Freitag, 30. Mai 2014

Fünf am Freitag. Enttäuschungen

Bei booktastic gibt es seit Kurzem ein neues Meme das da heißt "Fünf am Freitag". Diese Woche geht es in die zweite Runde: Ker Stin fragt nach fünf Büchern, die besonders enttäuscht haben.

Da dachte ich zuerst: Ob ich überhaupt fünf zusammen kriege? Nach einiger Überlegung sind sie dann in mein Gedächtnis zurückgekommen, all die unschönen papierenen Erlebnisse, die unerfüllten Hoffnungen, die am Ende eines viel versprechenden Buches zurück geblieben traurig vor sich hin vegetierten. Solche Bücher, bei denen die Idee fasziniert, die aber dann total daneben liegen. Davon habe ich mir 5 ausgesucht:

  1. Wolfgang Hohlbein – sucht euch einen Titel aus
  2. Tube Tobias Herre – Das Fehlerchen
  3. China Miéville – Die Stadt und die Stadt
  4. Felicitas Hoppe – Hoppe
  5. Haruki Murakami – 1Q84
Die Sache mit Wolfgang Hohlbein ist die: Was ich von ihm gelesen habe waren Mashups aus irischer Mythologie und Kinderbuch. Das fand ich schon als Kind total schlecht geschrieben. Die Idee von Drachenfeuer hat mich mitgerissen – bis ich anfing zu lesen. Die Hauptfigur fand ich unausstehlich, die Handlung wirr, mit wenigen guten Ideen, die allesamt der Mythologie entstammten. Habe mir stattdessen Phantastische Wesen und wo sie zu finden sind (liebevoll illustriert von Alan Lee und Brian Froud) angeschafft.

Das Fehlerchen ist ein in Berlin angesiedelter Science Fiction Roman, in dem Menschen per Teleport (Beam me up, Scotty!) reisen können. Aber ein kleiner Fehler in der Software schafft einen Doppelgänger... Klasse Idee, leider geht es in dem Roman dann aber mehr darum, dass die Firma, die den Teleport anbietet, einen der beiden Doppelgänger zu töten, um wieder Normalität herzustellen, was auf Dauer etwas lahm war. Außerdem sorgten viele Wiederholungen für Durststrecken. In kürzer wäre dieser Roman besser angekommen.

Die Stadt und die Stadt war mein erster Miéville. Die gewagte Konstruktion: Eine Stadt mit zwei Regierungen, die sich gegenseitig nicht anerkennen. Folglich müssen die Bürger beider Hälften so tun, als existiere die andere Hälfte (und deren Bewohner) nicht, obwohl sie sich täglich über den Weg laufen. Als eine Leiche im falschen Teil der Stadt auftaucht, geraten Ermittler und Regierungen in einen Konflikt mit ihrer Weltanschauung. Ich sage nicht, dass das Buch schlecht ist; es war sogar ganz gut. Aber gemessen an dem Hype um den Autor hatte ich mehr erwartet. Oder vielleicht etwas anderes. Ich habe Miéville aber nicht grundsätzlich aufgegeben. Bei Gelegenheit versuche ich es noch mal.

Hoppe, die Pseudoautobiographie von Felicitas Hoppe, hatte ich mir deutlich wilder vorgestellt. Lag vielleicht daran, dass ich direkt vorher ihre wundervolle Nacherzählung von Iwein Löwenritter gelesen hatte. Das für Kinder ist. Fand ich aber tausendmal besser. Und gar nicht langweilig.

1Q84 habe ich als alter Murakami-Fan begonnen und nach 200 Seiten der Antihandlung entnervt aufgegeben. Ich weiß einfach nicht, was er sich dabei gedacht hat, erst recht nicht, warum er es als sein Meisterwerk bezeichnet. Das ist ja wohl ohne Frage Kafka am Strand.

Kommentare:

  1. Auf 1Q48 bin ich ja mal gespannt, das hab ich auch noch vor mir :D

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  2. Haha, über die Nr. 1 musste ich grad sehr lachen! Als Kind/Jugendliche habe ich Hohlbein aber tatsächlich gern gelesen, nur irgendwann war es immer dasselbe (und vor allem: immer dieselben Figurenkonstellationen). Inzwischen gehen seine Romane für mich auch gar nicht mehr.

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  3. Ich finde die Ideen sind bei Hohlbein auch mal gut, allerdings war die Handlung immer furchtbar lahm, weil so gut wie nichts passiert ist, außer das Details erzählt wurden, die weder interessant waren, noch zur Handlung beigetragen haben.
    Wolfgang Hohlbein hat ja alles mögliche geschrieben.

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