Freitag, 4. November 2011

Film. The King's Speech (2010)

Diese Woche habe ich "The King's Speech" gesehen und bin ziemlich begeistert. Klar, die Royals werden hier weichgespült und volkfreundlich aufbereitet gezeigt, und eine x-beliebige Rede als Höhepunkt des Films zu wählen ist sicher etwas zu viel Hollywood für die meisten. Aber in diesem Film vereinen sich auch exzellente Schauspieler, ausdrucksstarke Bühnenbilder, eine wunderbare Kameraführung und nicht zuletzt pointierte, nicht zu sehr ausufernde Dialoge. "The King's Speech" ist wesentlich stiller als ich erwartet hätte.

Wichtiger Punkt: Auf Englisch anschauen! Bei Filmen, in denen es um Sprache geht, sollte man immer das Original vorziehen, sofern man der Sprache mächtig ist. Nicht nur geht viel bei der Synchronisierung verloren, sondern das Budget für diese ist immer geringer, sodass die Qualität immer mehr zu wünschen übrig lässt.
Wer zum englischen Original greift, jedoch ein Rat: Besorgt euch was mit Untertiteln; ich bin es durchaus gewöhnt, Filme im Original zu schauen, aber bei diesem Film hatte ich doch Probleme (und mein Mitpublikum ebenfalls, es lag also erwiesenermaßen nicht an ungewaschenen Ohren meinerseits).



Colin Firth gibt den stotternden und dadurch sprachlosen Royal sehr überzeugend - inklusive sich langsam rötendem Gesicht beim angestrengten Sprechen. Dazu kam in dieser Rolle obendrein, dass Firth sich die gesamte Srechweise und Diktion des König George VI. aneignen musste, damit die Originaltonaufnahmen und seine Stimme als die gleiche wahrgenommen werden können.
Auch wunderbar: Geoffrey Rush in der Rolle des liebenswert unkonventionellen Sprachtrainers. Eine an der Realität gemessen wohl eher unglaubwürdige Person, aber seien wir ehrlich: Ohne diesen Lionel Logue wäre der Film sicher nur langweilig gewesen.
Außerdem zu sehen: Helena Bonham-Carter mal relativ seriös als 'Frau an seiner Seite', ein erstaunlicher Winston Churchill verkörpert durch Timothy Spall (u.a. bekannt als "Wurmschwanz" der Harry Potter-Filme) und eine ganz niedliche zukünftige Elizabeth II (interessant: Die Queen selbst hat diese Filmfassung abgesegnet - und ihre Schwester ist ein ganz schön hochnäsiges Kind, gespielt von Ramona Marquez).

Meiner Meinung nach ein sehenswerter Film, der uns Kontinentaleuropäern auch noch ein Stück britischer Geschichte näher bringt. {Ich habe in Cardiff in einem ehemaligen Luftschutzbunker König Georges Radioansprache zur Kriegserklärung Hitlers gehört - als ich sie im Film wiedererkannte, bekam ich eine richtige Gänsehaut. Die langen Pausen waren mir schon in Wales aufgefallen, aber ich wusste nicht, dass die durch das Stottern kamen. Ist doch immer toll, wenn man eigene Erfahrungen in einen größeren Kontext packen kann.}

Update: Gerade bei youtube entdeckt: Eine Dokumentation über George VI von der BBC.

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