Freitag, 11. April 2014

Rezension. Wolfgang Herrndorf: Tschick


TschickInhalt (Verlag):
Zwei Jungs. Ein geknackter Lada. Eine Reise voller Umwege durch ein unbekanntes Deutschland.
Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Asi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn.


Alter Finne! Was ein Ritt. Einer der ganz wenigen deutschen Romane, die ich mit viel Freude und in  dementsprechend kurzer Zeit gelesen habe. Ein Highlight des Jahres vielleicht. Wahrscheinlich bin ich wieder mal die letzte, die das Buch gelesen hat, aber was soll's. Für manche Bücher ist es nie zu spät. Sie sind keine Modeerscheinung, sondern eine Momentaufnahme, ein Schnappschuss, den man auch nach Jahren hervorkramt und gerne anschaut, weil er kaum zu altern scheint.
“Aber allein mit der Vietnamesin in einem Raum fühle ich mich wie Hitler. Ich will ihr immer sofort das Staubtuch aus der Hand reißen und selber putzen.” 
Und dann ist diese abgedrehte Story mit ihren abgedrehten Figuren einfach hinreißend komisch und mit Tiefgang geschrieben. Man liest das Buch in kürzester Zeit aus, aber man ist schon noch länger damit beschäftigt. Hauptfigur und Erzähler Maik erschließt sich einem mehr zwischen den Zeilen, was ganz wunderbar ist; auch den Außenseiter Tschick schließt man einfach irgendwie ins Herz, ohne dass er jemals ganz enträtselt wird. So muss ein Buch sein: Futter für Seele und Geist!

Tipp: Macht beim Vorlesen noch mehr Spaß!

Noch'n Tipp: Diese Zitatsammlung (klick) ist ein echter Stimmungsaufheller!

Kommentare:

  1. Ich liebe das Buch - und die Hörbuchversion ist übrigens auch klasse.

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  2. Nein, du bist nicht die Letzte ... bei mir steht es auch noch ungelesen im Regal. ;-)

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  3. Oh, Ariana, dann aber los. :D Und falls Dir die Lesung lieber ist oder Du sie zusätzlich hören möchtest (zwar gekürzt, aber das ist nicht spürbar), dann gib Bescheid - ich habe das Hörbuch und kann es Dir leihen. :)

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