Montag, 3. März 2014

Kleine Naturkunde (7). Das Ungeheuer im Unisee

Es ist mal Zeit für eine Tieridentifikation in dieser Reihe!

Der Teich an unserer Uni ist im Sommer ein beliebter Platz bei Studenten. Man kann dort prima chillen, Eis essen, sich in die Sonne fläzen und einfach mal gar nichts tun. Im Teich leben die unterschiedlichsten Wesen, doch auffallen tun vor allem die Enten. Mit der Zeit habe ich einige interessante Beobachtungen machen können. Zum Beispiel gehen die Herren gerne mal nur unter sich schwimmen, sobald ein Weibchen daher kommt, wird es vertrieben. Echt lustig, wenn sich die Erpel nach einer Runde durch den Teich dann in der Sonne räkeln und zu den Enten rüberschielen.
Aber der Uniteich hat auch weniger bekannte Bewohner, die lieber im Untergrund bleiben... Wohl auch besser, denn so manche(r) würde Reißaus nehmen, wenn er/sie wüsste, wovon ich spreche.

Kurz: Eine Schlange lebt am Teich. Ich habe sie schon zweimal gesehen, einmal sogar in Begleitung eines Erpels.
Aus Spaß haben wir sie immer die Seeschlange genannt, aber eigentlich hatten wir keine Ahnung was das sein könnte. Schwimmende Schlangen in deutschen Gewässern? Uäh. Und das mir als Wassersportlerin. Obwohl ich Schlangen nicht schlimm finde, möchte ich doch nicht einer im Wasser begegnen.
Schnappschuss, darum ist das Bild so schlecht.
Also schnell mal nachgesehen: Seeschlangen nennt man nur die in wärmeren Gefilden lebenden Viecher von 1,20m Länge aufwärts. Bei uns gibt es nur sechs Schlangenarten, vier davon Nattern, zwei Vipern. Die bekannte Blindschleiche ist keine Schlange, sondern eine Echse.

Die gesuchte Schlangenart muss wohl die Ringelnatter sein. Zum Einen ist es die häufigste Schlangenart in Deutschland und sie lebt in Gewässern, zum Anderen hatte 'meine' auch so weißliche Flecken hinterm Kopf. Wie alle heimischen Arten ist die Ringelnatter vollkommen harmlos. Ihr lateinischer Name ist übrigens Natrix natrix – was Wasserschlange Wasserschlange bedeutet. Äh, alles klar. (Ich weiß, dass die Bestandteile des taxonomischen Namens Gattung und Art beschreiben, lustig ist es aber doch.)
Foto: Buridans Esel (Lizenz)

Jetzt frage ich mich nur noch, wo das Tierchen denn genau wohnt. Und warum sie einen Enterich zum Freund zu haben scheint... (Wahrscheinlich zu groß zum Fressen, traurig, aber wahr.)

Kurze Info zu allen Schlangen bei uns findet man hier: schlangeninfos.de

Kommentare:

  1. Das in der Nomenklatur einer Tierart der selbe Begriff wiederholt wird kommt aber sehr oft vor. Spontan fallen mir da jetzt zum Beispiel "Salamandra salamandra"(Feuersalamander) und "Marmota marmota"(Alpenmurmeltier) was dann jeweils "Salamander Salamander" und "Murmeltier Murmeltier" heißt. Liegt wohl daran, dass die in Europa lebende Tierart immer als allererstes klassifiziert wurde und deshalb dann den Gattungsnamen als Artnamen bekommen hat.

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    1. Guter Gedanke. So weit hatte ich das nicht im Bewusstsein. Aber ich habe Bio auch bei erster Gelegenheit über Bord geworfen...

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  2. Eine weiteres Beispiel, das mir aufgefallen ist, als ich beim Spazieren auf Elstern gestoßen bin: Pica pica. Bedeutet "Elster Elster"
    Herrlich, da könnte man ewig damit weitermachen. Biologen sind schon ein seltsames Völkchen, wenn es ans Klassifizieren geht.

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