Donnerstag, 24. April 2014

Rezi-Aktion. Der missratene Ritter von T. H. White

Der missratene RitterZum Welttag des Buches am 23.04. möchte ich jeden Tag dieser Woche eine Rezension in einer anderen Form posten. Meine Meinung zum Buch versteckt sich dabei vielleicht manchmal eher zwischen den Zeilen. 
Heute versuche ich in Reimform, meine Begeisterung für den dritten Teil der "Der König auf Camelot"-Reihe auszudrücken.Das war viel schwieriger als gedacht und holpert manchmal, aber es ist ja auch mit einem Augenzwinkern gemeint ;)


Die Geschichte des Königs ist allen bekannt
- Arthurs, der fiel und zurückkehren wird -
Der Grund den man für seinen Untergang fand:
Er liebte Gerechtigkeit, doch nicht das Schwert

Obwohl ihn Merlyn, der Seher, ermahnt'
"Es kommt einer, der wird Genevra verführen
Danach wird nichts mehr laufen wie geplant
Denn du darfst ihnen keine Gnade gewähren."

White erzählt mit Witz und in geistreichen Worten
Von Ehre, Tugend, Gerechtigkeit, Gier:
Menschen in allen Farben und Sorten
Und ihre immer gleich bleibende Natur

Zuerst, in Band eins damals, erzählte er
Wie Merlyn lehrt' Arthur, als der noch war klein
Zu leben als Vogel, Fisch und was noch mehr
Um einmal der König von allen zu sein

Und bald darauf errichtet Arthur sein Reich
Doch viele wollen es erst nicht recht verstehn
Dass Arthurs Art zu regieren nicht weich
Sondern nur gerecht ist, doch sie werden sehn

Und jetzt, wie es Merlyn vorausgesacht   ;)
Kommt Lance als Ritter zur Tafelrunde
Sportlich ist er (und hässlich wie die Nacht)
Seine großen Taten sind in aller Munde

Denn Arthur, der will seinem Land Frieden bringen
Durch gerechte Ritter, die nicht rauben
Und die, die Macht missbrauchen, bezwingen
"Dann wird alles besser"; das könnt ihr ihm glauben.

Lance folgt diesem Plan und will Arthur treu dienen
Doch er und Genevra verlieben sich sehr
Er fürchtet und weiß, dafür wird er noch sühnen
Und Arthur verlieren - er fühlt sich so leer.

Um Arthur nicht hintergehen zu müssen
Zieht er in die Ferne und sucht nach dem Gral
Zwischen Treue, Verlangen und seinem Gewissen
Fühlt Lancelot Hass, alles wird ihm zur Qual.

So erlebt der Held viele Abenteuer
Er reitet gar lange, er reitet gar weit
Er rettet Jungfrauen, erschlägt Ungeheuer
Und gibt einem manchem sein sichres Geleit.

Drum urteilt nicht vorschnell über diesen Mann
Wenn Lance seiner Sehnsucht zuletzt erliegt
Denn was er sonst noch alles leisten kann
Haben wenige Ritter auch nur geübt.

Kommentare:

  1. Ich finde es interessant wie uterschiedlich verschiedene Artusdarstellungen sind. Kennst du "Die Nebel von Avalon?" In dem Buch schlafen Lancelot und Genevra (Oder Gwenhyfar wie sie dort heißt) mit dem Einverständnis von Artus miteinander ;) Das ist natürlich etwas gewöhnungsbedürftig. Aber es macht einen darauf aufmerksam, wie sehr die Geschichte verändert wurde und dass es wahrscheinlich keine Ursprungsversion mehr gibt. Ich glaube, den Klassiker von T.H. White muss ich mir auch mal vornehmen...

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  2. Eine Rezension als Gedicht ist wirklich was einzigartiges - und bestimmt auch sehr mühselig. Hast du aber super hinbekommen.
    Auf diese Rezension habe ich noch gewartet, weil ich mir echt unsicher war, ob „Der König auf Camelot" nach der Seven Days Seven Books Aktion nun auf meine Wunschliste gehört oder nicht. Ich denke aber, dass ich der Geschichte unbedingt eine Chance geben will.
    „Die Nebel von Avalon" habe ich vor Jahren übrigens auch einmal gelesen - und mir hat das Buch richtig gut gefallen. Habe anschließend auch den Film dazu gesehen. Glaub, den fand ich ganz okay.

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    1. Ich empfehle wirklich die Audiofassung, sonst könnte es stellenweise etwas langweilig werden. Die Nebel von Avalon habe ich leider nicht gelesen, ich wusste gar nicht, dass es auch einen Film gibt.

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    2. Ouh, okay. Gut zu wissen, danke. :)

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    3. Achso, äh, ja, der Film ist aber auch schon älter glaube ich...
      Also, falls es dich interessiert: http://www.kino.de/kinofilm/die-nebel-von-avalon/56018

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    4. Danke für den Link, schade, dass kein Trailer oder Filmausschnitt da ist. Anjelica Huston gibt ja eigentlich immer supergute 'Bösewichtinnen' ab - eine der wenigen Schauspielerinnen, die die Lippen kräuseln können und dabei einfach böse aussehen ;) Aber Viviane klingt eher nach einer gutartigen Rolle, oder?

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    5. Puh, daran kann ich mich gar nicht mehr so genau erinnern, aber da sie die Hohepriesterin ist, würde ich auf ja tippen.
      Soweit ich mich erinnern kann, dreht sich die Geschichte aber eher um Morgaine, Artus und Lancelot. ;)

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  3. Ich kenne die Verfilmung von "Die Nebel von Avalon" auch. Also ich fand sie nicht Fisch nicht Fleisch. Einerseits fand ich den Film ganz ok, andererseits hat mir aber von dem Marion Zimmer Bradley Buch viel zu viel gefehlt bzw. wurde zu sehr umgearbeitet - kein Wunder eigentlich, wenn man die traditionelle Filmlänge einerseits und das Buch andererseits betrachtet. ;) Und Viviane ist ja (wie eigentlich alle Charaktere im Buch) weder wirklich gut (man bedenke ihre ganzen Manipulationen) noch wirklich böse. Aber Genevra hat mich genervt - im Buch und im Film. :D

    Ich kenne Whites Version nicht, finde aber interessant, dass auch offenbar auch hier eine Nähe von Lancelot und Artus gibt mit Genevra dazwischen. Dies findet sich auch bei MZB mit Andeutung,, dass sich alle drei lieben, dies aber weder eingestehen noch ausleben können.

    Was die Rezensionsform angeht: Respekt! wieder gelungen.

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