Freitag, 29. November 2013

Book Playlist Challenge Day 20: Name a book you've read that has multiple genres or cross-genre appeal. (Fusion)

Eine der bis jetzt schwierigsten Aufgaben für mich. Ist nicht alles ein bisschen mehr als ein Genre? Schubladendenken bei Büchern ist mehr als schwierig, finde ich. Aber nach langem Grübeln und Blicken in meine Regale habe ich ein Buch, dass ich selbst als corss-genre empfunden habe.

Die Stadt und die StadtIn Die Stadt und die Stadt geht es um einen unmöglichen Mord in einer unmöglichen Stadt. Die Stadt ist unmöglich, weil sie gespalten ist. Aber nicht durch eine Mauer, sondern durch Gedanken. Die Bewohner kennen die unsichtbare Grenze genau und werden erzogen, die jeweils andere Hälfte mitsamt ihren Bewohnern nicht zu sehen. Eine äußerst riskante Prämisse.
Der Mord ist unmöglich, weil die Leiche scheinbar unbemerkt von einer Stadthälfte in die andere gebracht wurde. Der Mörder hat sich allen gängigen Vorstellungen und Regeln widersetzt.
Inspektor Borlú wird bald klar, dass die Lösung des Falls nur möglich ist, wenn er selbst seine Komfortzone verlässt und sich in den angeblich nicht vorhandenen anderen Teil der Stadt aufmacht, um dort "das Unsichtbare sichtbar zu machen".

Bastei Lübbe verkauft diesen Roman als Science Fiction, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Es gibt keine verrückten Gerätschaften oder Vehikel, die diese Entscheidung rechtfertigen würden. Eine entfernte Verwandtschaft mit 1984 (George Orwell) oder Schöne neue Welt (Aldous Huxley) haben vielleicht dazu verleitet, auch wenn diese Werke selbst nur sehr bedingt Science Fiction sind. Die politischen Aspekte sind zwangsläufig sehr präsent, weshalb hier ein guter Schuss Dystopie hinzukommt. Vor allem sehe ich das Ganze aber als eine Pulp Fiction: Ein Ermittler, Marke einsamer Wolf, stellt Nachforschungen an und stößt dabei auf Widerstände. Dass alles eingepackt in ein alternatives Osteuropa. Urban Fantasy habe ich öfter sagen hören, was ich in jedem Fall als Mischgenre wahrnehme.

Dementsprechend war ich etwas enttäuscht von meinem ersten China Miéville. Aber ich fand die Idee interessant genug, um ihm eine zweite Chance zu geben. Irgendwann.

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