Sonntag, 22. Dezember 2013

Jahresrückblick (4/4). Challenge Wrap-up und Adieu

Das war's! Weihnachten steht vor der Tür. Das Jahr ist damit offiziell beendet. In diesem letzten Post 2013 will ich mal sehen, wie meine zu Jahresende auslaufenden Challenges so vorangekommen sind, bevor ich mich in die Weihnachtspause verabschiede.

Das Regal (19/38)
Ich hatte keinen Moment angenommen, alle Bücher zu schaffen, vor allem nicht alle 13 Bücher von David Eddings. Die Hälfte erreicht zu haben ist vollkommen okay. Nichts womit ich angeben könnte, aber auch keine Niederlage gegen meinen SuB. Hauptsache er wird kleiner, nicht wahr?
Und das müsste er geworden sein, denn neu gekauft habe ich 8 Bücher, von meinen eigenen gelesen habe ich 32 (ohne Rereads). Trotzdem habe ich für 2014 kein Regal, denn sich für ein ganzes Jahr im Voraus festzulegen ist riskant. Stattdessen habe ich etwas anderes geplant: Ein monatliches Regal, das aber nicht nur dem persönlichen SuB-Abbau dienen soll, sondern auch Bibliotheksbücher enthalten wird. Ich suche noch nach einem passendem deutschen Begriff dafür...

Literary Exploration: Insane Challenge (36/36)
Das waren 36 Genres, von denen ich viele bisher nie gelesen hatte. Obwohl mich Steampunk und Graphic Novel schon lange gereizt haben, brauchte es eine Challenge, um mich zum lesen zu bewegen. So viel zur Nützlichkeit von Challenges. Ein einfach genialer Tripp.
Allerdings funktioniert der nur einmal richtig, fürchte ich, und außerdem will ich nicht noch mal einen Erotika-Roman lesen. Nicht wirklich.
Ich werde im nächsten Jahr wieder teilnhemen, aber an einer abgespeckten Variante, die trotzdem noch genug interessante Genres zu bieten hat. Ich fange mit der Easy Challenge (12 Bücher) an und schaue dann, ob es noch für weitere 12 reicht, sodass ich flexibel bleibe. Die Insane Variante mit 36 Büchern lässt sich jedenfalls nicht mit meinem "maximal 52 Bücher"-Ziel vereinbaren.

Die Buchverfilmungschallenge und Nobelpreisträgerchallenge sind ja noch in vollem Gange. Ich hoffe, ich krieg das mit der letzteren hin ;)

So, das war's. Der letzte Post des Jahres ist geschrieben. Jetzt bleibt mir nur noch eins, bevor ich mich in meine winterliche Blogpause (bis zum 3.1.) zurückziehe:
Ich wünsche allen eine geruhsame Zeit mit Freunden und Familie, gute Bücher, Tänze im Schnee (der hoffentlich noch eintrudelt) und einen fetzigen Jahresübergang.

Adieu mit einem Rag:

Dienstag, 17. Dezember 2013

Rezension.High Fidelity oder Warum Männerromane besser sind

Als ich dieses Jahr Schokolade zum Frühstück las, war ich leicht entsetzt. Das sollte also der legendäre Frauenroman sein? Ein ungebildetes Weib lernt über ein Jahr verteilt nichts, außer, dass man manchmal nicht will, was man braucht, es aber dann netterweise dennoch bekommt.

High Fidelity.Als perfektes Kontrastprogramm nun also High Fidelity von Nick Hornby, der Romane für Männer schreibt (die dann für ein weibliches Publikum zurecht gestutzt verfilmt werden. Aber davon ein andermal).

Laura hat Rob verlassen, und Rob kommt nicht so gut damit klar, wie er es gerne hätte.
Sein Hauptproblem: Er will sich nicht festlegen lassen, sich "Chancen freilassen", obwohl er sie, wie Laura richtig erkennt, genau dadurch verstellt.

Am Anfang demonstriert der noch 35-jährige Rob, wie sehr er Laura nicht vermisst, indem er die 5 schlimmsten Schlussmachaktionen in seinem Leben auflistet und Laura ist nicht darunter. Man ist begeistert von dieser unglaublich erwachsenen Schlagfertigkeit - dem Leser ist sofort klar, was Sache ist.
Rob ist ein Miesepeter, der sich in seinem Leben unwohl fühlt, aber nicht recht weiß, warum. Sein Plattenladen und die zwei 'Soziallegastheniker' von Mitarbeitern, seine Eltern, seine Wohnung: Nichts ist ihm gut genug, aber er tut auch nichts dagegen.
Als Rob entdeckt, wer Lauras Neuer ist, beginnt er, langsam aber sicher durchzudrehen. Jetzt erst merkt er, dass ihm Laura etwas bedeutet, dass sie sich zwar auf unangenehme Weise weiterentwickelt hat (im Gegensatz zu Rob, der immer und ewig derselbe bleibt), das ihn aber nicht davon abhält, sie weiterhin zu brauchen, zu begehren, zu lieben (auch wenn ihm auch hier nicht genau klar zu sein scheint, wieso).

Der Roman ist aus Robs Perspektive geschrieben und an eine größere unbekannte Leserschaft gerichtet (so wie zum Beispiel Die neuen Leiden des jungen W. von Ulrich Plentzdorf, eine Erzählform, die ich sehr mag, aber nur vom männlichen Autoren kenne).
Was Rob denkt, kriegt man ungeschminkt vorgesetzt. Das ist sehr oft lustig und immer unterhaltsam, denn so lernt man Rob in Reinform, in seiner pubertären Art, kennen: Wer würde nicht lieber schmollen, als ein Problem anzugehen und die eigene Mitschuld einzugestehen? Aber die erste, unverstellte Reaktion ist das Schmollen.
Im Gegensatz zu Schokolade zum Frühstück, das manchmal nur peinlich und anstrengend war und wo der Humor meist an mir vorbeiging, konnte ich hier über alle und mit allen Figuren lachen.

Rob: Wie kannst du Art Garfunkel und Solomon Burke mögen? Das ist, als würdest du sagen, dass du die Israelis und die Palästinenser unterstützt.
Laura: Weil Art Garfunkel und Solomon Burke Pop-Musik machen.

Es gab aber auch eher nachdenkliche Stellen, die trotzdem nicht schwermütig waren.

Ich meine nur, dass ich sie nicht seit ewig kenne, was also mache ich in ihrem Bett? Es gibt doch gewiss einen besseren, sichereren, freundlicheren Ort für mich als hier? Aber ich weiß, dass es den nicht gibt, im Augenblick nicht, und das ängstigt mich zu Tode.
(ein wahrhaft lichter Augenblick im Leben des Rob Fleming)

Mir ist alles klar, wenn es erst mal passiert ist - was Vergangenheit angeht, bin ich richtig gut. Es ist die Gegenwart, die ich nicht verstehen kann.

Wenn das widerspiegelt, was Männer so im Allgemeinen denken (beziehungsweise wie sie denken), dann würde ich gerne mal wie Mel Gibson in Was Frauen wollen Mäuschen spielen.

Ein sehr ehrliches Buch, das außerdem sehr lustig ist. Es gibt einige sehr britische Anspielungen auf Schauspieler, die man hierzulande nicht kennt, aber das muss man auch nicht - der Kontext gibt einem immer klar zu verstehen, was hier gemeint war. Außerdem haben die Übersetzer einen kleinen erklärenden Anhang hinzugefügt.

Nick Hornby, der mich in der Schule mal mit Fever Pitch gequält und fasziniert hat (eine Kombination, die äußerst selten ist), hat einen unverwechselbaren Erzählton, sein Stil ist flüssig wie man es selten sieht. Ich finde auch faszinierend, wie man so gut unterhalten werden kann ohne das Gefühl zu bekommen, ein Buch für das reine Vergnügen in Händen zu halten. Also eine einzigartige Mischung aus U und E vielleicht, auch wenn es deutlich mehr U ist. Aber auf diese Unterscheidung legt gerade Hornby gar keinen Wert. Ich wünschte, das könnten wir in Deutschland zum Grundsatz machen. Gute Literatur kann auch Spaß machen.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Jahresrückblick (3/4). Gute Vorsätze und so

Das Jahresende rückt immer näher und nachdem ich an den letzten beiden Adventssonntagen 2013 habe Revue passieren lassen, möchte ich dieses Mal davon schreiben, was ich aus diesen Leseerfahrungen für's nächste Jahr gelernt habe und was sonst noch so anfällt.

Im nächsten Jahr möchte ich etwas seltsames ausprobieren: Weniger lesen. "Schockschwerenot" geht es durch die Reihen. Doch nein, nein - ich bin nicht wahnsinnig geworden. Im Gegenteil, ich bin zur Besinnung gekommen. Lesen ist in den letzten Jahren eine Art Sport geworden: Man zählt Seiten und versucht, möglichst viel zu 'schaffen'. Es gibt Wettbewerbe und auch Preise zu gewinnen.
Versteht mich nicht falsch, Challenges sind toll, genauso wie alles andere, was Menschen zum Lesen bringt. Aber ich möchte bewusster lesen und außerdem mehr Zeit für's Studium haben, dessen Ende sich in die Länge zieht.
Also ist mein Jahresziel für 2014: Nicht mehr als 52 Bücher, für jede Woche eins. Das ist alles andere als ein Leseexil. Ich freue mich auch darauf, mehr selber schreiben zu können.

Weniger Bücher zu kaufen hat in diesem Jahr sehr gut geklappt. Das verdanke ich meiner langsam erwachsenen Erkenntnis, dass es viele Orte gibt, an denen man umsonst Bücher bekommen kann (Bibliotheken, Tauschregale in Cafés). Ja gut, und dem Platzmangel in meinen Regalen. Auch das. Aber mein "Das krieg ich in der Bib umsonst"-Gefühl ist wirklich entlastend; so wächst nur der SuB 'im Kopf', nicht aber der physische zuhause. Immerhin.

Man sieht schon am Rückblicklogo: Ich bin in Umgestaltungsstimmung. In der Weihnachtswoche will ich hier ordentlich umdekorieren. Abgesehen davon ist hier nach dem nächsten und letzten Jahresrückblickpost erst mal Zappenduster, und zwar von 23.12. - 03.01. Was dann im neuen Jahr hier passiert, erfahrt ihr, wenn es soweit ist ;) Vorher brauche ich jedenfalls mal eine Blogpause.

Unglaublich, dass Weihnachten schon in einer Woche ist! Ich habe immer noch nicht alle Geschenke. Ich hoffe, ihr seid besser organisiert und wünsche einen gemütlichen dritten Advent!

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Rezension. Widdershins von Charles de Lint

Widdershins (Newford, #16){Dieses Buch hat mir jemand von seinem Kanadaurlaub als Geschenk mitgebracht. Ich zitiere also aus einer englischsprachigen Ausgabe.}

Widdershins ist die Richtung, die man einschlägt, um nach Faerie zu gelangen, in das Feenreich. Man geht gegen den Uhrzeigersinn um einen bestimmten Gegenstand - "walking widdershins".
In diesem Roman springen eine große Menge an Figuren zwischen den Welten hin und her, und es gibt nicht nur die Menschenwelt und Faerie, sondern auch Taschenwelten, die sich dazwischen verstecken. Abgedreht? Es kommt noch besser.

Lizzie trifft in der Einöde auf eine Gruppe "bogans" (Zwergenartige), die eine "cerva" (Hirschartige) getötet haben. Weil sie sie anständig begräbt, nachdem sie die bogans vertreiben konnte, erscheint ihr der cerva-Vater, der das Oberhaupt seines Stammes ist, und dankt ihr. Doch ab sofort sind ihr die fiesen bogans auf den Fersen.
Währenddessen steht Geordie an einem Wendepunkt in seinem Leben: Der Geigenspieler (natürlich Irish Folk, es ist immer Irish Folk) stellt fest, dass die Feenkönigin, die seine Geliebte war, ihn die ganze Zeit mit Hilfe von Zaubern an sich gebunden hat. Außerdem kommt er langsam zu dem Schluss, dass es doch nicht so spießig wäre, dauerhaft in einer Band zu spielen, vielleicht sogar ein bisschen Geld über Plattenproduktion zu verdienen.
Jilly wiederum, eine Freundin Geordies, ist seit einem Unfall "the Broken Girl" und sitzt im Rollstuhl. Die Malerin kann die Bilder in ihrem Kopf wegen eines Tremors in der Hand nicht mehr ausführen, was sie sehr mitnimmt.

Als die bogans Lizzie in ihre Welt entführen und gleichzeitig Jilly aus ihrem Bett verschwindet, beginnt eine große Such- und Rettungsaktion, in die Mensch und Faerie gleichermaßen involviert sind.

De Lint liefert starke Urban Fantasy. Da laufen Elfen in Baggy Pants umher und halten in der Mall ihren Hof. Und es gibt die kleinen treekin, die sich immer mehr Technik einverleibt haben, so dass einige zu techno treekin geworden sind und komplett aus SD-Chips, iPods und Kabeln bestehen. Es gibt auch alte Geister, die schon vor den Einwanderern da gewesen sind, Büffel, die cerva, und natürlich Raven, der die Welt geschaffen hat, sich aber nicht recht daran erinnern kann.

Ich hatte einige Probleme mit dem Buch, obwohl es mich nicht langweilte. Urban Fantasy ist einfach nicht mein Ding, was ich wusste, aber nicht der liebe Mensch, der mir das Buch geschenkt hat.
Der Autor Charles de Lint scheint in Kanada sehr bekannt zu sein. Dies ist der 16. Band in einer Serie. Da ich die restlichen Teile nicht kenne, hatte ich erst die Befürchtung, nicht in die Story reinkommen zu können, aber der Einstieg wird einem wirklich leicht gemacht und die Teile scheinen mehr oder weniger selbständig zu sein. Zwar tauchen ab und zu mal Referenzen auf andere Geschichten auf, aber man hat nie eine wichtige Wissenslücke, wenn man das dazugehörige Buch nicht gelesen hat. Das war also nicht das Problem, im Gegenteil, ich mag es, wenn andere Geschichten nur angedeutet werden. Das gibt einem Buch mehr Tiefe und wirkt 'echter'.
Nein, was mir beispielsweise nicht gefällt ist, wenn ständig Leute sterben und dann wieder zum Leben erweckt werden. Ich weiß, Märchenelement und so, aber muss man das so ausreizen? Irgendwann wirkt so ein Tod dann nämlich nicht mehr. Dann denke ich nicht an den schlimmen Umstand, dass gerade eine Hauptfigur ausradiert wurde, sondern nur noch: "Ach ja, was soll's, das kommt sicher wieder in Ordnung." Das kann doch nicht sein, was ein Autor sich wünscht.
Unschön sind auch die vielen Figuren; das ist wohl der Nachteil, wenn man zuerst Band 16 liest ... Wobei die Anordnung der Geschichten scheinbar eher wie bei Terry Pratchetts Scheibenweltromanen sind, also die Bände nicht chronologisch geordnet sind, sondern nur im selben Universum mit wiederkehrenden Figuren spielen. Also werte ich das nicht negativ.
Stattdessen fällt aber das Reflektieren ins Gewicht. So was kann sich echt ziehen, gerade mein englischer Geduldsfaden ist noch kürzer als mein deutscher - ich weiß, not very british. Da habe ich dann doch hier und da ein ganz klein wenig abgekürzt - bei 560 Seiten Gesamtlänge kann man sich das auch mal erlauben.

Was man de Lint wirklich zugute halten muss ist seine ausgeklügelte Mythologie. Er verwebt irische und indianische Sagen zu einer komplexen Welt mit festen Regeln und Beziehungen.

Kennt irgendwer vielleicht Charles de Lints Bücher? Ich würde gerne andere Meinungen dazu hören, aber meines Wissens gibt es bisher keine deutsche Übersetzung seines Werks.

Dienstag, 10. Dezember 2013

Buchverfilmungschallenge: Das letzte Einhorn. Buch & Film

Das letzte Einhorn lebt allein im Wald in Frieden mit sich und der Welt. Doch ein Gespräch unter Jägern raubt ihm den Seelenfrieden: Die zwei unterhalten sich darüber, ob es überhaupt noch Einhörner gibt, nicht ahnend, dass eines von ihnen sie hören kann. So fragt sich das Einhorn selbst, ob seinen Artgenossen etwas zugestoßen ist, denn es erträgt den Gedanken nicht, das letzte seiner Art zu sein. Es macht sich auf deie Suche nach den anderen Einhörnern und findet dabei die Hilfe eines Zauberers, der nicht zu seiner Magie finden kann, einer Frau, die schon längst verblüht zu sein scheint und eines Prinzen, den man erst zum Leben erwecken muss.

Peter S. Beagle ist mit Das letzte Einhorn ohne Frage eine außergewöhnliche Geschichte gelungen, die einem gleichzeitig fremd und vertraut erscheint. Die Sprache ist sehr ausgewählt und lyrisch mit Wendungen, die tatsächlich originell und überraschend sind, ohne erzwungen zu erscheinen.

Doch nicht nur die Sprache hat mich - inzwischen zum zweiten Mal - fasziniert und begeistert, auch Handlung und Figuren sind absolute Originale, kein Klischée stört hier und jede Figur hat ihre eigenen Geheimnisse und Gedanken. Auch ist niemand nur gut oder nur böse.

Vielleicht kennt man hierzulande eher den Film als das Buch, und auch ich bin mit den weihnachtlichen Ausstrahlungen im Fernsehen aufgewachsen. Aber während der Film dem Buch in den Details unglaublich nahe treu bleibt, verliert das 'große Ganze' dabei. Einzelne Einstellungen ergeben erst tieferen Sinn, wenn man die dazugehörigen Textstellen kennt. Die Charaktere im Film sind auch schwieriger nachvollziehbar ohne das Buch. Alles Erklärende fällt einfach weg. Zum Beispiel werden wortlose Reaktionen der Figuren zwar übernommen, aber nicht erklärt, was dabei in ihren Köpfen vorgeht. Ich denke, eine gute Verfilmung nimmt nicht nur das im Buch visuell schon Bestehende und lässt es für die Leinwand Wirklichkeit werden. Eine gute Literaturverfilmung muss auch einen Weg finden, das nicht Darzustellbare zu vermitteln und erläuternde Passagen des Textes (so zum Beispiel Gedanken der Figuren, Beschreibungen) geschickt einzuweben oder durch etwas zu ersetzen, das denselben Effekt hat, also dasselbe Verständnis beim Zuschauer erweckt wie es das Lesen des Textes täte. Ein grundlegender Teil dessen ist die Stimmung des Textes. Aus einem spannenden Roman einen nicht  spannenden Film zu machen würde den Film schon zum Scheitern verurteilen.
In Das letzte Einhorn ist die Grundstimmung eine von poetischer Sehnsucht. Kein Charakter ist vollends glücklich, sie tragen alle eine Schwere in sich. Im Film geht das ein wenig verloren, aber nicht ganz. Ich versuche, den Film als Kunstwerk ernstzunehmen und nicht als Kinderfilm abzustempeln. Die verstörenden Teile der Geschichte werden immerhin nicht ausgespart, auch bin ich erstaunt, wie viele Szenen nicht rausgekürzt wurden. Was komplett fehlt ist die Begegnung mit dem Menschen, die in unmittelbarer Nähe von Haggards Schloss in Hagsgate wohnen. Aber diese egoistischen Menschen finde ich selbst als Erwachsene sehr schwer nachvollziehbar. Auch denke ich hätten sich dadurch Längen in den Film geschlichen. Ich kann vollkommen verstehen, warum man das gestrichen hat. Wo mir die Kürzungen am schmerzlichsten auffallen ist bei Schmendrick. Im Film bleibt sein Schicksal etwas obskur, man erfährt nicht, was mit seiner Magie ist und warum er so jung aussieht und sich so alt verhält.

Besonders an dem Film ist meiner Meinung nach vor allem der tolle Soundtrack. Jimmy Webb hat prägnante und passende Musik für die Geschichte gefunden und America sind genau die richtige Wahl für die Songs. Ihre Akkorde sind immer voll Schatten und Licht, genau wie Das letzte Einhorn selbst.
Mit Alan Arkin, Christopher Lee, Jeff Bridges, Mia Farrow und Angela Lansbury kann sich der Cast auch sehen lassen.

Obwohl ich mit dem Film aufgewachsen bin und das Buch erst als Teen gelesen habe, werde ich immer dem Buch als Kunstwerk den Vorzug geben. Allein die Sprache ist das Lesen wirklich wert.

Die Übersetzung von Jürgen Schweier ist hier und da schon etwas angestaubt. Wenn die Blätter "gülden" fallen und das Einhorn von niemandem erblickt "ward", dann klingt das schon etwas sehr antiquiert, wenn auch eine poetische Sprache angebracht ist. Und wem es nicht gefällt, dass ein Einhorn hier mit "das" bezeichnet wird, dem empfehle ich das englische Original; dort hat man es mit einer "she" zu tun.
Die Verfilmung ist fester Bestandteil meiner DVD-Sammlung, also muss ich wohl nicht erklären, dass ich auch ihn mag. Und der Soundtrack ist einsame Spitze.

Montag, 9. Dezember 2013

Book Playlist Challenge Day 30: Choose a genre/theme day! Choose among any of the aforementioned music genres and list a prompt and book under that theme. (Experimental)

Wie wäre es mit Evergreen: Ein Buch, das ich als Erwachsene genau so liebe wie als Kind?
Dann ist die Antwort Peter Pan.
Meine erste Ausgabe war wunderschön illustriert von Anne Graham Johnstone. Der Text war interessanterweise "für Kinder nacherzählt". Auch ein Hinweis auf die Universalität der Geschichte.

Das Buch enthielt auch eine Karte vom Niemalsland und hat meine Fantasie befeuert. Ich habe das Buch immer noch greifbar an meinem Bett. Interessanterweise habe ich zwischen dem Disneyfilm und dem Buch immer strikt unterschieden, die beiden Versionen niemals miteinander in Verbindung gebracht. Es waren für mich zwei unterschiedliche Geschichten.


Peter Pan war auch das erste Buch, das ich selbst gebunden habe - auf Englisch, wegen des Copyrights auf den Übersetzungen.
Das war nur eine Übung und ist bei weitem nicht mein schönstes Buch, aber ich habe es komplett selbst gemacht. In dieser 'Ausgabe' habe ich das Buch dann auch auf Englisch gelesen.

Peter Pan hat wirklich für jede Altersgruppe etwas zu bieten. Wenn ich als Kind fasziniert von dem fernen Nimmerland und den zahllosen Abenteuern war, mag ich heute die schöne, traurige Vorstellung eines Jungen, der Wendy, die verlorenen Jungen und auch Hook bald vergessen haben wird, weil er ewig jung ist und Erinnerungen ihm nicht wichtig sind.


Damit ist die Book Playlist Challenge fertig und bestanden! Jippie.

Sonntag, 8. Dezember 2013

Jahresrückblick (2/4). Das Jahr in Büchern

An den Adventssonntagen möchte ich herausragende Ereignisse rekapitulieren, meine persönlichen Lieblingsbücher und weniger tolle Leseerlebnisse versammeln, bevor ich die Blogpläne für das kommende Jahr fasse.

Ich hoffe, ihr hattet einen schönen Nikolaustag und habt Xaver gut überstanden! Bei uns hat man praktisch nix davon gemerkt.
Heute also meine Höhen und Tiefen in Büchern. Lustigerweise sind jeweils genau 10 Bücher zusammen gekommen ;)

Top
Wirklich positiv überrascht hat mich Interview mit einem Vampir und auch Der Göttweiger Trojanerkrieg, weil das ja nun ein 800 Jahre altes Versepos ist. War aber unglaublich lustig (wenn auch unfreiwillig). Richtig weggesaugt habe ich Ready Player One und Das Schicksal ist ein mieser VerräterIwein Löwenritter und Dame, König, Ass, Spion habe ich direkt nochmal mit meinem Freund zusammen gelesen. Sonstige Höhen des Jahres: Der AnschlagDie schwarze Dahlie, Die Straße,  Die Kerze im Wind.

Flop
Obwohl ich es auf Englisch und Deutsch versucht habe: Jane Eyre war wohl nicht, was ich erwartet hatte. Es tut mir wirklich leid, weil so viele Menschen dieses Buch lieben, aber ich fand es etwas zu unbestimmt.
Schokolade zum Frühstück: Ein Experiment, das fehlschlug.
Außerdem reihe ich mich in die kleine Gemeinschaft derer ein, die Tintentod doof finden. Leider. Ich war bereit, es zu lieben. Autsch.
Weitere Fehlgriffe: World War Z, Der Fürst der Finsternis, Wölfe, Hoppe, Das Fehlerchen, 1Q84, Schiffbruch mit Tiger.

Ehrenvolle Erwähnungen
Eine Freude für die Ohren: Pinocchio gelesen von Konrad Beikircher.
Eine Freude für's Auge: Hilda and the Midnight Giant.

Book Playlist Challenge Day 29: Name a book you've read that was all kinds/levels of weird - good or bad. (Stoner Rock)

House of Leaves
... was ist Stoner Rock? Naja.
Das Haus / House of Leaves ist mit Sicherheit das selsamste Buch, was mir je untergekommen ist. Ein unzuverlässiger Erzähler, versteckte Hinweise im Text, zerfasernde Fußnoten und zuletzt ein auseinander fallender Text ... Dieses Buch ist weniger ein Roman als ein Kunstwerk. Faszinierend über alle Maße genauso wie verwirrend und irgendwie unvollständig.

Samstag, 7. Dezember 2013

Book Playlist Challenge Day 28: Name a book with a nostalgic or feeling of home. (Country)

Anne auf Green GablesAnne of Green Gables. Ein besseres Zuhause kann ich mir nicht vorstellen. Als Kind habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, mit Anne befreundet zu sein. Wir hätten so viel Spaß gehabt! In Deutschland ist die kleine Anne leider wenig bekannt, in ihrer kanadischen Heimat wird sie dagegen verehrt.

Anne ist ein fantasievoller Rotschopf, ein Waisenkind, das den Alltag der alten Cuthbert-Geschwister gehörig durcheinander bringt. Dabei wollten sie doch eigentlich einen Jungen adoptieren, damit der gute Matthew im Alter eine Hilfe auf dem Feld hat... Die Geschichte spielt um 1900 auf Prince Edward Island. Die Cuthberts leben in einer kleinen Gemeinde, alles ist sehr ländlich und naturbelassen, es gibt eine Sonntagsschule und Picknicks (in diesem Buch wird so verdammt gut gekocht!). Und zu jeder Gelegenheit eckt Anne an und gerät in Schwierigkeiten.

Freitag, 6. Dezember 2013

Book Playlist Challenge Day 27: Name a book that blew your mind. (Rock or Heavy Metal)


Da muss ich noch mal auf Tolkien zurückkommen. Aber nicht noch mal Der Herr der Ringe, sondern Das Silmarillion. Ich war ja schon ziemlich von den Socken wegen Ersterem, aber was im Hintergrund der Ringstory noch so alles zu entdecken war, hat wirklich gereicht, mich umzuhauen. Zwar kann man Das Silmarillion nicht mal eben gemütlich lesen, ich habe mich mit 15 schon etwas durchgequält, aber es ist absolut faszinierend, was ein Mensch alleine in seiner Fantasie (er)schaffen kann, wenn er nur genug Durchhaltevermögen beweist und sich hundertprozentig treu bleibt. Tolkien hätte nie gedacht, dass es ein Publikum für seine Mittelerde-Genesis gibt und für all die Geschichten vom Anfang der Welt. Er hat sie für sich selbst zu seiner eigenen Freude aufgeschrieben. Und das ist vielleicht das Erstaunlichste und Schönste daran.

Das Buch passt noch auf andere Weise auf die Aufgabe: Meine Ausgabe ist eine etwas dubiose nicht lizenzierte Übersetzung aus DDR-Zeiten. Wer dahinter steckt wurde nie geklärt. Der Verlag nennt sich "Die Drei" und hat anscheinend nur dieses Buch verlegt. Und natürlich übersetzt. Als ich das herausfand versuchte ich das Buch zurück zu verfolgen, aber derjenige von dem ich es hatte sagte, er habe es definitiv in Westdeutschland gekauft.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Book Playlist Challenge Day 26: Name a book that you would like to see turn into a musical (or one that would seem fun as a musical).

Dead Poets SocietyIch bin nun wirklich kein großer Musical-Fan. Mir liegt nichts daran. Einige besondere Erinnerungen verbinde ich mit Miss Saigon, aber sonst bin ich was Musicals angeht eher ein unbeschriebenes Blatt.
Wenn ich nun ein Buch auswählen soll, muss es mit großen Gefühlen und einer Message daherkommen. Vielleicht Dead Poets Society. Rebellische Lehrer und Schüler gegen den Rest der Welt - klingt nach Stoff für ein Musical. Wer weiß, vielleicht gibt es das schon, aber ich werde jetzt nicht danach suchen ;)
Das Buch hat mir gefallen, aber den Film fand ich zu schnulzig. Ich glaube kaum, dass ein Musical das retten könnte, aber wer weiß?

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Book Playlist Challenge Day 25: Name a book you've read in the past that still remains with you today. (Old School)

The Lord of the RingsGanz klar: Der Herr der Ringe. Hat mich beim ersten Lesen auf eine Weise ergriffen, die selbst ich olle Leseratte nicht kannte. Ich lese das Buch immer auf die eine oder andere Art in verschiedenen Sprachen und Medien. Es ist das einzige Buch, das ich in vierfacher Ausführung besitze (deutsche Einzelbände, deutsche Gesamtausgabe, englische Gesamtausgabe und englisches Hörbuch). Bei jedem Lesen entdeckt man etwas Neues. Mit Tolkiens Werk werde ich mich wohl mein Leben lang befassen können. Auch seine linguistischen Leistungen interessieren mich, seine Essays und seine ganze Erzähltheorie finde ich faszinierend. Vielleicht studiere ich unter anderem deswegen Literatur und Linguistik. Im Herr der Ringe blättere ich genauso, wenn es mir schlecht geht wie wenn ich mich an etwas von früher erinnern möchte; es hat mich von all meinen Büchern bestimmt am stärksten beeinflusst und geprägt.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Book Playlist Challenge Day 24: Name a book that you loved written from multiple perspectives or book that emphasized a particular group of characters or family. (Jazz)

Das Lächeln der Fortuna (Waringham, #1)Das Lächeln der Fortuna war mein erster historischer Roman, glaube ich, und ich habe ihn verschlungen. Die Handlung dreht sich um den jungen Robin of Warringham, der plötzlich ohne Recht und Adel dasteht, als sein Vater als vermeintlicher Landesverräter stirbt. In den Wirren des 100-jährigen Krieges verwickelt, kommt Robin doch nicht von seiner Heimat los und wird auf dem Gut Stallbursche. In diesem ersten Band der Warringhamreihe liegt der Fokus auf Robin und seinen Erlebnissen. Die Beschreibung aus mehreren Perspektiven setzt glaube ich erst mit Band zwei ein (Die Hüter der Rose), als Robins Kinder und Anverwandte zu den Hauptfiguren werden. Jedenfalls war auch dieser Band sehr unterhaltsam. Dieses Jahr hatte ich mit dem dritten Band nicht mehr ganz so viel Spaß, aber immer noch genug ;)

Montag, 2. Dezember 2013

Book Playlist Challenge Day 23: Name a book that you enjoyed, but read through quickly without really thinking about it. (Ska)

A Monster CallsIn einem Zug durchgelesen, als ich mal nicht schlafen konnte: Sieben Minuten nach Mitternacht.
Ein Junge, der von seltsamen, bedrohlichen Träumen heimgesucht wird. Seine Mutter, die trotz schwerer Krebserkrankung versucht, ihm ein normales Leben zu bieten. Ein dunkles Geheimnis im Zentrum der Ereignisse.
Ich hätte mehr von dem Buch gehabt, wenn ich einfach ein bisschen mehr Zeit damit verbracht hätte. Andererseits war es so schnell vorbei, man konnte es kaum aufhalten.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Book Playlist Challenge Day 22: Name a book with a tortured hero/heroine. (Grunge)

Nennt mich nicht Ismael! (Ishmael, #1)Ich will das mal ein wenig ironisch auffassen, denn Dorian Gray habe ich in dem Zusammenhang einfach zu oft gesehen.
Darum ist meine Wahl Nennt mich nicht Ismael!, ein fantastisch komisches Jugendbuch von Michael Gerard Bauer.
Ismael Leseur (im Original Ishmael) hat ein schlimmes Syndrom, an dem nur er allein leidet: Das Ismael-Leseur-Syndrom. Man sieht, wohin das läuft. Der arme Kerl ist (oder vielmehr hält sich für) eine große Enttäuschung für seine Eltern (verglichen mit seiner kreativen Schwester), äußerst ungeschickt und hat den schlimmsten Namen überhaupt. In der Schule leidet er unter Dummschwätzern, die in ihm das ideale Opfer für äußerst dumpfsinnige Hänseleien sehen ("Pisswal" zum Beispiel, nachdem herauskam, dass Ismael nach dem Erzähler in Moby Dick benannt wurde).
Ismael hofft nur, möglichst unauffällig sein Schulleben hinter sich zu bringen. Bis...
bis ein neuer Schüler in die Klasse kommt und einen Debattierclub gründet, dem Ismael eher ungewollt beitritt. Lampenfieber und Liebessehnsüchte drücken sich nun die Klinke in die Hand, untermalt und begleitet von immer schnellen und witzigen Dialogen, was sich teils der bunten Gruppe verdankt, die im Debattierclub zusammengefunden hat.
Ich habe Tränen gelacht, Ismael teils bemitleidet, teils verspottet und war am Ende des Buches traurig, dass ich diese wunderbare Welt des Ismael Leseur wieder verlassen musste.

Jahresrückblick (1/4). Ereignisse

Der Advent/Dezember hat offiziell begonnen und damit das Ende des Jahres eingeläutet. Zeit, das vergehende Jahr Revue passieren zu lassen. An den Adventssonntagen möchte ich herausragende Ereignisse rekapitulieren und meine persönlichen Lieblingsbücher und weniger tolle Leseerlebnisse versammeln, bevor ich die Blogpläne für das kommende Jahr fasse.

Mein Blogjahr ist nur ein halbes, da ich erst im Sommer die Bloggerei wieder aufgenommen habe. Ich hatte mich mit anderen über das Bloggen und die deutsche Blogosphäre unterhalten, aber erst der Gedanke, dass eine regelmäßige Schreibbeschäftigung eine gute Sache wäre, hat mich zur Tastatur getrieben. Und seitdem habe ich tolle Dinge erlebt.
Zum Beispiel habe ich Booklikes entdeckt. Da ja leider der Haussegen bei Goodreads etwas schief hängt wegen der Übernahme durch Amazon sind viele Nutzer halb oder sogar ganz zu anderen Seiten übergelaufen, auch zu Booklikes. Ich selbst gehöre nicht dazu, sondern habe die Seite via Überläufer kennengelernt. Toll finde ich, dass sich hier auch viele deutschsprachige und europäische Blogger versammeln. Außerdem habe ich schon öfter erlebt, wie sich in den Kommentarbereichen richtige kleine Diskussionen entwickelten. Dafür bin ich echt dankbar, denn so ein Ort fehlte mir irgendwie. Auch der Tumblr-ähnliche Aufbau ist verlockend, auch wenn ich selber eher selten auf Bilder treffe, die ich verlinken möchte.
Anfang Oktober habe ich am Lesemarathon von Neyasha teilgenommen. Das war mein erster Lesemarathon und ein großer Spaß. Es gab Tee, Plätzchen und natürlich Bücher. Um das Ganze so gemütlich wie möglich zu machen, habe ich mir meine Bettdecke geschnappt und nur leichte Bücher angefasst. Sonst lese ich eher schwere Kost für die Uni und das war die Gelegenheit, mal zu entspannen. Am Ende des Tages hatte ich Leviathan, einen ganzen Sammelband Dolly und den Anfang von Schokolade zum Frühstück gelesen - 690 Seiten geballte Lesepower.
Seitdem habe ich mich leichtsinnig in einige Challenges gestürzt ;)
Für die Buchverfilmungs-Challenge schien ich prädestiniert: Ich liebe Filme, betreibe an meiner Uni mit anderen Filmgeeks ein Kino und befasse mich sogar für die Uni mit Literaturverfilmungen. Der Start hat sich dann aber doch etwas verspätet. Inzwischen habe ich meinen ersten Film von zwölf fertig gebloggt und weitere sind in Vorbereitung. Von World War Z war hier schon zu lesen, nur der Film fehlt noch; demnächst wird die Liste aber um Das letzte Einhorn wachsen.

Bei der Nobelpreisträger-Challenge teilzunnehmen war eine Vernunftentscheidung. Nicht falsch verstehen, die Idee ist klasse und ich bin sehr gespannt. Aber bei meiner Menge an ungelesenen Büchern finden sich auch locker genug mögliche Kandidaten für die Challenge, es ist für mich also auch eine super Möglichkeit, meinen SuB abzubauen. Anfangen werde ich aber erst verspätet im Januar.
Noch bis 09. Dezember habe ich mich einer Schreibchallenge verpflichtet, der Book Playlist Challenge. Sie verbindet Musik und Literatur mit der Aufgabe, dreißig Tage lang jeden Tag einen Blogpost zu produzieren. Es ist anstrengend, aber so werde ich mir wieder einiger Bücher bewusst, die ein wenig ins Hintertreffen geraten waren.
Für nächstes Jahr habe ich mir also schon einiges vorgenommen, aber das ist noch nicht alles. Doch das gehört in einen anderen Post ... Bis dahin euch allen einen besinnlichen und stressreduzierten Advent, so was wie einen stressfreien Advent gibt es ja gar nicht!

Samstag, 30. November 2013

Book Playlist Challenge Day 21: Name a book you've read that was dramatic or angst-ridden. (Emo)

Fahrenheit 451.Ich sitze gerade in unserer Universitätsbibliothek und schreibe an meiner Kubrick-Hausarbeit. Wird also ein kurzer Post.

In Fahrenheit 451 herrscht die ganze Zeit über eine beunruhigende Hintergrundstimmung. Man hat die ganze Zeit das Gefühl, dass Gefahr lauert oder das etwas ganz verkehrt läuft. Was ja auch stimmt. Was dieses Gefühl angeht, finde ich auch die Verfilmung sehr gelungen.

Freitag, 29. November 2013

Bibliotheksbeute. Basareinkäufe

Das ganze Jahr über habe ich es geschafft, extrem wenige Bücher zu kaufen (nur 4 Stück, und davon war nur eins für mich). Tja, gestern beim monatlichen Bücherbasar unserer Stadtbibliothek habe ich dann zugeschlagen.


MeistererzählungenDie Insel der Milliardäre
Zweimal Jules Verne: Die Insel der Milliardäre (auch unter Die Propellerinsel veröffentlicht) und Meistererzählungen (mit Im XXIX. Jahrhundert - Ein Tag aus dem Leben eines amerikanischen Journalisten im Jahre 2889, Meister Zacharius, Ein Drama in den Lüften, Doktor Ox, Frritt Flacc und Der ewige Adam).

Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sahSünde: Roman
Mein Freund landete einen guten Fund mit Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah. Wir lesen gerne (bis auf eine Ausnahme) zusammen Murakamis Werke.
Und weil mein Japanisch-Gelerne ihn wohl etwas angesteckt hat, wurde ich auch zum Kauf von Shusaku Endo's Sünde überredet. Kannte ich nicht, klang aber interessant.

Madame Bovary. Sittenbild aus der ProvinzMadame Bovary habe ich als fünftes Buch umsonst dazu bekommen, also kam es auch mit.


So viel Spaß für 2€ ... so richtig reumütig fühle ich mich nicht ;)

Book Playlist Challenge Day 20: Name a book you've read that has multiple genres or cross-genre appeal. (Fusion)

Eine der bis jetzt schwierigsten Aufgaben für mich. Ist nicht alles ein bisschen mehr als ein Genre? Schubladendenken bei Büchern ist mehr als schwierig, finde ich. Aber nach langem Grübeln und Blicken in meine Regale habe ich ein Buch, dass ich selbst als corss-genre empfunden habe.

Die Stadt und die StadtIn Die Stadt und die Stadt geht es um einen unmöglichen Mord in einer unmöglichen Stadt. Die Stadt ist unmöglich, weil sie gespalten ist. Aber nicht durch eine Mauer, sondern durch Gedanken. Die Bewohner kennen die unsichtbare Grenze genau und werden erzogen, die jeweils andere Hälfte mitsamt ihren Bewohnern nicht zu sehen. Eine äußerst riskante Prämisse.
Der Mord ist unmöglich, weil die Leiche scheinbar unbemerkt von einer Stadthälfte in die andere gebracht wurde. Der Mörder hat sich allen gängigen Vorstellungen und Regeln widersetzt.
Inspektor Borlú wird bald klar, dass die Lösung des Falls nur möglich ist, wenn er selbst seine Komfortzone verlässt und sich in den angeblich nicht vorhandenen anderen Teil der Stadt aufmacht, um dort "das Unsichtbare sichtbar zu machen".

Bastei Lübbe verkauft diesen Roman als Science Fiction, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Es gibt keine verrückten Gerätschaften oder Vehikel, die diese Entscheidung rechtfertigen würden. Eine entfernte Verwandtschaft mit 1984 (George Orwell) oder Schöne neue Welt (Aldous Huxley) haben vielleicht dazu verleitet, auch wenn diese Werke selbst nur sehr bedingt Science Fiction sind. Die politischen Aspekte sind zwangsläufig sehr präsent, weshalb hier ein guter Schuss Dystopie hinzukommt. Vor allem sehe ich das Ganze aber als eine Pulp Fiction: Ein Ermittler, Marke einsamer Wolf, stellt Nachforschungen an und stößt dabei auf Widerstände. Dass alles eingepackt in ein alternatives Osteuropa. Urban Fantasy habe ich öfter sagen hören, was ich in jedem Fall als Mischgenre wahrnehme.

Dementsprechend war ich etwas enttäuscht von meinem ersten China Miéville. Aber ich fand die Idee interessant genug, um ihm eine zweite Chance zu geben. Irgendwann.

Donnerstag, 28. November 2013

Book Playlist Challenge Day 19: Name a book you've read that's either with a specific religion as a focus or something with a heavy moral/social issue in its backdrop.

Die Bibel nach Biff: Die wilden Jugendjahre von Jesus, erzählt von seinem besten FreundIch mag alternative, weniger strenge biblische Geschichten, in denen Jesus ein 'echter' Mensch ist. Ein solches ist Die Bibel nach Biff und dazu noch urkomisch. Schon gewusst, dass Jesus den Kaffee erfunden hat? Oder dass er nie Kater bekam? Oder dass sein bester Kumpel Biff war? Dann empfehle ich Die Biff nach Biff (Lamb: The Gospel According to Biff, Christ's Childhood Pal). Man erfährt nicht nur von den "wilden Jugendjahren" des Gottessohnes, wie der deutsche Untertitel verspricht, sondern die ganze Geschichte - bis zum bitteren Ende.

Zum Einen hat es sicher Spaß gemacht, die weißen Flecken auf der biographischen Karte Jesu auszumalen: Obwohl Jesus Gottes Sohn war und somit in etwas anderen Sphären schwebte, war er auch ein Mensch und ein junger dazu. Er hat Dummheiten begangen, doch die einzige, die es in die Bibel geschafft hat, ist die Zerstörung des Tempels zu Jerusalem. Außerdem war seine Liebe so groß, dass er tote Eidechsen wieder zum Leben erwecken wollte.
Zum Anderen reizt es doch auch, den bekannten Teil des Lebens Jesu zu echtem Leben zu erwecken. Wie war das mit Maria Magdalena? Haben die Jünger die ganzen Gleichnisse nicht etwas seltsam gefunden (Hint: Und wie!)?

Ich finde, gerade so fantasievolle Ausmalungen biblischer Legenden eignen sich dafür, das Christentum am Leben zu halten. Es bringt mich jedenfalls mehr zum Nachdenken als wenn ich in der Bibel lese. Die Distanz dieser uralten Worte ist zu groß.

Mittwoch, 27. November 2013

Book Playlist Challenge Day 18: Name 5 books that are on your mind right now. Seriously, just do it. (Freestyle)

The Wise Man's Fear (The Kingkiller Chronicle, #2) Bambi: Eine Lebensgeschichte aus dem Walde Die Säulen der Erde Der dritte Mann (SZ-Bibliothek, #29) Die schwarze Dahlie

Die Furcht des Weisen (Patrick Rothfuss)
Bambi (Felix Salten)
Die Säulen der Erde (Ken Follett)
Der dritte Mann (Graham Greene)
Die schwarze Dahlie (James Ellroy)

Okay, das passiert also, wenn ich einfach so Romantitel in einer Art Freewriting hintereinander hänge.
Die Furcht des Weisen höre ich gerade als Hörbuch, das ist also recht naheliegend.
Bambi ist ein totaler Querschläger - wo kam das plötzlich her?!
Die Säulen der Erde habe ich nicht gelesen, steht aber in meinem Regal.
Der dritte Mann lese ich gerade und genre-technisch ähnlich ist dann auch meine letzte Wahl.
Die schwarze Dahlie von James Elroy, das ich dieses Jahr auch schon gelesen habe.

Dienstag, 26. November 2013

Book Playlist Challenge Day 17: Name a book you've read with a hero/heroine who is either poor or from a lower background in status/society. (Folk)

Meine erste Antwort wäre "Remains of the Day" ("Was vom Tage übrig blieb") gewesen, wo die Hauptfigur ein Butler ist. Das Buch habe ich aber nur in Auszügen gelesen, damals im Englischunterricht... Irgendwann will ich es mal ganz lesen, weil so viele davon schwärmen.
Wölfe (Thomas Cromwell, #1)Stattdessen nehme ich "Wölfe" ("Wolf Hall") von Hilary Mantel, den ersten Band von dreien, die das Leben von Thomas Cromwell nachzeichnen. Cromwell stammte aus einer sehr armen Familie und wurde zum wichtigsten Mann des englischen Empire. Ein außergewöhnliches Buch, an dem ich allerdings wenig Freude hatte. Während ich verstehen kann, warum Mantel gleich zweimal den Man Booker Prize bekommen hat, war es für mich einfach aus zu großem Abstand zu allen Figuren geschrieben. Alles bleibt dadurch sehr undurchdringlich und als naives Kind, das ich bin, sind mir viele Ränke, die da vor meinen Augen geschmiedet wurden, nicht direkt aufgefallen. Dadurch entsteht dann dieses "Was hat diese Szene zu bedeuten"-Gefühl, sodass man sich etwas verloren vorkommt. Natürlich ist das einerseits genial, weil ja den Anwesenden damals auch nicht klar gewesen ist, was vor sich geht und weil es eine politisch unübersichtliche Zeit war. Doch für mich persönlich war es kein Lesevergnügen. Ich bin also in Ehrfurcht gelangweilt. Oder so.

Montag, 25. November 2013

Book Playlist Challenge Day 16: Name a book you've read that's humored or light in tone, but at the same time quite dark. (Dark ambient)

Der Glöckner von Notre-Dame"Der Glöckner von Notre-Dame" ist, wenn man erst mal die anfänglichen historischen Schilderungen überwunden hat, teilweise sehr lustig. Es schaut in tiefe Abgründe aller Art, zeigt Armut und Wahnsinn, Grausamkeit und Engstirnigkeit, aber trotzdem musste ich manchmal lachen. Das verdankt sich nicht nur dem etwas unterbelichteten Phöbus de Chateaupers und der kurzsichtigen Esmeralda, sondern auch dem mit seinen dunklen Gelüsten ringende Frollo und vielen Gestalten, die Disney nicht übernommen hat. Ein toller historischer Roman (einer der ersten überhaupt), der ganz nebenbei eine entscheidende Rolle dabei gespielt hat, die Notre-Dame vor dem Verfall zu retten und überhaupt gotische Bauwerke wieder als schützenswert zu erachten. Danke, Victor Hugo!

Sonntag, 24. November 2013

Book Playlist Challenge Day 15: Book that you've read set in the 18th - 19th centuries. (Classical)

Jonathan Strange & Mr Norrell (Jonathan Strange & Mr Norrell, #1)Ich habe erlebt, dass Leute das Buch langweilig fanden oder sich von den ausschweifenden Fußnoten abgelenkt fühlten, aber ein weiteres meiner Lieblingsbücher ist Jonathan Strange & Mr. Norrell.

Es ist eine magische Geschichte in einer Art alternativem 19. Jahrhundert. Nie werde ich mein Schaudern vergessen, als ich zum ersten Mal den Roman las und ganz am Anfang Mr. Norrell den ehrwürdigen Gentlemen von York beweist, dass er praktische Magie beherrscht: Er lässt die Figuren der Kathedrale von York zum Leben erwachen und die haben einiges zu erzählen ...
Das lässt die Magiergemeinschaft in Ehrfurcht erzittern, denn diese Gentlemen lesen nur Bücher über Magie, sie betreiben keine Magie. Doch nun ist die praktische Zauberei nach England zurückgekehrt.
York ist wirklich magisch
Bald findet sich Konkurrenz für den eigensinnigen Mr. Norrell: Der junge, ambitionierte Jonathan Strange wird zu seinem Schüler. Doch bald überflügelt Strange den Alten, was der gar nicht gerne eingestehen möchte ...

In diesem sehr dicken Buch versammeln noch einige weitere Erzählstränge und kleine Exkurse (auch in besagten Fußnoten), sodass es schwer ist, darüber zu schreiben.

Aber um noch mal auf das 19. Jahrhundert zurückzukommen: Obwohl es hier um Zauberei geht, merkt man deutlich, dass die Autorin eine tiefe Zuneigung zu der Kultur dieser Zeit empfindet. Zahlreiche Details lassen die Geschichte lebendig werden. Außerdem erlebt man die napoleonischen Kriege aus nächster Nähe, nur aus ganz neuer Perspektive. Es ist einfach alle dabei, was man braucht: Steife englische Gentlemen, Venedig, pompöse Einrichtungen, in die viel dunkles Holz involviert ist.

Was ich an dem Roman auch besonders zu schätzen weiß sind seine dunklen Seiten. Es kommen einige Elfen vor, die ihrem Ursprung so viel näher sind als dem Kitsch, den man heute so unter "Fee" / "Elfe" versteht. Das sind düstere, egoistische Gestalten, die grausam und vor allem äußerst nachtragend sind.

Ein athmosphärisch sehr dichter Roman. Ich hoffe sehr, dass Susanna Clarke diesen Coup irgendwann wiederholen kann. Bis dahin versuche ich, Jonathan Strange & Mr. Norrell über verschiedene Sprachen und Medien immer wieder neu zu entdecken. (Tipp: Das Original ist absolut fantastisch. Das Vokabular ist einzigartig, darum empfehle ich die englische Ausgabe nur an geübte Englischleser. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich wollte das Original zuerst vor sieben Jahren lesen und fand es sehr schwer. Im letzten Jahr ging mir das viel leichter von der Hand, wohl durch meine inzwischen größere Erfahrung mit englischen Texten.)



Halbzeit!
15 von 30 Challengetagen sind vorbei und ich kann sagen, dass es Spaß macht und anstrengend ist. Aber ich wollte es ja nicht anders ;)
Durch diese Challenge wird mir klar, was meine Lieblingsbücher sind, bei manchen ist mir erst bewusst geworden, wie sehr sie mich geprägt haben. Dafür lohnt es sich, mal ernsthaft seine Bücherregale zu durchwandern. Ich spüre, dass da eine "Lieblingbücher auf Lebenszeit"-Liste lauert ...

Samstag, 23. November 2013

Book Playlist Challenge Day 14: Think of a song you know and love, and assign books to that song.

Eine Band, der ich seit an die 10 Jahre treu bin, ist Third Eye Blind. Die meisten werden sie nur durch "Semi-charmed life" kennen - aus deutscher Perspektive sind Third Eye Blind ein One-Hit-Wonder. Ein richtiger Powersong ist "New Girl".
Demzufolge sind die mir einfallenden Bücher solche mit starken Frauen oder Protagonisten auf der Suche nach einer solchen.
  • Pipi Langstrumpf (Astrid Lindgren): Wenn sie erwachsen wäre, würde die Beschreibung vielleicht passen; da sie aber ein ewiges Kind bleibt, ignoriert hier - und auch einigen weiteren Fällen - die nicht jugendfreien Textteile.
  • Per Anhalter durch die Galaxis (Douglas Adams): Arthur Dent ist in die abenteuerlustige Trillian verliebt.
  • Professor Unrat (Heinrich Mann): Der Professor lässt sein bürgerliches Leben hinter sich für ein Showgirl.
  • Frühstück bei Tiffany (Truman Capote): Holly ist zwar kein leichtes Mädchen, aber eine der unabhängigsten Partygirls überhaupt.
  • Belgariad & Malloreon Saga (David Eddings): Ce'Nedra weiß genau, was sie will, und ebenso, wie sie es bekommt ...
New Girl (Third Eye Blind)
I want a new girl
The kind everybody wants
The kind that shout it out
And then we laugh it off,
I'll be her terrorist and she will be a looter
Eye of Fatima painted on her motor scooter 
She puts on eye shadow
A deeper shade, a deeper shade of blue
And then she gets in bed with you 
I want a new girl
Who can show me how to have a good time
And get closer to my life's design
In the darkness candle light across my face
I feel myself fall into grace and 
She puts on eye shadow
A deeper shade, a deeper shade of blue
And then she gets in bed with you 
Man, sometimes I get to feeling so left out
And then I'm here again
I'm crying in my beer again
Loneliness closes down like a jail,
This is a lonely tale, I'm singing in my jail cell 
She's got a smile so wide
It eats the pain the pain I'm going through
And then she gets in bed with you 
She's brand new, she's brand new, she's brand new 
We walk Manhattan in a dark silver suit
In the blowing wind no demons persecuted
And in the darkness candle light across my face
In my mind I see... 
She's got a smile so wide
It eats the pain the pain I'm going through
And then she gets in bed with you 
She's brand new, she's brand new, she's brand new 
Man, sometimes I get to feeling so left out
And then I'm here again I'm crying in my beer again
Loneliness closes down like a jail,
This is a lonely tale, this is a jail cell! 
She puts on eye shadow
A deeper shade, a deeper shade of blue
I'm barely missing me and you
She's got a smile so wide
It eats the pain the pain I'm going through
And then she gets in bed with you

Kleine Studie zu Lesegewohnheiten unter japanischen Studenten

Für die Uni habe ich vor Kurzem eine kleine Umfrage zum Thema Lesegewohnheiten in Japan gemacht. Ich durfte 10 unserer japanischen Auslandsstudenten interviewen und wir hatten jede Menge Spaß.
Bei der Umfrage ging es besonders darum, wieviel digital gelesen wird. Außerdem wollte ich (neben der grundsätzlichen Frage, ob die Teilnehmer überhaupt in ihrer Freizeit lesen) auch wissen, ob sie öffentliche Bibliotheken nutzen.

Ich werde die Ergebnisse auf Japanisch vorstellen müssen und habe sie dafür bei infogr.am schick gemacht. Wenn es soweit ist, werde ich das Ganze noch mal mit japanische Beschriftung machen; vorausgesetzt, infogr.am kommt überhaupt mit japanischer Schrift klar.
Man kann in der Ansicht hin und herklicken, um geschlechtsspezifische Ergebnisse zu sehen.

Freitag, 22. November 2013

Rezension. World War Z (Hörbuch)

Zombiekrieg! Und ein überlebender Beamter reist im Auftrag seiner Behörde um die Welt und sammelt Eindrücke von anderen Überlebenden, um herauszufinden was überhaupt genau passiert ist.

Was mich gerettet hat, war, dass ich hier zum Hörbuch gegriffen habe (danke, Onleihe!). Mein Eindruck war, dass hier einiges hätte kürzer gefasst werden können. Allerdings wuchs dieses Gefühl erst, nachdem ich mehrfach ziemlich US-amerikanischen Kram anhören musste. Egal in welches Land man kommt, die Interviewten spiegeln eindeutig die US-Perspektive des Autors wider. Das war auf Dauer auf nervige Weise lahm. Von einem erwachsenen Schriftsteller erwarte ich etwas mehr Vielfalt, gerade wenn Russen, Japaner, Chinesen, Deutsche und US-Bürger als Figuren ihre Sicht auf den "Z-Krieg" schildern.
World War Z: Operation ZombieHellhörig wurde ich, als eine Figur (Amerikaner) mit der Stimme von David Nathan sagte: "Amerika ist besonders anfällig für Kriegsmüdigkeit." Nun war ich selbst nie in den USA und weiß, dass das weder für ein so großes Volk komplett stimmen wie falsch sein kann, aber gerade diese Pauschalität machte mich aufmerksam. Das konnte natürlich einen Charakterzug des Interviewten anzeigen. Doch mit der Zeit wurde mir klar, dass hier leider einfach jemand (Hint: Der Autor) mit Scheuklappen durch die Welt geht.
Alle Helden des Krieges sind US-Amerikaner (also, die unzweifelhaften Helden, die sozusagen alles auf's Spiel setzen, um andere zu retten), die Bösewichte finden sich besonders gerne unter Russen und Chinesen.
Außerdem hätte es nicht geschadet, sich ein wenig zu informieren, bevor man Wörter in anderen Sprachen erfindet: Im Japanischen gibt es keine "si"-Silbe, trotzdem nennen die Japaner Zombies "siafu", was auch immer das heißen soll. Wenn überhaupt würden sie "shiafu" sagen. Und der hier geschilderte Alltag eines "Otaku" geht eher in Richtung "Hikikomori". Ja, ich bin ein Haarspalter. Aber vor allem habe ich überhaupt keine Freude an Patriotismus und Engstirnigkeit, die sich in vielen Geschichten zu Hollywood-würdigen Szenen verdichtet. (Vielleicht hat man deshalb den Untertitel "Wer länger lebt, ist später tot" dazu erfunden, um das Ganze als satirische Zombie-Action zu verkaufen? Allerdings hat es dieser 'Untertitel' nicht mal auf's Cover geschafft ...)

Die beiden Sprecher des Hörbuchs empfinde ich als sehr unterschiedlich, jeder beide auf ihre Weise gut. Joachim Körber ist mir zunächst etwas unangenehm aufgefallen, allerdings nur, weil ich ihn zur Zeit ständig als Saul Goodman in Breaking Bad zu hören bekomme und das einfach ein ganz anderer Typ ist. Körber spricht im Brustton der Überzeugung eines amerikanischen Offiziellen mit Armee-Erfahrung, und zwar derart übertrieben, dass ich hier ein bisschen Ironie zu erkennen hoffe. Seine leicht quäkende Stimme verstärkt diesen Eindruck noch.
David Nathan, der hier an die 50 Charaktere beiderlei Geschlechts spricht, ist fantastisch. Zugegeben hat mich das ganz am Anfang irritiert, aber mit der Zeit wurde es meine Hauptfreude, Nathan zu Höchstleistungen auflaufen zu hören, wenn er zum Beispiel ziemlich am Ende einen äußerst energischen Franzosen mimt, der außerdem noch am Essen ist. Gran-di-os! Auch die Frauenrollen spielt er überzeugend ohne künstlich verstellte Stimme. Mir tut nur Joachim Körber leid, der hier maßlos überschattet wird, schon von der Sprechzeit her.

Trotz allem ist die Verfilmung auf meiner Leihliste. Im Zweifelsfall freut sich mein Freund darüber, dass ich mal was für ganze Kerle mit ihm schaue (mein letzter Versuch war Abraham Lincoln, Vampire Slayer, und OH MEIN GOTT war der schlecht!). Ach ja: Dass sowohl meine erste als auch die zweite Combo für die Buchverfilmungschallenge mit Brad Pitt verdreht wurde, ist reiner Zufall ;)

Book Playlist Challenge Day 13: 5 books you're looking forward to reading (Dance/Electronica)

Da sind so viele! Also ich beschränke das jetzt mal größtenteils auf Bücher, die schon in meinem Regal stehen, damit es nicht ganz so schwer ist, sich auf 5 zu beschränken.

TrainspottingTrainspotting (Irvine Welsh)
Habe ich im wunderschönen Barter Books in Arnwick gekauft. Ich hatte ein Jahr zuvor das erste Mal den Film gesehen und fand ihn fantastisch (finde ich immer noch). Auf der Reise habe ich nur selten Zeit zum Lesen gehabt und hatte auch andere Bücher dabei, also habe ich nur mal ein paar Seiten 'reingeschnuppert'. Der Slang ist etwas schwer zu verstehen, aber wahrscheinlich gewöhnt man sich auch daran.

Die EddaDie Edda
Ich stehe einfach auf Mythologie und auch ein wenig auf Versdichtung, wenn mir der Sinn danach steht. Als oller Tolkienleser bin ich natürlich auch auf die Edda gespannt.

Meere von Zeit 01. Auf der anderen Seite der Tür.Meere von Zeit (Tonke Dragt)
Als Kind las ich Der Brief für den König und die Fortsetzung Der wilde Wald von Tonke Dragt und war fasziniert von ihrem Leben. Später habe ich auch Die Türme des Februar gelesen. Leider ist es verhältnismäßig schwer, an ihre Bücher zu kommen. Letztes Jahr habe ich dann in Berlin im gemütlich-minimalistischen Bücher Fundgrube (Wilmersdorfer Straße 23) dieses Buch gefunden. Ich bin so aufgeregt, dass ich mich kaum traue anzufangen.

Morgantina, die Hexe der KöniginMorgantina, die Hexe der Königin (Lois Gould)
Das Buch habe ich von meinem Nachbarn geschenkt bekommen. Ich habe davon noch nie gehört. Es scheint eine Mischung aus Märchen und historischem Roman zu sein, klingt nicht schlecht. Außerdem finde ich mein wie neu aussehendes Hardcover von 1989 echt hübsch, auf seine Hobbit-Presse-Art.

The Doors of Stone (Patrick Rothfuss)
Last not least warte ich sehnsüchtig auf den dritten Teil der Kingkiller Chronicles; vielleicht habe ich Glück und er erscheint 2014. Da ich die Reihe auf Englisch lese muss ich wenigstens nicht auch noch auf die doppelt so lange Übersetzung warten!

Donnerstag, 21. November 2013

Day 12: Name a book that you've read or want to read based in a foreign country. (World)

Der Weisse TigerDafür möchte ich etwas ausholen:
Als ich vor einigen Jahren InterRail in Großbritannien gemacht habe, fand ich "Between the Assassinations" an einer Bushaltestelle. Es stellte sich heraus, dass die großen Zeitungen Observer und Guardian eine Aktion gestartet hatten, wo man ein Buch aussetzen sollte, und "between the Assassinations" war eines davon.
Letzter Mann im TurmIch mag englische Paperbacks: Das Papier ist dunkler und rauher als bei und es wird deutlich mehr ins Coverdesign investiert.
Jedenfalls fing ich sofort im nächsten Zug zu lesen an und war gefangen. Das Buch besteht aus vielen meist nur über die Gleichzeitigkeit verbundene Geschichten. die sehr unterschiedlich sind.Schauplatz ist dabei Kittur, ein erfundener Ort in Indien, was bei mir echtes Fernweh auslöst.
Seitdem habe ich mir vorgenommen auch die anderen Bücher von Aravind Adiga zu lesen. Am bekanntesten ist wohl sein Erstling Der weiße Tiger. Zuletzt veröffentlichte er den Roman Letzter Mann im Turm. Ich weiß nicht, was ich zuerst lesen wollen würde, aber ich denke, ich lasse den Zufall entscheiden. Was ich zuerst in die Finger kriege, wird gekauft / geliehen und gelesen. Dass ich noch mal im Bookcrossing-Stil an einen Adiga-Roman komme, bezweifle ich ...

Mittwoch, 20. November 2013

Book Playlist Challenge Day 11: Name a book set within a holiday. (Carol)

Ein Buch zu finden, das komplett während eines Feiertages spielt, ist ganz schön schwierig. Ich glaube, ich kenne keins. Aber mir ist ein Buch in den Sinn gekommen, in dem zwei Weihnactsfeiern stattfinden, die auch für die Hauptfigur wichtige Stationen sind. Ich dachte an "A little princess" von Frances Hodgson Burnett. Wieder mal einer meiner Lieblinge, aber das soll mal nicht stören.
Als Kind habe ich die Animeserie so sehr geliebt (Kleine Prinzessin Sara, kennt das noch jemand?)! Das Buch habe ich erst viel, viel später gelesen, aber es hatte auch diese bitter-süße Athmosphäre, die ich so mag. Und das viktorianische Zeitalter ist sowieso das tollste.

A Little PrincessSara ist Tochter eines reichen Geschäftsmannes, der vor einer großen Indienexpedition sein Kleinod in die Obhut eines strengen Mädcheninternats gibt. Durch ihren Reichtum wird sie aber auch dort wie eine Prinzessin behandelt. Als das Internat die Nachricht erreicht, ihr Vater sei in Indien verschollen und habe all sein Geld zuvor verloren, wird Sara 'aus Güte' als Haushaltshilfe angestellt. Fortan gehört sie zum 'Abschaum' und muss für ihren Lebensunterhalt sehr hart arbeiten. Doch bewahrt sie sich ihr gutes Herz.

Das erste Weihnachtsfest (ich hoffe ich erinnere mich richtig, je länger ich darüber nachdenke, desto unsicherer werde ich - könnte auch ein Geburtstag gewesen sein) findet statt, als Sara noch reich ist. Die Mädchen im Internat feiern gemeinsam, Lavinia ist neidisch auf Saras Geschenke (Lavinia ist das "Biest" der Schule und war vor Saras Ankunft das reichste Mädchen der Schule), alle haben Spaß. Das zweite Weihnachtsfest verbringt Sara mit dem anderen Hausmädchen, der guten Becky, auf dem Dachboden. Es ist zugig, man hört die Mäuse hinter den Wänden trippeln, ... richtig trostlos eben. Aber trotzdem schön, weil die beiden Mädchen sich gegenseitig ermutigen und immer füreinander da sind. Herzerwärmend und sicher nicht nur für Kinder.

Dienstag, 19. November 2013

Book Playlist Challenge Day 10: Name a guilty pleasure or mindless read that you loved (Bubblegum Pop)

Ready Player OneMeistens lese ich Bücher, die ich für's Studium verwerten kann oder sonstige Klassiker. Aber ab und zu gönne ich mir mal was. Ein Buch, an dem ich mehrmals mit sehnsüchtigen Augen vorbeigegangen bin und es schließlich einfach ausgeliehen habe, ist Ready Player One.
Es ist ein Cyperpunkroman, der eine kaputte Zivilisation in der Zukunft schildert, die in Müll erstickt und mit Ressourcenknappheit zu kämpfen hat. Einziges Vergnügen ist die OASIS, eine Art digitale Welt, in der man zur Schule geht, Leute trifft, und auf tausenden Welten Abenteuer erleben kann. Da die Macher der OASIS große 80er-Geeks sind, gibt es Unmengen an Anspielungen auf Filme, Musik und frühe Konsolenspiele der Zeit. Auch wenn ich nicht alles erkannt habe, hat das allein schon einen Riesenspaß gemacht. Ich habe die Achtziger nicht bewusst miterlebt, aber das meiste ist ja auch in den Neunzigern noch nicht verschwunden gewesen.

Die Handlung ist spannend und vor allem durch die vielen Erfindungen immer wieder nerdig und unterhaltsam. Man könnte den Roman mit einem guten Actionfilm vergleichen (eine zugegeben seltene Sache; mein Tipp wäre immer noch Stirb langsam im Original): Wenn man sich nicht allzu sehr über die manchmal etwas weit hergeholten Plottwists und Verläufe wundert und die Prämisse schluckt, fetzt das Buch richtig. Kann ich jedem empfehlen, der bei dem Wort Gameboy sehnsüchtig seufzt.

Einziges Manko: Natürlich gibt es eine kleine Lovestory, und die Liebesszenen waren leider echt schlecht geschrieben. Aber da liegt nun wirklich nicht der Schwerpunkt von Ready Player One.

Montag, 18. November 2013

Book Playlist Challenge Day 9: Soundtrack for a favorite book

Playlist für Das letzte Einhorn


Das Letzte EinhornObwohl es für Das letzte Einhorn bereits einen fantastischen Soundtrack gibt, wo sowohl die instrumentalen Stücke als auch die Songs einfach nur stimmen (niemand kann so sonnig-melancholische Akkorde kombinieren wie America), habe ich mich mal nach passender Musik umgesehen. Da ich das Buch erst vor kurzem zum zweiten Mal gelesen habe ist der Eindruck auch noch frisch genug für eine solche Aufgabe. Ich konnte nicht für alle Teile auf meiner Liste etwas finden (Captain Cully musste zum Beispiel leer ausgehen).
Ich habe bis auf zwei Ausnahmen nur Instrumentalstücke gewählt, um nicht auch noch anzufangen, erst die Texte zu durchforsten und die Musik darüber aus dem Blick zu verlieren.

1 Anfang: Max Richter: Frühling 1 (Vivaldis Jahreszeiten Recomposed)
Das Einhorn ist im Wald, es lebt in Frieden und ewiger Schönheit. In diesem typisch nach mAx Richter klingenden Remix aus altbekannter Klassik ist gerade genug Licht für ein Einhorn.

2 Der Schmetterling: Superfunk - Last Dance in Copacabana (Hold Up)
Der wie auf Drogen vor sich herbrabbelnde Schmetterling hat etwas Disco verdient. Natürlich hat auch er eine düstere, verängstigte Seite; er macht ein wenig den Eindruck eines Kriegsveteranen mit posttraumatischem Stress. Auch hier mischen sich ein paar missklingende Töne hinein.

3 Mammy Fortuna: Daft Punk - Solar Sailer (Tron Legacy)
Eine sehr traurige Figur, finde ich. Wie sie, die eine Künstlerin sein will und an ihrer Habgier zugrunde geht, mit der trostlosen Mitternachtsmenagerie durch die Länder zieht, das verdient einen mystisch-melancholischen athmosphärischen Klang.

4 Molly Grue: 30 Seconds to Mars - Convergence (Love Lust Faith + Dreams)
Nicht die verwilderte Molly Grue, die Cully bekocht, sondern die mutige, herzensgute Molly, die durch das Einhorn wieder zum Vorschein gekommen ist.

5 Haggard und sein Schloss: Woodkid - Iron (Iron)
Ich liebe das Düstere an diesem Song, auch wenn das Kämpferische nicht zu Haggard passt. Er hätte nicht mal daran Freude. Also, vielleicht nur auf die Musik hören und den Text links liegen lassen. Die Bläser geben auch irgendwie ein gutes Bild des verfluchten Schlosses...

6 Lir (und Amaltea): Glen Hansard, Marketa Irglova - Falling Slowly (Once)
Mal kurz den Film vergessen, zu dem der Song eigentlich gehört ;) Eine hoffnungslose Liebe, wenn das nicht zu Lir passt, dann weiß ich auch nicht.

7 Schluss: Takeshi Senoo - Maya no tsuki ni kimi-omou (Retro Modern Dandy)
Am Ende steht kein Triumph des Guten im Märchensinne. Die Wege trennen sich, und jeder muss seinen eigenen Weg finden. Lir hat plötzlich ein ungeliebtes Land zu regieren und zugleich seine Liebe verloren. Keiner kann das Einhorn vergessen, und es selbst war zu lange menschlich, um vergessen zu können.