Montag, 28. Oktober 2013

Rezension. Kurt Tucholsky: Sprache ist eine Waffe

"Sprache ist eine Waffe" ist eine Auswahl aus Kurt Tucholskys Sprachglossen, die  er für die Vossische Zeitung und die Weltbühne verfasst hat.

Sprache ist eine Waffe: Sprachglossen
Wer sich unter einer Glosse nichts vorstellen kann: Das ist
ein kurzer und pointierter, oft satirischer oder polemischer, journalistischer Meinungsbeitrag in einer Zeitung oder Zeitschrift.
Danke, Wikipedia. Und der Vorständigkeit halber und da Tucholsky viel Wert auf den sensiblen Umgang mit Sprache gelegt hat: "Glosse" bezeichnet auch den Definitionstext eines Worts im Lexikon.

Zurück zum Buch.

Obwohl eine Unterteilung in verschiedene Kategorien vom Herausgeber vorgenommen wurde, war für mich nicht immer klar, woran sich diese orientiert. War mir aber auch egal, ich hab das Ganze einfach ignoriert und mich stur von vorne bis hinten durchgearbeitet. Eins vorweg: Vielleicht ist das nicht die ideale Weise, dieses Büchlein zu goutieren.

Kurt Tucholsky ist mir, glaube ich, zum ersten Mal vor vielen Jahren (in meiner Schulzeit) als pointiert und intelligent schreibender Dichter aufgefallen. In meinen Lesezeichen findet sich da zum Beispiel "Mutterns Hände" (gelesen von Juliane Fechner für die Sprechbude). Zusammen mit Erich Kästner gehört Tucho zu den wenigen deutschen Autoren, deren Gedichte ich lesen kann.

Aber hier geht es um Sachtexte, wenn auch um eher humorvolle. Einige waren sehr unterhaltsam, andere etwas langatmig. Das liegt wohl auch am Alter (über den Daumen gepeilt zwischen 1919 und 1932 erschienen). Ich möchte hier einfach ein paar Textstellen versammeln, die ich mir angestrichen habe.

Beamtenstil im Liebesbrief:
In erotisch-kultureller Beziehung denke ich mir den Liebesbrief eines solchen Korrespondenten so:

Geheim! Tagebuch-Nr. 69/218.
Hierorts, den heutigen
1. Meine Neigung zu Dir ist unverändert.
2. Du stehst heute abend, 71/2 Uhr, am zweiten Ausgang des Zoologischen Gartens, wie gehabt.
3. Anzug: Grünes Kleid, grüner Hut, braune Schuhe. Die Mitnahme eines Regenschirms empfiehlt sich.
4. Abendessen im Gambrinus, 8.10 Uhr.
5. Es wird nachher in meiner Wohnung voraussichtlich zu Zärtlichkeiten kommen.
(gez.) Bosch, Oberbuchhalter

Deutsche und Entspannung:
Der deutsche Mensch, der auch einmal „Mensch sein“ will, eine Vorstellung, die mit aufgeknöpftem Kragen und Hemdsärmeln innig verknüpft ist – der deutsche Mensch ist ein geplagter Mensch.

Wie Gespräche wirklich funktionieren:
[...] Drittes Gesetz: Ein guter Alltagsdialog wickelt sich nie, niemals so ab wie auf dem Theater: mit Rede und Gegenrede. Das ist eine Erfindung der Literatur. Ein Dialog des Alltags kennt nur Sprechende – keinen Zuhörenden.

Ich würde jedem empfehlen, sich mal mit den Kurt Tucholsky zu befassen, allerdings nicht zwingend mithilfe dieses Buches. Er ist einer der wenigen, die den Rechtsruck in Deutschland schon früh spürten und dagegen ankämpften. Sucht euch irgendetwas, das euch anspricht; Tucho hat so viele verschienartige Textes geschrieben, das für jeden etwas dabei sein sollte.
Da Tucholsky bereits 1935 verstarb, kann man seine Texte online lesen. Eine große Sammlung findet sich zum Beispiel beim Textlog.

Sonntag, 27. Oktober 2013

Rezension. Interview mit einem Vampir

Dies ist meine erste Rezension im Rahmen der Buchverfilmungschallenge.

Ich werde selten von einem Buch überrascht, doch in diesem Jahr ist das schon ein paar Mal passiert. Das verdanke ich der Genre Challenge, an der ich teilnehme (die Literary Exploration Challenge).
Dieses Buch hat mich sehr überrascht, vor allem weil mir der Film nie sonderlich gefallen hat. Aber dazu ein andermal.

Interview mit einem Vampir (The Vampire Chronicles, #1)
Zwei Figuren in einem geschlossenen Raum. Der eine ein "Junge", der andere - ein Vampir. In der Mitte ein Diktiergerät.
Eine Idee, so simpel wie bestechend.
Ein Vampir wird hier interviewt. Der Junge, der sicher nur aus Sicht des Vampirs ein "Junge" ist, lauscht gleichermaßen fasziniert und entsetzt den Worten von Louis, der aus seinem Vampirleben erzählt. Und der Leser auch.

Louis ist aber kein blutgieriger Lebemann, wie es einige seiner Artgenossen sind. Er ist nachdenklich, irgendwie immer ein wenig traurig, als bedauere er sein Dasein. Louis berichtet, wie Lestat ihn zum Vampir machte, um an seine Ländereien zu kommen, und wie Louis schnell der Gesellschaft des so blutdrünstigen wie stumpfsinnigen Lestat überdrüssig wird. Während der nämlich behauptet, Louis sei von ihm abhängig, da nur er die Geheimnisse des Vampirdaseins kenne, scheint er eigentlich gar nichts zu wissen und erst recht nichts preisgeben zu wollen.

Louis kann sich von der Welt der Menschen nie ganz verabschieden. Er liebt Bücher und Musik und verbringt viel Zeit damit, über die Natur der Vampire nachzusinnen. Müssen sie Menschen töten, um zu überleben? Sind sie des Teufels? Dieser Gedanke belastet ihn.

Man darf jetzt nicht denken, der Roman sei von philosophischen Exkursen durchzogen (das hatte mich zum Beispiel bei "Das Bildnis des Dorian Gray" immer ein wenig gelangweilt). Immer ist die Geschichte zugleich spannend und nachdenklich; das ist eine äußerst schwierig zu erreichende Qualität an einem Text, und das allein ist ein dicker dicker Pluspunkt für Anne Rice. So hat man gleichzeitig gute Unterhaltung und etwas zum grübeln.

Dabei halten sich unterschwellige Erotik und Grusel die Waage, so wie es sich eine Stephenie Meyer nicht einmal träumen kann (das ist kein böser Seitenhieb nur um Twilight-Fans zu dissen - ich habe die Reihe gelesen und dabei sehr gelitten). Man glaubt kaum, dass das Buch um die 35 Jahre auf dem Buckel hat.

Auch war ich mit einem Schluss selten so zufrieden wie mit diesem. Darüber möchte ich natürlich  kein Wort verlieren, nur, dass ich denke, er würde nicht jedem passend erscheinen.

Absolute Leseempfehlung!

Ich versuche, den Film möglichst bald noch mak zu schauen, damit der Eindruck noch frisch ist!

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Rezension. Der Geisterseher. Aus den Memoires des Grafen von O...


Der Geisterseher. Aus den Memoires des Grafen von O...
Der Geisterseher. Aus den Memoires des Grafen von O... by Friedrich von Schiller

My rating: 4 of 5 stars



Wer hätte gedacht, dass es mich so nerven würde, dass die Geschichte keine Auflösung hat und einfach mittendrin aufhört?!
Diese Story hat alles, was zu ihrer Entstehungszeit hip war: Geisterbechwörungen, Italien, philosophische Diskussionen, anonyme Prinzen mit dunklen Geheimnissen, Geheimgesellschaften. Auch der thematische Dauerbrenner Love Interest fehlt nicht.

Der Prinz von *** gerät in Venedig scheinbar in ein groß angelegtes Komplott gegen ihn. (Der Untertitel rührt von der damals scheinbar obligatorischen Rahmenstory her.) Erst gaukelt man ihm ein Treffen mit einem toten Verwandten vor, und obwohl dieser Spuk schnell aufgelöst werden kann (durch phantastisch aufklärerische Diskussionen, wie die Betrüger nun genau vorgegangen seien) bleibt doch immer der Eindruck, im Hintergrund arbeite etwas gegen den Prinzen.
Dieser einzige Roman - dummerweise unvollendete - von Schiller ist eine Lektüre wirklich wert. Eine Prise Grusel wechselt da ab mit Suspense, Schmacht und sprachlichem Raffinement. Wer kein Problem mit veraltetem Deutsch hat, kann hier getrost zugreifen.


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Mittwoch, 23. Oktober 2013

Rezension. Still von Susan Cain

Still: Die Kraft der IntrovertiertenVor ziemlich genau einem Jahr habe ich "Still" von Susan Cain gelesen. Es ist ein Sachbuch über Introversion. Da ich dem Drittel der Menschheit angehöre, das introvertiert ist, aber in einer Gesellschaft lebe, die einzig auf Extraversion ausgelegt ist, war mir dieses Buch eine große Hilfe.

Für alle Extravertierten: Introversion bedeutet nicht, dass man schüchtern ist, heißt nicht, dass man wortkarg und ungesellig ist.
Es heißt, dass man vergleichsweise viel Zeit für sich braucht, als Rückzugsort vor dem Trubel der Welt.

Wem das auch nur ansatzweise bekannt vorkommt, dem empfehle ich "Still".

Gut, zuerst war ich nicht so sehr begeistert. Das liegt zum Teil am deutschen Umschlagtext. Durch den denkt man, dass ein erheblicher Teil des Buches sich praktischen Tipps widmet, wie man als Introvertierter zurecht kommt. Ist aber nicht so. Es handelt sich in Wirklichkeit um einen recht kurzen und meiner Meinung nach nicht besonders hilfreichen Teil des Buches, in dem spezielle Situationen geschildert werden und dafür Lösungen angeboten werden.

 Der erste Teil des Buches schien mir auch etwas ... schwammig. Ein paar Geschichten über Introvertierte, die mehr oder weniger mit ihrem Umfeld klarkommen.
 Ein Jahr lang habe ich zwar über meine Introversion nachgedacht, aber dem Buch nicht mehr viel Beachtung geschenkt. Erst jetzt fange ich an zu sehen, wie wichtig das Buch wirklich war: Ich fange an, Probleme, die durch die Introversion entstehen, zu erkennen und dafür Lösungen zu finden. Warum werde ich von einem zum anderen Moment ultragenervt? Wahrscheinlich befinde ich mich gerade an einem lauten Ort (viele Leute, laute Musik, hoher Stressfaktor) und brauche einfach mal eine Pause. Das klingt jetzt nach einer einfachen logischen Schlussfolgerung. Aber wenn man in einer Welt lebt, in der die Mehrheit der Leute so lebt, als gäbe es keine Introvertierten und das Motto aller "laut = angesagt" ist, dann braucht man Hinweise darauf, was genau mit einem "nicht stimmt".
 Genau das hat mir dieses Buch gegeben. Und vor allem den nötigen Zuspruch, dass ich so okay bin, wie ich bin. Man kommt sich nämlich schon ab und zu seltsam vor so allein unter Extravertierten. Vor allem, wenn man ständig zu hören bekommt, man sei ja so "still". Die Situation aus der Sicht des Introvertierten spiegelt sich schön im englischen Originaltitel: "Quiet: The Power of Introverts in a World That Can't Stop Talking". So viel also dazu.

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Literatur verfilmt: Buchverfilmungschallenge

Nachdem ich mit meinen diesjährigen Challenges so langsam durch bin, habe ich mich nach neuen Herausforderungen umgesehen, et voilà:

Hannahs Buchverfilmungschallenge kommt mir gerade recht!
In 12 Monaten sollen 12 Bücher mit ihren jeweiligen Verfilmungen verglichen werden. Angefangen hat die Challenge zwar schon im Juli, aber bei meinem Buch- und Filmkonsum ist das bestimmt nicht schimm!

Im Moment schreibe ich für's Studium eine Arbeit über Eyes Wide Shut, der Verfilmung von Die Traumnovelle - ein super Anfang, weil ich da im Moment zur Expertin werde ;-)
Mich interessiert allgemein die Frage, was eine gute Literaturverfilmung ausmacht, darum bin ich sehr gespannt auf die Challenge.

Für den Rest dieses Jahres steht mein Leseplan so ziemlich fest, denn ich habe ein spezielles Regal mit Büchern, die ich in einem Jahr lesen will. Und da ich davon noch einiges übrig habe, legt mich das erst mal etwas lahm. Aber: Unter diesen Resten findet sich High Fidelity und A Tale of Two Cities. Sophies Welt ist auch dabei, aber ich denke der Film interessiert mich jetzt scho nicht besonders. Aber mal sehen...

Weitere Möglichkeiten:
  • Der Pferdeflüsterer
  • Erdsee
  • Der talentierte Mr. Ripley
  • Der Untertan
  • Buddenbrooks
  • 20000 Meilen unter den Meeren
  • Trainspotting
  • T.S. Spivet
  • Stolz und Vorurteil
  • Rebecca
  • Das letzte Einhorn
  • Die Brautprinzessin / Die Braut des Prinzen
  • Der lachende Mann
  • Rot und Schwarz
  • ...

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Wiederentdeckt. Hokuspokus in der Nacht

Hokuspokus in der NachtGerade habe ich mit viel Freude eins meiner absoluten Lieblingsbücher aus frühester Kindheit wiederentdeckt!

Hokuspokus in der Nacht ist eine Art Wimmelbuch mit Geschichte in Gedichtform. Ich kann mich nur noch an den Anfang erinnern:
Still und leise ist das Haus, es sieht ganz verlassen aus.
Und dann kommt die Maus Marlene, um eine Verwandte zu besuchen. Bald sind alle Bewohner des Hauses wach und machen die wildesten Sachen. Im Dachgeschoss beginnt jemand Geige zu spielen, eine Rothaarige trinkt Tee auf der Terasse und obendrüber schneidet einer eine wild wuchernde Hecke.

Das tolle ist, das mit jeder Seite etwas Neues hinzukommt, während die alten Geschichten sich ins Irrsinnige weiterentwickeln. Zum Beispiel verwächst die Schere irgendwann mit der Hecke. Sehr einfallsreich das Ganze. Und wunderschön gezeichnet.

Jetzt, wo ich das Buch - Suchmaschinen sei Dank - wiedergefunden habe, konnte ich auch etwas zu den Autoren herausfinden.
Mira Lobe musste vor den Nazis nach Palästina fliehen und ist an meinem siebten Geburtstag gestorben (geht mir echt nah, da ich das Büchlein wirklich liebe).

Winfried Opgenoorth, der wohl die tollen Illustrationen beigesteuert hat, lebt immer noch und ist anscheinend sehr aktiv.

Die tollste Nachricht aber ist, dass das Buch letztes Jahr neu aufgelegt wurde. Das ist definitiv ein Kinderbuch, das ich jedem ans Herz lege. 

Kennt sonst noch jemand Hokuspokus in der Nacht?

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Rezension. Bridget Jones oder Warum man anderer Leute Tagebuch nicht lesen sollte

Schokolade zum Frühstück
(Warum habe ich dieses Buch gelesen? Nur wegen einer Genre-Challenge. Ich lese sonst keine sogenannten Frauneromane - bei diesem Genre denke ich immer, es müsste Männerromane heißen, denn so wie Frauen da dargestellt werden, hätten sie die Männer vielleicht gerne...)

Heute habe ich "Schokolade zum Frühstück" beendet. Es war zwar locker zu lesen und manchmal auch lustig, aber mit den Problemen dieser Frau kann ich nicht so recht was anfangen.

Wobei ich mir nie ganz sicher war, ob der Text von Helen Fielding nun als Parodie gedacht ist oder doch ernst gemeint war.
Da hänge ich nun als Mitzwanzigerin und verstehe die Welt nicht mehr. Also, die Welt dieser Bridget, die Unmengen an Kalorien zu sich nimmt, aber unter 60kg wiegt und die einen etwas lahmen, aber coolen Job an den Nagel hängt, um in die unergründlichen Tiefen der Boulevardpresse abzusteigen (und um möglichst viel Raum für Peinlichkeiten zu bieten nicht in Papierform, sondern beim Fernsehen).

In ihrer Freizeit trinkt Bridget eindeutig zu viel Alkohol, lässt sich von ihrer durchgeknallten familie in den Wahnsinn treiben und findet die größte Freude daran, ihren gar nicht so emanzipierten Freundinnen dabei zuzuhören, wie sie über Männer schimpfen und deren "Flachwichserei".

Je mehr ich über Bridget nachdenke, desto mehr komme ich zu der Überzeugung, wir wären keine Freundinnen geworden. Wir haben nichts gemeinsam. Und auch wenn Bridget das auf den Altersunterschied schieben könnte, glaube ich, das der das geringste Problem ist.

Ein Ausflug in eine andere Welt war das. Nett, aber ich will es nicht wiederholen.

Freitag, 4. Oktober 2013

Rezension. Leviathan: Die geheime Mission

Leviathan (Leviathan, #1)

Es ist der Sommer 1914, aber es ist nicht das Europa, das wir kennen: Die europäischen Staaten lassen sich in Maschinisten und Darwinisten einteilen - solche, die auf Maschinen schwören und die, die sich nützliche Tierwesen erschaffen. Als der Kaiser Österreichisch-Ungarns bei einem Attentat umkommt, flammt schnell ein Krieg auf, der den ganzen Kontinent überziehen wird.

Mittendrin: Alek und Deryn.

Alek ist der Sohn des Kaisers, der sich mit einer handvoll treuer Diener auf der Flucht vor den Deutschen befindet. Da seine Mutter eine Bürgerliche war, ist seine Thronfolge eigentlich ausgeschlossen - warum verfolgen ihn dennoch alle? Der 15-jährige muss den Verlust all dessen verkraften, was mal sein Zuhause gewesen war.

Deryn ist ein schottischer Wildfang und hat sich in den Kopf gesetzt, in die Luftwaffe einzutreten - obwohl dort keine Frauen zugelassen sind ... Doch ihr Talent und Wissen über Aeronautik machen sie schnell unentbehrlich.



- Und mehr will ich zum Inhalt nicht verraten.

Wer bei Jules Verne die Action vermisst und die Philosophie überflüssig gefunden hat, wird diese Reihe sicher lieben. Der erste Band jedenfalls ist rasant geschrieben, oft überschlagen sich hier die Ereignisse. Doch die Spannung ergibt sich nicht nur aus der reinen Action, aus Kugelhageln und explodierenden Wasserstofftanks, auch die Politik spielt hier eine Rolle. Leider muss ich sagen, ich weiß nicht, wie da ein 12-järiger Leser hinterherkommen soll. Oder bin ich mit Wissen über den Ersten Weltkrieg (Geschi LK) überfrachtet? Wahrscheinlich. Es ist jedenfalls reichlich was los in "Leviathan".

Das eigentlich tolle am Steampunk sind ja für mich die schrägen dampfbetriebenen Erfindungen, die tausend kleinen Rädchen, die viktorianische Kultur. So ist mir mit diesem Buch, das sogar ein wenig illustriert ist (in ausdrucksstarkem Scharzweiß), klar geworden, dass dieses Genre für mich fast ausschließlich visuell reizbar ist. Als Comic oder Film. Ich will den Rost sehen, Baby!

Gerade bei diesem Buch kommen die Zahnräder aber leider zu kurz. Alek flüchtet in einem sogenannten Läufer, so eine Art 'Pacific Rim' Mecha, man steigt rein und bedient das Ganze mittels eigener Körperbewegungen. Soweit, so bekannt. Die Deryn-Kapitel spielen aber unter Darwinisten, also die, die Lebewesen zu Kampfmaschinen (und natürlich Lastenträgern und anderem Altbekannten) heranzüchten. Das geht mir als Tierliebhaberin etwas weit. Wenn ich mir vorstelle, dass so ein Zeppelinwal bei einem Luftgefecht vollkommen zerfetzt wird ... Ne. Nenene.

Und doch hat es Spaß gemacht, das Buch zu lesen, und man will schon wissen, wie's im zweiten Band weitergeht. Deryn ist mir dabei immer noch sympathischer als der etwas verzogene Prinz, aber der macht sich. Zwischendrin hat man immer mal wieder etwas knappe Gedanken zu Politik und Weltansichten und warum überhaupt Krieg und so weiter. Immerhin etwas, aber da würde ich von einem guten Jugendbuch mehr erwarten.

Lesemarathon. Schlussbericht

Habe letzte Nacht noch bis 1 Uhr Bridget Jones gelesen. Da war ich schon müde und bei eBooks bin ich eh langsamer als so. Also hab ich nur 66 eSeiten geschafft und bin dann erschöpft in den Schlaf gesunken.

Also in Zahlen: 313 + 311 + 66 = 690 Seiten

Wuhuu. Das ist echt ein Batzen für mich.
Ich hatte riesigen Spaß, sogar mit Bridget! Auch wenn ich jemanden, der bei 59kg Gewicht schon am Rande des Nervenzusammenbruchs steht, nicht wirklich begreifen kann.

So, für mehr ist jetzt keine Zeit, wir müssen hier leider bei Wind und Wetter los.

Es war schön mit euch, ich hoffe, es hat euch mindestens so viel Spaß gemacht wie mir!

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Lesemarathon. Rapport #3

Hach, Kinder, war das schön, mal wieder in die Welt von Burg Mövenfels einzutauchen! In eine Welt, in der alle Mädchen "nette Kerle" sind und sich alle Probleme leicht lösen lassen - sofern man Dolly zur Freundin hat.
Da kommt es durchaus vor, dass Pummelchen in drei Wochen zehn Pfund abnehmen. Aber der guten Enid kann man das wohl nicht vorwerfen: Von ihr stammen nur die ersten sechs Bände. Und Dolly heißt im Englischen Darrell. Oh je.

Zum Schuss wurde der Sammelband dann doch etwas lang. Drei Bände Dolly zehren doch an meinen Kräften. Trotz Pizza ;)
Zum Glück kann ich sagen, dass mir alle drei Geschichten unbekannt waren. Im vierten Sammelband findet man die letzten drei Dollygeschichten, in denen Dolly, schon erwachsen, als Erzieherin nach Mövenfels zurückkehrt. Klingt vielleicht nach lahmer Fortsetzung, funktioniert aber soweit ich das noch nach all den Jahren beurteilen kann gut.

gelesen: 313 + 311 = 624 Seiten

Abgesehen von Lesen habe ich heute nicht viel geschafft... Meinem Schatz zuliebe räume ich jetzt ein wenig auf, und wenn ich dann noch Kraft habe, lese ich weiter. Dann muss es aber was Spannendes sein, sonst penn ich weg. Jetzt kommt der harte Teil. Aber lange kann ich eh nicht machen, morgen früh werde ich nämlich wieder gebraucht.
An dieser Stelle einen großen Applaus für meinen Liebsten, der ohne auch nur einmal zu Murren (echt wahr) den Lesemarathon hingenommen und mich kein einziges Mal aufgefordert hat, ihm beim Aufräumen zu helfen, sondern mir sogar noch Tee gekocht hat!

Lesemarathon. Rapport #2

Erstes Buch ist fertig! Ich hatte doch noch mehr Spaß mit Leviathan als gedacht. Alek ist doch ganz in Ordnung, aber einige der anderen Figuren scheinen auch unerwartete Tiefen zu haben...
Da das der erste Band eines Dreiteilers ist, ist das Ende mehr Cliffhanger als wirklich der Abschluss einer Geschichte. Das Buch war aus der Bibliothek, also muss ich noch etwas warten, bis ich an den zweiten Teil komme. Den will ich nämlich auch noch lesen. Vielleicht ja beim nächsten Lesemarathon?

Um diese Uhrzeit kommt doch die Frage nach der Verpflegung auf. Aber unsere Küche bleibt heute kalt, wir gönnen uns Pizza. Kann man das gönnen nennen, wenn man sich haufenweise ungesundes, aber wohlschmeckendes Zeug einverleibt? Ich sage ja ;)

--- Junge, bin ich verpeilt. Vergessen:

gelesen: 313 Seiten

Und als nächstes lese ich tatsächlich den Dollyband. Ich dachte ja echt, das kennt keiner mehr :D

Lesemarathon. Rapport #1

Hallo und einen schönen Feiertag!
Seit 9 Uhr lese ich fleißig in Leviathan (nicht "Der Leviathan" von Hobbes, sondern der Steampunkroman von Scott Westerfeld).
Nein, ich habe meinen Schatz nicht aus dem Haus gejagt, der macht viel zu gutes Essen ;)

Durch ein langes Frühstück habe ich jetzt um die 120 Seiten geschafft und bind auf Seite 286 angelangt.
Unglaublich, dass sich die beiden Hauptfiguren des Romans erst nach der Hälfte des Buches begegnen!

Alek, der Spross der Habsburger, ist nir nicht so recht sympathisch, auch wenn er zwischendurch immer mal wieder ganz tiefgehende Gedankengänge geht. Die wirken dann aber so von Autor aufgedrückt, dass ich aus der Geschichte raus bin.
Ansonsten echt spannend und flott geschrieben. Meine Lieblingsschöpfung aus Welt, die Westerfeld geschaffen hat, sind die Boteneidechsen, die sozsagen laufende Diktiergeräte sind. Wenn sie nervös sind, geben sie allerdings wahllos aufgeschnappte Dialogschnipsel wieder. Stell ich mir echt lustig vor ;)
Rezension folgt am Wochenende. Jetzt geht's erst mal weiter.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Lesemarathonzeit!

Morgen ist großer Lesemarathon! Jihaa, ich bin super gespannt auf diesen Tag, denn so was habe ich noch nie gemacht.
Gastgeberin ist Neyasha von Vom Lesen und Schreiben.


Einen ganzen Tag lang lesen kann ich auch nicht, denn die Arbeit ruft... Hach, man darf sich davon nicht die Leselaune verderben lassen. 

Was ich genau lesen werde, weiß ich auch noch nicht genau. Hab ja keine Ahnung, wieviel ich so schaffe. Jedenfalls bin ich seit vorgestern bereits mit Leviathan von Scott Westerfeld dran; ist aber noch ein ordentlich Stück übrig. Das ist also meine erste Etappe.
Wäre gut möglich, dass ich einen Jugendbuchtag mache, denn ich will ja nicht schon nach drei Stunden entnervt das Handtuch werfen. Also keine komplexen Weltschmerztexte.

Zur Auswahl stünde beispielsweise Seide und Schwert von Kai Meyer, das ich schon seit sehr langem lesen will. Und einen richtig ollen Schinken hätte ich auch noch zu bieten: Wer kennt die Dolly-Bücher von Enid Blyton? Ich konnte mit der liebenswerten etwas jähzornigen Dolly immer mehr anfangen als mit Hanni und Nanni. Auf Englisch lese ich momentan den zweiten Band der Belgariadsaga von David Eddings und komme nicht so recht vom Fleck. Zum Einen habe ich die Reihe schon mal als Kind gelesen, zum Anderen war sie damals einfach viel cooler und lustiger. Irgendwie. Das wäre jedenfalls noch ein Kandidat.

Ich freue mich auf die Posts der anderen Teilnehmer!