Samstag, 16. November 2013

Book Playlist Challenge Day 7: Name a book that you consider a slow burner, but had strong emotions behind it. (Ballad)

Wer die Nachtigall störtWer die Nachtigall stört beginnt so unbeschwert wie ein Kinderbuch: Scout und Jem verbringen die Sommerferien mit Spielen und erleben dies und das in der Schule. Scout ist die jüngere Schwester, und aus ihrer Sicht wird diese Geschichte erzählt.
Zunächst beschäftigt die Geschwister vor allem das Rätsel um einen angeblich irren Nachbarn, der seit Jahren nicht mehr das Haus verlassen hat und ihnen so viel Angst einjagt, dass sie um sein Haus einen großen Bogen machen. Aber das Geheimnis um seine Existenz lässt sie dennoch immer wieder zu dem unheimlichen Ort zurückkehren.
Als ihr etwas ältlicher Vater Atticus einen "Neger" in einem Rechtsstreit verteidigt, bekommt aber sogar die kleine Scout bald zu spüren, wie hasserfüllt die Menschen um sie herum sein können. Es sind Menschen, die sie schon ihr Leben lang kennt, und die ihr plötzlich Angst machen und ihre Familie bedrohen.
Maycomb, Alabama, ist eine kleine Stadt, und in den Dreißigern noch alles andere als tolerant. Der Angeklagte soll eine weiße Frau vergewaltigt haben. Obwohl die Vorwürfe vollkommen unhaltbar sind, will niemand den farbigen Mann in die Freiheit entlassen. Atticus ist der einzige im Ort, der für ihn Partei ergreift.

Da man die Geschichte durch die Augen eines jungen Mädchens erlebt, wird einem manchmal nur undeutlich klar, was da eigentlich vorgeht. Es ist ganz seltsam, aber mir scheint, dass das Geschehen einem so viel näher kommt. Scout versteht als ABC-Schützin natürlich nicht so viel von dem Fremdenhass, der auch auf ihren Vater (der selbst keiner Fliege etwas antun könnte) umschlägt. Ihre Verwirrung und Ratlosigkeit überträgt sich dann auf den Leser. Erst in der Reflektion, wenn man das Buch mal aus der Hand legt und wieder den eigenen Verstand benutzt anstatt den der kleinen Scout, wird einem die Tragweite des Gelesenen klar.

Je weiter die Lektüre zurückliegt, desto faszinierender finde ich das Buch.

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