Donnerstag, 16. Januar 2014

Buchverfilmungschallenge. High Fidelity (Film)

Es wird mal wieder Zeit für einen Beitrag zur Buchverfilmungschallenge!
High Fidelity hatte ich im letzten Dezember rezensiert; die Inhaltsangabe lässt sich einfach übernehmen.

Der Unterschied besteht vor allem - neben kleinen Detailänderungen - darin, dass zwei Skaterboys auftauchen, die es im Buch gar nicht gab. Um nicht zu spoilern, sag ich aber nicht, wozu die da sind ;)
Da sind die Details eigentlich doch interessanter: In meiner Rezension sagte ich, Hornbys Romane seien für Männer geschrieben und würden dann "für ein weibliches Publikum zurecht gestutzt verfilmt". Man sollte vielleicht auch hinzufügen: für ein amerikanischeres Publikum. Da fallen besoffene arbeitslose Iren schon mal direkt aus dem Programm, und das Setting wird so nichtssagend, dass es auch eine amerikanische Stadt sein könnte, in der die Geschichte spielt. Viel London ist hier nicht mehr übrig.

Da mir der Film sehr gut gefallen hat, möchte ich mich aber auf seine Stärken konzentrieren. Der Erzählton des Romans wurde perfekt übernommen: Im Film durchbricht John Cusack  als Erzähler und gleichzeitige Hauptfigur regelmäßig die vierte Wand, spricht zum Publikum und kommentiert das Geschehen (wie bei Ferris macht blau, wenn das noch jemandem was sagt). Ich mochte dieses lockere Erzählen sehr und bewundere, wie Cusack seine Rolle ausfüllt.

Auch die anderen Rollen sind gut besetzt. Jack Black brilliert als misanthropischer Arbeitskollege (allerdings ist er nicht halb so schlimm wie im Buch) und Iben Hjejle als Laura hat mich auch überzeugt, wenn auch ihre Frisur unmöglich war. Catherine Zeta-Jones spielt die enigmatische Charlie, Robs Exfreundin und so eine Art Sodom und Gomorrha für seine Selbstwahrnehmung. Ihr Auftritt ist kurz, aber intensiv, aber das beste ist, dass ihre Figur ein oberflächliches, versnobtes Weibsstück ist. Fantastisch.
Mehr Screentime hätte ich mir für Lisa Bonet gewünscht, die die Sängerin Marie LaSalle sehr gelöst und einfühlsam spielt. So ist High Fidelity mit einem Mix aus großen und kleineren Namen ein bunter Cast gelungen.

Der Film ist insgesamt weniger tiefgründig als seine Vorlage und legt mehr Wert darauf, die leichtfüßigen Sprüche über Popmusik und Männer- und Frauen-Eigenheiten zu übernehmen als die Gedanken zu Vergänglichkeit und Midlife-Crisis. Er endet auch auf einer deutlich helleren Note als der Roman. Die Anspielungen auf britische Popikonen fallen (leider, aber verständlich) raus.

Man kann also sagen, der Film ist die 'entbritisierte' Version des Romans - die Abende im Pub werden gegen mehr Stunden im Plattenladen oder in uniformen Cafés ausgetauscht. Ich kann dennoch beide Varianten empfehlen, auch hintereinander. Selbst hatte ich erst den Film gesehen und hatte trotzdem mindestens genauso viel Spaß mit dem Buch, wenn nicht sogar noch mehr, weil die englische Stimmung halt nun mal dichter war.


High Fidelity
GB/US 2000 

Komödie
Regie: Stephen Frears
Laufzeit 113 Minuten
FSK 12

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