Mittwoch, 29. Januar 2014

Buchverfilmungschallenge. World War Z (Film)

Es ist schon etwas länger her, dass ich das Hörbuch von World War Z zerrissen rezensiert hatte. Nun also habe ich mir auch den gleichnamigen Film angeschaut.

Von einer Verfilmung zu sprechen wäre nicht ganz richtig. Im Buch wird ein Beamter quer durch die Welt geschickt, um nach einem Zombiekrieg für Aufklärung zu sorgen, indem er Überlebende und Teilhabende interviewt. Der Roman besteht aus den Interviews und hat somit einen pseudodokumentarischen Charakter.
Der Film folgt einem ungekämmten Brad Pitt, ehemaliger UN-Mitarbeiter, ebenfalls quer durch die Welt, aber mitten im Zombiekrieg (oder mehr etwas, das nach Zombieapokalpse aussieht), und seinen Versuchen herauszufinden, wie das Zombievirus beschaffen ist, um dann ein Gegenmittel zu finden.

Was hatte ich erwartet? Ich bin kein Fan von Actionfilmen und Blockbuster à la Roland Emmerich sind auch schon lange nicht mehr mein Repertoire. Mir war also klar, dass es hier keinen Schatz zu heben gibt. Aber durch meine Liebe zu Shaun of the Dead bin ich wohl ohne es zu merken zu der Überzeugung gekommen, dass Zombies lustig sind, bzw. es sein sollten. Sie sind schließlich wie fast unsterbliche Lemminge.
In World War Z habe ich genau einmal gelacht: In den ersten 30 Minuten steigt von einem Hochhaus ein Helikopter auf, auf den sich die Zombies gerade stürzen wollten. Als er wegfliegt, hüpfen die Zombies einfach allesamt hinterher in den Abgrund. Meiner Meinung nach wäre das eine super Strategie gewesen, um die Viecher loszuwerden.



Aber dann hätte Brad Pitt ja kaum etwas zu tun gehabt, nicht wahr? Statt dessen also sehen wir einer äußerst unglaubwürdigen Jagd rund um den Erdball zu, bei der es keine Verschnaufpause (ja, nicht mal ne Pinkelpause – armer Brad) gibt. Das Auge kommt vor lauter Zombiemassen nicht zur Ruhe, oft kann man kaum noch erkennen, was überhaupt genau passiert. Das ist scheinbar die Strategie des Films, der aber sonst wohl genauso das FSK16-Zertifikat bekommen hätte.
Zudem wurden meine Ohren gemartert: Auf der Blu-Ray, die ich ausgeliehen habe, waren die Dialoge extrem leise und die Action extrem dröhnend und laut. Ich musste die ganze Zeit an der Lautstärke rumregeln, um die Nachbarn nicht gegen mich aufzubringen. Vielleicht hat man da mit der DVD mehr Glück, aber von der Blu-Ray rate ich ab.

Über weite Strecken hatte ich das Gefühl, jemandem beim Zocken zuzuschauen. Die Sets sind öfters aufgebaut wie in einem Computerspiel: Man kämpft sich durch eine labyrinthartige Umgebungen, vorbei an geschickt positionierten Gegnern.
Irritierend war aber vor allem, dass die Zombies extrem schnell laufen konnten. Echt mal, seit wann schlurfen die nicht mehr? Selbst in der Vorlage war die Schwachstelle der Zombies ihre langsame Fortbewegung (okay, und ihr geringer IQ).

Was ich dem Film zugute halten muss, ist die Einführung einer starken Frauenfigur. Eine israelische Soldatin, über die ich leider nicht mehr sagen kann.

Ich habe mich während des Films nicht gelangweilt, aber die extremen Übertreibungen mit Lautstärke, körperlichen Fähigkeiten der Protagonisten und Ereignissen haben verhindert, dass ich wirklich in den Film eingetaucht bin. Ein schnell vergessener Film, der nichts Besonderes zu bieten hatte.

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