Montag, 31. März 2014

SuBKultur. Challenges, der liebe SuB und Lesefreude

Ein Viertel des Jahres ist vorbei, und wie viele andere bloggende Leseratten will auch ich hier zurückblicken: Was war in Januar, Februar, März 2014 los im Bücherregal?

Insgesamt habe ich 11 eigene Bücher gelesen und 8 andere; damit bin ich zufrieden: Ich kann nicht behaupten, mich in der eigenen Bibliothek verkrochen, aber auch nicht, den eigenen SuB ganz aus den Augen verloren zu haben. Trotzdem fällt das Ergebnis nicht so gut aus (da mein SuB eine wilde Angelegenheit ist, habe ich ihn immer im Blick. In der Zwischenzeit hatte ich Geburtstag, weshalb einige Bücher dazugekommen sind):

Der Stand zu Jahresanfang war: 187 ungelesene Bücher.
Neuzugänge: 11
gelesen: 7
Was bedeutet, dass ich noch 191 ungelesene Bücher habe...
Daran sollte ich dringend was ändern; bei näherer Betrachtung handelt es sich zwar bei einigen Büchern eher um Referenzwerke, aber dann sind es eben 160 statt 191...

So ein überquellendes Regal kann einen schon erdrücken. Aber ich möchte bis auf Weiteres alles zu behalten, was interessant aussieht. Ausmisten kann ich beim nächsten Umzug immer noch.

Anfang des Jahres beginnen auch die meisten Lesechallenges. Diejenigen, die mich besonders begeistern, sind (leider?) dafür mitverantwortlich, dass mein SuB bis in alle Ewigkeit vor sich hin gammelt. Denn ich finde, eine Challenge ist nicht sehr "challenging", wenn man nur lesen soll, was man auch so gelesen hätte. Die Herausforderung liegt doch gerade darin, etwas Neues auszuprobieren und über seinen Schatten zu springen. Darum liebe ich zum Beispiel die Literary Exploration Challenge, weil ich dadurch zwangsläufig zu Büchern greife, um die ich sonst einen Bogen mache. Und meistens bin ich dann positiv überrascht. Allerdings ist und bleibt es wohl die größte Herausforderung, den eigenen SuB zu eliminieren.

Abgesehen von den Challenges gibt es auch so genug verlockendes Lesematerial am Wegesrand, und das ist ja auch gut so. Aber so hat auch die Stadtbibliothek was davon; außerdem bin ich da sehr gerne, auch wenn's immer etwas heiß ist (seltsame Temperaturen, wenn man bedenkt, dass da Bücher gelagert werden). Und die Onleihe natürlich, die ich aber in diesem Jahr bisher kaum genutzt habe. Letztes Jahr war ich ganz verrückt danach ;) Kommt vielleicht noch.
In diesem Jahr habe ich bereits 7 neue Autoren entdeckt und alle waren es auch wert. Zum Beispiel war Virginia Woolf alles andere als leicht zu lesen, aber ich bin trotzdem froh, das mal ausprobiert zu haben. Von den meisten anderen Entdeckungen (Akiyuki Nosaka, James Bowen, Pearl S. Buck, Gillian Flynn) fehlen hier noch Rezensionen (kommen im April), aber schlechte Erfahrungen habe ich keine gemacht.
Challenges, bei denen ich mitmache

9/12 books

1/10 books

7/12 books
Literary Exploration (Easy): Es fehlen immer noch die Genres Graphic Novel, Science Fiction und Horror. Aber sie wird wohl im April fertig; danach beginnt die schwierigere Version der Challenge mit weiteren 12 Büchern.
Ein Jahr mit Nobelpreisträgern: Bei mir müsste das eher Einige Monate mit Nobelpreisträgern heißen, so spät habe ich angefangen. Gelesen habe ich zwar "schon" 2 Bücher, aber da nur rezensierte Bücher zählen, steht es für mich immer noch 1/10. Ziemlich mager, das wird sich aber ändern: Ab sofort werde ich einen Zahn zulegen. Immerhin konnte ich durch die Warmlaufrunde von 7 Days 7 Books ein Buch komplett lesen. Ich freue mich schon auf den großen Marathon im April und habe bereits eine Idee, was ich dann lesen will.
Buchverfilmungschallenge: Da bin ich doch zuversichtlich, dass ich die Deadline einhalte, auch wenn diesen Monat nichts dazu gekommen ist ;) Nächste Woche kommt übrigens meine wortreiche Rezension zu Stolz und Vorurteil.

Sobald ich einige Challenges abgehakt habe, möchte ich mich mehr auf eigene Bücher konzentrieren, und ich weiß auch schon, wie: Random Reads. Schande über mich, dass ich bisher nur eine Random Reads-Runde machen konnte. Ich fand das wirklich genial, blind ins Regal zu greifen. Immerhin habe ich dadurch Verlockung gelesen.

Außer den ganzen Challenges und Lesemarathons habe ich auch pro gelesenes Buch Geld gespart, ganze 4€, um genau zu sein, weil ich ja dachte, ich lese eh nur 52 Bücher. Jetzt werden es ein paar mehr, aber das ganze hält sich noch im Rahmen: 52€ sind bisher zusammen gekommen. Wenn ich so weitermache, habe ich am Jahresende über 200€ gespart! Mit dieser Summe könnte ich alles mögliche anfangen; nur keine neuen Bücher kaufen!

Mein Plan ist es, bis zum nächsten Vierteljahresrückblick mit allen Challenges bis auf die Nobelrunde fertig zu werden. Ich liebe es, meine Lektüre für eine gewisse Zeit vorauszuplanen, auch wenn ich den Plan öfters über den Haufen werfe ;) Wahrscheinlich werde ich auch für Prüfungen lernen müssen, aber ich bleibe mal zuversichtlich, dass das meine Leserei nicht allzu sehr stören wird.

Donnerstag, 27. März 2014

Ein Jahr mit Nobelpreisträgern. Gerhart Hauptmann: Der Biberpelz

Yay, mein erster Nobelpreisträger! Ich habe schon selbst kaum noch dran geglaubt ;)


Gerhart Hauptmann ist für mich ein alter Bekannter, weil ich mehrere seiner Dramen für die Uni gelesen habe. Der Biberpelz lag allerdings schon länger bei mir rum, vielleicht gerade deswegen. Nicht, dass mir Hauptmann so schwer im Magen gelegen hätte, dass ich ihm fortan aus dem Weg gehen wollte. Es ist nur nicht ratsam, sich zu sehr auf einen Autor zu konzentrieren, wenn man Literatur studiert.

Um meinen späten Einstieg in die Challenge zu erleichtern, habe ich mit diesem schmalen Band begonnen, eine "Diebskomödie".

Der BiberpelzFrau Wolff ist Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte: In ihrem Haus, in dem der Mann eher eine Behinderung denn eine Hilfe zu sein scheint, gibt Mutter Wolffen den Ton an. Als Wäscherin verdient sie ihr Geld, drückt aber auch gerne mal ein Auge bei kleinen Nebeneinkünften zu, denn die Zeiten sind hart geworden.

Zu Beginn des Stücks kommt sie mit einem gewilderten Rehbock am späten Abend heim, wo ihre Tochter Leontine schon wartet, aus ihrer Anstellung als Hausmagd entfloh. Die Arbeitsbedingungen seien unmenschlich, sie armes Ding habe spät abends noch Holz schleppen sollen. Frau Wolff horcht auf, denn das Holz liegt nun unbeaufsichtigt herum.

Um es kurz zu machen: Frau Wolff hat scheinbar in jedem Verbrechen, das in diesem Stück Erwähnung findet, ihre Finger. Dabei wirkt sie zwar etwas skrupellos, zeigt aber trotzdem Moralvorstellungen, sodass sie nicht unsympathisch ist. Im Zentrum steht der Diebstahl des Biberpelzes, ein teures Stück, dessen Verschwinden dem Besitzer notwendig auffällt. Er erstattet Anzeige.

Auf der Seite des Gesetzes steht der Amtsvorsteher von Wehrhahn, ein Erzwilhelminist. Der liberale Bewohner des Ortes stört und interessiert ihn weit mehr als gestohlene Mäntel und verschwundenes Brennholz.

Die längste Zeit ist das Stück eine klassische Komödie (nur, dass man hier keine Hochzeit am Ende erwartet). Im letzten Akt kommt alles dann aber ganz anders.
Was deutlich war, ist Hauptmanns Kritik an obrigkeitshörigen Verfechtern wilhelministischer Scheinmoral, die ihr eigenes Gehirn gegen eine Pickelhaube eingetauscht zu haben scheinen. Das Verhalten der Gauner in diesem Drama wird nicht gerechtfertigt, aber doch relativiert.

Ich fühlte mich am Ende etwas vor den Kopf gestoßen, weil es wie gesagt unerwartet ist, und zwar in zweifacher Weise: Was geschieht und wie schnell alles vorbei ist. Bei zweitem Nachdenken finde ich den Schluss gelungen; auf der Bühne wirkt das bestimmt viel besser. Ich frage mich allerdings, ob "Der Biberpelz" oft aufgeführt wird, weil die meisten Charaktere einen Berliner Dialekt sprechen, der allerdings nicht unbedingt der (heutigen) Sprachrealität entspricht.
American Beaver

Als naturalistisches Drama hat mir Der Biberpelz wiederum ganz besonders gefallen. Andere, klassischere Beispiele sind eben nicht besonders lustig, bei ihnen bleibt einem höchstens das Lachen im Hals stecken (wie bei Woyzeck).

Einen Theaterbesuch würde ich empfehlen; auch die Hörspielfassung von 1958 mit Therese Giehse als Frau Wolff ist sehr gut – die habe ich vor einigen Jahren leider nur zur Hälfte hören können.

Montag, 24. März 2014

7D7B mini. Fazit


Den viertägigen Lesemarathon, gehostet von Mandy und Melli, habe ich vol ausgenutzt und fast nichts anderes gemacht als gelesen und Hörbuch gehört. Mit jedem Tag wurde ich resistenter gegen Alltäglich-reales. Ich bin mal gespannt, wie das im April wird, wenn die Aktion bei doppelter Länge wiederholt wird, dann verschwinde ich womöglich komplett in einem meiner Bücher...

Dieses Mal hatte ich eine Mischung aus eigenen und geliehenen Büchern (wenn auch unbewusst) gewählt:

Das Mädchen Orchidee von Pearl S. Buck konnte ich komplett lesen (443 Seiten) und hatte meine Freude an den Schilderungen des noch alten Kaiserreichs China, das mit Cixi, Protagonistin des Romans, in ein modernes China überführt wurde.

A long way down von Nick Hornby hatte ich bereits begonnen und bin auch nicht soo weit gekommen, weil ich das mit meinem Freund gemeinsam lese (107 Seiten gelesen).

Auf zwei Planeten von Kurd Laßwitz habe ich mir als Librivox-Hörbuch angehört. Leider nur Teil 1, denn das Buch ist echt lang (421 'Seiten' gehört).

Emma Watson von Joan Aiken war eine Leihgabe, die ich nach kurzer Testphase aussortiert habe. Nix für mich.

Stattdessen habe ich Der Übergang von Justin Cronin begonnen und damit den Marathon nicht ganz so ruhig ausklingen lassen (150 Seiten weggesaugt).

Mit insgesamt 1121 Seiten bin ich echt zufrieden ;)
Für die große Aktion versuche ich aber, mich auf eigene Bücher zu konzentrieren.So, jetzt drehe ich noch eine allerletzte Blogrunde und dann ist 7D7B fürs Erste beendet :(

Sonntag, 23. März 2014

7D7B mini. Tag 4


Morgähn. Ich konnte nicht mehr einschlafen...

Stand von gestern
Das Mädchen Orchidee: 440/440 Seiten (+218)
Auf zwei Planeten: 251/421 Seiten
A long way down: 122/342 Seiten (+29)

Mein Freund und ich konnten gestern noch ein bisschen in A long way down lesen und das erste Drittel beenden. Mir gefällt's bisher, aber ich lese ja auch vor und versuche, den vier Protagonisten, aus deren Perspektiven die Geschichte erzählt wird, eine eigene Stimme zu geben. Auch wenn die Kritiken bisher nicht gerade überschwänglich sind, freue ich mich auf die Verfilmung, die im April ins Kino kommt.

Emma Watson
Ich weiß noch nicht, ob ich heute ernsthaft versuchen will, den Laßwitz zu Ende zu hören, oder ob ich das vierte Buch im Bunde, Emma Watson, beginnen soll... Ich versuche erst mal letzteres, denk ich.

Update ~14:00

Habe den Jane Austen Verschnitt nach wenigen Seiten aufgegeben. Nachdem ich nun die richtige Jane Austen erst vor kurzem gelesen und geliebt habe, kann dieser Reboot mich nicht reizen.

Stattdessen habe ich dann doch schon viel von Auf zwei Planeten gehört und schaffe bestimmt den ersten Teil. Jippie! Außerdem bin ich auch mit A long way down weiter gekommen.

Stand von gestern
Auf zwei Planeten: 351/421 Seiten (+100)
A long way down: 157/342 Seiten (+35)


Update ~16:00 
Halleluja. Brauche jetzt doch mal ne Pause vom Mars ;)

Da ging es zuletzt recht wild zu und die Marsianer und Menschen bekriegen sich wegen eines Missverständnisses. Die armen Martier glauben, die Menschen sind vielleicht doch noch nicht bereit für den Fortschritt, den ihnen die Außerirdischen bringen wollten... Die armen Martier! Dabei hatten sie sich so darauf gefreut, die Menschheit zu ihren Freunden zu machen :)

Ich suche mir also ein weiteres Buch aus...
Nun denn, ich wollte eigentlich was kurzes reinschieben, das ich womöglich noch heute beenden könnte. Aber ich habe mich ganz anders entschieden: Es wird Der Übergang von Justin Cronin. 

Der Übergang (Der Übergang, #1)Zum Inhalt (Onleihe):
Die Welt, wie Sie sie kennen, wird es nicht mehr geben! Bevor sie das Mädchen von Nirgendwo wurde, das Mädchen, das plötzlich auftauchte, die Erste und Letzte und Einzige, die tausend Jahre lebte, war sie nur ein kleines Mädchen aus Iowa und hieß Amy. Amy Harper Bellafonte. Das Mädchen Amy ist gerade einmal sechs Jahre alt, als es von zwei FBI-Agenten entführt und auf ein geheimes medizinisches Versuchsgelände verschleppt wird. Man hat lange nach Amy gesucht: der optimalen Versuchsperson für ein mysteriöses Experiment, das nichts Geringeres zum Ziel hat, als Menschen unsterblich zu machen. Doch dann geht irgendetwas schief, völlig schief. Von einem Tag auf den anderen rast die Welt dem Untergang entgegen. Und nur eine kann die Menschheit vielleicht noch retten: Amy Harper Bellafonte.
So habe ich nach langer Zeit mal wieder ein eBook zur Hand ausgeliehen. Aber über 1000 Seiten (*schluck*) sieht man nicht jeden Tag... Bei 14 Tagen Ausleihe wird das echt knapp. Aber ich denke mal, das wird ziemlich spannend und dadurch schnell wegzulesen.

Update ~20 Uhr
Also, das mit der Ausleihfrist gibt kein Problem; hab schon die ersten 90 Seiten durch und mag das Buch sehr. Alles ist mysteriös und düster und in einer guten Sprache geschrieben. Bis jetzt echt top!

Update ~21:30 Uhr
Der Tag neigt sich dem Ende und ich bin wirklich zufrieden mit meiner Leseleistung *freu* Für einen letzten Stand ist es noch zu früh, ich werde noch etwas weiter lesen, bevor bei mir die Schotten dicht gemacht werden.

In der Zwischenzeit habe ich noch weiter in Der Übergang gelesen und mich gebührend gegruselt und gewundert, was da eigentlich abgeht. Ich könnte noch ewig weiter lesen, denn es ist schon spannend, aber morgen geht der Alltag wieder los und dann habe ich allerlei zu erledigen.

Jedenfalls hatte ich viel Spaß bei der ganzen Aktion und freue mich schon auf ihre "große Schwester" im April!

Samstag, 22. März 2014

7D7B mini. Tag 3

Heute konnte ich mal ausschlafen! Super, denn ich will neben dem Lesen auch mein neues britisches Backbuch ausprobieren!


Das habe ich vor wenigen Tagen entdeckt und konnte nicht widerstehen.

Ich werde heute Stem Gingernuts ausprobieren, echte Kalorienbomben, aber immerhin mit Ingwer ;)

So habe ich dann auch was zum Knabbern (wenn alles gut geht), wenn es bei Das Mädchen Orchidee zu den dramatischeren Stellen kommt. Da Tsu Hsi (heute schreibt man wohl eher Cixi, ich versuche mal rauszufinden, wie das überhaupt richtig gesprochen wird) die letzte große Kaiserin von China war und sich bis jetzt schon allerhand Konfliktpotenzial im Roman aufgebaut hat, werde ich wohl bald Nervennahrung brauchen.

Stand von gestern
Das Mädchen Orchidee: 222/440 Seiten
Auf zwei Planeten: 251/421 Seiten
A long way down: 93/342 Seiten



Update ~14:30 Uhr

Lesen konnte ich gerade mal 50 Seiten in Das Mädchen Orchidee, aber gebacken habe ich bereits und das Ergebnis für gut befunden.
Für Ingwerfreunde und Teatimeliebhaber sind diese Biscuits ein Muss! Ich habe es etwas abgeändert, weil eingelegter, kandierter Ingwer mir zu etepetete ist; ich mag's lieber leicht scharf und erfrischend:

Für 18 Kekse habe ich 175g Mehl, 1TL Backpulver, 1TL gemahlenen Ingwer, 1 Natrontablette und 100g Zucker gemischt. Dann kamen 57g Butter und 42g Zuckerrübensirup in die Pfanne, wurden auf Stufe 1 geschmolzen und ordentlich verrührt. Ich habe 18g Ingwer in kleine Stücke gehackt, ein halbes Ei dazu gegeben, und dann den Sirup zu dem Mehlgemisch und zuletzt den Ingwer-Ei-Mix dazu getan. Ab in den auf 170°C vorgeheizten Ofen, 15 Minuten reichen. Auskühlen lassen – wenn sie aus dem Ofen kommen, sind die Kekse eher biegsam, werden aber, je länger man sie auskühlen lässt, mit der Zeit richtig knusprig. Passen einfach perfekt zu englischem Tee.

Update ~18 Uhr

Habe bis jetzt ausschließlich weiter in Das Mädchen Orchidee gelesen und denke, dass ich die restlichen 60 Seiten auch noch schaffe. Nachdem mich das Yehonala-Mädchen anfangs recht kalt gelassen hat, finde ich die turbulente Endzeit des Kaiserreichs super spannend. Intrigen und Aufruhr, ahoi!

Update ~20:30 Uhr

Oje, am Ende von Das Mädchen Orchidee wurde ich ganz schön traurig. Was für ein faszinierendes Buch! Wenn auch Cixi, die Kaiserin, positiver dargestellt wird, als es allgemein der Fall ist. Ich kenne mich nicht damit aus, aber alles, was ich bisher von ihr gelesen oder im Fernsehen gesehen habe, war deutlich düsterer. Aber im kurzen Nachwort der Autorin wird überdeutlich, dass sie eine große Philanthropin war und an das Gute im Menschen in jeder Hinisicht glaubte – das Nachwort ist im Kalten Krieg verfasst worden und somit ein starker Appell an die Menschlichkeit der Leser. Heute könnte man so was nicht mehr schreiben; die Menschen sind zynisch geworden... Ich brauche eine Pause, bin ganz melancholisch gerade.

Freitag, 21. März 2014

7D7B mini. Tag 2

Wie ein Uhrwerk habe ich um 8.45 Uhr die Augen aufgemacht, obwohl ich noch lange wach war gestern. Jetzt bin ich dementsprechend wach...

Stand von gestern
Das Mädchen Orchidee: 111/440 Seiten
Auf zwei Planeten: 131/421 Seiten

Mir ist da bei der Paginierung von Auf zwei Planeten etwas entgangen: Der Roman betseht aus zwei Teilen, und der zweite fängt wieder bei 1 an, so dass einmal 421 und dann noch mal 549 Seiten zusammen kommen. Uff! Ich hatte zwar schon mehrfach gelesen, dass das Buch an die 1000 Seiten hat, aber dann nicht mehr drüber nachgedacht, und bei der Fraktur hab ich mir auch nicht die nötigen Gedanken über die Dicke des Buches gemacht... Naja, mein Ziel ist jetzt, den ersten Teilband zu beenden.

Trotzdem macht es Spaß, diese Zukunftsvision von vorgestern zu lesen, bzw. anzuhören, denn ich höre mir die Librivox-Aufnahme dazu an.

Das Mädchen Orchidee ist auch eine gute Wahl gewesen *mir selbst auf die Schulter klopf*. Man erfährt viel über das Kaiserreich Mitte des 19. Jahrhunderts. Außerdem ist es flüssig zu lesen, was sich von meinem Science Fiction-Klassiker nicht unbedingt sagen lässt (umso besser, dass ich nur lauschen muss).

Jetzt mache ich erst mal die Runde, dann gibt's Frühstück, dann lese ich und melde mich später noch mal.

Update ~14:30

Am Vormittag habe ich mit Mühe und Not 60 Seiten in Das Mädchen Orchidee gelesen. Ich war einfach zu abgelenkt, allerdings weiß ich nicht, wovon. Ich hasse diesen Zustand, wenn man eigentlich lesen will, aber die ganze Zeit abschweift.

Dann musste ich noch mal an die Arbeit und konnte dabei einige Kapitel von Auf zwei Planeten anhören. Zwischendurch ist es ein bisschen langweilig, ich habe aber den Verdacht, dass einige der Vorleser diesen Eindruck bei mir hervorrufen und nicht unbedingt die Geschichte selbst.

Update~21:30

Habe das Tief beim Hörbuch glücklich überwunden, habe noch etwas Orchidee weiter gelesen und sogar einige Seiten Nick Hornby geschafft! Der Tag ist nun für mich beendet, ich muss Schlaf nachholen. Gute Nacht!

Stand
Das Mädchen Orchidee: 222/440 Seiten (+111)
Auf zwei Planeten: 251/421 Seiten (+120)
A long way down: 93/342 Seiten  (+43)

Donnerstag, 20. März 2014

7D7B mini. Tag 1

Eine Aktion von Mandy und Melli
So... Nach einigen Erledigungen an der Uni habe ich mit Das Mädchen Orchidee begonnen.

Das Mädchen OrchideeInhalt (Goodreads):
In "Das Mädchen Orchidee" schildert die Nobelpreisträgerin Pearl S. Buck das abenteuerliche Leben der letzten chinesischen Kaiserin Tsu Hsi, die als Konkubine an den Hof befohlen wurde und durch ihre Klugheit und Tatkraft zur Kaiserin emporstieg. Über vierzig Jahre steuerte sie das Reich mit staatsmännischem Geschick zwischen allen Klippen hindurch. Im Alter genoss sie im wahrsten Sinne des Wortes göttliche Verehrung und erhielt von ihrem Volk den Ehrentitel "Alter Buddha".

Nach 79 Seiten habe ich den ersten handlungsreichen Teil des Buches schon fertig. Yehonala kommt als Konkubine an den Hof des Kaisers und schafft es, den Kaiser auf sich aufmerksam zu machen. Bald ist sie seine Favoritin.
Das Buch gefällt mir inzwischen gut. Am Anfang fand ich Yehonala etwas unsympathisch, weil sie fest davon überzeugt war, Kaiserin zu werden. Ich meine, klar, ist sie ja dann auch geworden. Trotzdem.

Update ~14 Uhr
Muss mich jetzt meiner Arbeit widmen, aber dabei werde ich mir die ersten Kapitel Auf zwei Planeten anhören.

Update ~17 Uhr
So, habe während der Arbeit bereits 7 Kapitel von Auf zwei Planeten hören können und bin damit auf Seite 100. Ein abgefahrenes Marsianerspektakel, dank des Physikstudiums des Autors inklusive logisch klingender Erklärungen für alle Ereignisse, die einem Erdenbewohner am Ende des 19. Jahrhunderts seltsam vorgekommen sein müssen.

Auf zwei PlanetenDie "Martier" sind mir schnell an's Herz gewachsen: Es sind scheinbar keine Erdenzerstörer wie die Marsbewohner in George Orwells Krieg der Welten. Statt dessen sind es bibliophile, wissbegierige Geschöpfe:
[...] Bücher gehören bei den Martiern zur unentbehrlichen Ausstattung jedes Zimmers, eher würde man die Fenster entbehren, als die Bibliothek [...].
Jetzt mache ich aber erst mal mit der kleinen Kaiserin in spé weiter ;)

Mittwoch, 19. März 2014

7D7B mini. Vorbereitungen und Bücher

Ein Lesemarathon, yay! Das hat sich zu meinem liebsten Leseevent entwickelt. Man tauscht sich aus, trinkt Tee oder Kaffee, und vor allem liest man, was das Zeug hält.

Leider muss ich noch ein paar Stunden arbeiten und anderen Kram aus dem Alltag bewältigen, was mich hoffentlich nicht allzu sehr vom Lesen abhält.

Nach langem hin uns her konnte ich meine Lektüreauswahl auf wenige Bücher reduzieren:
Eins wird Das Mädchen Orchidee von Pearl S. Buck, ein Buch, das ich für die Nobelpreisträgerchallenge lesen möchte und mit dem ich noch nicht anfangen konnte, obwohl es für März fest eingeplant war. Nur logisch, dass ich die geballte Lesekraft eines Marathons dafür nutzen will ;)

Mein zweites Buch ist ein echter Wälzer: Auf zwei Planeten von Kurd Laßwitz. Ich möchte meine Magisterarbeit über Science Fiction schreiben und kenne diesen wichtigen Roman nur in Auszügen, weil ich mal zwei Kapitel für librivox aufgenommen habe. Wahrscheinlich greife ich auch auf diese Hörbuchfassung zurück (meine Ausgabe ist in Fraktur und... neee).

Mit meinem Freund habe ich vor Kurzem A long way down von Nick Hornby begonnen. Wir sind erst 50 Seiten weit gekommen, mal sehen, wie es damit weiter geht.

Vielleicht schiebe ich noch Emma Watson von Joan Aiken ein; das hat mir eine Freundin geliehen und es wird Zeit, dass ich es lese. Ich habe da wenig Ahnung, was mich erwartet, basiert wohl auf einem Romanfragment von der lieben Miss Austen, deren Stolz und Vorurteil ich gerade erst mit allergrößter Freude gelesen habe.

Ich merke gerade selbst, wie die Liste meine Prioritäten widerspiegelt: Orchidee ist mit dem SF-Klassiker am wichtigsten, bei den letzten beiden wird es darauf ankommen, wie viel Zeit übrig bleibt.

So, jetzt richte ich mir noch einen Ordner mit allen teilnehmenden Blogs in meinem RSS-Reader ein und dann geh ich baden – und lese natürlich noch was!

Montag, 17. März 2014

Kleine Naturkunde (9). Hanami! Oder so

Ist es nicht herrlich, wie die Natur so langsam aus dem Winterschlaf erwacht? Ich muss zugeben, ich bekomme mit jedem mit Blumenduft beladenem Atemzug mehr Frühlingsgefühle.
Dass ich immer noch massig Zeit an der Uni verbringe stört mich dank unserem tollen Campus gar nicht – nirgendwo sonst ist es so schön bunt im Moment. Vor allem haben wir jede Menge rosa bis pink strahlende Bäume, deren genaue Bestimmung mir allerdings Probleme macht.

Prunus xy bei Sonnenuntergang
Noch nie habe ich an einem unserer Unibäume Kirschen entdeckt, darum bin ich etwas verunsichert, allerdings ist es, denke ich, schon etwas aus der Familie mit Namen Prunus, das dieses Kirschblütenfest-Gefühl macht.

Darunter fallen sämtliche Kirschbäume, aber auch Mandelbäume, und das finde ich irgendwie besonders toll. Mandeln und Kirschen sind also verwandt. Und dann rosa Blüten am Mandelbäumchen. Egal, wie oft ich schon behauptet habe, rosa zu hassen, übt diese Farbe doch auch eine seltsame Anziehungskraft auf mich aus... Aber nach dem ganzen Grau der letzten Monate ist so ein Farbklecks in der Natur doch auch einfach klasse, oder? Und duften tun die auch noch so toll. So was gehört in meinen zukünftigen Garten, aber pronto! Und wenn man von den eigenen Gartenpflanzen naschen kann, umso besser.

Um einwandfrei rauszufinden, um welche Prunus-Art es sich handelt, bräuchte ich die Blätter; die kommen aber erst im Sommer... Und darum nutze ich diese 'Gelegenheit' für eine kleine Pause. Durch die wöchentlichen Exkursionen in die Natur habe ich so einiges mit anderen Augen gesehen und gelernt, und dadurch sind meine Rezensionen etwas ins Hintertreffen geraten. Inzwischen vergeht gerne mal ein Monat zwischen lesen und posten. Darum lege ich eine Naturkundepause ein.

Zwei Monate habe ich jetzt schon meine kleine Naturkunde betrieben und sie ist mir ans Herz gewachsen. Sobald dieser Prunus-Baum da oben Blätter bekommt, werde ich ihn identifizieren und mit der Reihe fortfahren! Dann blühen auch ganz andere Pflanzenarten, also nicht nur die winterfesten. Es wird also viel leichter für mich, etwas zu finden, dass ich noch nicht kenne. Ich bin jetzt schon gespannt, was mich erwartet!

Freitag, 14. März 2014

Rezension. Janós Székely: Verlockung

VerlockungDieses Buch lag schon lange auf meinem SuB, als in meiner ersten "Random Read"-Runde Verlockung als Lektüre zufällig ausgewählt wurde. Mein erster Gedanke war: "Uff! Dieser Wälzer. Muss das sein?"
Zum Glück konnte mich Székely mit seinem tollen Erzählstil eines besseren belehren.

Béla wächst nach Ende des Ersten Weltkriegs in einem ungarischen Dorf auf. Das Leben meint es nicht gut mit ihm: Als uneheliches Kind lebt er nicht bei seiner Mutter, sondern bei einer grausamen, alten Hure, die ihr Geld damit verdient, sich kleiner Bastarde anzunehmen. Da Bélas Mutter aber mit ihren Zahlungen immer im Rückstand ist, muss der Junge oft hungern und wird zum Hausdiener degradiert.

Klingt nach Sara Crew? Aber hierbei handelt es sich keinesfalls um die rührende Schilderung eines schweren Lebensweges. Béla ist ein Kämpfer. Erst schafft er es, in die Schule gehen zu dürfen, ob wohl ihm das Schulgeld fehlt, und wird zum besten Schüler aller Zeiten. Als 12-jähriger entkommt er endlich dem trostlosen Dorfleben und zieht zu seiner Mutter nach Budapest. Er arbeitet in einem Luxushotel zuerst als Liftboy und dann als Page ‐ der Lohn besteht nur aus dem Trinkgeld, das er erhält.

Das Hotel ist natürlich als Mikrokosmos ein Spiegel der Gesellschaft: Die Gäste sind äußerst reich und gegenüber den armen Angestellten vollkommen ignorant. Eine Flasche Champagner kostet bei ihnen so viel, wie eine arme Familie in einem Monat nicht verdient.
In dieser durch das Horthy-Regime immer weiter klaffenden Kluft zwischen Arm und Reich versuchen Béla und seine Familie irgendwie, über die Runden zu kommen.

Sein Zuhause, ein Wohnhaus in einem Armenbezirk der Stadt weit entfernt vom Zentrum, liest man von Hunger und Elend, wie ich es als Leser selten erlebt habe. Da alles durch die Augen des hartgesottenen Béla erzählt wird, der allerdings sein Herz am rechten Fleck hat, bleiben die Schilderungen aber eher sachlich, weil er die beschriebenen Situationen ja selbst kennt.

Mit der Zeit reift in Béla der Wunsch, nach Amerika, dem Land der Sehnsucht, auszuwandern. Doch wie ohne Geld und die Hoffnung, jemals genug Geld sparen zu können?

http://www.ujpest.hu/keruletrol
Újpest in den 1920ern
Spannend und vor allem sehr wortgewandt erzählt Janós Székely (spricht man [jɒno:ʃ se:kɛj], also ungefähr "Ianosch Seekäi") von den sozialen Missständen in Ungarn zwischen den Weltkriegen, von Kommunismus, Kapitalismus, Opportunismus. Zwar liest man diesen Wälzer nicht "mal eben schnell", aber die Zeit lohnt sich.

Székely wollte aus der Geschichte Bélas eine Trilogie machen und dabei immer sein eigenes, aufregendes Leben als Grundlage nehmen, doch der Autor verstarb 1958 in Berlin, nachdem er lange in New York gelebt und als Drehbuchautor sogar einen Oscar für das Drehbuch für "Arise, my love" erhalten hatte. Der frühere Bestseller war lange vergessen, bis ihn der SchirmerGraf Verlag wieder entdeckte.

Janós Székely: Verlockung
SchirmerGraf 2005 (ISBN: 9783865550156)
816 Seiten

Dienstag, 11. März 2014

Kleine Naturkunde (8). Dame in Rosa

Vor einigen Jahren habe ich im Oxford Botanic Garden eine Blume fotografiert, die ich sehr kurios fand. So eine hatte ich noch nie gesehen: Knallepink und außerdem flauschig, wuschelig. Schreiend kitschig, das Ganze.
Beim Durchgehen der Urlaubsfotos musste ich dann wieder grübeln, was das wohl für eine seltsame Pflanze sein könnte, denn ich hatte das natürlich nicht notiert, obwohl im botanischen Garten sicher ein Namensschild gewesen ist.

Auf der Seite des Oxford Botanic Garden war leider dazu nichts zu finden, also musste ich mitten ins Getümmel des World Wild Web. Ich suchte nach Bildern anderer aus diesem Garten, in der HoffnuSalvia oxyphora, oder Spitzentragender Salbei.
ng, jemand habe den Namen dabei stehen. Nach langer Suche habe ich sie eher zufällig entdeckt:
Es ist eine Zierpflanze, die nicht zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden kann wie der Echte Salbei. Wenn man "Spitzentragender Salbei" in eine Suchmaschine eingibt, bekommt man praktisch keine Ergebnisse, daher denke ich, dass sie bei uns extrem selten sein muss. Für den lateinischen Namen gibt es im englischsprachigen Internet allerdings viele Ergebnisse. Da nennt man die Salvia oxyphora auch Bolivian Sage. Also Bolivianerin, ¡hola! Auch in den USA scheint die Pink Lady selten zu sein (heißt es hier). Aber sonst ist der Salbei ganz gut vertreten, nämlich mit zwischen 800 und 1100 Sorten.

Samstag, 8. März 2014

Ich bin jetzt bei Bloglovin'

Ich weiß nicht, wie es zwischen meinem Kaffee heute morgen und diesem Moment dazu kam, aber irgendwann zwischendrin bin ich mal wieder bei Bloglovin' gelandet und hatte wohl diesmal nicht genug Kraft zu widerstehen.

Ich dachte schon länger, dass das nach einer praktischen Sache aussieht: So eine Art soziales RSS-Reader-Netzwerk. Aber ich gebe nur ungern meine Daten weiter; als halbe Informatikerin bin ich naturgemäß etwas paranoid...

Tja, jetzt ist es halt passiert und ich freue mich natürlich über andere Bloglover, die mal bei mir vorbeischneien (ist auch gar nicht so leicht, die deutschen Blogs unter den anderen rauszufinden)! Also: Ihr seid herzlich eingeladen ;)

Follow my blog with Bloglovin

Donnerstag, 6. März 2014

Rezension. The Hound of the Baskervilles

Houn-53 - The coal-black Hound (Hound of Baskervilles)Seltsame Dinge geschehen in Dartmoor: Ein Fluch lastet auf der Familie Baskerville, seit der skrupellose Sir Hugo vor Generationen ein Mädchen über das Moor jagte, das ihm nicht zu Willen sein wollte. Auf dem Moor werden Sir Hugo und das Mädchen von einem monströsen Hund getötet. Von nun an soll es das Schicksal jeden Erbes von Baskerville House sein, dem übernatürlichem Hund anheim zu fallen. Als der alte Sir Charles tot aufgefunden wird und sein Sohn das Erbe von Baskerville antreten soll, nehmen sich Holmes und Watson des Falles an...

Ein weiterer Holmes-Roman. Ich sage es sofort: Die kurzen Geschichten gefallen mir besser als die oft in der Konstruktion sehr gestreckten Romane. Nun ist The Hound of the Baskervilles zwar nicht langatmig wie The Sign of Four mit ewigen Rekapitulationen und Exposition und Berichten, aber man spürt doch die Leere in dem Roman. Ein paar mehr Figuren hätten zum Beispiel nicht geschadet, dann hätte ich vielleicht auch nicht so früh geahnt, wer der Täter ist. (Und ich ahne normalerweise nie, wer der Täter ist.) Das ist in einem Detektivroman natürlich ein Dämpfer. Es gab einfach zu wenige potentielle Mörder, und Frauen fallen bei Sherlock Holmes-Stories sowieso aus dem Raster.
Auf der Plusseite sind auf jeden Fall die stimmungsreichen Beschreibungen des Moors und ihr Einsatz in der Story. Auch ein entflohener Gewalttäter findet da Platz. Alles recht gruselig, sehr schön.
Snow shower on Dartmoor
Ich krieg direkt Sehnsucht nach England.
Insgesamt wurden die Einzelteile der Geschichte so sehr miteinander verwoben, dass ich kaum etwas davon hier wiedergeben kann, ohne zwangsläufig wichtige Informationen preiszugeben. Es gibt keine Nebenhandlungen, keine überflüssigen Geschehnisse, auch wenn es lange so scheint als ob. Wahrscheinlich ist selbst das schon eine Art Spoiler.

Jedenfalls ist The Hound of the Baskervilles bestimmt der beste der Holmes-Romane, gerade weil alle Teile so eng miteinander verknüpft sind. Mir fehlt zwar noch The Valley of Fear, aber davon habe ich schon viel Negatives gehört, und The Hound of the Baskervilles ist sicher nicht umsonst der berühmteste Holmes mit unzähligen Adaptionen in sämtlichen verfügbaren Medien. Trotzdem: Wenn schon ich Krimilusche so früh weiß, wer es getan hat (auch wenn sich natürlich immer argumentieren lässt, dass es viel mehr um das wie als das wer geht), wie geht es dann erst alten Krimihasen?



Japanisches Kanji für Tod

Fun Fact: Ein statistisches Phänomen wurde nach dem Roman benannt: Der Baskerville-Effekt. Demnach sterben am 4. eines Monats besonders viele Amerikaner chinesischer und japanischer Abstammung an einem Herzinfarkt. Zum Zusammenhang: In China und Japan verbindet man mit der Zahl 4 den Tod bzw. Unglück, weil beides gleich ausgesprochen wird (shi). Die Benennung kommt durch Sir Charles' Tod (siehe oben), da er an einer Herzkrankheit litt und scheinbar aus Angst vor der baldigen Erfüllung des Fluches starb.

Montag, 3. März 2014

Kleine Naturkunde (7). Das Ungeheuer im Unisee

Es ist mal Zeit für eine Tieridentifikation in dieser Reihe!

Der Teich an unserer Uni ist im Sommer ein beliebter Platz bei Studenten. Man kann dort prima chillen, Eis essen, sich in die Sonne fläzen und einfach mal gar nichts tun. Im Teich leben die unterschiedlichsten Wesen, doch auffallen tun vor allem die Enten. Mit der Zeit habe ich einige interessante Beobachtungen machen können. Zum Beispiel gehen die Herren gerne mal nur unter sich schwimmen, sobald ein Weibchen daher kommt, wird es vertrieben. Echt lustig, wenn sich die Erpel nach einer Runde durch den Teich dann in der Sonne räkeln und zu den Enten rüberschielen.
Aber der Uniteich hat auch weniger bekannte Bewohner, die lieber im Untergrund bleiben... Wohl auch besser, denn so manche(r) würde Reißaus nehmen, wenn er/sie wüsste, wovon ich spreche.

Kurz: Eine Schlange lebt am Teich. Ich habe sie schon zweimal gesehen, einmal sogar in Begleitung eines Erpels.
Aus Spaß haben wir sie immer die Seeschlange genannt, aber eigentlich hatten wir keine Ahnung was das sein könnte. Schwimmende Schlangen in deutschen Gewässern? Uäh. Und das mir als Wassersportlerin. Obwohl ich Schlangen nicht schlimm finde, möchte ich doch nicht einer im Wasser begegnen.
Schnappschuss, darum ist das Bild so schlecht.
Also schnell mal nachgesehen: Seeschlangen nennt man nur die in wärmeren Gefilden lebenden Viecher von 1,20m Länge aufwärts. Bei uns gibt es nur sechs Schlangenarten, vier davon Nattern, zwei Vipern. Die bekannte Blindschleiche ist keine Schlange, sondern eine Echse.

Die gesuchte Schlangenart muss wohl die Ringelnatter sein. Zum Einen ist es die häufigste Schlangenart in Deutschland und sie lebt in Gewässern, zum Anderen hatte 'meine' auch so weißliche Flecken hinterm Kopf. Wie alle heimischen Arten ist die Ringelnatter vollkommen harmlos. Ihr lateinischer Name ist übrigens Natrix natrix – was Wasserschlange Wasserschlange bedeutet. Äh, alles klar. (Ich weiß, dass die Bestandteile des taxonomischen Namens Gattung und Art beschreiben, lustig ist es aber doch.)
Foto: Buridans Esel (Lizenz)

Jetzt frage ich mich nur noch, wo das Tierchen denn genau wohnt. Und warum sie einen Enterich zum Freund zu haben scheint... (Wahrscheinlich zu groß zum Fressen, traurig, aber wahr.)

Kurze Info zu allen Schlangen bei uns findet man hier: schlangeninfos.de

Samstag, 1. März 2014

Begleittext März

Schon wieder ist ein Monat um. Wo geht nur die Zeit hin? Ich hatte so viel zu lesen, dass es mit meinem Vorsatz, weniger zu lesen, langsam schlecht aussieht.
Im Februar habe ich sechs Bücher beendet und lese auch noch an mehreren. Also ist ganz von selbst alles zum Alten übergegangen. Was soll's, das Wenigerlesen ist halt nichts für mich! Das hätte ich auch gleich wissen können ;)

Für den März habe ich mir folgende Bücher herausgesucht:

Stolz und Vorurteil

Schon gestern habe ich mit Stolz und Vorurteil angefangen. Für die Buchverfilmungschallenge eignet sich das ja auch ganz ausgezeichnet. Über die Jahre bin ich zu einer Austenhalbexpertin geworden, ohne je eines ihrer Bücher gelesen zu haben – außer Northanger Abbey, das habe ich mal als Lesung gehört. Austen ist mir echt smpathisch und ich freue ich mich auf diesen Klassiker.



Der missratene Ritter
Ein weiteres Mal geht es in's mittelalterliche England oder Gramarye, wie es so schön heißt. Natürlich lausche ich gerne ein weiteres Mal gebannt Jochen Malmsheimer, wenn er mit Der missratene Ritter den dritten Teil der Camelotreihe liest.

Finstere Orte

Etwas für mich vollkommen Untypisches steht mir auch bevor: Für die Literary Exploration Challenge, bei der es verschiedene Genres zu erkunden gilt, lese ich Finstere Orte von Gillian Flynn, die ja in Deutschland erst vor kurzem mit Gone Girl eingeschlagen ist. Normalerweise bin ich kein besonderer Fan von Thriller, Krimi & Co. und würde das Buch also ohne Challenge nicht lesen. Das ist das Tolle an dieser Challenge, sie bringt einen auf wirklich literarisch unbekanntes Terrain.
Sowohl für Gone Girl als auch für Finstere Orte sind übrigens Verfilmungen am Start.

Das Mädchen Orchidee
Zuletzt kommt noch eine Nobelpreisträgerin ins Spiel: Pearl S. Buck mit Das Mädchen Orchidee. Ich kannte die Autorin nicht, bis mir mein spendierfreudiger Nachbar das Buch schenkte. Einige Tage zuvor hatte ich eine Doku über die letzte Kaiserin von China gesehen und habe das Buch nur deshalb gerne behalten (sonst lehne ich aus Platzmangel auch öfters eine Spende ab). Ich bin sehr gespannt!

Außerdem erwarten euch Rezensionen von The Hound of the Baskervilles, Das Grab der Leuchtkäfer und Verlockung.

Mal sehen, was sonst noch so meinen Weg kreuzt! Euch einen schönen März!
Schaut einer von euch die Oscarverleihung? Ich mag die da betriebene Selbstbeweihräucherung und die ganze Werbung nicht, aber ich setze gerne vorher auf die Gewinner: Hier gibt es eine Liste zum Ankreuzen der Favoriten und ein Oscar Bingo. Verlockend...