Mittwoch, 9. Oktober 2013

Rezension. Bridget Jones oder Warum man anderer Leute Tagebuch nicht lesen sollte

Schokolade zum Frühstück
(Warum habe ich dieses Buch gelesen? Nur wegen einer Genre-Challenge. Ich lese sonst keine sogenannten Frauneromane - bei diesem Genre denke ich immer, es müsste Männerromane heißen, denn so wie Frauen da dargestellt werden, hätten sie die Männer vielleicht gerne...)

Heute habe ich "Schokolade zum Frühstück" beendet. Es war zwar locker zu lesen und manchmal auch lustig, aber mit den Problemen dieser Frau kann ich nicht so recht was anfangen.

Wobei ich mir nie ganz sicher war, ob der Text von Helen Fielding nun als Parodie gedacht ist oder doch ernst gemeint war.
Da hänge ich nun als Mitzwanzigerin und verstehe die Welt nicht mehr. Also, die Welt dieser Bridget, die Unmengen an Kalorien zu sich nimmt, aber unter 60kg wiegt und die einen etwas lahmen, aber coolen Job an den Nagel hängt, um in die unergründlichen Tiefen der Boulevardpresse abzusteigen (und um möglichst viel Raum für Peinlichkeiten zu bieten nicht in Papierform, sondern beim Fernsehen).

In ihrer Freizeit trinkt Bridget eindeutig zu viel Alkohol, lässt sich von ihrer durchgeknallten familie in den Wahnsinn treiben und findet die größte Freude daran, ihren gar nicht so emanzipierten Freundinnen dabei zuzuhören, wie sie über Männer schimpfen und deren "Flachwichserei".

Je mehr ich über Bridget nachdenke, desto mehr komme ich zu der Überzeugung, wir wären keine Freundinnen geworden. Wir haben nichts gemeinsam. Und auch wenn Bridget das auf den Altersunterschied schieben könnte, glaube ich, das der das geringste Problem ist.

Ein Ausflug in eine andere Welt war das. Nett, aber ich will es nicht wiederholen.

Kommentare:

  1. Hihi, sehr schön formuliert!
    Inhaltlich hätte die Rezension glatt auch von mir kommen können ... fast jedenfalls. Der Unterschied ist, dass ich schon nach wenigen Seiten aufgegeben habe, weil ich die Frau so unmöglich fand. ;-)
    Naja, das hätte ich natürlich schon vorher wissen können, schließlich hat mir auch der Film nicht gefallen.

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    1. Ging mir ähnlich. Aber wie gesagt, es war für eine Challenge, da musste ich durch ;-)
      Der Film war auch nix für mich, trotz Colin Firth.

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  2. Ich fand das Buch eigentlich recht witzig (hab es eher als Parodie als ernst gemeint betrachtet), aber Bridget ist definitiv eher zum fremdschämen als zum sympathisch finden. Und nein, Freundinnen wären wir auch keine geworden ...
    Ich hab aber auch ein echtes Faible für etwas andere Klassiker-Adaptionen und hatte vermutlich einfach meine Freude an den "Stolz und Vorurteil"-Anklängen (von denen ich vorher nichts wusste und die mich dann beim Lesen amüsiert haben.

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