich bisher eher unschöne Kollisionen, so kam ich über wenige Seiten des Zauberberg nie hinaus, quälte mich durch den Felix Krull und starb vor Langeweile bei der Filmfassung von Tod in Venedig (die Erzählung ist im Übrigen gar nicht langweilig). Wie leichter war es doch, die leichtfüßigen Werke seines Bruders Heinrich zu lesen, der obendrein anders als Thomas von vorneherein Pazifist gewesen war und bei mir somit automatisch einen Stein im Brett hatte.
Buddenbrooks aber ist trotz seines Umfangs ein leichter Einstieg in Manns Werk, es ist viel leichter zu lesen als Der (vermaledeite) Zauberberg, der selbst als Hörbuch noch unglaublich lang ist.

Am Anfang des Buches sitzt man mit im "Landschaftszimmer", wo die Großfamilie Buddenbrook ihren Nachmittag verbringt. Eine anfängliche Verwirrung darüber, wer wer ist, hat mich zum Führen einiger Notizen angeregt, sodass ich letzendlich kleine Zusammenfassungen für jedes Kapitel geschrieben habe.

Notizen zu Buddenbrooks
"Mitschrift" zum Buch

Es ist wirklich gräulich: Da sitzt nicht nur das gesamte Personal des Buches (zumindest vor dem ersten Generationenwechsel) in einer Szene zusammen, der Autor wirft mit Namen um sich, als sei sowieso klar, um wen es sich dreht, und dann hat jede Figur auch noch drei Namen oder mehr! Bis ich mal raus hatte, dass Jean, der Konsul, der Großvater, der Vater, und Johann alles ein und dieselbe Person sind! Ist man erst mal über einige Seiten hinaus, lichtet sich der Figurenwald und man kann anfangen, sich auf die Geschichte zu konzentrieren.

Während man zuerst den Eindruck perfekten Familienglücks bekommt, das sich auf das kaufmännische Geschick des Vaters von Jean, Johann Buddenbrook, gründet (ja, hier wird auch noch der Name des Hausherren weitergegeben). Man lebt in hohem Ansehen, genießt politischen Einfluss und die Früchte harter Arbeit. Obwohl, von Genuss kann nicht wirklich die Rede sein. Immer steht das Arbeiten und der Fleiß bei den Buddenbrooks im Vordergrund.
Doch schon bald beginnen sich Risse in der Fassade zu zeigen, es gibt ungeliebte schwarze Schafe in der Familie, die 'aus der Art schlagen' und die Familienehre in den Dreck ziehen. Und mit jeder neuen Generation Buddenbrooks vergrößert sich der Makel...

Ein Liebling vieler Leser ist sicherlich der hypochondrische Christian, der in seinem Leben so gar nichts auf die Reihe kriegt. Hier versucht er, seinem tüchtigen Bruder klarzumachen, dass er als Kaufmann aus gesundheitlichen Gründen nicht taugt:
"Es ist kein Schmerz, es ist eine Qual, weißt du, eine beständige, unbestimmte Qual. Doktor Drögemüller in Hamburg hat mir gesagt, daß an dieser Seite alle Nerven zu kurz sind. Stelle dir vor, an der ganzen linken Seite sind alle Nerven zu kurz bei mir! Es ist so sonderbar... manchmal ist mir, als ob hier an der Seite irgend ein Krampf oder eine Lähmung stattfinden müßte, eine Lähmung für immer... Du hast keine Vorstellung... Keinen Abend schlafe ich ordentlich ein. Ich fahre auf, weil plötzlich mein Herz nicht mehr klopft und ich einen ganz entsetzlichen Schreck bekomme... Das geschieht nicht einmal, sondern zehnmal, bevor ich einschlafe. Ich weiß nicht, ob du das kennst... ich will es dir ganz genau beschreiben... Es ist..." (S.404)
Worauf er von einer Entgegnung à la "Ach ne, du, lass ma" von seinem Bruder zum Schweigen gebracht wird.

Buddenbrooks mit Seemannspfeife
Stilecht mit Seemannspfeife
Mann kann sehr gut Charaktereigenschaften in Physiognomien und Ausdrucksweisen verpacken: Christian zum Beispiel fährt sich gerne mal mit der Hand über die Stirn, oder er erbleicht plötzlich mitten im Gespräch, wird ganz still und verabschiedet sich bald. Außerdem hat er krumme Beine und die Hosen "umschlottern" seine Gestalt. Darin ist Thomas Mann äußerst präzise und pointiert. Er macht Andeutungen, anstatt den Leser mit Fakten zu erschlagen.
Womit er allerdings etwas erschlägt, ist mit der Länge des Romans. Mich jedenfalls. Durch die sprachliche Dichte sind 759 Seiten schon recht anstrengend – als ich fertig war, fühlte ich mich ganz ausgehöhlt und total alle. Trotzdem hat das Buch Spaß gemacht.

Anmerkung zur Retroausgabe: Benutzt neben dem Originalcover auch die Orthographie der ersten Ausgabe, wenn ich das richtig sehe –herzallerliebst! Da gibt es noch die Hausfaçade und, wie man im obigen Zitat sehen kann, eine Vielzahl an ß.

Für wen ist das Buch?

Mann ist nicht für jeden etwas. Ich hätte wohl nie etwas von ihm gelesen, wenn ich nicht Germanistik studieren würden, wo es ein Sakrileg darstellt, sein Studium abzuschließen, ohne die Buddenbrooks zu kennen. Wem der Erzählton seiner kurzen Erzählungen zusagt, für den ist Buddenbrooks sicher der perfekte Einstieg in seine großen Romane.


Buch auf Leseliste setzen

Dienstag, 24. Juni 2014

Lesemarathon #wklm2014. Tag 2

Tag 2 des Marathons habe ich wesentlich produktiver begonnen als Tag 1: Im Bett liegend und lesend!

Ist es nicht toll, dass Blogger die Möglichkeit entdeckt haben, diesen Satz sagen zu können? Produktiv und im Bett liegen in einem Satz, meine ich. Ha!

Der scharlachrote Buchstabe kommt so langsam etwas in Fahrt. Zum Glück.

Gestern hatte ich kurz vor Mitternacht mein Tagesziel erreicht: Nach 84 Seiten bin ich auf Seite 189 angekommen. Danach habe ich zum Einschlafen noch den Anfang von Feuer und Stein von Diana Gabaldon gehört. Das brauche ich momentan, weil ich sonst stundenlang wachliege und grüble.

Zeit für eine erste Blogrunde. Danach muss ich leider einen Weg finden, meinen Kosmetikkram in den neuen, frauenfeindlichen Badezimmerschrank einzuräumen. Frauenfeindlich? Aber ja! Das gibt's. Oder hat etwa eine Frau diesen Schrank ersonnen, in dem es absolut keine Möglichkeit gibt, Kajalstifte und kleine Döschen unterzubringen, weil alles in die Höhe strebt?!
Werde wohl ein Miniregal bauen müssen. Danke, Vermieter!

Montag, 23. Juni 2014

Lesemarathon #wklm2014. Tag 1

So, Freunde, ich habe mich heute ewig mit einer gewissen Masterarbeit gequält und auch für meine eigene Abschlussarbeit ein wenig Recherche betrieben.

In meinem Buch habe ich erst 32 Seiten geschafft. Aber jetzt drehe ich erst mal eine entspannte Blogrunde, bekomme ein Abendbrot und dann schaun wa mal, was der Abend noch bringt ;)

Übringens twittere ich ab und zu auch mal ein Update als @amphitryonne.

Geschafft. Buchverfilmungschallenge

Diesen Teil meiner Challengeseite kann ich abhaken ;) Ich bin bei der nächsten Runde auch mit von der Partie. Filme sind einfach mein Ding – neben Büchern natürlich!

Mein Lieblingsbuch in dieser Challenge ist Stolz und Vorurteil, wenn man die Bücher außen vor lässt, die ich vorher schon kannte. Den die finde ich ja offensichtlich so toll, dass ich sie noch mal gelesen habe!
Mein Lieblingsfilm aus den unten stehenden 12 ist, unschwer zu erraten, Trainspotting.
Gequält habe ich mich am ehesten mit World War Z (Buch) und Stolz und Vorurteil (Film).

Wie war's bei euch?

Zur Archivierung und Übersicht hier noch mal der ganze Spaß.


geschafft!

Buchverfilmungschallenge (01.07.2013 - 30.06.2014)

Host: Hannah von Hannahs Bücherblog
Ab dem 01.07.2013 bis zum 30.06.2014 sollten 12 Buch/Film-Paare (also einen pro Monat; wobei mir egal ist, ob ihr 12 Paare im Juli vergleicht oder euch das einteilt, es muss nicht ein Paar pro Monat sein) geschaut und gelesen werden. Diese sollten auf eurem Blog verglichen werden (getrennt in einem Post, das ist mir egal). Welche Bücher das sein werden ist euch überlassen: Von Romanen über Kinderbücher bis hin zu Comics ist alles erlaubt! Die Filme/Bücher sollten schon in dieser Zeit (wieder) gelesen/gesehen werden und es sollten nicht einfach Paare aufgelistet werden, die ihr schon vor längerer Zeit gesehen/gelesen habt.
1. Interview mit einem Vampir (Buch | Film)
2. World War Z (Buch | Film)
3. Das letzte Einhorn (Buch und Film)
4. High Fidelity (Buch | Film)
5. The Princess Bride | Die Braut des Prinzen (Buch und Film)
6. Das Schwert im Stein | Die Hexe und der Zauberer (Buch | Film)
7. Die Tribute von Panem: Tödliche Spiele | Hunger Games (Buch und Film)
8. Stolz und Vorurteil (Buch und Film)
9. Das Grab der Leuchtkäfer | Die letzten Glühwürmchen (Buch und Film)
10. A long way down (Buch und Film)
11. Trainspotting (Buch und Film)
12. Traumnovelle | Eyes Wide Shut (Buch | Film)

Sonntag, 22. Juni 2014

Es ist wieder Lesemarathonzeit!

Lesemarathon bei der Wörterkatze
In der nächsten Woche veranstaltet die Wörterkatze einen Lesemarathon! Wer will, kann sich noch schnell anmelden.
Ich habe das bereits vor einiger Zeit getan, wohl wissend, dass ich vielleicht nur wenig Zeit habe würde. Und Bingo! Es kam, wie es kommen musste:

Mittwoch oder Donnerstag gibt mein Schatz seine Masterarbeit ab und bis dahin muss ich dafür sorgen, dass er was isst, was anzuziehen hat und vor allem, dass er keine all zu kreative Rechtschreibung und Grammatik an den Tag legt. Nach Abgabe der Arbeit wollen wir eine kleine 2-tägige Radtour unternehmen, um den ganzen Stress der letzten Monate von uns abfallen zu lassen (bevor dann meine eigene Lernphase beginnt). Währenddessen habe ich Hiwistunden abzuarbeiten, muss Dozenten für meine Prüfungsthemen hinterherrennen und passende Literatur auftreiben.

Die Woche ist also gut gefüllt. ABER: Das soll nicht heißen, dass ich keine Zeit zum Lesen finden würde. Ich möchte vor allem mal wieder jeden Tag eine Stunde ohne Unterbrechungen lesen. Außer während der Radtour, versteht sich. Ich will ganz entspannt eine Kanne Tee/Eistee neben mir haben und meinen Lesestuhl mal wieder benutzen, der kam in letzter Zeit eindeutig zu kurz.

Buchauswahl für den Lesemarathon
Meine bescheidene Leseliste
Da ich momentan Der scharlachrote Buchstabe lese, will ich das Buch nächste Woche beenden. Vor einiger Zeit hatte ich auch angekündigt, Wilde Reise durch die Nacht von Walter Moers lesen zu wollen, also auch das.

Ansonsten nehme ich mir lieber nichts mehr vor, aber wenn ich kann, will ich noch ein Buch aus dem Project 10 Books dazunehmen, irgendwas leichtes, vielleicht Emil und die Detektive.

Ich werde den Marathon mit täglichen Posts begleiten und zwischendurch für zwei Tage von der Bildfläche verschwinden (Freitag und Samstag oder über's Wochenende, mal schauen).

Ich wünsche schon mal allen Teilnehmern eine vergnügliche Lesewoche!

Freitag, 20. Juni 2014

Fünf am Freitag. Leseorte


Bei "Fünf am Freitag". will Ker Stin diese Woche wissen, 

Abgesehen von abends auf dem Sofa oder im Bett, wo lest ihr am liebsten oder am meisten?


Ich musste beim Lesen ihrer Liste etwas schmunzeln, weil meine fast genauso aussehen wird:

1. In Bus, Zug, Wartezimmern, ...
Das mit dem Auto krieg ich ohne Übelkeit leider immer noch nicht hin, aber ich bin auch nur alle Jubeljahre mal in einem Auto.
2. Auf dem Ergometer
Weil gerade Serienflaute bei mir herrscht keine Folge Doctor Who oder Once upon a time ist noch übrig.
3. An der Uni
Im Sommer natürlich am liebsten draußen auf unserem wunderschönen Campus, sonst in meinem Büro oder in der Bib.
4. An einem sonnigen Nachmittag am Moselufer bei mir um die Ecke
Sooo entspannend.
5. In der Stadtbibliothek bzw. auf dem Domplatz direkt davor
Mein Lieblingsort in Trier ist der malerische Domplatz, wo man sich wie im Urlaub fühlt, wenn die Boulespieler da sind und die Touristen und Fahrradfahrer.

Wo lest ihr gerne? Wer mitmachen will, der schaue hier vorbei ;)

Domplatz in Trier in germany

Donnerstag, 19. Juni 2014

Katherine Mansfield: Ich will die Dinge auf die Spitze treiben!

Cover Mansfield Heidenreich Hörbuch



Dieses Hörbuch habe ich, ich weiß nicht mehr aus welchem Grund, lange auf meiner Onleihe-Merkliste gehabt. Was ich als nächstes entleihe, lose ich meistens aus, so auch in diesem Fall. Und was für ein Glücksfall!




Inhalt

Ich will die Dinge auf die Spitze treiben versammelt einige von Katherine Mansfields Geschichten aus all ihren Werken. Elke Heidenreich liest sie. Die Geschichten sind:
  • Glück, worin eine junggebliebene Ehefrau einen Tag in grundloser Euphorie verbringt
  • Mr. Reginald Peacocks großer Tag, worin der große Sänger Reginald Peacock beweist, was für ein toller Kerl er ist
  • Eine Tasse Tee, worin eine Dame eine Lektion in Demut lernt
  • Ehe à la mode, worin eine andere Dame ihren Lebensstil zum Leidwesen ihres Mannes ändert, und
  • Deutsche bei Tisch, worin Katherine Mansfield selbst zu Wort kommt und von einem Tischgespräch in einer deutschen Pension berichtet.


Diese Geschichten sind fabelhaft. Selten findet man Beobachtungsgabe und sprachliche Finesse so kombiniert wie bei der jung verstorbenen Katherine Mansfield. Sie schreibt in einer einfachen Sprache, aber nicht schnörkellos. In der Sprache reflektieren sich stets Charaktereigenschaften ihrer Protagonisten: So ist Mr. Reginald Peacocks großer Tag etwas gestelzter geschrieben, Glück ist angefüllt mit Ausrufen der Freude. Ihre Figuren erscheinen augenblicklich real, vom ersten Satz an ist man in ihrer Welt. Ich habe keine Ahnung, wie sie das macht, aber Katherine Mansfield hat mein Herz im Sturm erobert.
"Was kann man denn auch tun, wenn man dreißig ist, in seine eigene Straße einbiegt und plötzlich von einem Gefühl des Glücks überwältigt wird – reinen Glücks! –, als hätte man mit einemmal ein strahlendes Stück dieser Spätnachmittagssonne verschluckt, und nun brannte es einem in der Brust, und winzige Funkenregen stoben durch den ganzen Körper, in jeden Finger und jede Zehe?"(aus: Glück)


Elke Heidenreich selbst hat es gesagt und ich kann es bestätigen: Der Mansfield'sche Ton passt zu ihr. Zweimal habe ich das Hörbuch angehört und könnte es gut und gerne noch zweimal tun.

Hörprobe des Verlags

Buch auf Leseliste setzen




Montag, 16. Juni 2014

Buchverfilmungschallenge. Eyes Wide Shut

Den Abschluss meiner Buchverfilmungschallenge bildet die Buch-Film-Kombination, mit der ich mich im letzten halben Jahr intensiv befasst habe: Traumnovelle von Arthur Schnitzler und seine Verfilmung durch Stanley Kubrik als Eyes Wide Shut. Meine Meinung zu Schnitzlers Novelle habe ich ja bereits kundgetan, bleibt also nur noch der Film.

Die Story ist, abgesehen von der Verlegung der Geschichte in das weihnachtliche Manhattan der Neunziger, der von Schnitzler sehr ähnlich: Bill und Alice scheinen alles zu haben, was sich ein Ehepaar erträumen kann. Eine luxuriöse Wohnung, eine süße kleine Tochter, eigene Arztpraxis, gesellschaftliches Ansehen. Doch schon bald erscheinen Risse in der Fassade: Auf einem Weihnachtsfest kann sich Alice den Avancen eines Fremden nur schwer entziehen und Bill taucht mit zwei Models im Arm wieder auf.
Als Alice beichtet, Mann und Kind einmal fast für einen fremden Mann hergegeben zu haben, ist Dr. Bills Ehre schwer angeknackst. In einer nächtlichen Odyssee versucht er mehrmals, Alice zu betrügen oder wird in Versuchung geführt. Zuletzt wird er durch eine scheinbar allmächtige Geheimgesellschaft bedroht, die vor nichts zurückschreckt, als er sich ungebeten zu einer ihrer Orgien einschleichen kann.

Ich könnte ewig über die Finesse dieses Films schreiben. Das liegt aber nur daran, dass ich ihn laange untersucht habe, nicht daran, dass er mir auf Anhieb gefallen hätte. Keiner von Kubricks Filmen gefällt mir. Ich finde sie schlau und visuell wie technisch einzigartig, aber ich mag sie nicht.
Eyes Wide Shut ist mir nun wider Willen etwas ans Herz gewachsen. Für eine Hausarbeit habe ich den Film mehrmals angesehen (ich musste dafür die BluRay anschaffen, sodass ich den Film in gefühlt 20 Sprachen ansehen kann) und angestrengt auf Details geachtet.

So war mir irgendwann deutlich vor Augen, dass das New York des Films ein Londoner Filmstudio ist (Kubrick litt angeblich unter Flugangst); man sieht, wie kleine Versatzteile und der Blickwinkel geändert werden und schon hat man ein neues Set.
Kubrick hat in seinen (späteren) Filme alles unter Kontrolle, alles hat eine Bedeutung. Die Farben, die Namen, Requisiten im Hintergrund. Zum Beispiel Bill, der auch öfters Dr. Bill genannt wird, verschleudert auf seinen Abenteuern Unmengen an Dollarscheinen, dollar bills, und glaubt, dadurch Macht zu haben. Das funktioniert natürlich nur, solange er nicht auf Mächtigere als ihn trifft.

Tom Cruise wird ja selten als Schauspieler gelobt, und für diesen Film musste er auch einiges einstecken. Nicole Kidmans Abwesenheit in den meisten Szenen fällt sofort auf, denn sie spielt unglaublich intensiv. In der deutschen Synchronisierung fand ich sie total übertrieben, aber im Englischen wirkt das nicht so.
Was neu ist, ist Bills Patient Victor Ziegler, gespielt von Sydney Pollack. Bills Verhältnis zu dem reichen Ziegler ist in vielerlei Hinsicht der Schlüssel zum Film. Victor (auch dieser Name kommt nicht von ungefähr) demonstriert seinen Reichtum auf dem jährlichen Weihnachtsball, und scheinbar lädt er seinen Hausarzt nur deswegen dazu ein, damit der einspringen kann, falls mal eine seiner Prostituierten eine Überdosis abbekommt. Hinter der prunkvollen, altehrwürdigen Fassade gehen düstere Dinge vor, die Ziegler lieber unter Verschluss hält.

Eyes Wide Shut ist dank seiner mechanisch-kalten Orgienszene verschrien als der unerotischste Film aller Zeiten, als Sexfantasie eines alten Mannes. Ich sehe das anders. In meiner Arbeit habe ich gezeigt, wie Kubrick durch gezielte PR und die Besetzung des damaligen Ehepaares Cruise-Kidman das Publikum in die Irre geführt hat. Es ging erfüllt von voyeuristischen Erwartungen in die Kinos und konnte darum mit "weit geschlossenen Augen" nicht sehen, was der Film wirklich zu sagen hatte. Nämlich, dass unsere Gesellschaft auf Erotik, Geld und Macht aufgebaut ist und wir alle käuflich sind. Und dass wir uns alle hinter Masken verbergen. Kurz gesagt. Wenn man sich von den erotischen Erwartungen losmacht und auf die Bildsprache achtet bzw. auf die Botschaften, die Kubrick manchmal überdeutlich in Bild, Handlung und auch gerne im Dialog versteckt, dann ist der Film gar nicht schlecht, aber in jedem Fall anspruchsvoll und nicht so leicht zu entschlüsseln. Tipp: Wer den Film anschaut, kann auf das Thema Konsum (in jeder Gestalt) mal achten.
Es ist faszinierend. Das ist es: Der Film fasziniert mich.

Sonntag, 15. Juni 2014

Naturkunde (12). Raupenalarm!


Raupe Kleiner FuchsIm Mai fing ja dankenswerterweise endlich das Wetter an, bei dem man auch mal einen Tag im Freien verbringen kann. Für meinen Schatz und mich bedeutet das nicht selten, sich mit Picknickdecke und Sonnenschirm bewaffnet zum Moselufer aufzumachen. Doch was uns da dieses Jahr passiert ist, war ein bisschen gruselig. Alle halbe Stunde schrie einer von uns erschrocken auf, weil scheinbar aus dem Nichts eine Raupe auf dem Bein aufgetaucht war. Eigentlich habe ich kein Problem mit Raupen, finde sie sogar ganz niedlich, aber wenn sie so gespenstisch tun erschreckt das schon. 


Es waren alles gleich aussehende Raupen, schwarz und gelb. Durch kurze Recherche konnte ich sie als der Gattung Kleiner Fuchs zugehörig finden. Und prompt flattern diesen Monat lauter rot-schwarze Falter bei den Brennnesseln am Ufer herum... Wenn das nicht die kleinen Schreckgespenster von letztem Monat sind!

Haus an der MoselMoselufer
Mosel BrennnesselWiese Mosel

Donnerstag, 12. Juni 2014

Arthur Schnitzler: Traumnovelle


Schnitzler Traumnovelle

Inhalt


Wien um die Jahrhundertwende. Fridolin und Albertine führen eine Ehe, die auf den ersten Blick als harmonisch zu bezeichnen ist. Die kleine Tochter wird mit einer Gutenachtgeschichte ins Bett gebracht, Fridolin ist Arzt, Albertine die umsorgende Ehefrau und Mutter, man besucht Feste und verbringt traute Liebesnächte. Doch als Albertine beichtet, dass sie dieses Leben für einen fremden Mann beinahe verlassen hätte, flieht Fridolin in die Nacht und zieht rastlos um die Häuser.
In dieser und den folgenden Nächten werden seine intimsten Fantasien scheinbar Wirklichkeit und er wird mehrmals in Versuchung geführt, seine Frau zu betrügen. Zuletzt wird gar sein Leben von einer mysteriösen, scheinbar mächtigen Geheimgesellschaft bedroht, die jedoch keine Spuren hinterlässt.

*     *     *

Wer hätte gedacht, dass ich mit dem guten Schnitzler doch noch mal warm würde? In der Schule habe ich Lieutnant Gustl und Fräulein Else direkt hintereinander gelesen und fand's blöd. Dieser Bewusstseinsstrom hat irgendwie genervt (wohl, weil die Protagonisten, deren Gedanken man hier folgt, nicht aus ihren Denkmustern ausbrechen können und so auf den Leser etwas beschränkt wirken); zum Glück ist diese Novelle nicht so geschrieben.
 An der mysteriösen nächtlichen Odyssee Fridolins haben mir vor allem die vielen Märchenmotive gefallen (die Streifzüge über drei Nächte, dreimalige Verführung, eine Kutsche, deren Türen sich wie von selbst öffnen), aber auch die psychoanalytischen Züge. Schnitzler erkundet seine Figur ganz genau, zeigt ihre Schwächen, ihre Unvollkommenheit, ihre Laster. Trotzdem und trotz einigem am Erotik wahrt er einen leicht witzig-ironischen Erzählton, sodass das kleine Reclamheft auch leicht wie eine Feder zu lesen war. Überhaupt zeigt Schnitzler hier an einigen herausragenden Sätzen, dass er jedes Wort sorgsam gewählt hat.
Über den Schluss musste ich ein wenig grübeln, bin dann aber zu einem befriedigendem Ergebnis gekommen. Du alter Fuchs, Schnitzler!

Eine sehr menschliche Geschichte, und angesichts des Publikationsjahres 1926 auch recht mutig. Allerdings hat er ja schon vorher bewiesen, dass er Erotik nicht für ein Tabu hält (v.a. durch das Skandalstück Reigen, aber auch Fräulein Else). Ob Fridolin nun alles nur geträumt hat, wie der Titel andeuten könnte (und einige andere Details in der Novelle selbst), scheint mir gar nicht so wichtig wie die Tatsache, dass es sowohl Traum als auch Wirklichkeit gewesen sein könnte. So spielt Schnitzler mit dem Unbewussten, das Freud durch die Träume aufzuspüren versuchte.


Buch auf Leseliste setzen

Mittwoch, 11. Juni 2014

Rezension. Alwin Frank Fill: Linguistische Promenade

Inhalt

Platon lässt Sokrates mit Kratylos über den Ursprung der Sprache disputieren. Berkeley zieht den Vorhang der Wörter weg, und man erblickt dahinter, zum Greifen nahe, den Baum der Erkenntnis.

Diese vergnügliche Wanderung durch die Geschichte der Linguistik hält sich zwar streng an die Erkenntnisse der Wissenschaft, greift aber das Unterhaltsame und Anekdotische heraus. Das Buch ist eine Einladung zu einem linguistischen Spaziergang, der dem promenierenden Publikum die Vielfalt der Themen und Methoden der Sprachwissenschaft spannend vor Augen führt.
(Quelle; mit Leseprobe)
Linguistische Promenade hat mir einen großen Gefallen tun können: Zur Wiederholung und Vernetzung alten Wissens ist es nicht übel geeignet. Das verdankt sich vor allem der klaren Struktur, die sich durch das ganze Buch zieht. In jedem Kapitel wird ein Stück Sprachwissenschaftsgeschichte rekapituliert, beginnend mit einer Anekdote aus dem Leben des Denkers, dessen Arbeit den Anstoß gegeben hat. Zum Beispiel hört man im ersten Kapitel das Ende eines Gespräch zwischen Sokrates und einem Marktgänger, wie es Platon, Sokrates' Schüler, aufgeschrieben hat. Sokrates fragt, ob es nicht zwischen Wortklang und Wortbedeutung einen natürlichen Zusammenhang gibt. Das ist aber keinesfalls trocken und theoretisch zu lesen, sondern geschrieben wie eine Erzählung, sodass man mit dem Thema ohne Anstrengung warm wird. Es fällt dann leicht, auch den darauf folgenden Hintergründen zu folgen. Die zu jeder wissenschaftlichen Strömung gehörenden Kritiker sowie die Entwicklungen innerhalb eines Gebiets werden jeweils vorgestellt.

Linguistische Promenade ist nicht für Sprachwissenschaftler geschrieben, sondern – wie es in der Einleitung heißt – es will "Nicht-PhilologInnen auf die Wissenschaft von der Sprache neugierig machen." Ein ehrbares Unterfangen, denn Linguistik sagt den meisten meiner Mitmenschen nichts, wenn man ihnen davon zu erzählen beginnt, dann sind sie aber meistens interessiert. Das Buch ist leicht zu lesen, unterhaltsam und regt zum Nachdenken über Sprache an, insofern kann ich dem Autor Alwin Frank Fill nur gratulieren. Für Einsteiger (und für Wiederholer, die nach etwas Struktur suchen) ist das ein richtiges Entdeckungsbuch, das auch allerhand Verknüpfungsmöglichkeiten zu eigenen Erfahrungen mit Sprache bietet.
Was mich als 'alten Hasen' auch dazu gebracht hat, ausgerechnet dieses Anfängerbuch auszuleihen ist, dass es wirklich am Anfang beginnt: Bei Platon in der Antike. Ein gewagter Rundumschlag, aber ich kann mich nicht beschweren: Meine Erwartungen wurden über Gebühr erfüllt.

Meine einzige Befürchtung ist, dass das Buch nicht unbedingt als Einsteigerbuch erkennbar sein könnte. Wenn man vom leicht antiquierten Titel im Buchladen trotzdem angelockt wird (der wohl nur dem üblichen – und allzu akademischen – "Eine Einführung" oder ähnlich Angestaubtem aus dem Weg gehen will), dann schafft es der Klappentext meiner Meinung nach eher nicht, den Funken zu entfachen und den Interessierten zum Kauf des Buches zu bringen.
Darum für alle, die sich für Sprache interessieren und wie sie funktioniert, wie unser Gehirn sie organisiert und wie es zum Verständnis zwischen Menschen kommt, hier einfach mal das Inhaltsverzeichnis. Das macht vielleicht etwas mehr Appetit, wenn ich auch zugeben muss, dass man ohne entsprechendes Vorwissen wohl mit den meisten Namen nichts anfangen kann und es doch etwas akademisch klingt. Es werden aber einige Fragen angedeutet und der lockere Erzählton kommt an einigen Stellen durch.

  • Einleitung
  • I. Der Ursprung der Wörter - und ihre manipulatorische Kraft: Platon
    • Platon zur Manipulation durch Sprache
    • Exkurs über Warnungen vor der Manipulation durch Sprache
    • Der Platonische Dialog
  • II. Die Idola fori und der Baum der Erkenntnis: Bacon, Berkeley, Locke und Hume
  • III. Sir William Jones und die Ursprache
    • Gemeinsame Quelle der Sprachen
    • Altindien und die deutsche Romantik
    • Multilaterale Vergleichung
    • Sprach-Stammbäume
  • IV. Sprache und Denken: Humboldt, Sapir, Whorf und Weisgerber
    • Heymann Steinthal und die ,innere Sprachform'
    • Humboldt und die amerikanische Ethnolinguistik
    • Zwei in Deutschland geborene amerikanische Ethnologen
    • Benjamin Lee Whorf
    • Die Neu-Humboldtianer
  • V. Die Semantik und der Marathonlauf: Michel Breal
    • Bedeutungswandel in verschiedenen Sprachen
  • VI. Sprache und Schach am Genfersee. Der Mann, der die Junggrammatiker alt aussehen ließ: Ferdinand de Saussure
    • Sprache und Schachspiel
    • Saussures Wirkung
  • VII. Sprechen als Verhalten. Von Bloomfield zu Skinner: der amerikanische Strukturalismus
    • Friedensnobelpreis für einen Linguisten?
  • VIII. Sage mir, mit wem du gehst... Neuere Entwicklungen in der Semantik
    • Bedeutungsbeziehungen
    • Kann man die Bedeutung eines Wortes messen?
    • Prototypen
    • Konstruktivistische Semantik
    • Sprache schafft Wirklichkeit (Paul Watzlawick)
    • Verum ipsum factum est
  • IX. Sprache, Frauen, Männer: von Otto Jespersen zu Deborah Cameron
    • Missverständnisse
    • Allgemeines Wahlrecht - aber nur für Männer. Sexismus in der Sprache
  • X. Aphrodisiakum Sprache
    • Erotik oder Pornographie? Störungen der Liebe durch die Sprache
    • Die Sexualisierung der Sprachwissenschaft: Ero-Linguistik
  • XI. Sprache und ihre Wirkung. Pragmatik: Wittgenstein, Austin, Searle und Grice
    • Welche Rolle hat ein Schürhaken gespielt?
    • Sprechakte im Dialog
    • Kritische Diskursanalyse
    • Pragmalinguistik und Sprache im Alltag
    • Sprache als Quelle von Humor
    • Zusammenfassung: Pragmatik
  • XII. Sprache, Konflikt und Frieden
    • Die positive Seite des Streitens
  • XIII. Bunte grüne Ideen: Noam Chomsky
    • Chomsky und die Politik
  • XIV. Darwin und die Erforschung der Tiersprache
    • Charles Darwin über die Sprache von Tier und Mensch
    • Neuere Forschung von Karl v. Frisch bis zu Marc Hauser
    • Tierkommunikation, Geschlecht und Sexualität
    • Zusammenfassung: Tierkommunikation
  • Schlusswort
  • Buch auf Leseliste setzen

Freitag, 6. Juni 2014

Fünf am Freitag.

Bei booktastics "Fünf am Freitag" fragt Ker Stin dieses Mal nach

5 Gründen, warum man in eine Buchhandlung geht, anstatt online zu bestellen.

 

1. Nur im Laden trifft man auf freundliche, buchbegeisterte Buchhändler, die sich auch gerne mit einem unterhalten.
2. Im Laden kann man ganz neue Entdekcungen machen. Amazon kann da einfach nicht mithalten.
3. Echte Bücher = Bücherduft und instant wohlige Athmosphäre. Wer will denn darauf verzichten?
4. Kompetentes Personal hilft gerne beim Finden passender Geschenke, und zwar besser alsjede Suchmaschine.
5. In jedes Buch kann man reinschauen, es in der Hand wiegen, Details im Cover bestaunen.

Bonus ;)
6. Im Buchladen gibt es außer den Büchern und den dort zu findenden Büchernarren auch ab und zu mal eine Lesung oder Aktion. Auch etwas, das Amazon niemals ersetzen kann.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Ankündigung. Ein weiteres Jahr Buchverfilmungschallenge


Ab Juli startet die dritte, wieder von Hannah geleitete Buchverfilmungschallenge!

Ich bin natürlich wieder mit dabei und werde fleißig 12 Bücher und ihre Verfilmungen vergleichen und bewerten.

Hier noch mal alle Infos (ganz frech kopiert):

Regeln:
Ab dem 01.07.2014 bis zum 30.06.2015 sollten 12 Buch/Film-Paare (also einen pro Monat; wobei mir egal ist, ob ihr 12 Paare im Juli vergleicht oder euch das einteilt, es muss nicht ein Paar pro Monat sein) geschaut und gelesen werden. Diese sollten auf eurem Blog verglichen werden (getrennt oder in einem Post, das ist mir egal). Welche Bücher das sein werden ist euch überlassen: Von Romanen über Kinderbücher bis hin zu Comics ist alles erlaubt!
Die Filme/Bücher sollten schon in dieser Zeit (wieder) gelesen/gesehen werden und es sollten nicht einfach Paare aufgelistet werden, die ihr schon vor längerer Zeit gesehen/gelesen habt.

Gewinnen:
Letzes Jahr habe ich es so gemacht, dass ab 10 Teilnehmern etwas verlost wird. So machen wir es dieses Mal auch. WAS es dann zu gewinnen gibt, gebe ich dann bekannt (vermutlich ein Buch-Film-Paar ;))
Das Lossystem bleibt fast wie im letzten Jahr:
So könnt ihr Lose gewinnen: 
- 1 Los, wenn du Werbung für die Challenge machst (bitte den Link schicken!)
- je 1 Los pro 2 Vergleiche (d.h. du kannst insgesamt 6 Lose bekommen)
- 2 weitere Lose, wenn du die Challenge beendet hast

Im Austausch stehen ...?
Dies ist etwas, was sich bei diesem Mal verändern wird. Bisher wurde quasi fast immer aneinander vorbei 'gechallenget'. Warum sich nicht auch über Erfahrungen, Tipps etc. austauschen? Dazu habe ich eine geheime Facebook-Gruppe eröffnet, wo Blogposts, Film- und Buchtipps und alles weitere ausgetauscht werden darf. Vielleicht verhilft das dem ein oder anderem zu neuer Motivation.
Seid so gut und hinterlasst mir bei eurer Anmeldung eure E-Mailadresse, so dass ich euch direkt zu dieser Gruppe einladen kann!
  
Lust mitzumachen?
Teilnehmen ist jederzeit möglich! Bitte in die Kommentare schreiben oder eine E-Mail(hannahs_buecherblog@gmx.de) schicken.
Bitte lasst mich wissen, wo ich eure Fortschritte finde.

TAG. Wie viel liest du?


Ker Stin hat mich getaggt! Dankeschön ;)

1. Wie erfährst du von Büchern, die du lesen möchtest?

Die meisten stehen schon lange in meinem Regal ;) Manchmal sehe ich auch was Nettes in der Bib. Leider bin ich erst seit Kurzem dazu übergegangen, Empfehlungen von Bloggern aufzuschreiben. Vorher sind die komplett untergegangen...
Ich lese gerne Bücher aus vergangenen Zeiten (*Ich kann tote Menschen lesen*) und kann mich also super an Leselisten à la 1001 books to read before you die halten. Aber bestimmt wird sich mein Leseverhalten nach dem Studium noch mal ändern. Dann lese ich vielleicht monatelang nur noch superneuen Trash, wer weiß :)

2. Wie bist du zum Lesen gekommen?

Als ich winzig klein war, haben mir meine Großeltern Märchen vorgelesen. Bei meiner Ma fand ich es allerdings immer viel cooler, wenn sie sich Geschichten ausdachte. Aber eigentlich war ich ein TV-Kind. Zumindest bevor ich lesen konnte. Danach ist mein Lesekonsum rasant gestiegen. Schon in der zweiten Klasse war allen meinen Freunden klar: Zum Geburtstag kriegt Cat ein Buch! Blöd, dass Kinderbücher immer so schmal sind. Ich weiß noch, dass ich am Abend meines zehnten Geburtstages schon drei der Geschenke durch hatte... (Ma: *schock* "Nur noch 8 Bücher? Wir müssen wohl nächste Woche wieder Geburtstag feiern?!")

3. Hat sich dein Buchgeschmack verändert als du älter wurdest?

Als Teenie habe ich SciFi verabscheut. Aber eher, weil ich es nicht richtig kannte. Das war meine Form der Auflehnung, denn ich bin damals auf Fantasy gestoßen und es passte zu mir. Bücher ohne Elektronik, super. Das erste Buch, dass ich unendlich oft gelesen habe, ist Der Brief für den König von Tonke Dragt und seine Fortsetzung, Der wilde Wald. Könnte ich immer noch lesen. Danach kamen dann Tolkien, David Eddings, Terry Pratchett und Harry Potter. Romane für Teenies, die das wahre Leben erzählen (sollen), fand ich immer doof.
Ich denke, ich habe früher einfach wahlloser gelesen, sozusagen alles, was ich in die Finger kriegen konnte. Jetzt habe ich eine genaue Vorstellung davon, was ich möchte. Außerdem habe ich aufgehört, meine Lieblingsbücher immer wieder zu lesen und bin dazu übergegangen, immer neue Bücher zu entdecken. Ob ich das damals aus Eskapismus oder aus Mngel an Lesestoff getan habe, weiß ich nicht.

4. Kaufst du regelmäßig Bücher, wenn ja, wie oft?

Kaufen eher selten (außer diesen Mai). Normalerweise finde ich alle paar Wochen was Gutes in einem Tauschregal oder mein Nachbar steckt mir was zu. Ich bin auch gerne in der Bibliothek, darum muss ich momentan nicht so oft zuschlagen ;) Im Buchladen gehe ich einfach entspannt durch die Regale, ohne etwas zu kaufen. Ist so, als würde ich alte Freunde besuchen, die allermeisten Bücher erkenne ich schon von Weitem. Das kommt durch sehr lange Übung ;)

5. Wie bist du zum Buchtuben/Buchbloggen gekommen?

Das ist auf meinem eigenen Mist gewachsen ;) Es kam einfach über mich. Genauer kann ich das nicht sagen.

6. Wie reagierst du, wenn du das Ende eines Buches überhaupt nicht ausstehen kannst?

Das kann sich schon mal negativ auf meine Wahrnehmung des ganzen Buchs auswirken. Zum Glück kommt das selten vor, aber wenn doch kann ich nicht mehr still sitzen, laufe auf und ab und fluche laut vor mich hin, bevor dann das Lamentieren anfängt... Was das angeht kenne ich nix. Aber im Endeffekt zucke ich mit den Schultern und hake die Sache ab (= stelle das Buch in's Regal). Das Ende ist nur eine Möglichkeit, mit dem Autor verschiedener Meinung zu sein. Viel mehr rege ich mich über sprachliche Sachen auf. Zum Beispiel, wenn in einem hochrenommierten Roman "Schild" im Sinne von "Schutzschild" von einem "das" angeführt wird. Da kommt bei mir sofort der Rotstift Bleistift zum Einsatz. Geht. Gar. Nicht.

7. Sei ehrlich: Liest du manchmal schon die letzte Seite, um zu wissen, ob es ein gutes Ende gibt?

Haha! Ich bin immer diejenige, die Freunden und Verwandten auf die Finger kloppt deswegen. Ne, kommt nicht in die Tüte. Was ich mache: Ich schaue mir die Struktur des Buchs an. Ganz unschuldig ;)

8. Hast du manchmal Leseflauten?

Bei mir geht's immer volle Fahrt voraus!

9. Passt sich deine Bücherauswahl an eine Jahreszeit/Fest/Ereignis an?

Ich glaube nicht. Allerdings ist der Herbst definitiv die beste Zeit für alles von Tolkien. Oh, à propos: Tolkiens Geburtstag am 3.1. nutze ich immer zum Durchblättern meiner Tolkienbücher und Lesen einiger Lieblingsstellen.


  * * *
Ich tagge:
http://carmens-leseecke.blogspot.de/
http://lesenundgrossetaten.blogspot.de/
http://lynes-books.blogspot.de/
http://neyasha.blogspot.de/
http://windsprecher.blogspot.com/

Sonntag, 1. Juni 2014

Begleittext Juni. Neues und Altes

Banner Begleittext
Ich bin in einem Buchclub! In einem echten analogen Buchclub. Wir wissen noch nicht, was das genau heißt, aber unser erstes Buch wird Der scharlachrote Buchstabe von Nathaniel Hawthorne sein, unser erstes Treffen ist kommenden Freitag und es wird irgendetwas Richtung Kuchen geben. Ich weiß jetzt schon, dass es großartig wird, egal ob das Buch gut oder schlecht ist.

Letzten Monat hatte ich bereits den Nobelnachfolger von Thomas Mann ausgelost, die Lektüre von Cashel Byrons Beruf steht aber noch aus. Ich habe heute mit dem Buch begonnen, kann aber noch nicht viel dazu sagen.

Begonnene Bücher

Im Mai habe ich mich ein wenig übernommen und zu viele Bücher angefangen. Bei den meisten bin ich auch dabei geblieben, so dass ich noch dran bin mit Buddenbrooks (die ich diesen Monat zu Ende lesen möchte) und Don Quijote (der noch lange brauchen wird). Dune habe ich dagegen abgebrochen. Keine Zeit, keine Lust. Ich kam nicht in die Story rein. Mal sehen, wann ich wieder zu diesem Buch zurückkommen kann.

Buddenbrooks ist nicht so schlimm wie Der Zauberberg, schüchtert mich aber trotzdem weiterhin ein. Vielleicht, weil es mir insgeheim gefällt und das nicht zu meiner Thomas Mann-Abneigung passt?
Don Quijote ist dagegen viel schwerer zu lesen. Meine Übersetzung ist nicht die neueste und ich würde gerne lam einen Blick auf die von 2008 werfen, aber es gibt in meiner Reichweite keine Ausgabe. Zwischendrin ist es aber auch wieder sehr lustig, also geht es damit langsam, aber sicher weiter.

Geplante Rezensionen

Im Moment schwanke ich sehr zwischen den möglichen Büchern, denn die Auswahl ist wieder erschreckend groß. Heute wäre in meiner Auswahl neben dem obligatorischen letzten Beitrag zu Buchverfilmungschallenge (Traumnovelle und Eyes Wide Shut) Detlef Bluhms Von Autoren, Büchern & Piraten, Linguistische Promenade und Diebe im Olymp. Beim Rest weiß ich nicht, was ich nehme. Ich hoffe aber auch noch auf einen Nobelpreisträger, den ich vorstellen kann und setze dabei nicht auf Thomas Mann.

Neue Herausforderungen

Ich habe mich für die ABC-Challenge von Real Booklover angemeldet. Auf diese Weise kann ich an einer Challenge teilnehmen (ich liebe es) ohne dass mich das zu sehr von meinen eigenen Büchern ablenkt, wie es zum Beispiel bei Genrechallenges der Fall wäre. In meinem SuB findet sich sicher was für jeden Buchstaben. Die Challenge läuft ab heute ein Jahr lang, Anmeldungen sind bis 30.6. möglich. Auf meiner Challengeseite ist wie immer ein Eintrag, der meine Fortschritte festhält.

Und wieder kommt ein Lesemarathon. Die Wörterkatze veranstaltet von 23.-29.6. einen solchen; wer will, kann sich per Kommentar noch anmelden!
Als besonderes Buch für die Challenge (ihr seht, ich bin vorsichtig und wähle nur ein Buch neben den anderen) habe ich Wilde Reise durch die Nacht von Walter Moers ausgesucht. Das ist ein Titel von meinem Project 10 Books, von dem ich bisher nur ein Buch geschafft habe. Ich bin sehr gespannt darauf.


Shout-out für Blogger
Platz für Lob: Besondere Posts

Für Ende des Monats habe ich mir auch etwas Neues einfallen lassen: Blogger stecken viel Zeit und Arbeit in die Texte, die sie schreiben. Durch Rezensionen anderer wachsen unsere Wunschlisten, durch HowTo-Posts wird uns Hilfe geboten, und der ein oder andere Beitrag ist einfach nur gut geschrieben und nennt die Dinge beim Namen. Diese Posts möchte ich in einem monatlichen Shout-out weitergeben. Wer auch besondere Beiträge zu teilen hat, kann gerne mitmachen (und das Bild verwenden).



Jetzt bleibt nur noch, euch einen wunderbaren, sonnigen Monat zu wünschen!

Beiträge im Mai

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Begleittext. Die Mischung macht's