Freitag, 7. Februar 2014

Buchverfilmungschallenge. Die Brautprinzessin/ Die Braut des Prinzen




Inhalt
In »Die Brautprinzessin« verliebt sich die wunderschöne Butterblume in den Stalljungen Westley, der seinerseits unsterblich in sie verliebt ist. Als Westley von einer Reise nicht zurückkehrt, ist Butterblumes Herz gebrochen und sie verlobt sich mit dem jagdwütigen, rüpelhaften Prinz Humperdinck. Als sie vor der Hochzeit entführt wird, beginnt ein verzwicktes Abenteuer, in dem Politik, Liebe und Rache die Fäden ziehen.




Buch

The Princess Bride Jahrelang hatte der Untertitel S. Morgensterns klassische Erzählung von wahrer Liebe und edlen Abenteuern meine Fantasie beflügelt, bevor ich dieses Buch in unserer Unibib (im englischen Original) fand und mitnahm.
Zugegeben, ich war ein bisschen traurig, dass mir nur die gekürzte Version zur Verfügung stand. Erst später wurde mir klar, dass es nur diese eine gibt.
William Goldman, der durch sein Drehbuch zu Butch Cassidy und Sundance Kid (fantastischer Film im Übrigen) bekannt wurde, fingiert in diesem Roman in guter barocker Tradition mehrere Zwischenebenen. Eine davon ist die Herkunft der Geschichte um Butterblume und Westley: S. Morgenstern habe ursprünglich diese Satire der europäischen Hofkultur verfasst, Goldman habe nur eine gekürzte Fassung editiert.
Eine weitere Ebene bilden zahlreiche Kommentare Goldmans, die die Geschichte unterbrechen und auf herausgestrichene Parts des Originals verweisen.
Dann ist da noch die Rahmengeschichte, in der Goldman berichtet, wie er als Zehnjähriger auf die Geschichte reagiert hat, als er sie zum ersten Mal hörte. Auch dieser Teil zieht sich durch das ganze Buch.

Vor dem allem findet man außerdem ein Kapitel, wie Goldman seinem Sohn zum zehnten Geburtstag S. Morgensterns Geschichte schenkt, der aber keinen Sinn für das Buch hat (Goldman hat nicht wirklich einen Sohn, sondern zwei Töchter, die hoffentlich nichts mit dem im Buch beschriebenen Jungen gemein haben).

The Princess Bride ist ein komplexer Roman, der mich häufig überrascht und auch überrumpelt hat. Ich hatte mit einem Kinderbuch gerechnet und fand die Geschichte folglich irritierend erwachsen.
Die Wendungen der Handlung kommen unvermutet, werden aber stets von Goldman, dem Herausgeber und Bearbeiter, kommentiert und erläutert, meist in der Art: "Ihr glaubt jetzt sicher, dass ... geschieht. Tut es aber nicht.". So, wie manche Fußnoten als störend empfinden, wird auch dieses Vorgehen nicht jedermanns Sache sein.
Es braucht ein gewisses Genie, um Leser mit ihren Erwartungen derart an der Nase herumzuführen. So präzise und effektiv wie bei Goldman habe ich das noch nicht erlebt.

Durch die verschiedenen Ebenen und den ungewöhnlichen Plot war ich umso gespannter auf die Verfilmung.

Film

Mir war klar, dass bei der Verfilmung einiges an barocker Vielfalt flöten gehen würde, und tatsächlich wurde Goldman als Figur fast komplett gestrichen. Der Film beginnt mit einem kranken Zehnjährigen, dessen Großvater (Columbodarsteller Peter Falk) ihm S. Morgenstern klassische Geschichte vorliest. Der Großteil des Films spielt aber in der Fantasiewelt Morgensterns/Goldmans.

Ich weiß, dass er auch im deutschen Sprachraum einige große Fans hat, aber der Film konnte mich nicht ganz überzeugen. An den Sets und dem Equipment sieht man deutlich, dass das Budget nicht hoch gewesen sein kann, und das hat mich gestört. Ich konnte nicht in der Geschichte versinken (um dann, wie Goldman es geschafft hatte, bei den Unterbrechungen wütend aufzustampfen), sondern sah ständig, dass es "nur ein Film" und "nur gespielt" ist. Als ironisches Element, das auf Mantel-und Degen-Filme anspielen soll, hat das bei mir seine Wirkung verfehlt.
Auch waren die Dialoge teils hölzern. Im Englischen kamen die Witze viel besser raus (das gilt für Buch und Film).
Doch nachdem die Cliffs on Insanity erst mal passiert waren, hat der Film deutlich an Fahrt aufgenommen und ab da auch wesentlich mehr Spaß gemacht.
Außerdem muss man schon sagen, dass einige Dinge einfach lustiger sind, wenn man sie sieht. Westley-Darsteller Cary Elwes spielt wirklich schön pathetisch übertrieben und hat komisches Talent, das man ja einige Jahre später in Mel Brooks' Robin Hood noch mal zu sehen bekam. Robin Wright wirkt in ihrer ersten großen Rolle noch etwas unbeholfen.

Die Braut des Prinzen (The Princess Bride)
USA 1987

Komödie
Regie: Rob Reiner
Laufzeit 98 Minuten
FSK 6

1 Kommentar:

  1. Ich muss zugeben, dass ich das Buch nie gelesen habe. Den Film fand ich aber recht nett (wenn auch nicht mehr). Ob die mittelmäßige Ausstattung wirklich am Budget an sich liegt, ist allerdings fraglich. Es ist vielleicht eher ein Problem der Entstehungszeit. Wenn man sich andere Fantasyfilme aus den 80ern ansieht (z.B. "Der Tag des Falken" oder "Willow"), sind Sets und Ausstattung auch nicht unbedingt berauschend.

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