Samstag, 31. Dezember 2011

2011. Ein Jahr in Büchern

In diesem Jahr habe ich 64 Bücher from cover to cover gelesen. Darunter waren viele gute und bemerkenswerte Bücher, aber auch solche von anderer Sorte. Wenn ich diese 64 Romane und Sachbücher Revue passieren lasse, sind einige (auch von den weniger vergnüglichen) Bücher besser in meinem Gedächtnis verankert als andere - das sind die Highlights des Jahres.
Am besten gefallen haben mir in diesem Jahr:
  • Nathan der Weise: Ein sehr lustiges Stück, das alle damaligen Vorstellungen von Dramentheorie über den Haufen wirft und Lessing zu meinem Held gemacht hat.
  • The Wise Man's Fear, oder hierzulande bekannt als Die Furcht des Weisen, von Patrick Rothfuss. Eine dicht gestrickte Fantasy ohne Kitsch: Danke, Pat! (Die Übersetzung habe ich übrigens nicht gelesen, weil sie mir irgendwie hölzern vorkam, und wie der Ärger mit der Zweiteilung des zweiten Bandes zeigt, fahre ich mit dem Original auch die günstigere Schiene ;-)).
  • Drei Geschichten und eine Betrachtung von Patrick Süskind: Ein winziges Büchlein, das einen packt. Wer Das Parfum mag, ssollte sich unbedingt auch die unbekannteren Werke von Süskind zu Gemüte führen! Er schreibt sehr dichte, zum Denken anregende Geschichten, die aber nicht langweilen, sondern stets gut unterhalten und lange im Gedächtnis bleiben.
  • Between the Assassinations von Aravind Adiga: Dieses Buch habe ich während meiner Großbritannienreise im Sommer an einer Bushaltestelle entdeckt. Zwei große Tageszeitungen haben nämlich zum Lesesommer aufgerufen und ihre Leser dazu aufgefordert, ihre Bücher an öffentlichen Plätzen auszusetzen und so einander weiterzugeben. Eine tolle Sache. Between the Assassinations war für mich aber ein wirklicher Fund; der Booker Prize Gewinner Adiga vermittelt hier in vielen unterschiedlich langen Erzählungen die indische Mentalität und Lebenswirklichkeit. Rahmen für die Geschichten bildet ein fiktiver Reiseführer einer erfundenen Stadt. Die tolle Idee, die tiefgründigen und schönen Erzählungen und der gute Schuss Indien machen dieses Buch zu einem absoluten Erlebnis.
  • Blumenberg: Die Kritik ist begeistert, Journalisten drücken sich bei Frau Lewitscharoff gegenseitig die Klinke in die Hand, und ich kann mich nur anschließen.
  • David Copperfield: Ich hatte es schon erwähnt, dies war mein erster Dickens, und er hat mich dermaßen umgehauen, dass ich für das nächste Jahr (das Dickensjahr, denn am 7.2. wäre der Meister 200 jahre alt geworden) zwei weitere Romane meines neuen Helden des viktorianischen England eingeplant habe.
Neben diesen Höhepunkten des Lesejahres 2011 stehen aber auch viele andere lesenswerte Bücher, die hier Erwähnung finden sollen:
  • Nachrichten aus einem unbekannten Universum: Ich bin kein Fan der Science Fiction, habe also nicht Der Schwarm gelesen, aber dieses Buch bietet (meistens) eine gute Mischung aus Information und Unterhaltung, hat unterstützenswerte Ansichten vertreten (z.B., dass man nicht nur Tierarten schützen sollte, die süß aussehen - oder weil sie süß aussehen?!) und die ganze Geschichte unseren Planeten anhand der Meere interessanter als alles, was ich bisher dazu gehört habe (zugegebenermaßen nicht viel, weil Bio nicht gerade mein Hobby ist), aufrollt.
  • zwei Tipps für abgehetzte Zwischendurch-Leser: Märchen von Robert Louis Stevenson und - immer wieder ein Vergnügen - Gedichte von Erich Kästner (zum Beispiel beim Frühstück lesen)
  • positiv überrascht hat mich auch Anna Karenina, einer der vielen Klassiker, die ich in diesem Jahr nachgeholt habe. Weiterhin waren das 1984 (etwas wiederholungslastig); die komplette Hitchhikerserie (einige Längen in späteren Bänden, aber immerhin ein genialer Revoluzzer des SF-Genres); Die Physiker von Dürrenmatt und Der kleine Prinz habe ich zum wiederholten Male mit größten Freuden verschlungen; ich habe zum ertsen Mal Momo gelesen und bereut, es nicht viel früher getan zu haben; und Der Name der Rose (nicht ganz einfach, aber interessant).
Als besonders entspannendes Lesevergnügen hat sich Sophie im Schloss des Zauberers erwiesen (das ich als Bewunderer der Ghibli-Filme gelesen habe), als besonders schwere (aber lohnende) Kost Die Schmerzmacherin.

Insgesamt ein rundes Jahr. Man kann nur hoffen, dass das nächste auch so gut verläuft.

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