Donnerstag, 24. Oktober 2013

Rezension. Der Geisterseher. Aus den Memoires des Grafen von O...


Der Geisterseher. Aus den Memoires des Grafen von O...
Der Geisterseher. Aus den Memoires des Grafen von O... by Friedrich von Schiller

My rating: 4 of 5 stars



Wer hätte gedacht, dass es mich so nerven würde, dass die Geschichte keine Auflösung hat und einfach mittendrin aufhört?!
Diese Story hat alles, was zu ihrer Entstehungszeit hip war: Geisterbechwörungen, Italien, philosophische Diskussionen, anonyme Prinzen mit dunklen Geheimnissen, Geheimgesellschaften. Auch der thematische Dauerbrenner Love Interest fehlt nicht.

Der Prinz von *** gerät in Venedig scheinbar in ein groß angelegtes Komplott gegen ihn. (Der Untertitel rührt von der damals scheinbar obligatorischen Rahmenstory her.) Erst gaukelt man ihm ein Treffen mit einem toten Verwandten vor, und obwohl dieser Spuk schnell aufgelöst werden kann (durch phantastisch aufklärerische Diskussionen, wie die Betrüger nun genau vorgegangen seien) bleibt doch immer der Eindruck, im Hintergrund arbeite etwas gegen den Prinzen.
Dieser einzige Roman - dummerweise unvollendete - von Schiller ist eine Lektüre wirklich wert. Eine Prise Grusel wechselt da ab mit Suspense, Schmacht und sprachlichem Raffinement. Wer kein Problem mit veraltetem Deutsch hat, kann hier getrost zugreifen.


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1 Kommentar:

  1. Hm, ich mag ja Schiller (und wusste bis eben nichts von dem Fragment) - aber unvollendete Romane sind immer so deprimierend ...

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