Donnerstag, 6. März 2014

Rezension. The Hound of the Baskervilles

Houn-53 - The coal-black Hound (Hound of Baskervilles)Seltsame Dinge geschehen in Dartmoor: Ein Fluch lastet auf der Familie Baskerville, seit der skrupellose Sir Hugo vor Generationen ein Mädchen über das Moor jagte, das ihm nicht zu Willen sein wollte. Auf dem Moor werden Sir Hugo und das Mädchen von einem monströsen Hund getötet. Von nun an soll es das Schicksal jeden Erbes von Baskerville House sein, dem übernatürlichem Hund anheim zu fallen. Als der alte Sir Charles tot aufgefunden wird und sein Sohn das Erbe von Baskerville antreten soll, nehmen sich Holmes und Watson des Falles an...

Ein weiterer Holmes-Roman. Ich sage es sofort: Die kurzen Geschichten gefallen mir besser als die oft in der Konstruktion sehr gestreckten Romane. Nun ist The Hound of the Baskervilles zwar nicht langatmig wie The Sign of Four mit ewigen Rekapitulationen und Exposition und Berichten, aber man spürt doch die Leere in dem Roman. Ein paar mehr Figuren hätten zum Beispiel nicht geschadet, dann hätte ich vielleicht auch nicht so früh geahnt, wer der Täter ist. (Und ich ahne normalerweise nie, wer der Täter ist.) Das ist in einem Detektivroman natürlich ein Dämpfer. Es gab einfach zu wenige potentielle Mörder, und Frauen fallen bei Sherlock Holmes-Stories sowieso aus dem Raster.
Auf der Plusseite sind auf jeden Fall die stimmungsreichen Beschreibungen des Moors und ihr Einsatz in der Story. Auch ein entflohener Gewalttäter findet da Platz. Alles recht gruselig, sehr schön.
Snow shower on Dartmoor
Ich krieg direkt Sehnsucht nach England.
Insgesamt wurden die Einzelteile der Geschichte so sehr miteinander verwoben, dass ich kaum etwas davon hier wiedergeben kann, ohne zwangsläufig wichtige Informationen preiszugeben. Es gibt keine Nebenhandlungen, keine überflüssigen Geschehnisse, auch wenn es lange so scheint als ob. Wahrscheinlich ist selbst das schon eine Art Spoiler.

Jedenfalls ist The Hound of the Baskervilles bestimmt der beste der Holmes-Romane, gerade weil alle Teile so eng miteinander verknüpft sind. Mir fehlt zwar noch The Valley of Fear, aber davon habe ich schon viel Negatives gehört, und The Hound of the Baskervilles ist sicher nicht umsonst der berühmteste Holmes mit unzähligen Adaptionen in sämtlichen verfügbaren Medien. Trotzdem: Wenn schon ich Krimilusche so früh weiß, wer es getan hat (auch wenn sich natürlich immer argumentieren lässt, dass es viel mehr um das wie als das wer geht), wie geht es dann erst alten Krimihasen?



Japanisches Kanji für Tod

Fun Fact: Ein statistisches Phänomen wurde nach dem Roman benannt: Der Baskerville-Effekt. Demnach sterben am 4. eines Monats besonders viele Amerikaner chinesischer und japanischer Abstammung an einem Herzinfarkt. Zum Zusammenhang: In China und Japan verbindet man mit der Zahl 4 den Tod bzw. Unglück, weil beides gleich ausgesprochen wird (shi). Die Benennung kommt durch Sir Charles' Tod (siehe oben), da er an einer Herzkrankheit litt und scheinbar aus Angst vor der baldigen Erfüllung des Fluches starb.

Kommentare:

  1. Ich mochte den Roman sehr (was aber auch an den Themen unheimliches Moor und Fluch liegt), aber ich kann mich auch erinnern, dass ich den Täter schon bald ins Auge gefasst hatte. Außerdem kam mir Sherlock selbst recht langweilig vor, aber da ich sonst noch keine Doyle-Romane gelesen habe, weiß ich nicht, ob er sonst mehr Tiefe erhält.

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    1. Auf jeden Fall redet er sonst mehr und ist somit lustiger :)
      Hier ist er ja nicht so präsent. Gerade die ersten Geschichten sind da unterhaltsamer, weil Sherlocks Marotten erst mal eingeführt werden.

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